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Alexander Haneke | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Warum hat Viktor Orbán so verdächtig schnell aufgegeben? (zuletzt aufgerufen am 19.4.2026, 11.25 Uhr)
„In Budapest jubeln die Unterstützer von Peter Magyar. Nur den reibungslosen Machtwechsel finden sie verdächtig: Was, wenn Orbán schon an seiner Rückkehr arbeitet? …
In der Propaganda zeigte sich das alte Prinzip: Wenn kein Wettbewerb der Ideen herrscht, sondern Loyalität vor Leistung geht, kann keine Qualität entstehen. …
So wurde es möglich, dass Magyar in einer Wahl triumphieren konnte, die zwar alles andere als fair, aber immerhin frei war. Nun muss der Neugewählte schnell zeigen, dass es den Leuten in einem klassisch liberalen System besser geht, sonst könnte die Wählergunst bald wieder umschwenken. Dass Orbán seine Niederlage so schnell eingestand, erschien vielen Ungarn verdächtig. „Orbán denkt bereits an den nächsten Zug“, vermutete ein junger Mann in der Wahlnacht. „Er tritt freimütig ab, damit er bald als ordentlicher Demokrat zurückkehren kann.““
Auch wenn ich mich über den Wahlausgang sehr freue und mich selber gewundert habe, wie schnell Viktor Orbán abgetreten ist, zeigt auch diese Entwicklung wieder ganz gut, dass wir insgesamt ein echtes Demokratieproblem haben.
Vor gut zehn Jahren fragte ich mich bereits in einem Blog-Beitrag, ob wir Europäer überhaupt demokratiefähig seien? Ich glaube, dass dieser Beitrag ganz gut die jüngste Entwicklung in Ungarn erklären kann.

