Margaritas

18.11.02023 5 (4)

Beitragsfoto: Margaritas | © Konstantin Kümmerle

Kegelabend

Zum Abschluss des Tages trafen sich ein paar Unermüdliche zum Kegelabend der EUROPA-UNION. Beim völlig entspannten Kegeln wurden die kommenden Vereinsveranstaltungen nochmals rekapituliert, wobei ich die Anwesenden über die aktuellen Anmeldestände informieren konnte. Das Problem hierbei ist, dass es inzwischen so viele Veranstaltungen gibt und man immer wieder eine Auswahl treffen muss.

So ist es jeden Tag aufs Neue eine Entscheidung, welcher Veranstaltung man dieses Mal den Vorzug gibt. Dabei gilt weiterhin der Grundsatz, dass es nicht an der mangelnden eigenen Zeit liegt, sondern einfach an anderen Präferenzen. Dies kann bei größeren Vereinsveranstaltung, die einer immensen Vorbereitung bedürfen, zum Problem für den Veranstalter werden, auf alle Fälle ist es für Vorstände ärgerlich, wenn selbst bei den obligatorischen Mitgliederversammlungen die Teilnehmer ausbleiben.

Bei den eher geselligen Zusammenreffen sieht das wiederum ganz anders aus, denn da freut man sich auf die gerade Anwesenden und verbringt mit diesen einfach eine schöne Zeit — so auch gestern beim Kegelabend.

Im Nachgang zum Kegeln sinnierten wir noch bei gutem Essen gerade über diese wechselnden Präferenzen unsere Mitbürger als ich auf die Idee kam, bei unseren Freunden und Bekannten eine spontane Abfrage zu machen, wo sie denn gerade unterwegs sind — dank der Telekommunikation heutzutage kein Problem mehr, ich musste in Böckingen nur ein paar Meter gehen, um eine stabile Internetanbindung zu erhalten.

Die Bandbreite der Rückmeldungen war ganz ordentlich, darunter auch einige, die es sich an diesem Abend einfach „nur“ zuhause gemütlich gemacht hatten — was mich daran erinnerte, dass ich selber noch eine Serie zu Ende bingen muss — oder auch immer noch arbeiteten, aber auch Vereinsmitglieder, die an diesem Abend im Literaturhaus Kultur genossen.

Der Sieger des Abends war allerdings Konstantin Kümmerle, der aus einem authentischen mexikanischen Restaurant in Brüssel Bilder der gerade dort servierten Margaritas übersandte.

Was mich sofort an den ersten waschechten weiblichen James Bond denken lies: „Just call me Rita … Margarita!“

Erklärungsversuch

Warum nur drücken Teile unserer Politik wie auch unserer Verwaltungen sowie des Polizei- und Justizapparats immer öfters beide Augen zu, wenn antidemokratische Kräfte, egal aus welchen Lagern oder gar Religionszugehörigkeit, die Menschenrechte im allgemeinen und die Existenz unseres Staates im besonderen in Frage stellen?

Es muss ein einigendes Band geben, das diese unterschiedlichen Menschen und Gruppen untrennbar miteinander verbindet, ein Band, das sämtliche Parteiideologien und selbst den Diensteid eines deutschen Beamten in Nichts auflöst.

Dieses Band dürfte der Antisemitismus sein, der u. a. aus islamischen wie auch christlichen Fundamentalisten, Linken und Nazis eine eingeschworene Bruderschaft macht.

Jetzt hoffe ich einmal nicht, dass man bald wieder wirklich alles in Deutschland machen darf, z. B. als Taliban in einer Ditib-Moschee das Kalifat auszurufen, so lange man dies nur mit einer antisemitischen Grundeinstellung untermauert.

„Mann liest vor“

Auch dieses Jahr war ich wieder beim bundesweiten Vorlesetag als Lesepate tätig. Gestern erneut in meiner alten Grundschule; wobei ich erstmals 2018 an der Wilhelm-Hauff-Schule und bei meseno an diesem Vorlesetag teilnahm.

