Mädchen mit Europaflagge

Vorgeflüster 3.4 (48)

Beitragsfoto: Mädchen mit Europaflagge | © Shutterstock

In unserem Verband läuft es schon etwas länger unrund. Die Jugendorganisation ist nun völlig abgedriftet und wurde inzwischen von so ahnungs- wie auch hoffnungslosen Menschen übernommen, die damit nur versuchen, sich in ihren jeweiligen Parteien einen Namen zu machen. Das einzige, was die JEF inzwischen nur noch kann, ist, eine inhaltslose Genderdiskussion zu führen, Layout- und Logo-Diskussionen vom Zaun zu brechen und halb gare Initiativen in den Sand zu setzen.

Die Ursache für dieses jugendliche Fehlverhalten liegt nicht nur an COVID-19, das sicherlich ziemlich gestörte Gestalten hervorgebracht hat, sondern schwerpunktmäßig in der Unart drittklassiger Parteibonzen, sich einen überparteilichen Verband als Werbeplattform für ihr inhaltsloses Geblubber zunutze zu machen. Und da diese Berufspolitiker selten mit Inhalten überzeugen können, drohen sie jedes Mal mit dem Wegfall staatlicher Förderung, über die sie inzwischen voll und ganz entscheiden können.

Die JEF hingegen droht jüngst vehement mit einer Loslösung vom Mutterverband — seit ein paar Jahren kennen deren Vertreter nicht einmal mehr ihre eigene Vereinsgeschichte. Als ehemaliger JEF begrüße ich inzwischen die Trennung beider Verbände, deren Doppelmitgliedschaftabkommen auch nur ein weiteres Hirngespinst von Parteipolitikern war. Zuvor konnte man über Jahre hinweg auch so getrennt marschieren und dann gemeinsam das eine oder andere Vorhaben umsetzen. Bei halbwegs ansprechenden Veranstaltungen bekam die JEF zusätzlich eine finanzielle Unterstützung seitens des eigenen EU-Kreisverbandes. Wobei die übergeordneten Ebenen der JEF schon immer nur weitere Positionen für Parteipolitiker bieten sollten, übrigens wohl der eigentliche Grund, warum Parteien Jugendverbände bis zum Alter von 35 Jahren (!) haben.

Da ich schon immer davon überzeugt bin, dass man Reisende ziehen lassen soll und ebenfalls schon immer eine Trennung alleine anhand von Altersgrenzen für Blödsinn fand, wäre es vielleicht gar nicht schlecht, wenn diese COVID-19 und Partei-Geschädigten von dannen ziehen. Ich behaupte sogar, dass unsere Kreisverbände selber mehr und vielversprechendere Jugendliche gewinnen werden, die bisher von diesen „Alphatierchen“ nur abgeschreckt wurden.

Allerdings befürchte ich dabei, dass dies das Ende der JEF bedeutet — was aber kaum einer der Ehemaligen noch wirklich bedauern wird. Alternativ können die Kreisverbände bei Bedarf Jugendgruppen aufstellen, in denen die Mitglieder zwischen 14 bis 21 Jahren ganz frei experimentieren können; wer von diesen Spaß daran findet und auch etwas kann, der rückt sicherlich noch vor dem 21. Lebensjahr in den jeweiligen Kreisvorstand auf.

Schon etwas länger haben unsere Berufspolitiker den Europaverband zerstört, einzig und alleine, weil dieser für sie selber keinen Mehrwert mehr hatte! Politik war wohl schon immer ein dreckiges Geschäft.

Nichtsdestotrotz müssen wir Bürger uns darauf einlassen, wenn wir unsere Demokratie erhalten wollen und dürfen dabei die Hoffnung nicht aufgeben, dass es in der Politik auch anders geht.

Demokratien leben und müssen sich deshalb auch beständig ändern. In einer Demokratie kann es weder einen Status quo noch Rückschritte geben! Und so müssen wir Bürger alles daran setzen, dass wir die bestmöglichen Volksvertreter bekommen. Die besten, nicht die bequemsten oder willfährigsten, denn diese machen letztendlich nur alles kaputt.

