Karte von Karin & Andreas

Kalenderwoche 51 4.7 (7)

Beitragsfoto: Karte von Karin & Andreas

Karten

So langsam, aber sicher trudeln die obligatorischen Karten zu Weihnachten oder zum Jahreswechsel ein. Bereits in den Nullerjahren war ich begeistert auf deren digitale Version umgestiegen und als dieses Marktsegment fast über Nacht verschwunden war, verzichtete ich darauf, um wieder auf das Altbewährte zurückzugreifen. Meine bessere Hälfte hat das für mich halbwegs kompensiert und so habe ich auch kein schlechtes Gewissen, wenn diese Karten bei uns im Briefkasten landen.

Und da ich noch für ein Motiv für diesen Blog-Beitrag suchte, habe ich einfach auf eine Karte von Karin und Andreas zurückgegriffen. Ausschlaggebend dafür war die Katze im Bild, welche mich sogleich zum Schmunzeln brachte, da es mir erst vorab gelungen war, den empfohlenen Film „National Lampoon’s Christmas Vacation“ aus 1989 anzuschauen. Wie bereits erwähnt, dieser Film war an mir spurlos vorübergegangen; im Rückblick bin ich wohl bei „National Lampoon’s Joy of Sex“ (1984) hängen geblieben.

Nun aber wieder zurück zur Katze, denn die macht den empfohlenen Film erst so richtig sehenswert (!) und lässt mich sogleich darüber nachdenken, ob ich nicht des nächtens zwischen den Jahren „ALF“ bingen sollte. Übrigens, von 1970 bis 1998 war National Lampoon ein gut lesbares Magazin, welches es zusätzlich 2020 zum 50. Jubiläum als digitale Version gegeben haben soll — wohl mit dem Schicksal der digitalen Karten.

Lektüre

Auch wenn ich doch so einige Bücher nur anlese und diese dann etwas enttäuscht liegen lasse, gibt es weiterhin Exemplare, welche ich immer wieder gerne zur Hand nehme und darin schmökere. Aktuell ist Seneca bei mir angesagt. Und so sind es nicht nur seine Briefe an Lucilius, sondern auch die Briefe vom glücklichen Leben (an seinen Bruder Gallio) und von der Kürze des Lebens (an Paulinus), die ich immer wieder zurate ziehe.

Letztere habe ich diese Woche in einer Übersetzung von Otto Apelt (2019) gelesen. Die von Seneca gewählten Themen sind für uns Menschen grundsätzlich von Bedeutung und seine Art und Weise, wie er diese bespricht, eine gute Lebenshilfe. Wohl deshalb werden seine Briefe noch heute herausgegeben und dabei immer wieder aufs Neue analysiert.

„Eben darin besteht das Geheimnis wahrer Lebenskunst, daß man sich von des Schicksals Launen unabhängig zu machen weiß.“
(2019: 9)

Spannend, wie sich seine Kerngedanken in sämtlichen Briefen wiederfinden und je nach Zeitpunkt der Abfassung, des Adressaten oder gar des Übersetzers eine Abwandlung erfahren. Mit manchen Gedanken scheint er richtig zu spielen, und so wartet der Leser schon darauf, wie Seneca sie dieses Mal präsentieren wird.

Die Briefe an Lucilius lese ich aktuell in einer Übersetzung von Heinz Gunermann, Franz Loretto und Rainer Rauthe (2023), wobei ich es sehr gut finde, dass die Briefe auf Latein gleich daneben abgedruckt sind.

Und so wird mein Jahreswechsel dieses Mal mit Seneca in Verbindung stehen; 2019 las ich noch Franz Kafka, was für eine Entwicklung!

Wenn man die Bücher nicht in der Originalsprache lesen kann und auf Übersetzungen angewiesen, habe ich festgestellt, dass es durchaus hilfreich ist, wenn man auf aktuelle Übersetzungen zurückgreifen kann. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Übersetzung des Don Quijote von der Mancha, wobei ich das Buch 2011 erst in einer Übersetzung von Susanne Lange zu Ende las. Meine ersten Leseversuche griffen noch auf Übersetzungen zurück, die damals schon aus der Zeit gefallen waren und mich damit am Buchinhalt verzweifeln ließen.

