Wasser eines Pools

20.7.02023 5 (2)

Beitragsfoto: Schwimmbad | © Pixabay

Getroffene Hunde

Heute können wir auch in der Heilbronner Stimme sehr viele Stellungnahmen zur bereits hier im Blog thematisierten Aussage von Josip Juratovic lesen. Es soll sogar bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen Juratovic eingegangen sein. Und auch die Volksparteien reagieren, sie überschlagen sich nun mit populistischen Forderungen, einzig um möglichst viele der Antidemokraten wieder in ihre jeweiligen Lager zurückzuholen. Hoffen wir dabei nur, dass sie in der Lage sein werden, diese wirklich schlimmen Menschen im Zaum zu halten. Der allerschlimmste Rest triftet aber weiterhin zur NPD, AfD und anderen „Volksbewegungen“ ab; da nützt es der CSU auch nicht viel, dass diese noch bis zur Landtagswahl 2024 die AfD ganz weit links liegen lassen möchte.

Schlimm dabei nur, dass bei solchen Aktionen auch der andere antidemokratische Rand weiter gestärkt werden wird und somit sämtliche demokratischen Parteien geschädigt werden. Besser wäre es, wenn unsere demokratischen Parteien allesamt anstatt lautstark um noch lautstärkere Antidemokraten, darunter viel zu viele Nazis, zu buhlen, sich mehr und besser um die hoffentlich noch „schweigende Mehrheit“ kümmern und deren zunehmenden Bedenken endlich einmal ernst nehmen.

Es gibt tatsächlich viele Herausforderungen; die kann man anpacken und auch lösen. Und größere Probleme, die man nicht kurzfristig in den Griff bekommen kann, könnte man den Bürgern durchaus und auch verständlich erklären. Dumme Politiker machen das aber nicht, sondern fischen dafür lieber in den trübsten Gewässern — die Folgen davon können wir gerade sehr gut beobachten!

Klausur

Leider trauten sich heute weniger Studenten bei mir die Abschlussklausur zu schreiben, als ich es mir erhofft hatte, denn nach meinen Vorlesungen standen die Chancen ganz gut, die Klausur auch zu bestehen. Anscheinend waren manche Studenten anderer Meinung.

Nun gilt es, die Klausuren in den kommenden Tagen zu korrigieren und die Ergebnisse an die Hochschule zu übermitteln. Wann dann die Studenten darüber informiert werden, kann ich nicht sagen.

Nach der Klausur ging ich sogleich mit den Vorstandsmitgliedern der Freien Wähler in Klausur und wir trafen ein paar für den kommenden Wahlkampf wichtige Entscheidungen. Z. B. werden wir nur mit einer Liste antreten, da wir uns nicht den für mehrere Listen notwendigen Aufwand machen möchten, und dies trotz der Erfolge der Freien Wähler in Ulm.

Zudem legten wir den Termin für die kommende Mitgliederversammlung fest. Diese findet am 30. September 2023 statt. Zum einen wird eine neue Vereinssatzung beschlossen werden und zum anderen beschließen wir unsere Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024.

Schwimmen

Gestern habe ich wieder das Morgenschwimmen für mich entdeckt. Dank der Neckarhalde um die Ecke eine sehr komfortable Sache. Leider ist aber auch hier der nicht mehr tragbare Zustand unserer Stadt ersichtlich, denn zum Schwimmbecken quält man sich durch ein Meer von Zigarettenkippen. Zum Schluss meines kurzen Schwimmaufenthaltes stellte ich noch fest, dass ich mich beim Gang über die Wiese wohl an einem spitzen Gegenstand verletzt hatte.

Zumindest wir arbeitenden, steuerzahlenden und auf unsere Stadt achtende Bürger haben so langsam aber sicher die Nase gestrichen voll! Unsere Stadt verkommt immer mehr zu einer dreckigen, rechtsfreien Zone. Selbst Stadtbusse fahren einen auf den Zebrastreifen, z. B. bei der Kreissparkasse, beinahe über den Haufen. Feiernde Menschen sperren unter den Augen der Polizei, welche sich gerade wohl verstärkt ein paar demonstrierenden Ukrainern vor der Harmonie widmet, die Allee ab, um eine Hochzeit ganz landestypisch zu begehen. Unsere Fußgängerzonen sind zu einem Eldorado für Fahrzeuge aller Art verkommen und wir müssen uns zudem noch von Bettlern belästigen lassen.

