Blogger

31.3.02026 4.5 (8)

Beitragsfoto: Blogger | © cottonbro studio auf Pexels

Lästern

Schon etwas länger folge ich dem Blog „Live aus dem Rantgebiet“ und dies obwohl ich von anonymen Beiträgen und Blogs nichts halte — die kommen bei mir sogar noch hinter KI-Geschriebenem. Dann aber finde ich es immer wieder durchaus amüsant, wie die Autoren sich dort einzelner Themen annehmen und dabei auch ihre „Lieblingsblogger“ durch den Kakao ziehen.

Nun aber gibt es eine ganz neue Entwicklung, ähnlich wie früher bei Fefe (Felix von Leitner), bloß weiterhin rein anonym. Man soll den Autoren nun Stoff und Blogger liefern. Die Autoren schimpfen gerne und völlig zurecht auf KI-Blogs, wo aber liegt nun der Unterschied, ob ich KI oder andere Autoren für mich arbeiten lasse?

Die anonymen Autoren werden es sicherlich wissen.

Nachtrag 1. April (kein Scherz!)

Hier findet man nun Richtigstellung und Erklärung von Anon. Es kann alles so einfach sein.

Vermischtes

Zum Tagesbeginn gleich ein Nichtkäffchen mit Detlef Stern. Danach Vorlesung, welche nahtlos in eine Klausureinsicht überging. Beide Veranstaltungen gut besucht und die Klausureinsicht die beste, die ich an der Heilbronner Hochschule je hatte. Es ging dabei in erster Linie um die Inhalte und nicht um die Noten, welche von mir noch nie diskutiert wurden. Vielleicht hat es sich nach all den Semestern auch so langsam herumgesprochen.

Ein Gespräch mit zwei Studenten fand ich besonders gut und freute mich dann auch, als ich hörte, dass beide die letzte Statistikklausur bestanden haben. Nun dürfte meine Klausur keine Herausforderung mehr darstellen.

Gestern Abend zog Andreas Lochner noch einen gemeinsamen Konzertbesuch fest — ich bin nun einmal gespannt darauf, wer dort älter ist, die Band oder die Zuhörer?

Das mit den Syrern und dem deutschen Kanzler wird keine Liebe mehr. Was mich aber mehr interessiert ist, wie Markus Söder überhaupt in die USA kam? Wir werden es wohl nie erfahren. Genau so wie wir nie wissen werden, wer den neuen Cowboy-Hut gekauft hat und ob er diesen mit nach Bayern nimmt? Spannend, was der bayerische Ministerpräsident tatsächlich von „seinem“ Land hält, wenn er lieber als Cowboy oder gar als Shrek durch die Gegend tobt. Was aber vielleicht doch für etwas Geschmack spricht: wirklich alles außer Lederhose und Dirndl.

Rundschreiben

Heute wurde ich daran erinnert, dass es wieder Zeit sei, um mein monatliches Rundschreiben zu verschicken. Da ich dieses noch vor dem 1. April machen wollte, musste es nun etwas schneller als sonst üblich gehen — gut, dass mir das Schreiben nicht schwer fällt. Für mitlesende Studenten: das ist wie beim Lesen auch, beständiges Übung über Jahrzehnte hinweg macht es möglich.

Auch in den düstersten Zeiten gibt es immer wieder Dinge, die uns Menschen noch hoffen lassen. Nehmen wir zum Beispiel die „No Kings“-Bewegung in den USA, welche landesweit Hunderttausende US-Bürger regelmäßig auf den Straßen friedlich vereint. Und auch in Europa gibt es Lichtblicke. Lassen Sie uns hier nach Ungarn schauen, wo es nach gut 16 Jahren „gelenkter“ Demokratie tatsächlich zu einem Regierungswechsel kommen — am 12. April ist es so weit und Ungarn könnte sich zurück auf den Weg nach Europa begeben.

