Maskerade

28.9.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Verfettung

Ein besserer Titel ist mir bei der Betrachtung des neuen Bundestages einfach nicht eingefallen. Neben den 598 legitimen Abgeordneten — immer noch mehr als jede Demokratie eigentlich benötigt — wurden der Bevölkerung nun sogar 137 weitere Abgeordnete aufgezwungen.

Selbst das Bundesverfassungsgericht wird von unseren Abgeordneten übergangen, zumindest wenn es um die eigenen Pfründe geht.

Es ist nur wirklich an der Zeit, dass man neue Wege geht und insgesamt zukunftsfähig wird!

Wir müssen endlich dafür Sorge tragen, dass der Bundestag eine überschaubare und zweckmäßige Größe erhält — unter 300 Abgeordnete sollten es schon werden — sowie auch dafür, dass die Abgeordneten maximal zweimal gewählt werden können, und alle politischen Ämter auf nur eine Wiederwahl begrenzt werden.

Leider bin ich inzwischen davon überzeugt, dass der nächste Bundestag die 1 000 Marke reißen wird, und „Söhnchen“, die auf Teufel komm raus nicht gewählt werden, von Papa dann mindestens als Landrat oder Minister eingesetzt werden.

Finanzflüsse

Heute konnte ich erneut in der Stimme lesen, dass eine Verwaltung wieder einmal einen Mitarbeiter eingestellt hat, um von Brüssel Fördergelder zu akquirieren.

Inzwischen gibt es in den Verwaltungen der Gemeinden, Städte und Landkreise ganze Abteilungen, die nur darauf spezialisiert sind, um Transferzahlungen vom Land, vom Bund oder der EU abzugreifen.

Das Ganze grenzt schon an Wahnsinn, wenn Projekte nur noch dann realisiert werden, wenn es auch entsprechende Subventionen dafür gibt, denn dann hat der „Verteilungsapparat“ gewonnen und entscheidet zentral für alle Bürger, was, wann und wie gemacht wird.

Bald werden wohl in Heilbronn und anderen vergleichbaren Städten die Straßen nur noch dann gesäubert, wenn die Kommissionspräsidentin in Brüssel einen Milliardenschweren Zukunftsfond „Saubere Straßen für Europa“ initiiert.

Dabei könnte es zumindest in unserer Bundesrepublik so einfach sein! Das Geld bleibt erstmals dort, wo es erwirtschaftet wird, nämlich in den Städten und Gemeinden. Und von dort aus wird es nach Bedarf und gemeinsamen Regeln langsam nach oben gepumpt, um den Ländern, dem Bund und auch der EU Finanzmittel an die Hand zu geben, um es diesen zu ermöglichen, ihre ureigenen Aufgaben zu erledigen.

Damit ist sichergestellt, dass unser System wieder funktioniert. Auch ist sichergestellt, dass es zum einen weniger „Verdunstungsverluste“ gibt und zum anderen unsere Verwaltungen wieder schlanker werden können.

Berlin

Der größte Fehler in der bundesdeutschen Geschichte war es, Berlin zum Land und auch noch zur Bundeshauptstadt zu machen. Man hätte gerade in dieser Zeit auf eine funktionierende Stadt, nämlich Frankfurt, zurückgreifen müssen. Der Charme dabei wäre zudem gewesen, dass diese demokratische Wurzeln, auch bundesdeutsche, hat und zentral im Bundesgebiet liegt — von einem internationalen Flughafen einmal ganz abgesehen.

Erschwerend kamen bei Berlin zwei Probleme von Anfang an mit hinzu. Erstens, dass Westberlin traditionell allen anderen Bundesländern auf der Tasche lag und zweitens sich in Ostberlin sämtliche DDR-Bonzen sammelten und noch heute die DDR hochleben lassen — wenn nicht gar sämtliche demokratischen Bemühungen in und um Berlin herum torpedieren.

Durch den Umzug des Parlaments nach Berlin — das Umfeld wirkt sich immer aus — wurde aus vielen bodenständigen bundesdeutschen Politikern „nationale Weltstädtler“ mit dem Hang zum Größenwahn, was die Transferzahlungen an Berlin weiter befördert und jede Berliner Wunschvorstellung, egal wie unsinnig, realisiert — außer es handelt sich um Demokratiedenkmäler.

Als man sich dann noch entschieden hat, dass Bildung und Arbeit in Berlin keine Mühen machen dürfen, war das Schicksal dieser Stadt besiegelt: das Einzige was man in Berlin inzwischen noch kann, ist das Ausfüllen von Formularen zum Erhalt von Transferzahlungen. Ok — und randalieren, wenn man nicht das bekommt, was man gerne hätte.

Geburtstag des Tages

David Kellogg Lewis


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

27.9.02021 5 (2)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Spazieren

Gestern bin ich beim Spazieren noch so richtig naß geworden, heute war es dann schon viel entspannter. Dafür durfte ich erneut feststellen, dass dort, wo ich letzte Woche noch den Müll aufgeklaubt hatte, nun noch mehr Müll herumlag. Ich muss es wohl einfach akzeptieren, dass sich sehr viele meiner Mitbürger erst im Dreck so richtig wohlfühlen; deshalb habe ich den Müll jetzt einfach einmal liegen lassen.

Wählen

Der gestrige Wahlabend hat auch viel Befremdliches aufgezeigt, so sind zum Beispiel Berlin und Bremen nicht mehr in der Lage, um eine halbwegs geordnete Wahl sicherzustellen, wobei in Bremen offenbar bereits ganzen Personengruppen das Wählen erschwert bis gar verboten wird.

