Dinosaurier

Zeitenwende 5 (11)

Beitragsfoto: Dinosaurier | © Shutterstock

Heute muss ich einfach einmal nur ablästern! Das dient einzig und alleine dazu, dass ich keine Magengeschwüre entwickele. Also, lieber Leser, diesen Beitrag einfach nur überspringen aber auf alle Fälle bitte nicht persönlich nehmen.

Anlass zu diesem Beitrag war der heutige Schwimmversuch im Stadtbad. Als ich unter der Dusche stand, kam ein Lehrer mit seinen Schülern, ein wahrlich trostloser Haufen, auch in die Dusche. Erfreulich dabei, dass zumindest erkennbar keine Mädchen mit dabei waren. Weniger erfreulich die Blicke der Jungs, als sie sahen, dass man sich auch ohne Kleidung waschen kann. Ich wiederum bewunderte, dass man heute wohl unter duschen versteht, mit mindestens zwei Badehosen bekleidet, Schwimmbrille und Bademütze auf, und auch noch eine Schwimmweste an, kurz unter die Dusche hüpft. Nur noch unerfreulicher die Blicke des Lehrers, der wohl kurz überlegte, ob er die Sittenpolizei einschalten muss.

Üblicher Weise nehmen die Lehrer ihre Eleven in die Umkleiden und Duschen des Lehrschwimmbeckens mit. Dort kann man völlig ungestört seinen Schülern die ersten Schritte hin zur Körperhygiene und einer europäischen Badekultur vermitteln. Zumindest ich habe dies noch so gehandhabt als ich letztmals 2016 zusammen mit einem anderen Schwimmlehrer versuchte, Flüchtlingen das Schwimmen beizubringen: wir kamen dabei allerdings nur soweit, dass die Jungs und jungen Männer die Benutzung der Toilettenanlagen lernten und auch wie man sich mit Wasser und Seife wäscht, was wir damals schon als Erfolg werteten.

Nach dem Duschen verschaffte ich mir einen Überblick über die Bahnen im Sportbecken. Wie immer, alle belegt und in der Bahn für „sportliche Schwimmer“ tummelten sich ein paar Menschen, die so kreuz und quer standen, dass ich kurz über ein Hindernisschwimmen nachdachte, dann aber kam doch noch Mister Adipositas, u. a. mit Taucherbrille und Flossen ausgestattet, und drängte sich auch noch in dieselbe Bahn. Damit war auch heute wieder nicht daran zu denken, wenigstens ein paar Bahnen zu ziehen — den Aufsichten ist dies völlig egal, wahrscheinlich weil sie selbst nicht schwimmen können.

Aber genau das fast es zusammen, was unsere Berufspolitiker unter Zeitenwende verstehen: Leistung, Fleiß, Ordnung und Sauberkeit waren gestern!

Dabei beachten diese Mitbürger nicht, dass wirklich alles, was bei uns noch halbwegs funktioniert, gerade von jenen aufgebaut wurde, die sich genau an diese Prinzipien gehalten haben!

Was nicht bedeutet, dass es damals keine Schlümpfe gab, diese hat man aber lieber im Keller versteckt. Heute entsorgt man sie in Chefetagen, Leitungsfunktionen oder Ministerien.

Bildung darf nicht anstrengen, Sport ist, wenn man ins Sportbecken pinkelt, und für Sauberkeit sollen die anderen sorgen!


Schüler

Schule 5 (7)

Beitragsfoto: Schüler in Klasse | © Shutterstock

Die letzten Gespräche mit Praktikanten und Schülern sowie meine Beobachtungen vor Ort an Schulen lassen mich so langsam aber sicher daran zweifeln, ob wir Schulen zumindest in der heutigen Form noch benötigen.

Die meisten Schulen und deren Ausstattung in Heilbronn sind mehr als aus der Zeit gefallen und so langt es auch nicht, dass man wie am RMG nun die Tafeln nach 50 Jahren einmal austauscht und insgesamt vielleicht noch die Sportstätten in Gänze abschafft sowie das Curriculum weiter vereinfacht.

Vielleicht es es auch längst an der Zeit für eine Art offenes Curriculum und wir könnten dabei für die etwas intelligenteren Schüler den Schulbesuch auf vier Jahre reduzieren. Dort weisen sie eine ausreichende Intelligenz und die Fähigkeit zum Lernen nach. Mit diesem Nachweis erhalten sie einen Bibliotheksausweis und verbindliche Lernziele sowie Lerninhalte. Bis zur Erfüllung der Mindestlernziele werden die Schüler jährlich einmal geprüft und, wenn sie wiederholt nicht mithalten können, in den traditionellen Schulalltag eingegliedert.

Städte, die tatsächlich etwas für ihre Kinder machen möchten, könnten die Stadtbibliothek zu einem ganzheitlichen Lernzentrum ausbauen und zusätzlich dafür Sorge tragen, dass Kindern und jungen Erwachsenen ausreichend Sportstätten zur Verfügung stehen.