Und so gilt es auch dieses Mal beim Bundeskongress in diesem Jahr Entscheidungen zu treffen! Für viele von uns Kreisvorsitzenden, die eigentliche Basis unseres Verbandes, kommt es sicherlich überraschend, dass der Präsident nicht mehr antritt.

Noch überraschender, dass nicht einmal das gesamte Präsidium in der Lage ist, den Delegierten des Bundeskongresses eine gangbare Lösung anzubieten, was bei dessen Dichte an Berufspolitikern aber auch zu erwarten war.

Vonseiten der Basis einen Verband ganz neu aufzustellen, ist dabei weder wünschenswert noch machbar — wir müssen die notwendigen Änderungen in Kompromissen langsam aber sicher durchsetzen, was hoffentlich schneller gehen wird als unsere Bemühungen um einen europäischen Bundesstaat. Wobei ich schon immer behaupte, dass wir längst die Vereinigten Staaten von Europa hätten, wenn wir in der Lage gewesen wären, kompetente Politiker zu wählen — wir alle aber haben uns viel zu oft für die Bequemlichkeit und das „Wasch mir das Fell aber mach mich nicht naß“ entschieden! Viel zu viele von uns auch für die Show und das Klimbim darum herum!

Beim Bundeskongress gibt es nun aktuell zwei Kandidaten, welche aber nicht nur einzeln betrachtet werden können, da sich die gesamte Konstellation im Präsidium und in der Bundesgeschäftsstelle ändern wird. Und da ich genügend Irrlichter im Verband kennengelernt habe, könnte es durchaus noch geschehen, dass weitere und dann völlig Verwirrte meinen, aus der Lamäng heraus einen bereits angeschlagenen Verband retten zu können.

Der erste Kandidat ist Anton Hofreiter, der bei mir die vergebliche Kandidatur von Franz-Josef Strauß als Präsident der EUROPA-UNION in Erinnerung ruft, welcher allerdings im Gegensatz zu Anton Hofreiter ein ausgewiesener Europäischer Föderalist war.

Auch wenn ich Anton Hofreiter im Bundestag im Gegensatz zu seiner eigenen Partei als gut und authentisch empfunden habe, lernte ich ihn bei der EUROPA-UNION als Menschen mit Starallüren kennen, der weder den Verband noch dessen Mitglieder wirklich schätzt. Als abgehalfterter Berufspolitiker sucht er nun eine neue Beschäftigung.

Als Kreisvorsitzender habe ich Herrn Anton Hofreiter mehrfach zu den Hertensteiner Gesprächen eingeladen und erhielt nicht einmal eine Antwort. Dieses Mal, als ich bei ihm gleich über mehrere grüne Kanäle nachhakte, bloß um sicherzustellen, dass sich Bündnis 90/Die Grünen nicht gänzlich aus der Europapolitik verabschieden, viel zu spät eine lapidare Absage über einen Mitarbeiter.

Inzwischen heuchelt Anton Hofreiter in seinem Bewerbungsschreiben: „Zusammenhalt und ein gutes Miteinander sind mir dabei sehr wichtig. Ich bin bereit, mir Zeit zu nehmen für eine respektvolle Zusammenarbeit des Bundesverbands mit den Landes- und Kreisverbänden und setze mich ein für eine gute Kommunikation mit den Mitgliedern.“

Aber nicht nur, dass Anton Hofreiter die völlig falsche Entscheidung wäre, auch fehlt ihm ein erfahrener Generalsekretär, was dazu führen würde, dass der gesamte Bundesverband noch weiter an den Abgrund heranrückt.

Und zum Schluss noch ein weiterer Ausschlussgrund, für den Anton Hofreiter allerdings nichts kann. Er kommt aus Bayern. Vor Jahren habe ich mich als Kreisvorsitzender gegen den damaligen Präsidenten für die Rückkehr des bayerischen Landesverbandes in die EUROPA-UNION starkgemacht, die Rückkehr später begrüßt und die Zusammenarbeit mit den Bayern immer gesucht und dabei auch Allianzen geschmiedet.

