Beitragsfoto: Neuigkeiten | © Gerd Altmann auf Pixabay

Gesprächsnachtrag 5 (1)

Beitragsfoto: Neuigkeiten | © Gerd Altmann auf Pixabay

Ich liebe es, mich mit Menschen zu unterhalten, die von der Sache wesentlich mehr verstehen als ich selber. Das spart einem zudem des Öfteren das Selbststudium, den Besuch einer Bücherei oder einer entsprechenden Vorlesung.

Kürzlich kamen wir unter vielem anderen auch auf „die drei Filter“, die ein Professor immer wieder gerne seinen Studenten zur Anwendung empfiehlt, zu sprechen.

Im Nachgang dazu habe ich in meinen Aufschrieben eine Version dieser drei Filter gefunden, die das Ganze den Studenten vielleicht etwas verständlicher machen kann.

Der Autor dieser Kurzgeschichte ist mir nicht bekannt, auch kursiert sie ohne Namensnennung seit etlichen Jahren im World Wide Web.

The triple filter test

One day the great philosopher Socrates came upon an acquaintance who ran up to him excitedly and said, “Socrates, do you know what I just heard about one of your students?”

“Wait a moment,” Socrates replied. “Before you tell me I’d like you to pass a little test. It’s called the triple filter test.”

“Triple filter?” asked the acquaintance.

“That’s right,” Socrates continued. “Before you talk to me about my student let’s take a moment to filter what you’re going to say. The first filter is Truth. Have you made absolutely sure that what you are about to tell me is true?”

“No,” the man said, “actually I just heard about it.”

“All right,” said Socrates. “So you don’t really know if it’s true or not. Now let’s try the second filter, the filter of Goodness. Is what you are about to tell me about my student something good?”

“No, on the contrary …”

“So,” Socrates continued, “you want to tell me something bad about him, even though you’re not certain it’s true?”

The man shrugged, a little embarrassed. Socrates continued. “You may still pass the test though because there is a third filter – the filter of Usefulness. Is what you want to tell me about my student going to be useful to me?”

“No, not really …”

“Well,” concluded Socrates, “if what you want to tell me is neither true nor good nor even useful, why tell it to me at all?”

The man was defeated and ashamed. This is the reason Socrates was a great philosopher and held in such high esteem.

It also explains why he never found out that Plato was shagging his wife.

Anon

Obigen Dreifiltertest hatte ich erstmals selber am 15. Mai 2011 auf einer meiner weiteren Websites veröffentlicht.

Übrigens, mein, diesen Gesprächsnachtrag initiierender, Gesprächspartner legt Wert darauf, dass „sein“ Filter logisch negiert sei und deswegen bei ihm alle drei Kriterien erfüllt sein müssen.


Buffet

Man ist, was man liest. 5 (6)

Beitragsfoto: Buffet | © Jörg Möller auf Pixabay

Gerade habe ich mal wieder bei Ludwig Feuerbach nachgeschlagen, der in „die Naturwissenschaft und die Religion“ Folgendes feststellt.

„Wollt ihr das Volk bessern, so gebt ihm statt Deklamationen gegen die Sünde bessere Speisen. Der Mensch ist, was er ißt.“

Ludwig Feuerbach (1982:367)

Den Nachsatz mit den Vegetariern habe ich dabei mal weggelassen, weil es wohl zu einer ganz neuen Diskussion führt. Wer das Ganze jetzt aber genauer ergründen möchte, dem empfehle ich: Werner Schuffenhauer, Ludwig Feuerbach, Gesammelte Werke, Bd. 10, Kleinere Schriften III (1846-1850), Akademie-Verlag Berlin, 2. Aufl. 1982.

Auch wenn ich Feuerbachs Aussage heute noch voll und ganz nachvollziehen kann, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass diese Thematik inzwischen längst ganz andere Dimensionen angenommen hat.

Marco Ferreri brachte es bereits 1973 in „La Grande Bouffe“ für die Besserverdienenden unter uns auf den Punkt. Keine 40 Jahre später können wir davon ausgehen, dass es inzwischen zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem eskaliert ist. Das große Fressen findet inzwischen überall statt und die Sünde wird allerorten mit Völlerei bekämpft.

Inzwischen gibt es dafür sogar ganze Schifffahrtslinien, die alleine dem Zwecke der Völlerei dienen, und auf deren Schiffen das Begleitprogramm nur der besseren Verdauung geschuldet ist; hier hat man ganz offensichtlich von Ferreri gelernt.

Und für jene, die sich solche Orgien nicht leisten können oder mögen, gibt es Junk-Food und Zuckerbomben, die sicherstellen, dass wir Menschen bereits sogar in die Gewichtsklasse von Flusspferden vorstoßen können.

Wie bereits gesagt, der Mensch ist weiterhin, was er isst, nur helfen bessere Speisen offensichtlich nicht allzu sehr gegen die Sünde, und schon gar nicht zur Besserung des Volkes.

Deswegen empfehle ich statt der besseren Speisen einfach bessere Bücher und behaupte, dass man ist, was man liest.

La Grande Bouffe 1973

„Education is what survives when what has been learned has been forgotten.“

B. F. Skinner, in New Scientist (21. Mai 1964)

Müllbehälter

PAL-Filter 5 (6)

Beitragsfoto: Müllbehälter | © Selena Gallagher auf Pixabay 

Der von mir immer noch sehr verehrte Douglas Adams schuf in seinem Werk „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ unter anderem ein „Somebody Else’s Problem field“, hier bei uns etwas besser als PAL-Feld bekannt, und gab damit vielen seiner Leser Einiges zum Nachdenken mit.

Klaus Kusanowsky schrieb dazu am 5. Dezember 2011 eine PAL-Feld-Analyse der Internetanarchie.

Für mich selbst entwickelte ich das PAL-Feld zu einem PAL-Filter weiter, den ich nunmehr bei allen digitalen Posteingängen, und dies gleich nach dem SPAM-Filter, zusätzlich anwende. Analog greife ich weiterhin auf das bewährte Ablagesystem P zurück; wobei P für Papierkorb steht.

Als ein Beispiel hierfür möchte ich das so leidige wie zumindest meines Erachtens auch völlig überflüssige Problem einer „gendergerechten“ Sprache anführen, das außer ein paar Esoterikern vielleicht, die damit wohl ihre eigene Existenz begründen müssen, keinen anderen Menschen wirklich interessiert, und ganz im Gegenteil, nur jegliches Arbeiten oder gar eine vernünftige Kommunikation erschwert.

Selbst Sprachwissenschaftlern sollte es klar sein, dass Sprachen sich eigentlich immer weiter vereinfachen, und schon alleine die Versuche den Dativ oder den Genitiv zu erhalten an die Grenzen des Menschenmöglichen stoßen.

So verorte ich als Laie diese neue „Sprachhomöopathie“ einfach einmal dem altbekannten Neusprech zu und lehne diese von ganzem Herzen ab.

Deshalb gilt: sollten Ihre Schreiben, Posts oder E-Mail von mir nicht zeitgerecht beantwortet werden, weisen Sie mich bitte einfach darauf hin, einmal in meinem PAL-Filter nachzuschauen.


Joseph Beuys, war auch 2011 in einer Ausstellung in Heilbronn zu hören

„He attacked everything in life with a mix of extraordinary genius and naive incompetence, and it was often difficult to tell which was which.“

Douglas Adams, The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy