Neckar

26.8.02024 5 (7)

Beitragsfoto: Neckar

Vermischtes

Erst Deutschland an die Wand fahren und ausverkaufen, dabei Polizei und Bundeswehr völlig herunterwirtschaften und nun in der Opposition bei jeder Gelegenheit den Nationalismus heraushängen — Politik müsste besser gehen!

Da war dann nach dem kurz in die aktuellen Nachrichten schauen die Übungsstunde Paso doble doch um einiges angenehmer. Und so nahm das Wochenende noch ein sehr angenehmes Ende.

Am Samstag habe ich mich bei Erich Kästner festgelesen. Seine Gedichte sind weiterhin meine Favoriten, den kleinen Grenzverkehr habe ich mir nun aber wirklich zum letzten Mal gegeben.

„Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.“

Mit der letzten Strophe aus der August (1955) beende ich meinen Rückblick für heute.

Spaziergang

Ein wunderschöner und entspannter Spaziergang führte erst an den Neckar, dort entlang bis zum BUGA-Stegende, dann in den Bildungscampus und wieder zurück durch die Fußgängerzone.

Überraschend wenige Fußgänger waren unterwegs, und so konnte ich die vielen Neubauten auf der Strecke ganz ungestört bewundern. Überraschend auch, dass die Fauna am Neckar sehr dürftig war — sind wohl alle noch im Urlaub. Ach ja, die Teiche im Neckarbogen fangen zu stinken an, könnte am Müll liegen, der sich dort so langsam aber sicher sammelt; deswegen wohl auch die Schaumentwicklung am Abfluss hin zum Neckar.

Dafür war die Fußgängerzone in einem besseren Zustand, man kann einfach nicht alles haben. Und da ich schon immer gerne Flaggen gucke und zähle, gleich noch der heutige Stand: Europa 0, Russische Kriegsflagge 1. Wir holen uns nicht nur einfach die falschen Menschen ins Land, sondern unser Gemeinderat setzt dazu noch die völlig falschen Anreize!

Über Ecke

Als „Splitterbrötchenleser“ wurde ich von Chris Kurbjuhn darauf aufmerksam gemacht, dass Jan Fleischhauer wieder einmal etwas Nettes geschrieben hätte.

Da musste ich selbstverständlich mal auf den Focus rauf, ein Magazin, das bereits mit seiner ersten Ausgabe seine völlige Überflüssigkeit nachwies und sich spätestens seitdem der Spiegel auch nicht mehr das ist, was er einmal war, noch überflüssiger gemacht hat.

Aber wieder zurück zu Jan Fleischhauer, der bei beiden Magazinen sein Geld verdiente. Er fragt sich in seiner Kolumne: „Was ist schöner als eine ordentliche Beleidigung?“ (Samstag, 24.8.2024, 11:40 Uhr) und führt weiter an, dass eine Beleidigung den Blick fürs Detail schärfe.

Ich halte seine Argumentation für stimmig und würde mich freuen, wenn man sich auch einmal in unserem Gemeinderat ein paar vernünftige Gedanken macht. Bisher führte das Denken im Gemeinderat nur dazu, dass man ein Nazi-Porträt aufhängte und mit Wladimir Putin ewige Freundschaft (aka Städtepartnerschaft) schloss.

Vielleicht ist es deshalb ganz gut, dass so manche Gremien, die man einfach haben muss, dann halt nur so da sind — was ich zudem einmal näher betrachten könnte, wenn ich wieder einmal über Opportunitätskosten referiere.

„You don’t need to be a prisoner of dead old men who stopped learning two thousand years ago.“

The Daily Stoic (2016: 254)

Deutschland Tour

22.8.02024 5 (3)

Beitragsfoto: Radfahrer durch die Wollhausstraße

Vermischtes

Sehr erfreulich heute der Stand der Zusagen zu den 8. Hertensteiner Gesprächen. Neben etlichen Kreisvorsitzenden anderer EUROPA-UNIONen, Landesvorstandsmitgliedern aus gleich mehreren Bundesländern und weiteren Präsidiumsmitgliedern, haben auch der Präsident der EUROPA-UNION Rainer Wieland und mit Evelyne Gebhardt und Thomas Mann auch zwei Landesvorsitzende ihre Teilnahme zugesagt. Dazu kommen noch der EUD-Generalsekretär Christian Moos und die EUBW-Landesgeschäftsführerin Bettina Kümmerle.

Die Europäischen Föderalisten aus Deutschland werden jetzt schon von Föderalisten aus Belgien, Frankreich, Spanien und der Schweiz unterstützt. Schon alleine damit ist sichergestellt, dass mehr als ausreichend Sach- und Fachkompetenz bei den Gesprächen vorhanden ist.

Da die EUROPA-UNION eine überparteiliche Bürgerbewegung ist, lassen es sich auch Vertreter der demokratischen Parteien nicht nehmen und diskutieren zusammen mit Vertretern der Zivilgesellschaft. So sind schon jetzt neben einer Europaabgeordneten, drei ehemalige Europaabgeordnete mit dabei. Auch drei Bundestagsabgeordnete und ein Landtagsabgeordneter bringen sich aktiv in die Diskussionen mit ein.