Die Folgen fehlender öffentlicher Toiletten sorgen neben den wilden Müllablagerplätzen dazu, dass Spaziergänge oder Aufenthalte in der Stadt immer weniger attraktiv werden. Und auch der Stadtwald sieht nicht viel besser aus.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass bereits auch andere Bürger Initiativen ergreifen, um auf diese Missstände hinzuweisen, wie ganz aktuell auf die Heilbronner Raserszene in der Innenstadt — leider aber verknüpfen einige Bürger dies alles bereits mit einer angeblich nicht funktionierenden Demokratie und werben unverhohlen für andere Gesellschafts- und Politikmodelle!

Es liegt nicht an unserer Demokratie, sondern wir Bürger haben Bürgermeister und Gemeinderäte gewählt, die sich ganz offensichtlich einen Dreck um unsere Stadt kümmern!

Am Geld kann es dabei nicht liegen, denn für alles andere haben unsere Gemeinderäte immer die Spendierhosen an — Weinausschänke und Party-Zonen sind deren städtisches Ideal. Nichts gegen einen Trollinger-Lemberger oder eine anständige Party, aber eine Stadtgesellschaft ist doch etwas komplexer.

Deshalb sollten wir nicht an unserer Demokratie verzweifeln, sondern bei der kommenden Gemeinderatswahl Bürger wählen, die sich für unsere Stadt an sich interessieren und auch kompetent genug sind, um Bürgermeistern und einer Stadtverwaltung über die Schulter schauen zu können. Leider lassen sich zu viele unserer Gemeinderäte mit einem Hasenmahl und ein paar kostenfreien Reisen abspeisen und übernehmen ansonsten einfach nur die Meinung der jeweiligen Bürgermeister ihrer Partei. Und auch die haben außer einem Parteibuch nicht sehr viel vorzuweisen.

Wenn dies auch nach 2024 so weitergeht, dann haben wir demnächst ähnliche Zustände wie in Berlin oder den französischen Banlieues.

„Es ist Zeit, daß jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muß sich bewußt sein, daß er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterläßt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem eigenen Gewissen.“

Claus Graf Stauffenberg, in einem Gespräch kurz vor dem Attentat vom 20. Juli 1944 zitiert in Joachim Kramarz, Claus Graf Stauffenberg, 15. November 1907-20. Juli 1944 (1965:201)

Apple Park

Reisen 5 (3)

Beitragsfoto: Apple Park

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Das wusste bereits Matthias Claudius. Und so ist es auch bei mir, besonders nachdem ich gerade erst wieder zurück in Heilbronn bin. Das mit der Bahn hat erstaunlich gut geklappt, beide Züge auf die Minute pünktlich und, trotz gegenteiliger Warnung, ohne Reservierung einen Sitzplatz. Und auch das Hinbringen zum und Abholen von den Flugplätzen mit dem Auto dank Familienunterstützung eine sehr bequeme Transportmöglichkeit. Nun neu im Programm, wobei ich es bereits vor ein paar Jahren schon einmal in Berlin ausprobieren konnte, ist nun Uber. Davon hat mich jüngst Jeff Johnson überzeugt, was nun wieder in Heilbronn schwieriger sein wird, da Uber noch nicht in allen deutschen Städten vertreten ist.

Das heutige Thema meines Reiseberichtes ist aber Lufthansa sowie, weil es nicht anders möglich war, auch United Airlines. Und auch Apple kommt dabei mit ins Spiel, nicht weil ich einen schönen Überflug über das riesige Gebäude in Cupertino hatte, was nun wohl die Golden Gate Bridge als Attraktion ablösen wird, sondern, weil ich kurz entschlossen eines meiner neusten Gadgets — ein Airtag — einsetzte, denn es bot sich geradezu einmal an.

Völlig entspannt hatte ich meine Reise in Frankfurt angetreten und das Einchecken heutzutage ist eine richtig feine Sache. Man legt nur noch den Reisepass auf und bekommt schon die notwendigen Bänder für die Koffer, und wenn gewünscht auch die Flugtickets. Letzteres kann ich jedem nur raten, denn, auch wenn ich sehr Technik affin bin und selbst alle möglichen Apps sehr gerne selbst verwende (siehe Uber) so hatte ich gerade wieder ein paar nette Erlebnisse mit der Lufthansa App und weil mich mit dem Aufgeben des Koffers in Frankfurt sogleich auch United Airlines darum bat mit deren App.

