Die 1970er-Jahre in Heilbronn 5 (5)

Meinen ersten Wahlkampf, an den ich mich erinnern kann, bestritt ich 1972 an der Seite meines Vaters, als wir für die Liberalen von Haustür zu Haustür zogen und ich zudem beim Plakatieren – damals noch mit Pinsel und Kleister – zugucken durfte.

Mit 14 begann ich dann selbst politisch aktiv zu werden und schloss mich letztendlich jungen Menschen an, die eine eigene Jugendorganisation gründeten und dies gegen heftige Widerstände in unserer damaligen Partei und deren alten Jugendorganisation.

Interessant an dieser Phase war, dass man sich notgedrungen nach „Verbündeten“ umsehen musste und so auch die gesamte Bandbreite des politischen Lebens erfahren konnte. Die 1970er-Jahre zeichneten sich dadurch aus, dass die politische Vielfalt und Bandbreite nach den 1950er und 1960er-Jahren stark zunahm und dabei auch ganz neue politische Bewegungen entstanden, von deren „Haltbarkeit“ ich damals nicht überzeugt war, fehlte es diesen doch an eigenen Inhalten. Heute muss ich diesbezüglich feststellen, dass man in gesellschaftlich und wirtschaftlich guten Zeiten durchaus auch Politik ohne Inhalte – und dies zudem noch sehr erfolgreich – machen kann.

Im Rückblick auf die 1970er-Jahre sind mir auch noch die Jungen Europäischen Föderalisten in Erinnerung, welche sich in diesen Jahren zumindest in Heilbronn rarmachten und deren europäische Ideale allgemein in der Gesamtbevölkerung an Zuspruch verloren – das gesellschaftliche Interesse wechselte mit zunehmender wirtschaftlicher Sicherheit zu schneller erleb- und erfassbaren Themen, wobei die eigentlichen Grundlagen dieses wirtschaftlichen Erfolges als „unbequem“ angesehen wurden und damit immer mehr in Vergessenheit gerieten.

Als Europäischer Föderalist, der zudem seit 2005 in Heilbronn Vorsitzender der EUROPA-UNION sein darf, war es mir deswegen eine große Freude, vom Direktor des Heilbronner Stadtarchivs, Prof. Dr. Christhard Schrenk, angefragt zu werden, ob ich nicht über die Jungen Europäischen Föderalisten aus den 1970er-Jahren einen kurzen Beitrag schreiben könnte.

Dieser Anfrage bin ich sehr gerne nachgekommen und freue mich jetzt auf die Vorstellung der Publikation „Die 1970er-Jahre in Heilbronn – Wissenspause 2018“ des Heilbronner Stadtarchivs, welche am Montag, 2. Dezember 2019, um 16.30 Uhr im Otto Rettenmaier Haus stattfindet.

Auf einem Landesparteitag in Stuttgart

Weltkarte

Weltbürgerschaft 5 (3)

Beitragsfoto: Weltkarte | © Pixabay

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit und in der heutigen Zeit auch eine Notwendigkeit.

Die Besatzung von Apollo 8 schoss vor 50 Jahren das erste Foto unserer Welt aus dem All. Es ist der Moment, in dem die Menschen die „aufgehende Erde“ [Web page nicht mehr vorhanden] zum ersten Mal mit eigenen Augen sehen können und sich damit auch deren Zerbrechlichkeit bewusst werden.

Am 14. Februar 1990 schoss Voyager 1 aus einer Entfernung von etwa sechs Milliarden Kilometern das letzte Bild unseres Planeten („Pale Blue Dot“) und machte sehr deutlich, dass es für die Menschheit keinen Ersatzplaneten gibt.

Wer jetzt noch glaubt, dass er sich auf einer „Insel“, egal welcher Größe, von den Geschehnissen unserer Welt in Sicherheit bringen könne, den wird es wohl in absehbarer Zeit sehr schwer treffen. Hinweise hierfür gibt es zuhauf: Klimawandel, Ressourcenknappheit, Umweltzerstörung, Pandemien, Migration und last but not least Kriege, die sich kaum noch regional begrenzen lassen.

