Franz Kafka

Zwischen den Jahren 5 (3)

Beitragsfoto: Ardon Bar Hama | Zeichnungen von Franz Kafka | The Literary Estate of Max Brod | National Library of Israel, Jerusalem

Gerade diese Zeit, wenn man nicht beruflich unterwegs oder vor Ort stark eingebunden ist, bietet die ideale Gelegenheit, um alte Bücher hervorzukramen und für sich wiederzuentdecken.

Meine Empfehlung für dieses Jahr ist Franz Kafka, dessen Bücher ich allesamt sehr gelungen finde; auch sind die düsteren Tage im Jahr sehr passend, um sich darin zu vertiefen.

Hier finden Sie eine kleine Anregung.

„Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“

Franz Kafka, Der Prozess

Und wer seinen Kafka gleich nach der Schulzeit entsorgt hat, findet ihn bestimmt in der nächstgelegenen Bücherei wieder.

Zudem sind seine gesammelten Werke gerade sehr günstig zu kaufen; man erhält damit sehr viel Buch für wenig Geld.

Und wer sich nicht nur in Kafkas Romane und sämtliche Erzählungen vertiefen möchte, der findet auch in seinen Tagebüchern den einen oder anderen bedenkenswerten Hinweis.

„Verbringe nicht die Zeit mit dem Suchen des Hindernisses, vielleicht ist keines da.“

Franz Kafka, Tagebucheintrag vom 16. September 1920

Diesen Beitrag möchte ich mit einem weiteren Zitat und zwar aus Kafkas Erzählungen beenden.

„Denn wir sind wie Baumstämme im Schnee. Scheinbar liegen sie glatt auf, und mit kleinem Anstoß sollte man sie wegschieben können. Nein, das kann man nicht, denn sie sind fest mit dem Boden verbunden. Aber sieh, sogar das ist nur scheinbar.“

Franz Kafka, Die Bäume

Egal, ob Sie nun zwischen den Jahren Kafka lesen oder doch etwas ganz anderes, wünsche ich Ihnen dennoch viel Freude dabei.

„Education … has produced a vast population able to read but unable to distinguish what is worth reading.“

George Macaulay Trevelyan, English Social History (1942)

Sinnierende Frau

Aus meiner Jugend 5 (3)

Beitragsfoto: sinnierende Frau | © Pixabay

Heute ist mir einfach wieder einmal danach, und die Lektüre von Gedichten steht auf dem Tagesprogramm. Dabei überlege ich, ob es nicht eine gute Gelegenheit wäre, als Lesepate auch einmal ein paar kurze Gedichte zu rezitieren.

Dabei kommt mir doch gleich ein Gedicht aus meinen eigenen Jugendtagen in den Sinn, welches allgemein Samuel Taylor Coleridge zugeschrieben wird, ohne dass man dafür bisher, zumindest meines Wissens, einen Beleg beigebracht hat.

Nichtsdestotrotz ist es ein sehr schönes und auch zeitloses Gedicht.

What if you slept?

What if you slept?

And what if, in your sleep, you dreamed?

And what if, in your dream, you went to heaven

and there plucked a strange and beautiful flower?

And what if, when you awoke, 

you had the flower in your hand?

Ah, what than?

„We don’t read and write poetry because it’s cute. We read and write poetry because we are members of the human race. And the human race is filled with passion. And medicine, law, business, engineering, these are noble pursuits and necessary to sustain life. But poetry, beauty, romance, love, these are what we stay alive for.“

Robin Williams als John Keating in Dead Poets Society (1989)

Dollarnoten

Alles umsonst 5 (2)

Beitragsfoto: Dollarnoten | © Pixabay

Nachdem wir weit über zwei Billionen Euro Schulden angehäuft haben, unsere Bildung und Infrastruktur kaum noch mit jener in den Ländern der so vermeintlich dritten Welt mithalten kann, und wir nur deshalb ausgeglichene Staatshaushalte haben, weil es keinen dafür Verantwortlichen mehr gibt, der noch rechnen kann, kommen nunmehr auf uns noch ganz neue Wohltaten zu.

Alles wird umsonst: Schulbildung, Ausbildung, Autofahren, öffentlicher Nahverkehr, Verhütung, Kindergärten und so weiter und sofort. Die Politik sprudelt nur so von Ideen!

Eins sollte uns allen dabei doch wirklich klar sein: es gibt Nichts umsonst, selbst ein Politiker muss sich den Respekt seiner Wähler verdienen.

Und unabhängig davon, dass bisher sämtliche „Flatrate“-Staaten spätestens nach 40 Jahren Insolvenz anmelden mussten, und deswegen auch der einhunderttausendste Versuch zum Scheitern verurteilt ist, kommt bei den jüngsten Versprechungen eine weitere nicht ganz unmaßgebliche Tatsache zum Tragen, nämlich die Macht des Faktischen.

Selbst wenn man alles Geld der Welt hätte, kann man den Menschen trotzdem nicht einfach alles versprechen wollen.

Denn es ist nicht möglich,

  • einem Menschen, der sich für ein Leben in der Pampa entscheidet, auch zuzusichern, dass innerhalb von fünf Minuten ein Rettungswagen zur Stelle ist, der ihn dann in wenigen Minuten in ein vollwertiges Krankenhaus bringt;
  • Eltern eine Rundumbetreuung ihrer Kinder zuzusichern;
  • jedem Bürger einen Omnibus oder eine Straßenbahn vor die Tür zu stellen;
  • den Bürgern innere und äußere Sicherheit zu garantieren.

Ganz einfach, weil

  • wir keinen Menschen zwingen können, Arzt in Hintertupfingen werden zu wollen oder gar Erzieherin ganz weit weg;
  • es nicht möglich ist, Infrastruktur an jedem Punkt der Welt vorzuhalten;
  • Menschen einfach nur Menschen sind.

Wenn wir weiterhin an unserer Vollkasko-Mentalität, dem „wir wollen alles und gar nichts dafür tun“-Anspruch festhalten, dann … ist wirklich alles umsonst!

„It’s not the years, honey. It’s the mileage.“

Harrison Ford als Indiana Jones in Raiders of the Lost Ark (1981)