Ob USA, Polen, Türkei oder Ungarn, man kann eines dabei erkennen, nämlich, dass es für demokratische Parteien unmöglich ist, selbst wieder zurück zur Demokratie zu finden, wenn sie erst einmal den Rubikon überschritten haben. Es hilft dabei auch nichts, wenn man darauf pocht, dass es nicht der Rubikon, sondern der Fluss Lethe gewesen sei! 

Sobald sich die Wähler wieder mehrheitlich und eindeutig für unsere Demokratie entscheiden, werden diese demokratischen Parteien keine Glaubwürdigkeit mehr besitzen, das sieht man an der AKP und der PiS, es wird der Fidesz so ergehen und auch die GOP wird sich nie wieder erholen können. Die dort verbliebenen demokratischen Mitglieder werden sich in neuen Parteien neu erfinden müssen. Auch die DZP hat sich nie wieder von ihrem Sündenfall erholt.

Was wirklich nicht erstaunt, wenn man noch den Hinweis von Martin Luther kennt: „Wer mit einem Dreck rammelt, er gewinne oder verliere, so geht er beschissen davon.“ (Äsop-Übersetzung von 1530). Eine Feststellung an die man sich erinnern sollte, wenn man völlig geschichtsvergessen in Deutschland von Mauern aller Art fabuliert, was doch nur verschleiert, dass man sich selbst vor dem Rubikon befindet. Und so müssen auch bei uns in Deutschland alle demokratischen Parteien erkennen, dass es keinen Schritt mehr zurück geben wird, wenn man erst einmal am anderen Ufer steht.

Und wir Demokraten, ob nun parteilich organisiert oder auch nicht, müssen uns insgesamt darüber klar werden, wo wir uns selbst sehen und dies dann auch kundtun — Demokratien, selbst in den USA, werden nicht durch eine schweigende Mehrheit gerettet! Zu unser alle Glück haben wir (noch) keine US-amerikanischen Verhältnisse, aber man kann, wenn man nur möchte auch bei uns bereits den Rubikon erblicken! 

Die Probleme dieser Welt, nehmen wir nur Umwelt, Ukraine, Iran und die daraus resultierenden wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Folgen, können nur noch von uns Demokraten mindestens jenen in Europa, den USA, Kanada, Australien und Japan gemeinsam auch nur halbwegs behoben werden. 

Inzwischen sind die Probleme so gewaltig, dass es keine Insellösungen mehr geben wird und unser durchaus erfolgreiches — sicherlich aber auch reformbedürftiges — Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell in Gänze in sehr großer Gefahr ist. Die Alternativen sind da, werden z. B. in China, Nordkorea, Kuba oder der Russischen Föderation mehr oder weniger erfolgreich gelebt — ich behaupte aber auch nicht mehr lange — wobei die Kosten für die dort lebenden Menschen mehr als gewaltig sind, weit größer als in den noch so schlecht verwalteten Demokratien.

Es ist nun wirklich, nach all den Jahrzehnten des Experimentierens, Abwartens und Hinhaltens an der Zeit, dass wir Demokraten und ganz besonders wir Europäische Föderalisten zwar nicht auf die Barrikaden gehen, aber zumindest lautstark und nachhaltig von unseren Politikern und Mitbürgern wieder mehr Demokratie und noch mehr Europa einfordern, aber auch selbst dafür ein klein wenig mehr machen als wir es bisher gewohnt waren.

Am Europatag der Europäischen Union veranstaltet die EUROPA-UNION Heilbronn den wohl letzten Europa-Ball in Heilbronn. Bündnis 90/Die Grünen, CDU und ÖDP werden dort mit einem Informationsstand vertreten sein. Und auch der Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold wird Flagge zeigen! Platz für weitere demokratische Parteien ist vorhanden.