In Berlin können wir derweil noch von völliger Inkompetenz ausgehen, was auch ins Bild passt, da eine ganze Regierung der Bildung und dem Anstand den Kampf angesagt hat.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, wie sich das Ganze zukünftig weiterentwickeln wird, da ja auch schon an anderen Orten falsche Wahlzettel auftauchen.

Berliner Runde

Wenn unsere Parteienvertreter sich vor der Wahl so zivilisiert und konzentriert mit- und untereinander auseinandergesetzt hätten, wie gestern Abend in der Berliner Runde, wäre es unserer Demokratie bestimmt sehr gut bekommen.

Für Heilbronn hat der Wahlausgang sogar etwas Gutes, denn wir schicken keine Totalitaristen mehr nach Berlin. Und ich hoffe sehr, dass das 2017 nur ein Ausrutscher war.

Mit den drei anderen Kandidaten können wir leben, wobei ich hoffe, dass diese nun einmal aus den Puschen kommen und sich auch nachweislich für Heilbronn einsetzen werden. Es wäre schade, wenn wir in vier Jahren wieder einmal hören müssen, warum es z. B. mit der Frankenbahn erneut nicht geklappt hat.

Denn dann können die Kandidaten die Verantwortung für den Wahlausgang nicht mehr auf andere schieben, sondern müssen sich auch einmal an die eigene Nase fassen.

Website des Tages

Bundestagswahl 2021

Hier finden Sie die Ergebnisse in den Ländern und den Wahlkreisen.


Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

21.9.02021 5 (2)

Buch & Website

Ich konnte gestern noch mein Buch Europa ist für alle da! aufgrund der Nachfrage auch als gebundenes Buch herausbringen. Heute konnte ich mich mit der Übersetzerin des Buches unter dem englischen Titel We Are All Part of Europe! auf die letzten Details einigen, so dass jetzt der Endspurt beginnen kann.

Und weil es gerade gut läuft, habe ich für die Hertensteiner Gespräche nun auch eine eigene Website eingerichtet — dies garantiert mir ein paar schöne Bastelstunden.

Nachtrag: im Dezember 2021 habe ich dann die Hertensteiner Gespräche hier auf dieses Weblog umgezogen.

Sozialismus

Warum nur kann sich bis heute die Mär halten, dass sich Sozialisten für den Bürger einsetzen. Egal wo man hinschaut, es läuft nicht nur auf die völlige Entmündigung von uns Menschen hinaus, sondern vor allem führt es immer dazu, dass selbst Kinder den Kit aus den Fugen essen müssen.

Sozialisten möchten nur eines, eine kaputte Ideologie durchsetzen und sich dabei selber möglichst gut stellen. Dabei begründen sie ihre eigene Existenz alleine auf dem Kapitalismus, der sie nährt, und versprechen jedem, sich für dessen Interessen einzusetzen.

Das Ganze wird jüngst nur von den Grünen übertroffen, die seit Jahren in Regierungsverantwortung stehen und mit dafür Sorge tragen, dass Natur und Umwelt immer schneller unter die Räder kommen. Damit versprechen sie sich weitere Wähler, zerstören Natur und Umwelt weiterhin, nur um noch mehr Wähler zu generieren.

Zwei Teufelskreise, die man nur noch mit Bildung in den Griff bekommen könnte.

Dammschulen

Endlich nimmt das Drama um die Sanierung der Dammgrundschulen so langsam aber sicher ein Ende, bereits 2022 soll es angeblich dann so weit sein. In dieser Zeit bauen manche Unternehmen und Städte ganze Flughäfen — das „glorreiche“ Berlin einmal ausgenommen.

Und auch an eine Sanierung der beiden Schulhöfe hat man gedacht, eigentlich etwas Positives. Aber dann muss man zur Kenntnis nehmen, dass zwischen Real- und Grundschule die Schulhöfe getauscht werden sollen.

Ich war als Grundschüler der Dammschule sehr froh darüber, dass wir Grundschüler den größeren Pausenhof zugeteilt bekommen hatten, zumal jüngere Schüler eine größeren Bewegungsdrang haben und für diese deshalb der größere Hof schon alleine aus pädagogischen Gesichtspunkten heraus notwendig ist. Die älteren Realschüler haben bekanntlich während der Pausen andere Interessen und Bedürfnisse und können zudem ihrem Bewegungsdrang — wenn noch vorhanden — anderweitig und auch ohne Aufsicht nachgehen.

Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen, spätestens in den 1960er-Jahren, die jüngeren Schüler aus dem Nordhof — der sicherlich bequemer zu kontrollieren ist — in den Südhof zu verlegen.

Heute macht man sich mehr Gedanken darüber, wie „totalitär“ die Schulgebäudefassade ist, pfercht ganz folgerichtig — hoffentlich nicht wegen einer totalitären Grundeinstellung — die heutigen Grundschüler ein und sorgt dafür, dass sie sich so wenig wie möglich selbst entfalten können.

Dabei konnte man gerade an der Dammschule beobachten, wie gut es den Grundschüler getan hat, erstmals aus den Containern in ein großzügiges Gebäude umzuziehen.

Da man diese positiven Entwicklungen nun nicht nutzt oder gar weiter ausbaut, könnte daran liegen, dass man sehr früh die Entwicklung mündiger Bürger verhindern, oder Sorge dafür tragen möchte, dass die „bessere Gesellschaft“ ihre Kinder auf Privatschulen schickt.

Dieses Einpferchen der Grundschüler passt haargenau zur aktuellen Umwidmung dringend benötigter Sportstätten (Olga-Zentrum), um dort subventioniert Kunst auszustellen!

Geburtstag des Tages

Leonard Cohen