Um das Ganze abzukürzen, ohne Apps wäre die Reise viel entspannter und sorgenfreier verlaufen — man sollte nur den Mut aufbringen, auf die Angestellten vor Ort zu bauen. Und diese waren bei beiden Airlines zur Stelle, dann wenn man sie auch brauchte.

Beim heutigen Stand des Technikverständnisses, was zumindest die Apps und das Internet angeht, der dafür zuständigen Mitarbeiter beider Fluggesellschaften, taugen diese nur dann, wenn man berufsmäßiger Vielflieger ist — wobei man dann diese gerade überhaupt nicht benötigt — oder, wenn an die Zeit mit sinnlosem Herumspielen verplempern möchte.

Also bereits am Gate in Frankfurt hatte ich zwei entsprechende Apps und musste feststellen, dass ich mich beim Lufthansa-App wieder einmal legitimieren musste. Da zumindest ich dies immer dann machen muss, wenn ich diese tatsächlich einmal benötige, verbuche ich einmal unter persönliches Schicksal — dieses Mal hatte ich aber eine Liste mit sämtlichen benötigten Abfragepunkten mit dabei. Dumm nur, dass die United App wieder ganz andere Dinge von mir wissen wollte und beide Apps wohl nicht miteinander kommunizieren. Also Lufthansa-App für den Flug. Und von dieser wurde ich während der gesamten Reise immer dann daran erinnert, dass mir eine weitere Website auf der Suche nach meinem Gate hilft, wenn ich es mir dort bereits schon längst gemütlich gemacht hatte.

Auf dem Flug, was inzwischen wohl üblich ist, gab es Internet und Telefonanbindung. Dieses Mal eine sehr gute Sache, da das Bordsystem den gesamten Flug über nach Südafrika unterwegs war und mich die Aufruf- und Abspielgeschwindigkeit der Filme, der Musik und der Spiele an die Nullerjahre des Internets erinnerte. So hatte ich die beiden zwei Apps und mein Schachprogramm. So schnell ging noch nie ein Flug vorüber — wobei ich mich mit beiden Apps nicht wirklich so richtig anfreunden konnte.

Dann erfolgte der Umstieg auf United, der mir den ersten richtigen und guten Kaffee bescherte. Zwar gegen Bezahlung, was aber auch keine Rolle mehr spielt, wenn man dies mit den Ticketpreisen vergleicht. Seit COVID-19 gibt es bei der Lufthansa übrigens den Kaffee zwar weiterhin im Preis inbegriffen, der wird aber leider nur noch in homöopathischen Dosen verabreicht; wobei ich nicht zu den Kunden gehöre, die wegen jedes Schlückchens das Bordpersonal belästigen möchten — ergo: gut 10 Stunden Flug und fast ne Gosche voll Kaffee. Aber keine Angst, ich war nicht am Verdursten, denn Wasser wird weiterhin zur genüge bereitgestellt. Das aber liegt wohl nur daran, weil man keine Flüssigkeiten mit ins Flugzeug nehmen darf. Sollte dies künftig geändert werden, muss ich wohl auch dafür Vorsorge tragen; dies wird aber erst zum Schluss dieses Beitrages Thema, denn noch bin ich bei den Apps.

Also der Umstieg auf United ging völlig umstandslos und dies ohne Apps, wobei ich weiterhin laut der Lufthansa-App noch meinen Flug bestätigen sollte und der Erhalt eines Online-Tickets nicht möglich war. Eine Tatsache, die gottlob nur die App interessierte. Wie schon geschrieben, einfach nur den Pass hinhalten und man erhält sämtliche Dokumente am Schalter.