Was noch fehlt, das sind nicht nur viele von unseren Mitgliedern, sondern auch weitere für Demokratie und Europa Begeisterte. Spätestens seit dem Wiener Kongress wissen wir, dass ein Tanzball viel mehr ist als reines Tanzen. Schon alleine das Rahmenprogramm macht diesen Abend unvergessen. Hinzu kommen die vielen guten Gespräche und die Informationen, die man alleine schon durch die dort anwesende Vielfalt gewinnen kann. Der Schwerpunkt aber ist dabei, dass wir Europäer durch einen Ball im Herzen Heilbronns Flagge zeigen — noch können wir die Mehrheitsmeinung durch Bälle und weitere Gesprächsveranstaltungen kundtun. Es wäre sehr schade, wenn wir alle bald ähnlich wie in den USA eine verlorene Demokratie zurückgewinnen müssten!

Weiterhin in der Hoffnung, dass sich die aktuellen Gefechtshandlungen in Nahen Osten begrenzen lassen und unsere ukrainischen Verbündeten ihre Stellungen halten können, wünsche ich unseren ungarischen Nachbarn einen fulminanten Sieg der Demokratie, der den Rest Europas wieder in bessere Bahnen lenken wird und allen Totalitaristen zeigt, dass wir Demokraten noch längst nicht abgewirtschaftet haben! 


Fediverse Reactions
Fußballspieler

25.3.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Fußballspieler beim Einwurf |© Pixabay

Vermischtes

Wie wir heute lesen können, macht sich die AfD für die CDU hübsch. Es könnte aber auch weiterhin nur so sein, dass die Grenzen zwischen beiden Parteien fliesend sind. Früher™ traten CDUler auch noch gerne bei den Freien Wählern an, wenn sie in der eigenen Partei kaum eine Chance auf ein Wahlamt hatten.

Für heute habe ich genug gerechnet, Listen befüllt und Rechnungen geschrieben. Morgen ist auch noch ein Tag. Längst sind die Zeiten vorbei, wo ich so lange am Schreibtisch blieb, bis alles erledigt war. Manchmal ging schon wieder die Sonne auf und ich war dabei mit meiner kleinen Welt zufrieden. Später nutzte ich die Nachstunden eher, um an meinen Büchern oder im Blog zu schreiben, was eine ganz andere Qualität besitzt, da man dies alleine nur für sich selbst macht.

Heute nutze ich die Nachtstunden eher fürs Bingen oder mit einer guten Lektüre. Was ich jedem empfehlen kann, bevor man sich darüber beklagt, dass man nicht ein- oder durchschlafen könne. Als wir noch das Land der Dichter und Denker waren, soll es gar üblich gewesen sein, dass die Menschen ihre Nacht in Ruhe- und Arbeitszeiten aufteilten und man zweimal je Nacht ins Bett ging. Was dann wohl auch zum Mittagsschläfchen führte, eine Eigenart, die noch heute gerne beibehalten wird.

Auf alle Fälle aber wäre ich nie ein guter 9-to-5-Jobber geworden; zu unflexibel und viel zu langweilig! Lustig dabei, dass man genau diese Jobs künftig durch KI und Roboter ersetzen wird! Wer sich als Mensch in Formen pressen lässt, der verdient es einfach nicht anders.

Habe ich bestimmt auch hier schon einmal erwähnt: „Alle Menschen zerfallen, wie zu allen Zeiten so auch jetzt noch, in Sclaven und Freie; denn wer von seinem Tage nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sclave, er sei übrigens wer er wolle: Staatsmann, Kaufmann, Beamter, Gelehrter.“ (Friedrich Nietzsche, 1878).

