Um unser Bildungssystem steht es nicht zum Besten! Wer etwas anderes behauptet, dem muss man vorwerfen, zumindest diese Misere weiter zu unterstützen, wenn nicht gar voranzutreiben. Was müssen wir tun, um unsere Schulen und unser Bildungsystem insgesamt zukunftsfähig zu machen?

Ich bin der Überzeugung, dass wir dabei das Rad nicht neu erfinden, sondern nur die Vorteile bereits vorhandener Modelle wieder akzeptieren und auch in den richtigen Rahmen setzen müssen. 

Fangen wir am Anfang der Kette an. Bei Kindergärten, Kindertagesstätten und Sonderschulen; wer sich an letzterem Begriff stört, kann alternative Begriffe vorschlagen, die Notwendigkeit von Sonderschulen wird er damit aber nicht wegreden können. Je nach persönlichem Bedarf, beginnt jedes Kind seine schulische Bildung und Ausbildung an einem dieser Orte. Da es immer Menschen mit größeren geistigen oder körperlichen Einschränkungen geben wird, muss man sich Gedanken machen, wie man diese am Besten in die Gesellschaft einbindet – gemäß dem dafür heute benutzen Begriff: inkludiert. Zum einen aus finanziellen Gründen und zum anderen wegen des immer bestehenden Mangels an qualifizierten Betreuern und Lehrern, kann nicht jeder Kindergarten und auch nicht jede Kindertagesstätte die Inklusion von Menschen mit größeren Einschränkungen sicherstellen. Deswegen müssen wir entsprechende Einrichtungen vorhalten und können diese zudem auch zum Vorteil der Betroffenen ausrichten.

Sobald ein Kind den Abholpunkt „Einschulung“ erreicht, welcher aufgrund der heutigen Mobilität in unserer Gesellschaft zumindest auf Bundesebene einheitlich und klar definiert werden muss, kommt es in die Grundschule. Kinder, denen es an dafür notwendiger Reife, Auffassungsgabe oder Sprachkenntnissen mangelt, werden an Sonderschulen weiter gefördert und im Idealfall später in das reguläre Schulsystem eingegliedert. Da es aus oben bereits erwähnten Gründen nicht machbar ist, jede Grundschule inklusionsfähig zu machen, muss es Grundschulen Plus geben, die auch Kindern mit größeren körperlichen Einschränkungen voll und ganz gerecht werden können. Das Ziel der Grundschulen ist weiterhin, allen Schülern ein Grundwissen zu vermitteln und, böse, wer Schlimmes dabei denkt, die Schüler auf die weiterführenden Schulen zu verteilen. Diese „Einteilung“ muss zwingend wieder in die Verantwortung der dafür auch vorgesehenen Lehrkräfte und Betreuer zurückgegeben werden!

Nach dem Durchlaufen der Grundschule kommen die Schüler entweder auf eine Hauptschule, eine Mittel- bzw. Realschule oder auf ein Gymnasium. Die jeweils dafür notwendigen Abholpunkte müssen, wie oben bereits erwähnt, mindestens auf Bundesebene einheitlich sein. Und auch die jeweiligen Erziehungs-, Ausbildungs- und Bildungsziele müssen bundeseinheitlich festgelegt werden. Um die Inklusion aller Schülern mit größeren körperlichen Einschränkungen sicherzustellen, kann es notwendig sein, dass auch hier Plus-Schulen eingerichtet und vorgehalten werden. Zusätzlich müssen für Schüler, für die bereits der Abschluss der Grundschule ein Erfolg ist oder für Schüler, für die ein Verbleib im Schulsystem reine Zeitverschwendung wäre, Sonderschulen vorhanden sein, um letztere schnellstmöglich auf eine Universität zu bringen oder erstere bestens auf einen möglichen Verbleib in entsprechenden Folgeeinrichtungen vorzubereiten.

Nach dem Abschluss der Hauptschule sollte für alle Absolventen eine Lehre und die entsprechende Berufsschule verpflichtend sein. Realschulabsolventen müssten zwischen Lehre & Berufsschule, Lehre & Hochschule oder den Besuch einer Hochschule wählen; diese Entscheidung sollte unbedingt vom jeweiligen „Klassenlehrer“ unterstützt werden. Für Abiturienten wäre der Besuch einer Hochschule oder Universität nur folgerichtig und abhängig von der individuellen Leistungsfähigkeit.

Auch an unseren Universitäten, den originären Einrichtungen für höhere Bildung, müssen Änderungen erfolgen. Die speziellen Ausbildungsbedürfnisse von Industrie, Wirtschaft und Handel können bestens durch entsprechende und auch diesbezüglich geförderte Hochschulen abgedeckt werden. Damit könnten sich Universitäten wieder verstärkt wissenschaftlichen Erkenntnisse widmen, ihren Lehrkräften zudem das Erreichen einer universitären Lehrbefähigung besser ermöglichen und damit insgesamt das Bildungsniveau erhöhen, was für die Weiterentwicklung jeder Gesellschaft sehr förderlich ist.