Die Kinder wie bei uns in Heilbronn wohl so üblich einfach nur — dies am liebsten in Containern — „wegzusperren“, deren Bewegungsfreiheit u. a. durch den Wegfall oder der Außerbetriebnahme von Sportstätten immer mehr einzuschränken und dabei nur noch zu hoffen, dass kein Kind während der Schulzeiten verhungert, verunglückt oder zu Tode kommt, hat mit erfolgreicher Bildungspolitik wenig zu tun. Dabei hilft es auch nicht, dass dann jeder, der meistens da war und keine Lehrer geschlagen hat, einen Schulabschluss erhält.

Wenn das aber bei uns das vorrangige Bildungsziel ist, könnten wir uns schon heute die Lehrer sparen und durch Animateure ersetzen.


Dammgrundschule

12.2.02024 4.9 (7)

Beitragsfoto: Dammgrundschule

Frage

Die mich derzeit alles bewegende Frage ist, ob 2024 nicht noch das 1984 wird, welches wir damals gerade noch einmal so umschiffen konnten? Und selbst die New York Times lässt diese Fragestellung inzwischen immer wieder einmal anklingen.

Und in der Heilbronner Stimme finden sich immer mehr Leserbriefe, die es einem nur noch schlecht werden lassen können. Unisono verlautbaren Deutschlands Deppen und Totalitaristen, dass es bei uns keine freie Meinungsäusserung mehr gäbe, wir eigentlich bereits von einer linken Sippe regiert würden und sich die vermeintliche Bevölkerungsmehrheit „ihre“ Demokratie wieder zurückholen müsse.

Diesem totalitaristischen Endkampfgetöse schließen sich die rechts- wie linkspopulistischen Kreise selbst in unseren demokratischen Parteien nahtlos an. Sogar Spitzenpolitiker halten sich dabei wieder alle Wege offen, Antisemitismus und Wissenschaftsfeindlichkeit sind erneut hoffähig — selbst die evangelische Kirche marschiert wieder einmal im Gleichschritt mit: wenn es schon mit dem realen Sozialismus bei uns nichts wurde, dann kann man wenigstens den Juden wieder einmal die Schuld für wirklich alles in die Schuhe schieben (Heilbronner Stimme, 12.2.2024: 26 – „Zugleich vertrat sie aber die Ansicht, dass Israel die Hamas so stark gemacht habe, um keinen Frieden machen zu müssen. ‚Hätte Israel Frieden gewollt, wäre die Hamas niemals entstanden‘, erklärte die 75-Jährige.“)

Wie es schon George Orwell wusste, die neue Welt wird durch die Negierung von Fakten, der permanenten Wiederholung von Lügen und eine beschleunigte Veränderung der Sprache (Neusprech) geschaffen. Ok, ab und zu wirft man dann noch die eine oder andere Atombombe auf die eigene Bevölkerung, einfach nur, um die allgemeine Moral zu steigern.

Klasse vier

Als Lesepate für Grundschulklassen bin ich immer wieder überrascht, wer so alles eine Empfehlung für eines unserer Gymnasien erhält. Meine Erfahrung zeigt, dass aufgrund des Ideologiedrucks, der auf unseren Lehrern lastet, diese bei ihren Empfehlungen bereits schon mehr als sehr großzügig verfahren — mit den uns längst bekannten Folgen. Hinzu kommt noch, dass viel zu viele Eltern diese Entscheidungen ignorieren, egal in welche Richtung diese auch gefallen sind.

Die Leidtragenden sind aber nicht nur die betroffenen Schüler, wie es uns nun so schön in den Medien vorgegaukelt wird, sondern noch mehr die davon betroffenen Lehrer, die jeweilige Schule an sich und unsere Gesellschaft insgesamt, die damit völlig aus dem Ruder gerät. Ich behaupte dabei schon länger, dass diese schulischen Weichspüler, bei den 1968ern angefangen, die das Leistungsprinzip schon seit Jahrzehnten aushebeln, die tatsächlichen Totengräber unserer Demokratie sind.

Inzwischen gehe ich sogar davon aus, dass diese ganz bewusst unsere Demokratie zerstören wollen und dies nach dem altenbekannten Motto: „Macht kaputt, was euch kaputt macht.“

Super Bowl

Ein sonntägliches Gespräch erinnerte mich an den diesjährigen Super Bowl und führte auch dazu, dass ich tatsächlich einmal Taylor Swift gegoogelt habe. Den 58. Super Bowl verfolgte ich dann via SMS, die ich bis kurz vor 5 Uhr morgens erhielt, als die Kansas City Chiefs endlich in der Verlängerung gegen den diesjährigen Favoriten San Francisco 49ers gewannen. Ich war hin und her gerissen, da ich Fans beider Clubs kenne; selber war ich in den 1980er bis Mitte der 1990er-Jahre ein Fan der Los Angeles Raiders, wobei die Kansas City Chiefs die Favoriten meiner beiden Cousins waren.

Die Krönung des Sonntags war dann aber für mich nicht der Super Bowl, sondern ein weiteres Gespräch, welches bis in den späten Abend hinein verlief.