Mit dem ehemaligen Völkerbund und den heutigen Vereinten Nationen wurden bereits Organe geschaffen, um allen Herausforderungen der Menschheit gemeinsam begegnen zu können. Aber seit dieser Zeit gibt es immer wieder auch Bestrebungen von „Ewiggestrigen“ und „Flacherdlern“ diese ersten Schritte zu einer Problemlösung zu unterminieren und rückgängig zu machen.

Seit diesen Tagen gibt es aber immer wieder auch Menschen, die sich selbst als Weltbürger oder Kosmopoliten sehen und sich in verschiedenen Gruppen organisieren. Nicht unerwähnt möchte ich dabei die Welt- und Europäischen Föderalisten lassen, die dabei auch fundierte Vorschläge unterbreiten, wie man unsere Welt nicht nur einen, sondern damit auch noch sehr lange für alle Geschöpfe unseres Planeten erhalten kann.

Auf der Website World citizenship können Sie sich einen Überblick über diese Organisationen verschaffen und, wenn gewünscht, sich dort gleich als Weltbürger „outen“.

Selbstverständlich stehe auch ich Ihnen gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

Nachtrag

Am 28. August 2021 habe ich meine Website worldcitizenship.com erneut umfunktioniert. Jetzt dient sie dazu, mir einen besseren Zugang zu anderen Websites zu ermöglichen.

Ein wenig später habe ich sie dann endgültig stillgelegt und verlinke nur noch darauf.

„The world’s still the same. There’s just … less in it.“

Johnny Depp als Captain Jack Sparrow in Pirates of the Caribbean: At World’s End (2007)

Schüler

Dammgrundschule 5 (6)

Beitragsfoto: © Shutterstock

Seit gut zwei Jahren bin ich begeisterter Lesepate an meiner alten Grundschule und erinnere mich auch sehr gerne daran zurück, wie unsere Eltern damals schon für uns Lesepatenschaften und -zirkel organisiert und unterhalten haben.

Es hat sich inzwischen viel verändert und bestimmt nicht zum Besten, aber das Engagement der Lehrer vor Ort ist weiterhin mehr als vorbildlich. Auch wenn ich nicht behaupten kann, jemals selbst ein angenehmer Schüler gewesen zu sein, darf ich doch behaupten, dass meine damaligen Lehrer, besonders meine Klassenlehrerin Frau Pfeiler, mit mir keine solchen Herausforderungen kannten, wie sie die heutigen Lehrkräfte vorfinden.

Zu diesen Herausforderungen, zu denen ich auch die Tatsachen zähle, dass zum einen viele Eltern ihre Kinder nur noch in Kindertagesstätten und Schulen „entsorgen“, um sich so wenig wie möglich selbst mit diesen beschäftigen zu müssen, und zum anderen, die Lehrer kaum noch ihrer eigentlichen Aufgabe gerecht werden können, weil die vorhandenen Defizite ihrer Schüler von Anfang an bereits zu gravierend sind, um halbwegs einen, für diese Verhältnisse ungeeigneten, Lehrplan gemeistert zu bekommen, kommt noch hinzu, dass die Schüler an der Dammgrundschule, seit Jahren in Containern untergebracht, kaum Möglichkeiten vorfinden, um sich altersgerecht auszutoben, damit sie ihren Kopf für Lerninhalte freibekommen und konzentriert dem Unterricht folgen können [zumindest Herr Hofer würde sich über diesen Satz von mir freuen].

Neu kommt jetzt noch hinzu, dass eine weitere ehrenamtliche Einrichtung an der Dammgrundschule, nämlich das brotZeit-Frühstück, Helfer zur Vorbereitung und Ausrichtung eines Schülerfrühstücks sucht. Es wäre sehr schade, wenn sich keine Eltern, Großeltern, ehemalige Dammschüler oder gar weitere Interessierte finden, und damit dieses für die Entwicklung der Kinder sehr wichtige Engagement bald weiter eingeschränkt oder gar eingestellt werden müsste!

Zu Schule und Bildung allgemein habe ich bereits Folgendes geschrieben: https://kuemmerle.name/schule-bildung

„How do you explain school to a higher intelligence?“

Henry Thomas als Elliott in E.T. the Extra-Terrestrial (1982)