Und so kann ich Neuübersetzungen von Büchern durchaus etwas Positives abgewinnen, nicht aber der Tatsache, dass manche versuchen, einen Räuber Hotzenplotz (Otfried Preußler) oder gar sämtliche Werke von Wilhelm Busch in ein neues Deutsch zu fassen. Damit gehen diese Menschen viel zu weit; aber nicht nur das, sie entmündigen uns Leser und propagieren dabei einen Totalitarismus, den wir allesamt schon längst als überwunden wähnten.

Basteln

Diese Woche konnte ich ein wenig am Blog basteln. Ursache dafür war, dass es im Backend zu Komplikationen kam. Dies habe ich dann sehr einfach gelöst, nämlich indem ich das eine oder andere Plug-in ersatzlos entfernte.

Und da ich schon einmal dabei war, gab ich auch das Einsammeln von Kaffeespenden auf. So baue ich nun ausschließlich auf die (fast) wöchentliche Kaffeespende von Detlef Stern.

Und da ich mit meinen jüngsten Kerzenschöpfungen nicht ganz so zufrieden bin, habe ich mir vorgenommen, bis zum Dreikönigstag sämtliche Kerzen im Haus neu zu gießen. Wobei mein Problem nicht beim Wachs, sondern eher an der Qualität der dabei verwendeten Dochte liegen dürfte. Da meine Kerzenmanufaktur nur für den Hausgebrauch arbeitet, verzichte ich darauf, das Ganze professionell anzugehen und gucke einfach einmal, wie sich meine Versuche weiter entwickeln. Auf alle Fälle aber hat das Einschmelzen von Bienenwachs etwas Meditatives an sich.

„Der Reichtum, behaupte ich, ist kein Gut; denn wäre er das, so würde er die Menschen gut machen.“

Seneca (2019: 52)

Blogger

8.11.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Pogrome

Leider sind Pogrome — man denke nur an morgen — nicht nur geschichtliche Realität, sondern auch heute noch Alltag. Minderheiten werden weiterhin regelmäßig z. B. in Indien oder China massakriert, was rein statistisch betrachtet dort kaum eine Rolle spielen dürfte. In Russland hingegen gehören Pogrome sogar zur Landeskultur und finden kaum Beachtung, ähnlich wie das Schuhplattlern in Bayern.

Und ein Donald Trump bereitet inzwischen seine Landsleute auf Massendeportationen vor, die sehr schnell zu Pogromen führen können, wie wir es bereits am 5. Januar 2021 miterleben durften. In Europa hingegen, wo noch zum Ausgang des 20. Jahrhunderts Pogrome stattfanden, bevor überhaupt die letzten Pogrome unter und auch in Folge der Nazi-Herrschaft aufgearbeitet waren, wird es erneut sehr gefährlich werden.

Wirklich schlimm dabei ist es, egal wie schlecht es uns Europäern auch gehen mag, all das ist kein Vergleich zu einem Europäer mit jüdischem Glauben. Noch schlimmer, wohin könnten diese armen Menschen überhaupt noch migrieren? — selbst in den USA laufen sie nun Gefahr gelyncht zu werden. Während die Russen bereits 2022 wieder damit begonnen haben „jüdische Nazis“ ganz offiziell abzuschlachten, dabei wirklich keine Kosten und Mühen scheuen und wie Adolf Hitler bereits zuvor, dazu liebend gerne in andere Staaten einfallen.

Derweil halten wir Deutschen uns zurück, denn alles unter vier Millionen Opfer ist für uns keine richtige Herausforderung.

China

Damit meine ich die Diktatur, nicht die Insel Taiwan, die bis heute eine Demokratie ist. Wie lange sich das demokratische China noch halten kann, ist nun fraglicher denn je zuvor. Am Beispiel von Hongkong sieht man ganz gut, dass man Verträgen und Zusagen von Festlandschinesen nicht trauen kann und darf.

Aktuell habe ich einige neuere Bücher über China zumindest angelesen und bin dabei auf Lea Sahay gestoßen, eine Journalistin aus Deutschland, die sich seit ihrem 16. Lebensjahr mit den Chinesen privat und inzwischen auch beruflich auseinandersetzt. „Das Ende des chinesischen Traums – Leben in Xi Jinpings neuem China“ scheint nicht die übliche chinesische Propaganda zu sein, welche von bezahlten Lohnschreibern aktuell auf den Büchermarkt strömt. Auf jeden Fall ist es das einzige von mir jüngst gelesene Buch, welches auf die Charta 08 eingeht und damit auf einen weiterhin bestehenden chinesischen Widerstand in China selbst hinweist. Die von mir in Heilbronn befragten Chinesen aus China kannten diese Charta nicht, zumindest gaben sie das vor — und auch deutsche Journalisten wie ein Stefan Baron kennen diese Charta nicht, und dies obwohl er über die Chinesen ein eigenes Psychogramm erstellte.

Daft

Vor Kurzem bin ich (wieder einmal) aus den sogenannten sozialen Medien ausgestiegen und habe im Gegensatz zu Robert Habeck weiterhin die Absicht‚ den Schreihälsen und Populisten dieses Feld zu überlassen — ich möchte auch nicht Bundeskanzler werden. Wobei es schon erstaunen sollte, dass bei uns ganz offensichtlich ein X- oder Facebook-Konto genügt, um bei unseren Parteien als Kandidat in Frage zu kommen.

Alleine wegen den Youtube-Videos, die ich immer wieder gerne hier im Blog verlinke, habe ich meinen Youtube-Account weiterhin und dies bereits seit 2011, davor betrieb ich eine eigene wenig erfolgreiche Video-Website. Bei Youtube habe ich allerdings die „Community“-Funktion auf meinem Kanal nicht freigeschaltet, sodass es eigentlich auch kein „Social Media“ ist; dennoch fanden sich bis heute 20 Abonnenten. Um das Ganze aber sofort wieder in die richtigen Relationen zu rücken, ein Mr. Beast (seit 2012 aktiv) hat aktuell als erfolgreichster Youtuber 328 Millionen Abonnenten.

Seit es nun das antisoziale soziale Netzwerk Daft gibt, nutze ich dieses ebenfalls und habe die letzten fünf meiner Beiträge sogar auf mein Blog via RSS eingebunden. Spannender Weise hat Daft so seine eigenen Herausforderungen mit RSS oder mein RSS-Reader mit Daft — was für den einen oder anderen Informatik-Studenten bestimmt eine kleine Untersuchung wert sein könnte.

Und so nutze ich mit Daft dann doch noch Social Media, nämlich das „Anti-Social Social Network for Minimalists“. Dieses kann man allerdings ebenfalls nur lesen, darauf antworten müsste man wiederum hier über mein Blog.

Und wer heute noch dort nachguckt, der findet dort meinen Gedichtvorschlag zum Tage, einschließlich einer spannenden Rezension — und irgendwie passt Philip Larkin zum heutigen Blog-Thema.

„Eine Willensänderung zeigt an, dass der Geist sich treiben lässt, dass er bald hier, bald dort erscheint, wie gerade der Wind weht.“

Seneca, 4. Buch, 35. Brief (2023: 237)

Wasser eines Pools

7.8.02024 5 (6)

Beitragsfoto: Schwimmbad | © Pixabay

Vermischtes

Wie wir es jüngst erfahren durften, gibt es in der Stadtverwaltung erneut Ungereimtheiten. Dieses Mal im Umgang mit der sogenannten Antidiskriminierungsstelle. Dabei hat es inzwischen Tradition, dass man Stellen, die ganz offensichtlich nicht koscher sind, gerne in andere städtische Bereiche auslagert und somit ganz folgerichtig im Gemeinderat weiterhin seine Hände in Unschuld waschen kann. Und zum krönenden Schluss haben alle Gemeinderäte wieder einmal von überhaupt nichts gewusst — auch das hat bei uns Tradition. Übrigens, man kuschelt in der Heilbronner Stadtverwaltung weiterhin mit Wladimir Putin (die Treue zur Kriegsverbrecherstadt Novorossijsk wird gehalten, wohl bis zum Endsieg) und ehrt zudem im Rathaus einen Nazi, der als SS-Mann seine Treue bravourös bewies — Demokratie geht anders!

Gestern konnte ich am Morgen meine Runden in der Neckarhalde ziehen, einfach wunderbar. Und am Abend traf ich mich mit netten Menschen zum Europastammtisch (den entsprechenden Beitrag werde ich wohl heute noch auf der Website der EUROPA-UNION Heilbronn veröffentlichen). Spannend dabei, dass es dabei schwerpunktmäßig um Altgriechisch und Latein ging, zwei Sprachen, die für mich immer mehr an Bedeutung gewinnen — leider werde ich das Altgriechisch nicht mehr lernen können, aber ich werde mir das entsprechende Alphabet noch so beibringen, dass ich die Begriffe in den Büchern zumindest halbwegs entziffern kann. Noch spannender dabei die heutige Erkenntnis, dass wir Deutschen das Altgriechisch anders aussprechen als der Rest der Welt.