Und dies, bis ich erfahren musste, dass der bayerische Landesverband entgegen den Absprachen und Beschlüssen falsch spielt! Bis heute führen sie u. a. ihre eigenen Mitgliederzahlen nicht transparent und schon gar nicht nachprüfbar auf. Bis heute zahlen sie weniger als der Rest der Republik. Und bis heute verstoßen sie gegen Verbandsbeschlüsse, wie, dass sie die Zusammenarbeit mit der Paneuropa-Union forcieren und für diese werben — was schon für sich alleine verbandsschädigend ist.

Die zweite Kandidatin ist Andrea Wechsler, welche viele von uns baden-württembergischen Kreisvorsitzenden eigentlich als künftige Landesvorsitzende haben wollten, jüngst erst zu einer der stellvertretenden Landesvorsitzenden wählten und nur schweren Herzens nach Berlin weiterziehen lassen. Dies, weil wir um die Bedeutung eines funktionierenden Präsidiums wissen und uns Baden-Württembergern der Gesamtverband tatsächlich am Herzen liegt — wir haben schon mit dem Verlust der Europaebene zu kämpfen!

Andrea Wechsler ist zudem eine Politikerin mit Zukunft und was mir als Mitglied wie auch als Kreisvorsitzender wichtig ist, sie hört tatsächlich zu, beantwortet nicht nur die E-Mail von Kreisvorsitzenden, sondern unterstützt diese auch, wo und wann immer sie dies kann. Und selbstverständlich war sie wieder bei den Hertensteiner Gesprächen — ganz offiziell einem der diesjährigen beiden Schwerpunkte unseres Bundesverbandes — mit dabei!

Zudem kann Andrea Wechsler auf die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Generalsekretär Christian Moos bauen, in diesen für den Verband schwierigen Zeiten ein nicht zu vernachlässigendes Pfund, mit dem man durchaus wuchern kann. Nicht nur wir Baden-Württemberger arbeiten bereits seit Jahren ganz gut mit Christian Moos zusammen, sondern auch die allermeisten weiteren Landesverbände.

Die Wahl des künftigen Präsidenten, wobei ich sehr hoffe, dass es erstmals eine Präsidentin werden wird, sicherlich aber nicht, weil sie eine Frau ist (!), ist eine Richtungswahl in sehr schwierigen Zeiten.

Andrea Wechsler wird als Präsidentin vor sehr vielen und schwierigen Herausforderungen stehen, hoffentlich dann in den kommenden Jahren ein dazu passendes Präsidium finden und die EUROPA-UNION insgesamt wieder in bessere Fahrwasser manövrieren.

Ich glaube, sie hat das notwendige Zeug dazu und vor allem auch die ehrliche Absicht für unseren Verband und die Europäische Idee zu arbeiten.

Wenn es ihr dazu noch gelingt, unseren Verband wieder etwas unabhängiger von der Berufspolitik zu machen, dann stehen uns allen — vielleicht auch der JEF — wunderbare Zeiten bevor.

„You almost have to feel sorry for him [Donald Trump]. He tried, did his best to cancel me. Instead, he forced millions of people to watch the show. That backfired bigly. He might have to release the Epstein files to distract us from this now.“ 

Jimmy Kimmel, 23.9.2025

Wartberg

22.9.02025 5 (4)

Beitragsfoto: Suchbild

Vermischtes

Heute gibt es einmal wieder eine kleine Herausforderung für die Heilbronner unter uns. Das Suchbild des Tages befindet sich innerhalb eines Gebäudes. Wer kann mir sagen, um welches Gebäude es sich dabei handelt?

Donald Trump und auch noch Jens Spahn küren den Nazi-Propagandisten Charlie Kirk schnell einmal zu einem Märtyrer. Wie von mir bereits vermutet, benötigte die nationalsozialistische Internationale einen neuen Albert Leo Schlageter, da dieser bereits so angestaubt ist, dass ihn bis auf ein paar Heilbronner Gemeinderäte kaum noch jemand für eigene Social Media-Auftritte verwenden möchte.

Zudem besteht Donald Trump darauf, dass der neue Märtyrer US-Amerikaner sein muss. So würde es mich auch nicht weiter erstaunen, wenn Charlie Kirk demnächst vom US-Papst seliggesprochen wird.

