Sinnierende Frau

Aus meiner Jugend 5 (3)

Beitragsfoto: sinnierende Frau | © Pixabay

Heute ist mir einfach wieder einmal danach, und die Lektüre von Gedichten steht auf dem Tagesprogramm. Dabei überlege ich, ob es nicht eine gute Gelegenheit wäre, als Lesepate auch einmal ein paar kurze Gedichte zu rezitieren.

Dabei kommt mir doch gleich ein Gedicht aus meinen eigenen Jugendtagen in den Sinn, welches allgemein Samuel Taylor Coleridge zugeschrieben wird, ohne dass man dafür bisher, zumindest meines Wissens, einen Beleg beigebracht hat.

Nichtsdestotrotz ist es ein sehr schönes und auch zeitloses Gedicht.

What if you slept?

What if you slept?

And what if, in your sleep, you dreamed?

And what if, in your dream, you went to heaven

and there plucked a strange and beautiful flower?

And what if, when you awoke, 

you had the flower in your hand?

Ah, what than?

„We don’t read and write poetry because it’s cute. We read and write poetry because we are members of the human race. And the human race is filled with passion. And medicine, law, business, engineering, these are noble pursuits and necessary to sustain life. But poetry, beauty, romance, love, these are what we stay alive for.“

Robin Williams als John Keating in Dead Poets Society (1989)

Dollarnoten

Alles umsonst 5 (2)

Beitragsfoto: Dollarnoten | © Pixabay

Nachdem wir weit über zwei Billionen Euro Schulden angehäuft haben, unsere Bildung und Infrastruktur kaum noch mit jener in den Ländern der so vermeintlich dritten Welt mithalten kann, und wir nur deshalb ausgeglichene Staatshaushalte haben, weil es keinen dafür Verantwortlichen mehr gibt, der noch rechnen kann, kommen nunmehr auf uns noch ganz neue Wohltaten zu.

Alles wird umsonst: Schulbildung, Ausbildung, Autofahren, öffentlicher Nahverkehr, Verhütung, Kindergärten und so weiter und sofort. Die Politik sprudelt nur so von Ideen!

Eins sollte uns allen dabei doch wirklich klar sein: es gibt Nichts umsonst, selbst ein Politiker muss sich den Respekt seiner Wähler verdienen.

Und unabhängig davon, dass bisher sämtliche „Flatrate“-Staaten spätestens nach 40 Jahren Insolvenz anmelden mussten, und deswegen auch der einhunderttausendste Versuch zum Scheitern verurteilt ist, kommt bei den jüngsten Versprechungen eine weitere nicht ganz unmaßgebliche Tatsache zum Tragen, nämlich die Macht des Faktischen.

Selbst wenn man alles Geld der Welt hätte, kann man den Menschen trotzdem nicht einfach alles versprechen wollen.

Denn es ist nicht möglich,

  • einem Menschen, der sich für ein Leben in der Pampa entscheidet, auch zuzusichern, dass innerhalb von fünf Minuten ein Rettungswagen zur Stelle ist, der ihn dann in wenigen Minuten in ein vollwertiges Krankenhaus bringt;
  • Eltern eine Rundumbetreuung ihrer Kinder zuzusichern;
  • jedem Bürger einen Omnibus oder eine Straßenbahn vor die Tür zu stellen;
  • den Bürgern innere und äußere Sicherheit zu garantieren.

Ganz einfach, weil

  • wir keinen Menschen zwingen können, Arzt in Hintertupfingen werden zu wollen oder gar Erzieherin ganz weit weg;
  • es nicht möglich ist, Infrastruktur an jedem Punkt der Welt vorzuhalten;
  • Menschen einfach nur Menschen sind.

Wenn wir weiterhin an unserer Vollkasko-Mentalität, dem „wir wollen alles und gar nichts dafür tun“-Anspruch festhalten, dann … ist wirklich alles umsonst!

„It’s not the years, honey. It’s the mileage.“

Harrison Ford als Indiana Jones in Raiders of the Lost Ark (1981)

Schüler

Dammschulen 5 (2)

Beitragsfoto: Schüler in Klasse | © Shutterstock

Bereits meine Großmutter besuchte die heutige Dammrealschule und ich absolvierte meine ersten vier Schuljahre in der Dammgrundschule. Deswegen schaue ich noch heute mit Interesse auf beide Schulen und besonders auf das Schulgebäude, welches ich immer noch für sehr gelungen halte, einmal von den misslungenen Anbauten abgesehen.

So konnte ich auch in den letzten Jahren beobachten, wie so langsam aber sicher neben den Dammschulen eine vollwertige Hochschule buchstäblich aus dem Boden sprießt.

Jedoch kann ich bis heute dabei nicht beobachten, wie die inzwischen auch jahrelangen Umbaumaßnahmen an der Dammschule von statten gehen. Auch weiß ich schon nicht mehr, welche der beiden Baumaßnahmen zuerst begonnen wurde.

Mir scheint es inzwischen wahrscheinlicher, dass neben der Dammschule eine vollwertige Universität steht, bevor die Dammschüler endlich in den Genuss eines funktionierenden Schulgebäudes kommen.

Sehr schändlich für unsere Stadt ist es, dass mindestens eine Schülergeneration der Dammschulen nach ihrer Schulzeit nie ein Schulgebäude von innen gesehen haben wird, und deren Erinnerungen an die Schulzeit von Containern, Baustelle und Enge geprägt sein werden.

Gerade die ersten Menschenjahre sind es, welche prägend für den weiteren Schul- und Bildungsverlauf sind. Dabei spielt auch die Architektur eine entscheidende Rolle, vor allem dann wenn sie das Lehr- und Lernumfeld maßgeblich mitgestaltet.

Die Verantwortlichen der Heilbronner Hochschule haben dies erkannt und stellen sicher, dass zumindest seitens der Gebäude und der weiteren Infrastruktur alles getan wird, um den Lern- und Bildungserfolg der Hochschüler sicherzustellen.

Was sich die für das Dammschulgebäude Verantwortlichen dabei denken, bleibt mir weiterhin ein Rätsel.

„I thought the purpose of education was to learn to think for yourself.“

Robin Williams als John Keating in Dead Poets Society (1989)