Holzpuppen

Unterschiede 5 (3)

Beitragsfoto: Holzpuppen | © Pixabay

Vor Gott sind alle Menschen gleich und vor dem Gesetz sollten sie dies ebenfalls sein, zumindest steht es so in den Verfassungen der freien Welt.

Dabei aber sind es gerade wir Menschen, die die Unterschiede machen, sogar da, wo es offensichtlich gar keine gibt. Und selbst dort, wo wir das Gemeinsame suchen, schaffen wir im Ergebnis das Trennende, zumindest von den ganz anderen.

Unsere Wahrnehmung und die damit einhergehende Verarbeitung von Eindrücken aus der Außenwelt scheint nur aus dem beständigen Abgleich von Gleich oder Ungleich zu bestehen; ähnlich dem Binärcode von Rechenmaschinen.

So hangeln wir uns unser gesamtes Leben an solchen Abgleichen entlang und müssen wohl davon ausgehen, dass dies die Natur der Dinge, zumindest die der unsrigen ist.

Interessant ist es dabei für den Beobachter festzustellen, an welchen Unterschieden sich die einzelnen Menschen festziehen und auch an welchen sie sich kollektiv abarbeiten.

Denn damit schaffen wir Menschen unversehens sogar ganze Ethnien, Volksstämme bis hin zu Nationen. Aber auch Barbaren, „Untermenschen“ oder Behinderte.

Interessant für mich war der erste kollektive Unterschied während meiner Schulzeit. Dieser trennte nicht zwischen Jungs oder Mädchen, dumm oder dämlich, deutsch oder nichtdeutsch, sondern zwischen Schülern mit Geha-Füllern und jenen mit Pelikan-Füllern. Ich hatte übrigens eine Geha-Füller, weiß aber nicht mehr, ob das jetzt gut oder schlecht war.

Später dann unterschieden wir Schüler uns in Heilbronn darin, ob wir die Sommerfreizeit auf dem Gaffenberg oder im AWO-Waldheim verbrachten, und zum Ende unserer Schulzeit, wo wir den Tanzkurs besuchten.

Heutzutage werden bei den Schülern solche Unterschiede wohl eher an den gezeigten „Klamotten“ oder dem Mobiltelefon gemacht, was aber ebenso wenig aussagekräftig ist, wie es damals unsere Unterscheidungen waren.

Später im Leben sind es dann eher die körperlichen Eigenschaften, gezeigte Religionszugehörigkeit, die Muttersprache bzw. mangelnde Sprachkompetenz oder die bevorzugte Kultur, an welchen wir Menschen uns liebend gerne an den anderen abarbeiten.

Die Aussagekraft für uns selbst und unsere Umwelt wird eine ähnliche sein, wie jene zu unserer Schulzeit; aber ohne diese beständigen Abgleiche können wir wohl kaum durch unser eigenes Leben schreiten noch mit anderen Menschen kommunizieren.

Auf jeden Fall aber erspart es uns allen, nach Unterscheidungen zu suchen, die für uns selbst und auch für die anderen Menschen von tatsächlicher Bedeutung sind.

Letztendlich wäre dies der Unterschied, ob wir für die Umwelt und unsere Mitmenschen ein Gewinn waren oder doch nur eine Belastung; also der immer öfters diskutierte ökologische und gesellschaftliche Fußabdruck, den wir am Ende unserer Tage hinterlassen.

Genau diese Unterscheidung scheuen wir allesamt wohl am meisten, und deswegen hangeln wir uns weiterhin lieber an oben erwähnten Abgleichen, besser gesagt, an Nebensächlichkeiten entlang, als den Unterschied erstmals bei uns selbst zu machen und zu versuchen ein Gewinn zu sein.

„There are three classes of men: lovers of wisdom, lovers of honor, lovers of gain.“

Platon, Die Republik (ca. 380 v. Chr., Buch IX)

Treffpunkt Europa

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Beitragsfoto: Momentaufnahme eines Treffpunkts Europa

Bald ist es in Heilbronn wieder soweit, und auf dem Kiliansplatz werden eine 100 Quadratmeter große Bühne sowie darum herum gut 16 Stände aufgestellt. Dieses Jahr findet der Treffpunkt Europa genau am Europatag der Europäischen Union statt und zwar am Samstag, 9. Mai 2020.

Bereits Ende des letzten Jahres haben erneut die Vorbereitungen für den inzwischen 31. Treffpunkt Europa begonnen und die ersten Pflöcke werden dann bei der ersten vorbereitenden Sitzung am Samstag, 18. Januar 2020 eingeschlagen, die von einer weiteren Sitzung meistens im März gefolgt wird, bevor sich dann alle Vorbereitungen in der Europawoche auf dem Kiliansplatz bemerkbar machen.

Der Treffpunkt Europa ist ein Fest der Völkerverständigung, welches alljährlich von der EUROPA-UNION Heilbronn organisiert wird, und mit Hilfe ihrer Partnervereine aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn ganztägig ein kunterbuntes Potpourri an Kunst und Musik bietet, welches zudem noch durch die beste Küche aus allen Herren Ländern garniert wird.