Spannend wird es mit anzuschauen sein, wie sich demnächst AfD und Union um ihren neuen Märtyrer balgen werden. Wer als Leiche noch 100 000 Menschen in ein Stadion bringt, der macht sich bestimmt auch ganz gut auf Wahlplakaten. Wobei man das Ganze noch weiter ausbauen könnte, sucht doch die AfD nach einem neuen Namen für ihre Jugendorganisation. Darüber hinaus könnte man doch auch gemeinsam mit der Jungen Union den europäischen Ableger „Turning Point EU“ ins Leben rufen, einmal so knapp rechts an der Brandmauer vorbei.

Verkehrsminister Patrick Schnieder verschiebt derweil erst einmal die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn; für einen Berufspolitiker oder einen Influencer ist es dabei völlig egal, ob schlechte oder gute Presse, man wird an den Klicks gemessen. Zudem erfüllt er dabei die Unionsrichtlinien, die sämtliche Rückschritte als Fortschritt ansehen. Gäbe es in Bayern einen Dampfmaschinenhersteller, hätten wir bereits morgen wieder unsere guten alten Lokomotiven zurück. Und wir wissen es doch alle, damals war die Bahn noch pünktlich. Und wenn die dann auch noch mit Braunkohle fahren, dann werden die gesamten neuen Bundesländer sofort wieder schwarz.

Durch das neue Wahlrecht in Baden-Württemberg ist bereits jetzt sichergestellt, dass es weit mehr Abgeordnete geben wird, als es unser Land noch verkraften kann. Noch nicht sicher ist, welche Parteien und dann wie stark im Landtag sitzen werden. Die letzte Umfrage stammt vom 15. Mai 2025, heute wissen wir dank der Bild, das die AfD die Union im Bund bereits bei den Umfragen überholt hat. Ob es sich dabei um das Wunschdenken der Bildzeitungsmacher handelt, ob es tatsächlich der Realität entspricht oder ob die AfD einfach nur auch noch die Bild gekauft hat, wissen wir dabei nicht. Auf alle Fälle aber hat die AfD so viel Geld zur Verfügung, dass sie auf allen Kanälen jetzt schon wie völlig besessen Werbung für sich macht — Wladimir Putin und die deutschen systemrelevanten Personen lassen sich da nicht mehr lumpen!

Nun aber zurück zur Landtagswahl 2026. Wird es der AfD (19 %) bereits gelingen, die CDU (31 %) zu übertreffen? Werden Bündnis 90/Die Grünen ihre 20 % halten können und als dritte Kraft den Ausschlag geben? Fällt die SPD noch unter die 10 % und erspart uns damit doch so einiges? Werden Die Linke (7 %) und das BSW (4 %) die SPD als vierte Kraft ablösen? Und bleibt uns die FDP (5 %) gleich ganz erspart?

Auf alle Fälle sieht es bei uns schon fast wie in den USA danach aus, dass sich die Parteien ihre Stimmen einfach nur noch erkaufen. Da wo nicht mehr das Hirn, sondern alleine das Bauchgefühl über das Kreuz auf dem Wahlschein entscheidet, da können, wie wir es bei der CDU jüngst gesehen haben, 50 Euro ganze Wahlen entscheiden. Und für 50 Euro dürften wir Bürger auch noch im kommenden Jahr einen guten Zwiebelrostbraten erhalten — ganz sicherlich aber keine guten Volksvertreter, höchstens solche in der Preisklasse eines Donald Trump.

Star Trek

Oder der Elefant im Raum des vergangenen Wochenendes. Beginnend Freitag Morgen zog sich das Star Trek-Universum durch fast alle Gespräche. Inzwischen zählt das von Gene Roddenberry geschaffene Universum gut 13 Kinofilme und 12 Serien.

Für mich war William Shatner von Anfang an der bessere Captain, welcher mir allerdings in „Boston Legal“ (2004 – 2008) weit besser gefällt. Heute gucke ich mir die alten Folgen von Star Trek nicht mehr an. Mein Favorit der Reihe ist „Deep Space Nine“ (1993 – 1999), deren Folgen ich mir noch einmal anschauen könnte.

Und wie in wohl den meisten Universen so üblich, kommen die jeweiligen Individuen dabei nicht auf eine einzige Meinung — und schon gar nicht am vergangenen Wochenende; die Borg würden mit hier sicherlich widersprechen wollen.

Es gab bei den Hertensteiner Gesprächen mindestens einen weiteren Elefanten im Raum, was wohl mit dazu führte, dass sich die Reihen der Anwesenden ziemlich gut schließen ließen.

Spannend für mich die Diskussion ums „Gefühl“. Eine Diskussion, die als die Meinungs- und Deutungshoheit noch bei uns Evangelischen lag, so nie notwendig war („The WEIRDest People in the World“). Es war alleine „die Schrift“, welche zählte, also die Verschriftlichung und damit einhergehend die Versachlichung jeglicher Probleme und Herausforderungen; damit verbunden auch eine allgemeine Wissenschaftsfreundlichkeit.

Heute dominiert immer mehr das Gefühl oder gar die emotionale Intelligenz. Was nutzen da noch Fakten oder gar Naturgesetze, wenn einem das Gefühl doch sagt, dass man Globuli einwerfen und rechtsextrem wählen muss — da kann man einfach nichts mehr machen. Das sind die Schwingungen der eigenen Aura, die mit den Schwingungen Gleichgesinnter doch so gut harmonieren, wenn man wieder einmal gegen Schwächere hetzt.

meseno

Kaum hatte ich die Gespräche am Wochenende halbwegs verdaut, saß ich heute Morgen im meseno-Bus und tourte den nördlichen Landkreis. Wegen einer kleinen Baustelle gab es eine Umleitung, die mich schlussendlich auch noch in den Nachbarkreis führte.

Heute konnte ich dabei viel lernen. Auf dem Weg zum Zwischenziel 1 sahen wir bereits die Baustelle und erkannten sofort, dass es zum Zwischenziel 2 eine Umleitung geben muss. Als wir dann an der Baustelle ankamen, sahen wir die ersten Umleitungsschilder und Autos, die diesen bereits folgten.

„Hier regnet es ja noch mehr als auf Ferenginar. Und auf Ferenginar gibt es immerhin 238 verschiedene Wörter für Regen.“

Quark

Als Mensch mit Ortskenntnis und Geländeerfahrung wollte ich zuerst mein eigenes Hirn einschalten, das aber noch am Wochenende kaute und so machte ich es mir bequem und folgte ebenfalls den Fahrzeugen, die der Umleitung folgten. Wir kamen dabei an eine Kreuzung, wo mir mein Hirn signalisierte, dass es eine gute Idee wäre, gleich hier abzubiegen, die eigene Faulheit folgte der Umleitung. Kurz darauf fand ich es eine gute Idee, mir eine Zweitmeinung einzuholen und schaltete die Navigation ein, welche mir sofort eine Drittmeinung präsentierte. Am nächsten Schild überstimmten mein Hirn und die Navigation die Umleitung, was dazu führte, dass ich nicht nur ganz neue Gegenden kennenlernen konnte, welche meine Beifahrerin — die beste Beifahrerin aller Zeiten übrigens — als surreal bezeichnete, sondern auch noch kurzfristig den Landkreis verließ.

Letztendlich musste ich dann doch wieder mein Hirn einschalten und auf dem letzten Stück der Fahrt das Gelernte verarbeiten.

Detlef Stern nennt es in seinem gestrigen Blog-Beitrag ganz lapidar „A fool with a tool is still a fool.“ Was aber alles in allem unser gesellschaftliches Problem ganz gut erklären kann!

Hilfsmittel sind nur für jene nützlich, die diese nicht nur bedienen, sondern auch verstehen können! Wer das nicht kann, der landet mit seinem SUV im Rhein oder mit seinem 40-Tonner für Südmilch auf einem Feldweg unterhalb des Gaffenbergs; wobei ich es bewundernswert finde, wo ein Fahrer seinen Lastkraftwagen alles wenden kann, wenn er muss.

Und so werde ich den Studenten gleich morgen wieder zu erklären versuchen, dass man einen Taschenrechner oder die Rechnerfunktion auf einem Smartphone nur dann gebrauchen sollte, wenn man wenigstens das kleine Einmaleins beherrscht. So wie man nur dann studieren sollte, wenn man bereits in der Lage und willens ist, um auch ohne seine Mama durchs Leben schreiten zu können.

Auch heute noch sollten die uralten Regeln des Handwerks gelten, dass man nur das von seinen Mitarbeitern fordern kann und darf, was man selber auch machen könnte. In der heutigen Zeit wäre es sehr hilfreich, wenn man diese goldene Regel auch auf alle anderen Tätigkeiten und ganz besonders auf die Technologie überträgt — man muss wissen, was man macht und noch mehr muss man wissen, was andere (einschließlich Computer, Automaten und Maschinen) für einen machen!

Wer das nicht weiß oder nicht kann, der degradiert sich selbst unter das Niveau des genutzten Mitarbeiters oder Hilfsmittels.

„Wollen Sie mit dem Chef reden oder gleich mit jemanden, der Ahnung hat?“

Anon

Auf alle Fälle werde ich die Navigation im Auto nur noch dann einschalten, wenn ich an Orte gelangen möchte, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat — heute war es fast schon einmal soweit!

„Der Landkreis – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2025. Dies sind die Abenteuer des meseno-Buses, der mit seiner zwei Mann starken Besatzung montags unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt der meseno-Bus in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“

frei nach Star Trek
Radweg

17.9.02025 5 (5)

Beitragsfoto: Radweg

The Holdovers

Gestern gab es bei uns noch großes Kino. Alexander Payne brachte diesen Film bereits 2023 in die Kinos. Wir hatten erst jetzt die Gelegenheit, diesen einmal anzuschauen. Eigentlich ein Weihnachtsfilm, aber da es inzwischen bei uns schon überall Weihnachtsgebäck und sonstiges Gedöns zu kaufen gibt, dann doch ganz passend.

Die Handlung spielt in Neuengland um die Jahreswende 1970 herum und ist dabei so aktuell wie schon lange nicht mehr. Paul Giamatti überzeugt als Lehrer Paul Hunham auf ganzer Linie. Dominic Sessa als Schüler und Da’Vine Joy Randolph als Köchin mehr als überaus passend für diese Rollen. Während mir Paul Giamatti bereits in „The Truman Show“ (1998) gefiel, kannte ich die beiden anderen Schauspieler noch nicht.

Mehr zum Film möchte ich nicht sagen, außer, dass sich diese 133 Minuten auf alle Fälle lohnen.

Gas & Öl

Wie wir es heute wieder einmal selbst aus der Tagesschau erfahren können, kommt unser Öl und Gas weiterhin aus Russland. Selbst der Angriffskrieg Russlands auf die freie Welt hält unsere systemrelevanten Personen nicht davon ab, um weiterhin gute Geschäfte mit Massenmördern zu machen. Da wo der Rubel rollt, da möchte man nicht allzu kleinlich sein.

Und so sind unsere Politiker dazu verdonnert, uns Bürgern beständig zu erklären, dass man dies nun ändern möchte, zeitgleich aber alles zu unternehmen, dass es weiterhin so bleibt. Noch besser, man baut wie verrückt Gaskraftwerke und fährt die erneuerbaren Energien zurück wo man es kann.

Selbstverständlich könnten unsere Politiker auch anders, dann aber müssen diese auf den einen oder anderen Nebenverdienst verzichten und laufen dazu noch Gefahr, dass unsere systemrelevanten Personen ganz offiziell und auf allen Kanälen für die AfD Werbung machen, die schon immer ganz schamlos mit ihrer eigenen Käuflichkeit wirbt.

Dabei hätten es unsere Politiker eigentlich wissen müssen, dass wenn man sich von Diktatoren und Kriminellen einladen lässt, man diesen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist — selbst als Bundespräsident, Kanzler oder US-Präsident.

Vermischtes

Obiges Foto habe ich wohl von Deutschlands kürzestem Radweg geschossen. Die Erklärung dafür dürfte sehr einfach sein, entweder mussten dringend noch EU-Subventionen verbraten werden oder man benötigte noch vier Meter Radweg, um eine weitere unnötige Stelle im Rathaus rechtfertigen zu können.

Ich bin zwar kein Stadtplaner, gehe aber davon aus, wenn man diese paar Meter wenigstens schottern würde, unserer Natur und der Stadt mehr geholfen wäre.