Hätte ich keinen Spieltrieb mehr, wären von mir die Apps bereits nach Ankunft gelöscht worden, aber so beließ ich diese auf dem Mobiltelefon — eine dumme Idee, wie es sich kurz vor Rückflug herausstellte. Dass sich der Rückflug näherte, erfuhr ich per E-Mail von United und kurz darauf war ich bis nach Frankfurt durchgebucht. Später dann meldete sich mein Lufthansa-App und entschuldigte sich, dass ich einen Anschlussflug nicht bekomme. Das United App meldete sich kurz darauf auch, aber ich hatte die Anmeldedaten nicht parat. Ohne App hätte ich noch eine schöne Zeit gehabt, so aber begann ich nachzufragen, wie es denn nun weitergehen soll. Diese Antwort blieb mir die App schuldig und meine flugbegleitenden Versuche über die App Antworten zu erhalten, gipfelten in einer Unterhaltung auf Deutsch, die ich sehr gerne auf Englisch geführt hätte und den Hinweisen meines Gegenübers, dass er unsere Unterhaltung beständig mit einem Übersetzungsprogramm übersetzen muss. Das Gesprächsergebnis — ich war derweil in San Franzisko — war, dass ich mich in München an einen Lufthansamitarbeiter wenden solle. Ein weiteres Gesprächsergebnis, dass auch Chatbots Dienstzeiten haben.

Im echten Leben holte ich mir am Flughafen in Santa Ana beim Einchecken des Gepäcks die Bordkarten bis nach Frankfurt. Da ich nun wusste, dass es sicherlich noch spannend werden wird, aktivierte ich vorab zwei Airtags und gab sie in die Gepäckstücke.

Ein nützliches App hätte mir mitgeteilt, dass ich einen späteren Flug nach San Franzisko nehmen könne, um nicht dort auf eine mehr als zwei Stunden verspätete Maschine warten zu müssen und mir zugleich mitgeteilt, dass ich auf einen späteren Flug von München nach Frankfurt umgebucht würde. Mein App teilte mir aber nur mit, dass es eine Website gibt, die mir den Weg ans Gate zeigen könne.

In San Franzisko angekommen und mit genügend Wartezeit ausgestattet, spielte ich mit den beiden Apps, wobei ich auf jeder App andere Daten hatte und beide nicht mit meinen Bordkarten übereinstimmten. Und ich guckte nach meinem aufgegebenen Gepäck. Tatsächlich konnte man es am Flughafen nachverfolgen und es bewegte sich mehr als ich, um die Wartezeit bis zum Weiterflug zu überbrücken.

Als ich am Gate den ersten United Mitarbeiter erblickte, wandte ich mich an diese und hatte kurz darauf neue Tickets in der Hand, sie hatte mich in München einfach auf den nächsten Flug nach Frankfurt gebucht — und dies ganz ohne App. Was aber meine Apps nicht daran hinderte, mir immer wieder neue Dinge anzuzeigen, die fast bis zum Schluss nicht mit meinen vorhandenen Tickets übereinstimmten, aber mir unbedingt am Gate in München angelangt, den Weg dorthin zeigen wollte.

Um das Ganze noch spannender zu machen, guckte ich ab und zu ins App meiner besseren Hälfte, diese hatte ihrerseits wiederum ganz andere Sachstände — die aber auch mit der Realität wenig zu tun hatten. Lustig wurde es als ich beim Abflug in San Franzisko nach den AirTags guckte, denn ein Koffer winkte mir dabei hinterher. Dank der freundlichen und sehr professionellen Intervention eines Lufthansamitarbeiters in Frankfurt befindet sich der Koffer inzwischen in Frankfurt und wird mir hoffentlich bald zugeschickt werden.

Inzwischen galt es gut zehn Stunden zu überbrücken und mit den beiden Apps wollte ich nicht mehr spielen. Dieses Mal funktionierte dafür das Bordsystem, auch dieses flog wieder mit zurück nach Europa und die Unterhaltungsangebote konnte man ebenfalls angucken — bei einem Nachtflug für mich aber weniger interessant.

Da dies nach COVID-19 nicht mein erster Flug mit Lufthansa war, war ich auch auf alles vorbereitet und hatte mein eigenes Essen mit an Bord. Deshalb konnte ich das Angebot einer warmen Mahlzeit zu Flugbeginn ablehnen; es gab tatsächlich Zeiten, da fand ich die Lufthansaküche für gar nicht schlecht, teilweise sogar für schmackhaft. Inzwischen aber kann ich dieses Essen im Bestfall als ungenießbar einstufen. Bei allem Verständnis für Sparmaßnahmen und Zwänge, solch ein Essen sollte man lieber gleich ganz weglassen.