Bereits jetzt versprechen die Hertensteiner Gespräche ein weiteres demokratisches Highlight des Jahres zu werden und ich bin mir sicher, dass noch weitere begeisterte Europäer mit zu den Gesprächen kommen werden. Schön wäre es, wenn mehr Heilbronner diese Gelegenheit zur Debatte nutzen.

Nachdem ich heute den Tag im Schwimmbad begonnen habe, werde ich diesen nach einem Tanzabend wohl mit dem Tag vier der US-Demokraten beenden — ich bin schon jetzt gespannt darauf, wer noch so alles nach Chicago kommen wird.

Deutschland Tour

Heute zeigte sich das Radfahren von seiner schönen Seite, dem Sport. Die erste Etappe der Deutschlandtour endete gegen 17.00 Uhr in Heilbronn. Morgen soll auf dem Kiliansplatz dann der Start zur 2. Etappe erfolgen.

Die Lidl Deutschland Tour 2024 findet vom 21. bis 25. August 2024 statt. Deutschlands wichtigstes Radrennen wird auch in diesem Jahr als fünftägiges Etappenrennen in der UCI ProSeries, dem Wettbewerb unterhalb der WorldTour, veranstaltet. Diese Radtour ist Deutschlands einziges verbliebenes Etappenrennen der Profifahrer im Straßenradsport. Seit 1911 wird sie in unregelmäßigen Abständen, heute noch als Deutschlandrundfahrt bekannt, veranstaltet. Dieses Jahr startete sie mit einem kurzen Zeitfahren als Prolog in Schweinfurt. Von Unterfranken geht es über Heilbronn an fünf Renntagen nach Saarbrücken.

Mit Dietrich Thurau wurde die Tour 1977 in Deutschland populär und so kaufte ich mir damals ein Rennrad, welches übrigens noch heute in der Garage steht. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ein Klassenkamerad zeitgleich sehr erfolgreich im Straßenradsport war und täglich die Strecke Heilbronn – Waldenburg und zurück absolvierte, was mir sehr imponierte. Zum Ende meiner Schulzeit wurde die Tour bereits wieder wegen Geldmangels der Organisatoren ausgesetzt.

Dritter Tag

Nachdem sein Frau Hillary den ersten Tag gerockt hat, betrat nun auch Bill Clinton die Bühne. Und zumindest für mich überraschend, sowohl Hillary Clinton als auch Tochter Chelsea lauschten seiner Rede — old school und staatsmännisch zugleich.

Neben einem Bill Clinton auf der Bühne zu bestehen ist auch heute noch schwierig. Aber das Leben dreht sich weiter und man muss einfach mit den Politikern leben, die man noch bekommt.

Tim Walz akzeptierte seine Ernennung zum Vizekandidaten und ging danach gleich in die Vollen: „Never underestimate a Public School teacher!

Seitens der Prominenz zeigte sich u. a. Oprah Winfrey und ich hoffe sehr, dass sich morgen die aktuellen Top-Stars des Showbiz zur Unterstützung von Kamala Harris einfinden werden.

„Der Mensch ist gut. Und darum geht’s im schlecht.
Denn wenn’s ihm besser ginge, wär er böse.
Drum betet: ‚Herr Direktor, quäl uns recht!‘
Gott will es so. Und sein System hat Größe.“

Erich Kästner, Der MEnsch ist gut, in GEdichte (1948)

Kunst

18.8.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Kunst

Vermischtes

Wegen der Temperatur wurde der gestrige Tanzabend etwas kürzer als geplant, nichtsdestotrotz war es ein gelungener Abend und bis auf jene beim Paso doble und Tango Argentino konnten wir alle unsere Figuren üben.

Die Abkühlung erfolgt dann heute in der Neckarhalde; mal schauen, wie viele Bahnen ich ziehen kann.

Aktuell wird bei vielen Bloggern darüber nachgedacht, warum die US-Presse und andere Medien Donald Trumps oder die Aussagen von anderen GOP-Politikern so völlig ungefiltert wiedergeben. Jüngst verglich ein New York Times Journalist die Aussagen von Kamala Harris und Donald Trump miteinander und hat dabei selbst die abstrusesten Lügen Trumps einfach so im Artikel stehen lassen. Ich habe ihn nun mal angeschrieben und gefragt, was denn das Rational dahinter ist. Vielleicht gibt es eine plausible Begründung dafür, warum man selbst ganz bewusste und sofort feststellbare Lügen von Politikern einfach so weiterverbreitet.

Ich vermute, dass der Trumpismus einfach nur der aktuelle Höhepunkt politischer Aussagen ist und wirklich keiner mehr Aussagen von Politikern ernst zu nehmen scheint — frei nach, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Diesbezüglich war ein gestriges Interview von Donald Trump aber kaum noch zu übertreffen. Wenn er verliert, dann müssen US-Amerikaner damit rechnen, über 100 % Steuern zu zahlen, aber wenn er gewinnt, dann werden die Sprit- und Energiepreise sofort um mehr als 50 % reduziert — den Republikanern wird der Sieg wohl nicht mehr zu nehmen sein.

Aber auch bei uns weiß man, wie man Wahlen gewinnt. Ich zitiere Stefan Pfeiffer (Gequirlter Murks, Porsches in der Innenstadt und mehr in der Wochenschau):

„Lindners Traum, so spottet man nun in Berlin, ist der: Einfach ins Auto steigen, schnell mal in die City fahren, dort gratis direkt vor dem Laden parken und Polierlack kaufen [saufen].“

Sollte es den einen oder andern AfD-Wähler nun zur FDP bewegen, könnte man fast noch mit einer solchen Politik leben.

Aus dem Leben

Damals — ist schon eine ganze Weile her — gab es bei uns auf dem Campus einen Laden. Schon an den Preisen konnte man feststellen, dass es der einzige war. Auch gab es die Eigenart, an die eigene Butzentür einen Hinweis zu heften, wo man gerade war. Einer meiner Kommilitonen wurde ganz zurecht für den Hinweis bestraft, dass er sich „beim Juden“ befindet. Man sage aber nicht, Menschen seien nicht lernfähig: der neue Hinweis lautete: „beim Ferengi“.

Jahre später war das Zusammenwachsen deutscher und französischer Einheiten nicht immer ganz so harmonisch wie es gerne kolportiert wurde. Flüche in beiden Sprachen waren an der Tagesordnung. Der Fluch „Scheiß Franzosen“ wurde allerdings von der Führung vehement bekämpft und so dauert es nicht sehr lange, dass sich Soldaten über die „Scheiß Japaner“ echauffierten. Für mich später ein Hoffnungsschimmer als ich die ersten französischen Soldaten „Baise japonaise“ oder gar „Scheiß Japaner“ fluchen hörte.

Spaziergang

Der gestrige Spaziergang war sehr erfreulich, denn wir konnten ein paar Ehrenamtliche bei einer Aufräumaktion im und am Neckar beobachten. Erstaunlich, was die drei alles in kurzer Zeit so aus dem Neckar zogen: ich sah einen Rollstuhl, einen E-Scooter des örtlichen Verleihers, mehrere Einkaufswägen, Gartenstühle, Fahrräder und viel sonstigen Schrott.

Was mich davon überzeugte, dass es wieder einmal an der Zeit ist, den Neckar im Stadtgebiet trockenzulegen und vollständig vom Müll zu befreien. Eine Aktion, die man bei uns in Heilbronn gut und gerne alle vier Jahre wiederholen könnte. Wenn man das Stadtgebiet und den Stadtwald noch mit einbezieht, wäre es sogar ein Müll-Triathlon. Und da alle vier Jahre veranstaltet, im wahrsten Sinne des Wortes olympiadisch. Aber noch besser, der OB könnte Heilbronn damit auch noch zur Olympia-Stadt küren!

Den gesamten Müll könnte man schließlich regelmäßig auf dem Gelände des ehemaligen Süddeutschen Eisenbahnmuseums auftürmen und damit über die Jahre hinweg ein Gesamtkunstwerk schaffen. Das Ganze noch in einem Plexiglaswürfel mit 75 Meter Kantenlänge, der dann sogar von der Autobahn oder vom Neckar aus beim Vorbeifahren gesehen würde.

Platte des Tages

Heute ist es das 22. Studioalbum von Miles Davis. Es wurde bereits am 2. März und am 22. April 1959 in New York eingespielt. Dieses Album liegt schon etwas länger auf meinem Server und ich habe mir auch noch die entsprechende LP gegönnt. Die Platte heißt übrigens „Kind of Blue“ und dürfte das erfolgreichste Jazz-Album aller Zeiten sein.

Abgemischt wurde das Album von Fred Plaut aus München. Neben Miles Davis spielen Cannonball Adderley, John Coltrane, Bill Evans, Paul Chambers, Jimmy Cobb und bei einem Stück („Freddie Freeloader“) sitzt Wynton Kelly am Klavier.

Das Album wurde übrigens am 17. August 1959 veröffentlicht, das ist nun auch schon 65 Jahre und einen ganzen Tag her. Meine Lieblingsplatte von Miles Davis ist aber weiterhin die etwas mehr dahinplätschernde „Sketches of Spain“, die am 18. Juli 1960 veröffentlicht wurde. 

„Für Chinesen gibt es … weder nur eine Wahrheit noch ewige Wahrheiten, sondern nur situative, relative Wahrheiten. Gesetze, Vorschriften, Richtlinien betrachten sie daher eher als unverbindliche Ratgeber. Ob sie diese befolgen, kommt auf die konkrete Situation an.“

Stefan Baron & Guangyan Yin-Baron (2018: 145)