Sonnenaufgang

Morgen gab es heute auch schon nicht. 5 (7)

Beitragsfoto: Sonnenaufgang | © Pixabay

Der Film, den wir auf dem Flug in unsere Flitterwochen gesehen haben – damals mussten noch alle den gleichen Film schauen – , hieß Groundhog Day aus dem Jahr 1993 und machte uns erstmals auf Bill Murray aufmerksam.

Das entsprechende Filmzitat stammt von Phil Connors, der von Murray verkörpert wird.

„Well, what if there is no tomorrow? There wasn’t one today.“

Phil Connors

Den entsprechenden Filmausschnitt kann man gleich hier anschauen. [Video nicht mehr verfügbar]

Und für diejenigen, die diesen Film auch so mögen, füge ich noch das passende Lied mit anbei.

Sonny & Cher, I Got You Babe (1965)

Carpe diem, denn wer weiß, ob es für einen selbst morgen noch gibt.

„One today is worth two tomorrows.“

Benjamin Franklin, Poor Richard’s Almanac (2008: 4)

Bild von Gerd Altmann

Leistungsgesellschaft 5 (6)

Beitragsfoto: Beispielbild | © Gerd Altmann auf Pixabay 

Wenn es um Literatur geht, die sich mit „Management“ und Neudeutsch „Leadership“ beschäftigt, dürfte wohl der englische Sprachraum sowohl qualitativ als auch quantitativ führend sein.

Unten stehend finden Sie einmal ein ganz nettes und nicht allzu ernst gemeintes Beispiel.

Achievement-orientated society

From a strictly mathematical point of view it goes like this:

If:
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
is represented as:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26

Then:
H – A – R – D – W – O – R – K
8+1+18+4+23+15+18+11 = 98 %

and
K – N – O – W – L – E – D – G – E
11+14+15+23+12+5+4+7+5 = 96 %.

But,
A – T – T- I – T – U – D – E
1+20+20+9+20+21+4+5 = 100 %

and
B – U – L – L – S – H – I – T
2+21+12+12+19+8+9+20 = 103 %

and, look how far ass kissing will take you
A – S – S – K – I – S – S – I – N – G
1+19+19+11+9+19+19+9+14+7 = 127 %.

So, one can conclude with mathematical certainty that:

While “Hard work” and “Knowledge” will get you close, and “Attitude” will get you there, it’s the “Bullshit” and “Ass kissing” that will put you over the top.

„Then gradually I began to intellectually reject some of the delusionally influenced lines of thinking which had been characteristic of my orientation. This began, most recognizably, with the rejection of politically-oriented thinking as essentially a hopeless waste of intellectual effort.“

John Forbes Nash, Jr., Autobiographical essay (1994)

Mann beim Ausfüllen eines Formulars

Zeitungsartikel 5 (1)

Beitragsfoto: Mann beim Ausfüllen eines Formulars | © Pixabay

Simone Schlindwein schrieb den folgenden Artikel in der TAZ.

Gipfeltreffen der Afrikanischen Union “Somalia stabilisieren”

Er trauerte um Terroropfer und sagte Hilfe im Kampf gegen somalische Islamisten zu: Guido Westerwelle traf in Uganda afrikanische Außenminister.

Trainieren für den Frieden: deutscher Ausbilder mit somalischem Soldaten im Militärcamp Bihanga. Bild: ap

Von Simone Schlindwein

KAMPALA taz | Betroffen steht Außenminister Guido Westerwelle auf dem Rasen des Rugby-Stadions in Ugandas Hauptstadt Kampala. Der ugandische Außenminister Okello Okyem begrüßt seinen Kollegen aus Deutschland und zeigt ihm den Tatort der jüngsten Terroranschläge: “Es war sehr voll hier am Abend des WM-Endspiels.” Bei den Terroranschlägen während des WM-Endspiels starben in Kampala 76 Menschen, über 80 wurden schwer verletzt. Die somalischen Extremisten der al-Schabaab (Jugend), die weite Teile Somalias kontrollieren, haben sich zu den Anschlägen bekannt.

Westerwelle legt einen Kranz nieder und drückt seinem ugandischen Kollegen sein Beileid aus: “Dies zeigt, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten, um diese Terrorakte zu bekämpfen.” Deutschland werde die Stabilisierungsmission in Somalia weiter unterstützen, sichert er zu.

Der deutsche Außenminister war am Mittwoch nach Uganda gereist, um dem Halbjahresgipfel der Afrikanischen Union (AU) im Konferenzzentrum an den ugandischen Ufern des Victoriasees beizuwohnen. Nach den Anschlägen in Kampala drehte sich alles nur noch ums eines: um die Bedrohung, die von Somalias gescheitertem Staat ausgeht. In seiner Rede während der Eröffnungszeremonie verkündete Westerwelle: “Wir müssen zusammenarbeiten, um Somalia zu stabilisieren.” Er verspricht seinen afrikanischen Kollegen, Deutschland werde sich in der UNO für die afrikanischen Interessen einsetzen. Die AU solle einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhalten. Dafür erhielt er stürmischen Applaus.

Kurz bevor Westerwelle aus Uganda abreiste, stattete er dem Hauptquartier der EU-Trainingsmission für die somalischen Truppen einen Besuch ab. Seit April bilden rund 150 europäische Soldaten – darunter auch 13 der Bundeswehr – in Uganda somalische Truppen aus. Rund 900 Somalier durchlaufen zuerst bei der ugandischen Armee eine Grundausbildung. Anschließend erhalten die jungen Rekruten ein Spezialtraining von der EU, darunter auch in Häuserkampf, Minenabwehr, medizinischer Versorgung und Fernmeldetechnik. Eine zweite Truppe von knapp 1.000 somalischen Soldaten wird im Dezember für einen weiteren sechsmonatigen Lehrgang in Uganda erwartet.

Jüngst machten in Berlin Gerüchte die Runde, die Bundeswehr bilde in Uganda somalische Kindersoldaten aus. Dies weist das Auswärtige Amt zurück. Es seien eine Reihe von Bewerbern abgelehnt worden, weil der Verdacht bestand, dass sie “nicht den Anforderungen des Mindestalters entsprechen”. Das Problem: Geburtsurkunden werden in Somalia schon seit Jahrzehnten nicht mehr ausgestellt.

Oberstleutnant Heinrich Kümmerle ist der dienstälteste deutsche Offizier in Uganda. Er schüttelt lächelnd seinem Freund Westerwelle die Hand. Die beiden kennen sich aus ihrer Jugend bei den Jungen Liberalen. Kümmerle koordiniert die europäischen Ausbilder in Uganda. Er ist zuversichtlich, die somalischen Soldaten nach sechs Monaten “gut ausgebildet und einsetzbar” in die somalische Hauptstadt Mogadischu zurückschicken zu können. Dennoch kann niemand garantieren, dass die in Uganda ausgebildeten Somalier nach ihrer Rückkehr nach Mogadischu nicht zu den Extremisten der al-Schabaab überlaufen. Dafür kann auch Kümmerle nicht die Hand ins Feuer legen: “Wir können nicht in Hirn oder Herz eines Somaliers hineinsehen.” Wenn die al-Schabaab Männer in ihren Diensten nach Uganda geschickt hätte, “wie sollen wir das feststellen?”, zuckt er mit den Schultern.