Aber auch die Restriktionen beim Essen und Trinken haben ihre Vorteile, denn man muss nicht mehr bei den Bordtoiletten anstehen und mit der Reduktion des Alkohols sind dazu wohl auch doch so manche negative Begleiterscheinungen bei den Mitreisenden weniger geworden.

Zum Ende des Fluges gab es dann das vorab angekündigte Frühstück und ich freute mich nach mehr als zehn Stunden auf ein warmes Getränk, auch wenn es dies wieder in einer homöopathischen Dosis gab. Meine Freude war so groß, dass ich ganz vergaß das Frühstück abzulehnen und so hatte ich plötzlich ein in Plastik eingewickeltes baguetteartiges Gebilde auf meinem Schoß und meine Neugierde war geweckt.

Die „Obduktion“ ergab eine Art Weißbrot, das wohl angefeuchtet worden war und aufgrund der Plastikummantelung eine etwas schwammige Konsistenz angenommen hatte. Dazwischen befand sich etwas kaltes Eiartiges, wobei eine Kostprobe ergab, dass dies tatsächlich einmal ein Ei gewesen sein könnte, und zwei oder drei sellerieartige Stängel, die doch wohl eher einmal Gräser waren. Insgesamt eine Kombination, die nur Köche produzieren können, die schon alles in ihrem Leben erreicht haben und ganz genau wissen, dass ihre Kunden wirklich alles vertilgen, was sie diesen vorsetzen. Wer aber so etwas isst ohne selbst kurz vor dem Hungertod zu stehen, der sollte sein Leben ganz neu überdenken.

Für diese Meisterleistung erhält die Lufthansa von mir eineinhalb von drei möglichen Sternen der militärischen Kochkunst. Zur besseren Einstufung, ein Stern dieser Kochkunst vergab ich einmal an die französische Truppenküche in Mostar in den Jahren 1997 bis 1999 und zwei ganze Sterne vergab ich einer schwarzafrikanischen Truppenküche 2010, die zugleich auch Toilettenanlage war. Bisher befand sich unter den Fluggesellschaften nur die Air France in diesem Ranking, und zwar im Jahr 2000 mit einem halben Punkt; das besagte Frühstücksrezept dürfte dabei von dieser stammen — kann aber auch sein, dass die Lufthansa sehr günstig an die damaligen Restbestände kam.

Der Flug von München nach Frankfurt verlief erwartungsgemäß ohne Probleme, auch dort wurde Wasser gereicht. Übrigens, eine nette Geste bei diesen sommerlichen Temperaturen.

Wie bereits erwähnt, ich fliege sehr gerne mit der Lufthansa und dies bereits seit 1964. Deshalb sei es mir auch gestattet, einmal weniger Gutes anzusprechen.

Das mit der App scheint die Zukunft zu sein, aber dann muss diese auch tatsächlich besser oder zumindest kundenfreundlicher als die durchweg guten Mitarbeiter vor Ort sein — die „online“ Mitarbeiter meine ich damit explizit nicht. Solange solch ein App nicht von jedem unfallfrei bedient werden kann, verwirrt es nur die Kunden anstatt sie an die Lufthansa zu binden.

Und wenn schon digitale Star Alliance, dann sollte die dabei verwendete Software der Fluggesellschaften dieselbe sein — ein individuelles Branding kann gerne weiterbestehen.

Das mit der Reduzierung des Essen- und Getränkeangebots bei den Fernflügen halte auch ich für sinnvoll und zielführend. Aber man darf dabei nicht den Fehler begehen und auch die Qualität des Angebots zu reduzieren!

Und das mit den bordeigenen Entertainmentsystemen hat sich in Zeiten des Internets und dessen Verfügbarkeit auf Langstreckenflügen inzwischen ebenfalls wieder überlebt.

Gerade zum Abschluss meines Beitrages erhielt ich die folgende Meldung von Lufthansa.

Dear passenger,A delivery agent has been appointed to deliver your delayed baggage in colour XXX. 

Please find below the delivery details:Delivery agent:Fgs email: logistik@fgs-frankfurt.de

Website of delivery agent:www.fgs-frankfurt.de

Tracking number: xxxxxx

The delivery agent will contact you as soon as possible and will deliver to the delivery address you have specified on the baggage status website.

Due to the current situation, delays with processing may occur.You can also access your submitted data on the baggage status website. You will need to enter your reference number and your family name.

Nachtrag 13.6.2023

Gleich am Morgen stand der Koffer vor der Tür. Beim Auspacken stellte ich dann fest, dass er innen an einer Ecke zerbrochen war. Und so kann ich sein Zurückbleiben nachvollziehen. Er muss beim Beladen des Flugzeugs vom Wagen gefallen sein. Nach all den Jahren kann er nun zwar nicht mehr als Carry-On dienen aber als einfaches Gepäckstück wird er wohl weiterhin funktionieren. Und damit ist nun auch diese Reise abgeschlossen.

Und nein, ich werde weder den Koffer als beschädigt melden noch nachfragen, ob es für die Verspätung eine Entschädigung gibt. Ich gehöre noch zu den Reisenden, die solche Vorkommnisse als ganz alltäglich und einfach dazugehörend betrachten, so wie es auch der gute Service des während der Reise getroffenen Luftfahrtgesellschaftspersonal war. Über die von mir zu bemängelnden Dinge habe ich bereits geschrieben.

„Wenn jemand eine Reise tut
so kann er was erzählen,
drum nehm ich meinen Stock und Hut
und tät das Reisen wählen.
Da hat er gar nicht übel,
gar nicht übel, gar nicht übel dran getan;
verzähl er nur weiter Herr Ürian.“

Matthias Claudius, Wenn jemand eine Reise tut

1. Gesprächskreis 2022

Hertensteiner Gespräche 5 (5)

Beitragsfoto: Gesprächskreis 2022 mit Michael Georg Link MdB

Tiefgründige politische Gespräche finden sich nicht mehr so oft wie selbst von vielen politisch Interessierten gedacht. Und wenn es sich dabei noch um eine ganz spezielle Zielrichtung handelt noch viel weniger. Und so sind wir Europäischen Föderalisten zum einen froh darüber, dass uns die Etablierung einer solchen Diskussionsveranstaltung gelungen ist, schwitzen aber zum anderen wieder Blut und Wasser, ob es uns auch dieses Mal gelingen wird, ausreichend Diskutanten zu finden, die sich die Mühe machen, um konzentriert einen ganzen Tag lang miteinander über europäische Themen zu sprechen.

Für wahr, es gehört schon viel Begeisterung und Engagement dazu, um aus allen Ecken Europas für einen Tag Diskussion nach Heilbronn zu reisen, zumal jeder Teilnehmer seine Kosten selber trägt. Für die Heilbronner wäre es da schon einfacher, diese müssten sich nur den Termin merken und am Samstag, 23. September 2023 zu den Gesprächen ins Parkhotel Heilbronn kommen.

Dieses Jahr haben wir für die Hertensteiner Gespräche eine sehr attraktive Location gewählt, die zudem im Zentrum der Stadt liegt und damit von allen sehr gut erreicht werden kann. Da die Gespräche einen ganzen Tag lang andauern, haben wir für eine Tagungsverpflegung gesorgt, deren Höhepunkt ein gemeinsames Mittagessen ist. Deshalb müssen wir dieses Mal von allen Teilnehmern eine Tagungspauschale erheben, welche für Europäische Föderalisten auf 10.- Euro ermäßigt ist. Alle anderen Teilnehmer zahlen 20.- Euro.

Da einige der Teilnehmer bereits am Vorabend anreisen, treffen wir uns zudem am Freitagabend in der Bar 10/42 des Parkhotels. Eine gute Gelegenheit, um den einen oder anderen Teilnehmer, Moderator oder Referenten etwas näher kennenzulernen.

Leider ist es uns nicht gelungen, den Europa-Ball am Samstagabend als Abschluss der Hertensteiner Gespräche zu realisieren; hier waren wir doch ein wenig zu optimistisch. Dafür aber werden wir zusammen mit der Tanzschule Brenner eine Europa-Party veranstalten, die sowohl den Tanzbegeisterten als auch echten Tanzmuffeln einen gelungenen Gesprächsabschluss bieten wird.

Und auch für die Partner und Begleiter unserer Gesprächsteilnehmer wird gesorgt werden. In enger Zusammenarbeit mit Heilbronn Marketing werden wir ein sehr interessantes Rahmenprogramm anbieten können. Dies ist besonders für jene interessant, die von weiters her nach Heilbronn kommen und die Gelegenheit nutzen möchten, die Stadt etwas näher kennenzulernen.

Die Gespräche selbst beginnen am Samstag um 9.00 Uhr im Parkhotel mit der Begrüßung und Vorstellung der einzelnen Gesprächskreise. Bereits am Vormittag werden u. a. Michael Georg Link MdB, Jean Marsia aus Belgien und Prof. Dr. Walther Heipertz aus Heidelberg für gute Diskussionen sorgen. Weitere und auch ganz spontane Gesprächsgruppen sind zeitgleich möglich und machen die Hertensteiner Gespräche erneut sehr spannend. An interessanten Gesprächspartnern mangelt es dabei sicherlich nicht. Mit Evelyne Gebhardt, ehemalige Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Nico Weinmann MdL und Christian Moos, Generalsekretär der EUROPA-UNION, stehen sehr interessante Gesprächspartner zur Verfügung. Zudem sind ganztägig Präsidiums- und Landesvorstandsmitglieder sowie Kreisvorsitzende der EUROPA-UNION und der JEF anwesend und garantieren damit sehr fundierte Diskussionen über unser Europa und seine föderalistische Ausrichtung bis hin zu einem Bundesstaat. Dabei ist sichergestellt, dass durch die Anwesenheit von Vertretern aller demokratische Parteien die Gesamtbreite der Vorstellungen über ein gemeinsames Europa abgedeckt werden kann.

Wer sich schon jetzt einen Überblick über die Bandbreite der Diskussionen machen möchte, der kann gerne auf die Beiträge in diesem Weblog zugreifen, die von „unseren Hertensteinern“ hier bereits veröffentlicht wurden: Dr. Walther Heipertz, Michael Georg Link MdB, Jean Marsia, Christian Moos, Hans Müller und Peter Schulze; gerne aber auch auf meine Beiträge zum Thema Europa, die Sie hier finden können.

Der Samstagnachmittag steht dieses Mal voll und ganz im Zeichen unserer aktuellen Verbandsdebatte zur Erarbeitung eines Föderalistischen Manifests, welches noch vor den Wahlen zum Europäischen Parlament am 9. Juni 2024 veröffentlicht werden soll.

Der Generalsekretär der EUROPA-UNION Christian Moos wird anfangs in den Sachstand einführen und die Teilnehmer haben danach die Gelegenheit, um in Gesprächskreisen über die drei Hauptthemen „Demokratisches Europa“, „Sicheres Europa“ und „Nachhaltiges Europa“ zu diskutieren. Da diese Themen bereits virtuell das gesamte Jahr über in Online-Konferenzen besprochen wurden, können wir sicherlich auf vielfältige neue Ideen und Vorstellungen zurückgreifen. Und wer jetzt schon Lust und Laune hat, der kann sich gerne auch selbst bei den Online-Konferenzen teilnehmen und im September dann darüber aus erster Hand berichten.

Und auch zu diesen Themen erwarten wir noch weitere Moderatoren und Referenten und sind uns sicher, dass auch die inzwischen 7. Hertensteiner Gespräche wieder ein voller Erfolg werden. Und wie jedes Jahr erneut, stellen alle Teilnehmer fest, dass die Zeit am Ende wieder viel zu schnell verflogen ist und sie auch bei den nächsten Gesprächen teilnehmen wollen.

Bis dahin schwitze zumindest ich wieder Blut und Wasser, ob wir genügend Teilnehmer für die diesjährigen Gespräche gewinnen können, auch wenn ich weiß, dass es bereits Zusagen aus dem Ruhrgebiet, Straßburg, Mannheim, Heidelberg, Berlin und Stuttgart gibt.

Deshalb würde es mich sehr freuen, wenn auch meine Weblog-Leser ihre verbindlichen Anmeldungen so langsam aber sicher an mich schicken — es würde mich sehr erleichtern!

Und all jene, die nun enttäuscht sind, dass das mit dem Europa-Ball im September 2023 nicht klappt, die darf ich auf Samstag, 13. April 2024 vertrösten, denn wir haben bereits einen neuen Versuch gestartet.