In meiner Jugend war ich mal Borussia Mönchengladbach-Fan, dann aber haben sie mit dem Fußballspielen aufgehört. Mit dem FC Bayern München konnte ich selbst zu meinen Münchner Zeiten nichts anfangen, mit dem VfB eher schon — durfte einmal ein paar von deren Spielern drangsalieren, was durchaus etwas verbindet. Mit dem 1. FC Kaiserslautern und dem HSV bin ich kameradschaftlich verbunden und Fortuna Düsseldorf gehört seit Kurzem gewisser Maßen sogar zur Familie, zumindest ein Ultra. Hingegen Real Madrid wurde mir befohlen und als guter Soldat habe ich mir sogar deren Devotionalien schenken lassen.

Basketball ist dennoch der bessere Mannschaftssport, gleich gefolgt von Rugby und Football.

Krieg

Der Ukrainekrieg wabert weiter vor sich hin, kaum hat die Ukraine ein paar Quadratkilometer Gelände zurückerobert, schon starten die Russen eine neue Offensive. So lange die Ukrainer standhalten, läuft alles weiterhin nach Plan — so schlimm dies auch für die Betroffenen sein mag. Aber das ist Krieg!

Der beste Verbündete Putins, Donald Trump, hat derweil ganz ohne Plan eine zweite Front im Iran eröffnet. Auf alle Fälle sichert dies nun den Russen die Finanzierung ihres Krieges gegen die Ukraine und macht nicht nur die Familie Donald Trumps reich. Was erklären könnte, warum auch die Bundesregierung wieder verstärkt auf Öl und Gas setzt — es erhöht die eigenen Gewinnmargen.

Wieder einmal ein schönes Beispiel, warum Kriege geführt werden, nämlich um den eigenen wirtschaftlichen und politischen Untergang zu verschleiern oder um sich persönlich zu bereichern, meist aber beides zugleich — es geht immer ums Geld („It’s all about the money“).

Und ob dazu nun auch US-Truppen oder gar NATO-Alliierte verheizt werden müssen, reine Nebensache. Als Soldaten haben wir von unseren Politikern und Mitbürgern immer wieder hören müssen, dass wir als „Zivilversager und potentielle Mörder“ doch etwas Besseres hätten lernen können und, dass es nun „an der Zeit sei, zumindest wieder das Sterben zu lernen“.

Sobald aber unsere lieben Mitbürger befürchten müssen, dass es ihnen ggf. selber an den Kragen gehen könnte, sind wir Soldaten wieder höchst beliebt und man entlohnt uns durch beifälliges Klatschen, ähnlich wie die Ärzte und Pfleger während COVID-19. Am besten, sobald wir im Sarg nach Hause kommen, denn das spart richtig Geld.

Wie man nun lesen darf, müssen sich wohl auch Soldaten darauf einstellen, dass sie ihre eigenen Ehepartner, die nicht arbeiten können und manchmal auch nicht dürfen, noch verstärkter als sonst üblich ver- und absichern müssen. Die vom Bund ehemals bereitgestellten Wohnungen für die umzugspflichtigen Soldaten sind schon längst von Behörden unter der Hand fremdvergeben. Und für den Nachwuchs Kindergärten oder passende Schulen am neuen Standort zu finden, rein persönliches Schicksal.

Nur für den Fall, dass hier jemand fragt, warum man die Ränge bereits in Friedenszeiten nicht füllen kann — von geeignetem Personal einmal ganz zu schweigen. Wer will als Bürger schon freiwillig in den Augen seiner Mitbürger ein „rechtsradikaler Vergewaltiger“ sein?

Manche Blogger meinen, dass der Ukrainekrieg in den Medien viel zu kurz käme. Zumindest wir Soldaten wissen um die schreckliche Tragik auch dieses Krieges, aber auch, dass dieser „alternativlos“ ist.

Gerade jene, die diesen Krieg vermeintlich nicht wollen, hätten ihn schon lange beenden können. Dazu müsste man einfach nur sämtliche Wirtschafts- und sonstige Beziehungen zur Russischen Föderation abbrechen — das würde aber die eigenen Einkommen schmälern und ggf. den eigenen Wählern ein paar Unannehmlichkeiten bereiten. Was ist dagegen schon das schreckliche Schicksal von ein paar Hunderttausend ukrainischer Frauen und Kinder? Von den unzähligen Soldaten einmal ganz zu schweigen! — It’s all about money, stupid!