Da hat sich Thomas Heiligenmann jüngst bei de Ingenieuren so viel Mühe gemacht, um für die Hertensteiner Gespräche zu werben. Leider bisher erfolglos, sind aber auch noch ein paar Tage hin.

Seit Kurzem habe ich auf meinem meistgenutzten MacBook das neue Betriebssystem, was man nicht so alles macht, wenn man seine Vorlesung vorbereitet. Und auch das Mobiltelefon läuft mit der aktuellen Software. Jetzt soll ich mit dem MacBook telefonieren können, etwa so wie früher mit Skype.

Mir gefällt das neue Facelift und so werde ich wohl demnächst alle Geräte, die man noch updaten kann, aktualisieren.

Gestern habe ich mit Leonhard Reinwald noch die letzte Absprache für die 9. Hertensteiner Gespräche getroffen, aber auch mit großem Bedauern feststellen müssen, dass der eine oder andere gern gesehene Teilnehmer dieses Jahr ausfallen wird. Mit 103 Anmeldungen haben wir dennoch den höchsten Anmeldestand seit Beginn der Gespräche.

Für manche beginnen die Hertensteiner Gespräche bereits am Freitag, so wie am Anfang der Gesprächsreihe und enden dann auch erst am Sonntagmorgen — der harte Kern sozusagen, oder wie wir uns gerne nennen, die Hertensteiner.

Ich gönne mir als Einstieg am Freitagmorgen noch ein Käffchen mit Detlef Stern, zum Warmlaufen sozusagen. Und so wie es aktuell aussieht, werde ich mich danach an ein E-Book zu den Gesprächen machen.

Ein klein wenig enttäuscht bin ich von einem ehemaligen Abgeordneten und wie ich glaubte langjährigem Freund, wobei ich es hätte besser wissen müssen: in Parteien gibt es keine Freundschaften.

Aber nicht deswegen, sondern kaum ist er nicht mehr in Amt und Würden, hat er kein Interesse mehr an den Gesprächen. Dass dies auch anders geht, erlebe ich gleich bei mehreren ehemaligen Abgeordneten der CDU.

Der Böllinger Bach soll auf Heilbronner Gemarkung wieder zu einem solchen werden. Dazu bedurfte es zwei Dinge, erstens zahlt dies das Land, der Bund und Europa und zweitens hübschst es dann eine Investition der Schwarz-Stiftung auf. Letzteres wohl der wahre Anlass, warum man sich bei uns dem Naturschutz verpflichtet fühlt. So wie es aktuell aussieht, versteht man darunter einen riesigen Radweg mit einer noch größeren Brücke.

Vor längerem hatte ich einmal angemerkt, dass bei uns die Radfahrer schwerpunktmäßig bei besserem Wetter unterwegs sind und dann gerne mit Motorunterstützung. Man hat mir sogleich widersprochen. Nun habe ich mir das gut zwei Jahre lang nochmals angeschaut und bleibe bei meiner Meinung.

Was aber dereinst sein kann ist, dass sobald es ein funktionierendes Radwegenetz in Heilbronn geben, dieses dann die entsprechenden Radfahrer erzeugen wird. Mich würde es dabei sehr freuen, wenn man bei uns im Flachland (Unterland) dabei wieder mehr auf die eigene Muskelkraft setzt. Ich erinnere mich noch ganz gut, hat man als Kind kaum dreimal kräftig in die Pedale getreten, war man schon aus der Stadt heraus — das Fahrrad benötigten wir eigentlich nur, wenn wir ins Umland gelangen wollten.

Seit wir nun Großstadt sind, sieht das natürlich ein wenig anders aus. Da haben sich die Distanzen wohl entsprechend mit angepasst. Obwohl, auch ich spaziere nicht mehr einmal einfach so nach Flein, Nordheim oder Weinsberg und wieder zurück.

Als junge Soldaten hatten wir noch ganz andere Größenvorstellungen, da fing eine Stadt erst so richtig an, wenn man in deren Gemarkung einen Marathon absolvieren konnte.

Jetzt aber im Alter fährt man bei uns von der Sülmerstraße aufs Weindorf mit dem E-Bike. Gäbe es ausreichend Parkplätze vor Ort, würde man auch sein SUV nehmen, das sieht einfach noch besser aus.