Zum Abschluss der „Mann liest vor“-Aktion gibt es im Sekretariat der Dammgrundschule für alle „Lesemänner“ ein Käffchen. Ich finde dies ist eine nette Geste der Schulleitung. Und da auch Matthias Leers von den Freien Wählern bei „Mann liest vor“ engagiert ist, konnten wir zum Abschluss gemeinsam eine Tasse Kaffee trinken. Zugegebener Maßen habe ich Detlef Stern dabei vermisst.


Hochsprung

4.8.02023 4.8 (5)

Beitragsfoto: Hochsprung | © Andreas N auf Pixabay

Vermischtes

Heute konnte ich ein Projekt mit einem sehr erfreulichen Feedback abschließen. Zuvor durfte ich noch mit Detlef Stern ein Käffchen trinken; dieses Mal sogar mit einem Blick auf Entenhausen. Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, ob ich dieses Projekt nochmals angehen werde, auf jeden Fall aber gäbe es mindestens eine Änderung, denn meine Lösung mit den Rechenwegen hat mir dann doch nicht so gut gefallen.

Dieses Wochenende soll weiterhin regnerisch bleiben, was der Natur sicherlich gut tut, eine anstehende Geburtstagsfeier weniger stört, aber mein Hochsprungerlebnis wohl doch etwas schmälert. Da ich aber nicht selbst an den Start muss, kann ich das dann doch etwas entspannter angehen. Nun bin ich mal gespannt, ob dennoch die zwei Meter zwanzig angegangen werden. Zum Trost werde ich dann noch selbst hinterher das Tanzbein schwingen.

Und zur Einstimmung ins Wochenende gibt es hier noch das jüngste Lied von Sebastian Schaffer zu hören.

Höhenflüge

Uwe Ralf Heer (Heilbronner Stimme, 4.8.2023: 23) hat es richtig erkannt „Höhenflüge am Rathaus – wie symbolisch …“ Bei uns finden Höhenflüge schon lange, wenn überhaupt noch, dann höchstens vor dem Rathaus statt.

Der Leistungsgedanke wurde schon lange ausgehebelt und wird nun vereinzelt von Wirtschaftsmagnaten als bloße Mehrarbeitszeit ihrer eigenen Angestellten umgedeutet; dabei ist Leistung einiges mehr als einfach nur Zeit abzusitzen. Wir müssen tatsächlich einiges bei uns reformieren, um wieder international konkurrenzfähig zu werden. Dabei würde helfen, wenn man Spitzenpositionen auch in der Wirtschaft nach Eignung, Leistung und Befähigung besetzt. Denn solche Führungskräfte können es sich nämlich leisten, keine Deppen nachzuziehen und sehen zudem jede Art von Überqualifikation ihrer Mitarbeiter als Vorteil an.

Und so lange wir Bürger in Heilbronn nur als reine Bittsteller ins Rathaus hineingelassen werden, selbstverständlich dann auch nur nach längeren Wartezeiten, wird sich auch bei uns vor Ort wenig ändern. Dabei könnte eine zeitgemäße, effiziente und qualifizierte Verwaltung allen Bürgern sowie der Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt sehr nützlich sein.

Inzwischen stehen doch so einige Infrastrukturmaßnahmen in Heilbronn an, die wohl so alle wirklich richtig überraschen — ganz besonders die dafür Verantwortlichen. Dass man u. a. sämtliche Schulgebäude in Heilbronn erneuern muss, hat sich inzwischen herumgesprochen, denn auch das beste Gebäude ist nach über 100 Jahren nicht mehr so ganz ideal als Schulgebäude zu gebrauchen. Dass Heilbronn alleine bei der aktuellen Anzahl von Schulgebäuden diese permanent renovieren und auch neu bauen müsste, gehört zu einer ganz normalen Verwaltungsaufgabe und die dazu nötigen Mittel müssten in sämtlichen Haushalten beständig vorgehalten werden.

Wohl noch überraschender kommen für alle — nein keine Großveranstaltungshalle (!), denn die ist für unsere Stadt eindeutig eine Nummer zu groß — weitere dringende Baumaßnahmen hinzu. U. a. ist ein zeitgemäßes Sportstadion für eine Stadt mit über 130 000 Einwohnern längst überfällig. Aber noch überfälliger der Ersatz der Eishalle und ganz besonders der Ersatz des Hallenbads.

Hierbei müsste der Gemeinderat tatsächlich einmal Nägel mit Köpfen machen und sehr langfristige wie sehr teure Entscheidungen treffen! Die erste ist, ob wir Leistungssport in Heilbronn wollen oder nicht. Wenn ja, dann werden alle diese drei obigen Gebäude größer und auch teurer. Leistungssport geht weder mit dem Erhalt der bestehenden drei Gebäude noch mit einer Sanierung oder ähnlich großen Neubauten!

Die zweite Entscheidung ist, ob wir den Eissport in Heilbronn weiterhin haben und ob wir uns dabei auch noch eine Eislaufhalle für alle gönnen möchten. Ein solches Eissportstadion wäre sicherlich eine ganze Nummer größer als das jetzige.

Die dritte und wichtigste Entscheidung ist, was wir mit dem Schwimmsport und dem Schwimmenlernen machen wollen. Wenn wir nur das wollten, übrigens meine persönliche Präferenz, dann könnte man das Soleo, nach 50 Jahren ist es mehr als an der Zeit (!), grundsanieren und den Schulen und Schwimmvereinen zur Verfügung stellen, sowie allen Heilbronnern, die dort tatsächlich ihre Bahnen ziehen möchten.

Wenn wir zudem noch den Leistungssport haben möchten, dann ist das Soleo in seiner gesamten Struktur zu klein, selbst dann, wenn wir die absolut unnötigen Spaßbad-Features wieder zurückbauen. Hierbei empfehle ich dringend, dass jene Bürger, die weiterhin mit einem Bier und der Zigarette in der Hand im Wasser stehen oder die Pizza am Beckenrand vertilgen möchten, in die dafür besser geeigneten Bäder z. B. nach Sinsheim ausweichen. Auch ist der Bau und Unterhalt eines Spaßbades weiterhin keine städtische Aufgabe (!) — hier könnten wir Heilbronner von Neckarsulm durchaus etwas lernen.

Wenn wir auch beim Schwimmsport den Leistungsgedanken ebenfalls fördern möchten, böte es sich tatsächlich an, die Neckarhalde um ein Hallenbad zu ergänzen und dabei die Außenbecken ganzjährig zur Verfügung zu stellen. Dabei könnte man auch die bereits bestehende Sprunganlage einhausen.

Wie man sieht, Höhenflüge sind immer teuer! Manche davon aber auch absolut notwendig. Mich persönlich würde es sehr freuen, wenn zukünftig Höhenflüge auch im Rathaus stattfinden.

Föderalisten

Der hier jüngst thematisierte Rücktritt des UEF-Präsidenten einschließlich seiner sehr glücklosen Generalsekretärin wurde überraschend schnell kompensiert. Das freut mich sehr, denn es bestätigt wieder einmal, dass jeder, wirklich jeder zu ersetzen ist.

Dem neuen Interims-Präsidenten Domènec Ruiz Devesa MdEP wünsche ich viel Glück und Erfolg. Bereits vom 24. bis 26. November 2023 soll es nun einen UEF-Kongress in Brüssel geben. Vielleicht weiß die neue Crew sogar um den kleinen aber feinen Unterschied zwischen UEF- und Europa-Kongress.

„Es heißt wohl zuviel verlangen, wenn man von einem wirtschaftlich kranken Volk ein gesundes politisches Denken fordert. “

Thomas Mann, Deutsche Ansprache (1930: 9)

Stundenplan

7.5.02023 5 (2)

Beitragsfoto: Stundenplan | © Dorothe auf Pixabay 

Wahnsinn

Solch eine Krankheit gibt es eigentlich nicht, genau so wie Fettsucht, Faulheit, Dummheit oder der jüngst so popularisierte Burnout. Manche Menschen tanzen einfach nur nach einer anderen Musik.

Und so bin ich spätestens seit meinem Studium der Psychologie davon überzeugt, dass es hierbei ebenfalls nur darum geht, möglichst viele Mitmenschen in eine Art von Beschäftigung zu bringen; und dies wird sich wohl erst dann ändern, wenn es uns gelungen ist, das Leben nicht mehr über die Arbeit zu definieren.

Jedem der sich etwas mehr mit dem ganz normalen Wahnsinn beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Buch von Michel Foucault: „Wahnsinn und Gesellschaft: Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft“ (1961). Und wer sich etwas zügiger mit dem Thema auseinandersetzen möchte, der kann auf einen Gastbeitrag in der New York Times (5.5.2023) zurückgreifen, in dem Huw Green fragt: „How Miserable Are We Supposed to Be?“ — meine Leser können diesen kostenfrei hier lesen.

In diesem Beitrag wird John Rickman wie folgt zitiert: „Madness is when you can’t find anyone who can stand you.“ Und Derek Bolton bemerkt dort zurecht, dass „Mental disorder is more or less whatever a community decides it is.“ wobei wir damit schon wieder bei Michel Foucault wären. Und die etwas älteren unter uns, erinnern sich bestimmt auch noch an Diogenes, der nackt und onanierend durch das alte Griechenland gezogen sein soll.

Und so werden wir weiterhin viele Krankheiten und Heilung versprechende Medikamente danach aussuchen, was gerade gesellschaftlich opportun ist und dazu noch die meisten und lukrativsten Jobs verspricht.

Woche

Meine Wochen sind meist gleich lang und bestehen weiterhin aus sieben Tagen. Auch beginnen diese seit 1976 montags, was damals für mich gewöhnungsbedürftig war, aber heute eine Selbstverständlichkeit ist. Auf Beschluss der Vereinten Nationen zählt der Montag seit 1978 international zum ersten Tag der Woche und so wurde der Sonntag zusammen mit dem Samstag zum Wochenende. Was u. a. bis zum Ende meiner Schulzeit dazu führte, dass wir samstags schulfrei bekamen.

Und so kann ich heute auf eine sehr ereignisreiche Woche zurückblicken. Wir haben gleich zu Beginn in den Mai hineingetanzt, dann den neuen Monat mit einer Maifeier gegrüßt, zwei Stammtische genossen, und ich durfte auch noch als Lesepate, Dozent und Nachhilfelehrer tätig werden. Und auch meine Fahrt mit dem meseno-Bus war wieder mit dabei.

Das Ganze konnte ich noch mit Tanzstunden und Aufenthalten im Stadtbad krönen. Leider aber konnte ich mich, und dies ganz überraschend, auch meinem Internet-Anschluss und den dazu gehörenden Geräten widmen, was nach gut zwei Tagen online-Hilfen und Service-Bots sich wieder wie von alleine regelte. Was mich zwar freut aber auch etwas ratlos zurücklässt. Eine weitere Überraschung erlebte ich, als ich meine inDesign-Kenntnisse reaktivieren musste. Zwar gelang es mir, mich wieder in die Software einzuarbeiten, aber die benötigten Änderungen in vorgegebenen Dateien machten mir sehr schnell bewusst, warum es professionelle Agenturen gibt — und warum diese sich so sehr mit ihren Werken verkünsteln.

Eigentlich war die Woche aber für mein neues Gadget reserviert. Leider aber konnte der Hersteller nicht zeitgerecht liefern, und so haben wir uns darauf geeinigt, dass er nach meiner Rückkehr aus den USA einen zweiten Anlauf nimmt.

Die Themenvielfalt dieser Woche war bemerkenswert und führte auch dazu, dass meine Gespräche mit Jean Marsia und François Mennerat über ein Föderalistisches Manifest sowie ein dazu gehörender Appell, der am 9. Mai 2023 in Brüssel offiziell vorgestellt werden soll, nun auch Einzug ins Forum gefunden haben. Und vielleicht gelingt es uns am 23. September 2023 bei den Hertensteiner Gesprächen dieses Manifest mit dem beabsichtigten Manifest unseres Bundesverbandes in Übereinklang zu bringen. Ein paar E-Mail wurden verteilt und die Diskussion kann auch bis dahin im Forum geführt werden. Dort befindet sich schon etwas länger ein Verfassungsentwurf, der von Javier Giner sehr aktiv beworben wird. Wenn man sich alleine diese beiden Konzepte näher ansieht, erkennt man, wie unterschiedlich Föderalismus selbst in unserem Verband betrachtet und diskutiert wird.

Holzweg

Egal wie man es nimmt, unsere personell bestens ausgestattete und kontinuierlich wachsende Stadtverwaltung lässt es sich gut gehen. Und die Wege dazu sind sehr ideenreich. Kaum ein EU- oder anderes Förderprogramm, welches nicht in neue oder zumindest besser bezahlte Dienstposten umgemünzt wird.

Und selbst das „Schicksal“ von in Heilbronn ankommenden Flüchtlingen wird zu allererst dazu genutzt, um sich in der Verwaltung weiter anzudicken. Inzwischen dürfte unsere Stadtverwaltung eine Größe erreicht haben, wo diese die Stadt und uns Bürger überhaupt nicht mehr benötigt, um voll und ganz ausgelastet zu sein.

Diese Selbstbeschäftigung führt zu immer weiteren Blüten und so ist es auch nicht verwunderlich, dass unsere Stadtverwaltung an erster Stelle steht, wenn es um innovative Betreuungskonzepte für die eigenen Mitarbeiter geht.

Wie wir erst vor Kurzem erfahren durften, wird das Deutschlandticket der Bahn für die städtischen Mitarbeiter gesponsert, was unseren Stadtsäckel jedes Jahr mit mindestens 1, 2 Millionen Euro (Heilbronner Stimme, 5. Mai 2023, 16:26 Uhr) zusätzlich belasten wird. Und so könnte man sich fragen, ob es dann noch der Luxusduschen benötigt, die die städtischen Mitarbeiter in Kürze erhalten, weil sie doch mit vom Steuersäckel geförderten Rädern zur Arbeit kommen, was eigentlich auch keinen Sinn macht, da diese allesamt elektrisch betrieben werden.

Bereits seit 2014 dürfen sich alle Beschäftigten der Stadt Heilbronn, übrigens die erste Großstadt in Baden-Württemberg, die ihren Mitarbeitern ein solch lukratives Angebot machte, ein im O-Ton „hochwertiges“ Fahrrad oder Pedelec bei einem Händler aussuchen. Über drei Jahre wird ihnen dann die Leasingrate vom Gehalt abgezogen, dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen. Zum Ende der Laufzeit können die Mitarbeiter ihr Rad, wenn gewollt, zum Restwert übernehmen. Wie teuer uns diese Maßnahme jährlich zu stehen kommt, das konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.

Und so wäre es doch wenigstens ein gutes Zeichen, um Heilbronn als, wie sich die Stadtverwaltung selbst so gerne sieht, fahrradfreundliche Kommune zu stärken, wenn man dann wenigstens die Dienstfahrzeuge unserer städtischen Mitarbeiter einsparen könnte. Denn innerhalb Heilbronns kann man gut und gerne — selbst nach Sontheim oder gar nach Biberach — mit dem Elektrorad fahren. Und auswärtige Termine in Kürze dann mit der Bahn wahrnehmen.

Dies hätte zudem für uns alle den Vorteil, dass bahnfahrende Verwaltungsmitarbeiter sicherlich dafür sorgen werden, dass Heilbronn wieder einen adäquaten Bahnanschluss erhält. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sobald ein OB oder wenigstens ein Landrat erstmals in Würzburg oder Mannheim strandet, der Ausbau der Frankenbahn nur noch eine Frage von Wochen sein wird.

Aber bis dahin befinden wir uns mit unserer Stadtverwaltung weiterhin auf dem Holzweg.

„If a man does not keep pace with his companions, perhaps it is because he hears a different drummer. Let him step to the music which he hears, however measured or far away.“

Henry David Thoreau, Walden (2020 [1854]:302)