Erfreulich die Entwicklungen bei den 8. Hertensteiner Gesprächen. Diesbezüglich hatte ich gestern zwei sehr interessanten Telefonate. Die Hertensteiner Gespräche werden überregional immer mehr zur Kenntnis genommen. Das ist schon einmal ein sehr guter Einstieg, der dann seinen gelungenen Abschluss findet, wenn sich die Interessenten auch in Heilbronn einfinden — ich mache schon einmal mit dem Heilbronner ICE Werbung und hoffe darauf, dass es nicht nur der altbekannte und von allen gefürchtete Schienenersatzverkehr sein wird.

Ich habe selbst geboxt und diesem Sport auch bis gestern die Treue gehalten. Dies ist nun aber Geschichte, diese Olympischen Spiele sind der Grund dafür. Die Zeiten einer Regina Halmich sind nun endgültig vorbei.

Planung

Wenn ich es mir richtig überlege, dann komme ich nicht umhin daran zu glauben, dass den US-Demokraten ein wirklich guter Coup gelungen ist. Gestern konnte Kamala Harris mit Tim Walz einen sehr seriösen Vizekandidaten präsentieren. Und seit ihrer zumindest die US-Republikaner völlig überraschenden Nominierung läuft der Wahlkampf richtig gut. Zum ersten Mal seit langem liegen die Demokraten in den Umfragen in fast allen Bundesstaaten vorne; wobei die ersten lokalen US-Republikaner Kamala Harris anstatt Donald Trump als ihren Kandidaten nominieren.

Bis zur Wahl sind es keine 95 Tage mehr, wobei die GOP nun ihren gesamten Wahlkampf auf den Kopf stellen muss. Viel zu lange hat Donald Trump an seinem Wunschkandidaten festgehalten, und dieser hat ihn auch bis zuletzt in diesem Glauben gelassen.

Wenn ich es von der deutschen Politik nicht besser wüsste, dann könnte man durchaus davon überzeugt sein, dass dieses Vorgehen von Anfang an — zumindest seit gut drei Jahren — von den US-Demokraten im Weißen Haus auch so geplant wurde.

Und in ihrer völligen Verzweiflung behaupten immer mehr US-Republikaner, dass nicht nur die letzte Wahl gefälscht wurde, sondern seit ein paar Tagen auch sämtliche Umfragen gefälscht werden — von der nächsten Wahl ganz zu schweigen.

Wenn die US-Amerikaner ihr Land jetzt noch retten wollen, dann muss Kamala Harris so haushoch gewinnen, dass außer Donald Trump keiner mehr an dessen Wahlsieg glauben kann. Besser aber wäre es, wenn „Fucking Crazy“ in den kommenden 90 Tagen ganz überschnappt.

Verriss

Aus irgend einem mir heute nicht mehr bekannten Grund, hatte ich das Buch Milan Kunderas „Die Langsamkeit“ nicht bereits in den 1990er-Jahren in den Müll geworfen, sondern auf einen Bücherstapel gelegt. Und so habe ich das Buch vor Kurzem wiedergefunden und nun wohl zum zweiten Mal gelesen.

Zumindest aber haben Kundera und ich eine andere Auffassung von Langsamkeit; auch fast dreißig Jahre später, kann ich diesem Buch nichts abgewinnen. Man muss wirklich lange suchen, um wenigstens ein wenig Sinnführendes zu finden, wobei mir Kunderas „Philosophie“ noch heute verschlossen bleibt.

Milan Kundera schrieb den Roman 1995 und diesen als ersten seiner Romane auf französisch. Da mein Französisch damals noch nicht so sattelfest war, habe ich den Roman auf Deutsch — ich befürchte aber, dass er auf französisch auch nicht besser ist.

Sein Buch „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ (1984) hielt ich schon damals für völlig überbewertet, so wie ich auch Pavel Kohouts „Die Henkerin“ (1993) als unerträglich empfand.

Mein Fazit ist, dass, wenn man schon literarisch in dieser Region bleiben möchte, man weiterhin an Franz Kafka festhält.

„If you know what you are doing and you know why and to what ultimate end, then you will cope better with adversity. …
We need to re-plot and re-occupy the future.“

Christopher Clark (2021: 235, 237)