Blogger

Kaum habe ich über Altherrenblogger geschrieben und schon muss ich bei Stefan Rose lesen, dass Chris Kurbjuhn nicht weiter schreiben wird. Die allermeisten Uraltblogger sind schon etwas länger von uns gegangen, nun lichten sich auch die Reihen der Altherrenblogger immer mehr.

Der Lauf des Lebens halt. Passend, es regnet. Heute war mir mein Tag bereits schon vorab unangenehm, denn ich hatte die leidigen Familiengeschäfte auf heute verlegt. Und da die Anmeldungen zum diesjährigen Europa-Ball ebenfalls schleppend verlaufen, fügt sich der Tag so langsam aber sicher zu einem zusammen, auf den man später nicht so gerne zurückblicken wird.

Man soll den Tag aber nie vor dem Abend loben und so gibt es zumindest wieder etwas zum Bloggen. Auch passend wäre nun ein Rezept oder eine Restaurantempfehlung, was bei mir aktuell aber nicht erfolgen wird.

Valentin Trentin hat sein Blog vor Kurzem ebenfalls eingestellt und mit Detlef Stern diskutiere ich letztens immer wieder auch darüber, ob ich für mich nicht doch einmal eine Blogpause einlegen sollte — ich könnte dafür wieder verstärkt meinen Zettelkasten füttern oder das eine oder andere bereits fast vergessene Buchprojekt wieder aufgreifen.

Dann aber lese ich wieder Blog-Beiträge von Uraltbloggern wie David Wertheimer, was mich allerdings gerade heute auch wieder zumindest ein klein wenig sentimental stimmt, vor allem, wenn ich daran zurückdenke, wie ich selber in den 1990er-Jahren beruflich bedingt ins Internet schrieb und dachte, dass dies doch gar keine schlechte Idee für einen ganz privaten Zeitvertreib wäre.

Dann brachte mich ein Mitarbeiter auf die Idee, dass man damit doch ganz gut Geld verdienen könne und in Folge davon darf ich auf doch so einige sehr glorreich gescheiterte Internet-Projekte zurückblicken — aber auf alle eher mit einem lächelnden Auge.

Im Gegensatz zu meinem damaligen Mitarbeiter war mir Geld nie so richtig wichtig und so bin ich am Abend meiner eigenen Blogger-Zeit wieder voll und ganz zu den Anfängen zurückgekehrt, nämlich eine gute Technologie auch für den eigenen Zeitvertreib zu nutzen — wobei ich immer mehr daran denke, dass unsere damalige Software für diese Zwecke viel besser war als es die heutige ist. Was daran liegen könnte, weil wir uns alles selber zusammengebastelt oder gar zusammengetauscht hatten und das eigene Serverlein noch in der Wohnung glühte.


Fediverse Reactions
Beleuchtung

17.3.02026 4.5 (8)

Beitragsfoto: Beleuchtung

Verantwortung

Ich kenne keinen Politiker, der nur im Ansatz bereit ist, um Verantwortung zu übernehmen. Jüngstes Beispiel dürfte im Europäischen Parlament zu finden sein. Da wollte die Union dringend, koste es, was es wolle, weitere Erfolge einfahren und kungelte ganz offiziell und nachweislich über WhatsApp mit den Nazis — was diese auch sehr gerne und verständlich publik machten.

Bundeskanzler Friedrich Merz braucht dingend Erfolge und lässt auch seine Vasallen in Brüssel (Ursula von der Leyen) und Straßburg (Manfred Weber) schon lange keine Ruhe mehr. Erstere haut einen nach dem anderen raus und tanzt nun zusammen mit Markus Söder den Atomkraft-Blues — das Lustige dabei: Bayern soll Hosentaschenatomkraftwerke bekommen und das grüne Baden-Württemberg das längst überfällige Endlager; „Die Grünen sind schuld!“ — sie hätten sich einfach nicht wählen lassen dürfen!