Wer jetzt ein wenig neugierig geworden ist, der kann gerne auf Youtube ein paar Amateuraufnahmen der letzten Treffpunkte finden; ich habe dazu eine entsprechende „Playlist“ angelegt.

Das ganz Besondere am Treffpunkt Europa ist, dass das gesamte Fest ausschließlich von ehrenamtlichen Heilbronnern gestemmt wird, die sich monatelang auf diesen Tag vorbereiten, tagelang mit dem Auf- und Abbau beschäftigt sind und dann noch am Treffpunkt selbst, von morgens bis in die Nacht hinein in der Küche stehen, die Stände bestücken, den Standdienst sicherstellen oder aber das kunterbunte Programm auf der Bühne bestreiten.

Ein Treffpunkt Europa kann bis zu 12 Stunden Programm und dies ohne Unterbrechung bieten, während an bis zu 20 Ständen für alle Besucher die besten Leckereien weit und breit angeboten werden.

Dies alles wäre ohne Hunderte von ehrenamtlichen Helfern, Köchen und Künstlern nicht machbar, die diese Leistung jedes Jahr aufs Neue erbringen, um ihren Mitbürgern zu zeigen, dass man zum einen zusammen mehr erreicht als alleine und zum anderen das friedliche Miteinander die beste Lebensweise für uns Menschen ist.

Selbstverständlich benötigt ein Fest, das jedes Jahr gut 20 000 begeisterte Besucher zählt, weitere Helfer und Unterstützer im Hintergrund. Diese Hilfe kommt von den Partnerfirmen der EUROPA-UNION Heilbronn, sowie von der Stadt Heilbronn selbst, die das Fest finanziell und auch tatkräftig mit Mitarbeitern des Betriebsamtes unterstützt.

Seit über 30 Jahren verläuft das Fest in Harmonie und bei bester Stimmung, und dies selbst dann, wenn es den gesamten Tag über in Strömen regnet.

Sollten Sie noch nie Gelegenheit gefunden haben, um einmal beim Treffpunkt Europa vorbeizuschauen, dann tragen Sie sich bitte den 9. Mai 2020 einfach schon jetzt in Ihren Kalender ein.

„Our country is the world, our countrymen are all mankind. We love the land of our nativity only as we love all other lands.“ 

William Lloyd Garrison, Declaration of Sentiments adopted by the Peace Convention (Boston, 18.-20. September 1838)

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Für all jene, die ein wenig mehr als sonst üblich für unsere Gesellschaft machen möchten, gibt es auch in Heilbronn vielfältige Möglichkeiten, um sich ehrenamtlich und unentgeltlich zum Wohle der Mitbürger zu engagieren.

Neben Lesepatenschaften für die jüngsten Mitbürger unter uns, welche sehr gut seitens der Heilbronner Stadtbibliothek betreut werden, gibt es weitere soziale Einrichtungen, die sich über jede helfende Hand freuen.

Eine solche Einrichtung ist die meseno-Elsa-Sitter-Stiftung im Heilbronner Südviertel. Diese kümmert sich um gut 500 Familien, Alleinstehende und betreut zusätzlich noch ca. 70 Kinder im Alter von 1 bis 12 Jahren.

Im meseno-Sozialladen mit Kleiderstube können sich bedürftige Familien oder Personen, darunter gerne auch Studenten mit knapper Kasse, regelmäßig und preiswert mit Lebensmitteln sowie Kleidung versorgen. 

Nach dem Umzug in neue Gebäude, welche direkt neben einem öffentlichen Spielplatz liegen, und mit einem eigenen kleinen aber sehr einladenden Vorplatz, entwickelt sich meseno immer mehr zu einem zwar beschaulichen aber dafür sehr bürgernahen „Stadtteilzentrum“.

Die bis zu 30 meseno Mitarbeiter, welche von gut 24 Ehrenamtlichen unterstützt werden, sorgen dafür, dass nicht nur die Kleinen gut ins Leben starten, sondern, dass allen Menschen des Viertels eine Anlaufstelle geboten wird, die unbürokratisch weiterhilft, wenn Hilfe nötig ist.

Damit dieses bereits bestehende Angebot und weitere Ideen der „meseno-Familie“ noch besser umgesetzt werden können, sind auch bei meseno ehrenamtliche Helfer stets willkommen!

Sollten Sie Interesse an einer Mitarbeit bei meseno haben, dann wenden Sie sich bitte direkt unter +49 7131 91 91 88 0 oder auch via post@meseno.de an Birgit Hörter-Schweizer.

Und sollten Sie zwar die meseno-Idee gut finden aber selbst keine Zeit zur Mitarbeit haben, dann freuen sich alle bei meseno auch über jede Spende.

„If you see charity, you see the Trinity.“

Augustinus von Hippo, De Trinitate (c. 417)