Letzterer kungelt auf Teufel komm raus und dies schon lange mit dem selbigen. Nun bekam es auch die Öffentlichkeit mit, obwohl die Eingeweihten bei der Union eisern schwiegen — der Zweck heiligt die Mittel!

Für die Unionspolitiker völlig unverständlich, die Mehrheit mag so etwas nicht. Und so macht es sich Friedrich Merz wieder sehr einfach. Da Angela Merkel nicht da und Olaf Scholz verschollen ist, trifft es nun … den in Straßburg Verantwortlichen: Manfred Weber. Friedrich Merz und Donald Trump scheinen denselben Politikexperten zu haben; wird wohl von BlackRock spendiert.

Von Manfred Weber wissen wir allerdings bereits, dass er ebenfalls keine Verantwortung übernimmt. Seine Begründung ist seit 1945 bei uns ein Totschlagargument: „Ich habe von dem allem nichts gewusst!“ — das geht bei uns immer, selbst bei der SPD!

In diesem Falle gibt es aber gleich zwei Gründe, um ihn nach Bayern zurückzuschicken: erstens, er hat es gewusst und zweitens, er hat es nicht gewusst! — warum beim zweiten Grund? Das können nur Menschen wissen, die in ihrem Leben schon einmal selber arbeiten mussten.

Wenn Manfred Weber wieder zurück in Bayern ist, dann kann er für Markus Söder gleich zwei Atomkraftwerke in seiner Hosentasche herumtragen; das erspart dem Söder die Standortdiskussion.

Telekom

Heute fand ich eine Karte der Telekom im Briefkasten, dass ich wegen meines Glasfaseranschlusses dringend in den Telekom-Shop meines Vertrauens — ist nicht schwer, gibt nur einen — eilen soll, weil es nur noch an mir läge.

Kurz darauf stand ein Telekom-Beauftragter vor meiner Tür, genau als ich diese auf meinem Weg zur Hochschule öffnete, und ließ das Glasfaser durch das seit Monaten bereitgestellte Rohr blasen. Der Herr war sehr nett und jetzt liegen ein paar Meter Glasfaserkabel in meinem Keller.

Jetzt brauch ich nur noch eine Firma, die das Glasfaser aus dem Keller ins Erdgeschoss verlegt. Danach einen Telekommitarbeiter der den Router mitbringt und das Glasfaser verbindet. Danach einen anderen, der das Glasfaser aktiviert und mir die notwendigen Zugangsdaten zur Verfügung stellt.

Ob das Ganze etwas schneller geht, wenn ich nun in den Telekom-Shop eile, wage ich zu bezweifeln.

Vermischtes

Nach zwei Vorlesungen sind die Rahmendaten gesetzt. Auch die Klausureinsicht des letzten Semesters ist terminiert. Kommende Woche geht es dann in die ersten schnöden Details. Erfreulich, dass noch so viele Studenten mit an Bord sind. Nicht verständlich für mich, warum sich ein paar Studentinnen schlafend stellten? Wollten sie von ihren unmittelbaren Nachbarn wachgeküsst werden? Gäbe es noch nasse Schwämme, hätte ich gerne ausgeholfen. Ob eine Hochschule der ideale Heiratsmarkt ist, sei einmal dahingestellt. Könnte aber das eine oder andere Outfit erklären. Vielleicht wissen viele Studenten einfach noch nicht, dass Dozenten in den Lehrsaal hineinsehen können — das ist nämlich anders als vor der Glotze oder im Kino. Und man sieht dabei oftmals auch mehr als es den üblichen mobilen Videochat-Nutzern bekannt sein dürfte.

Detlef Stern hat sich sichtlich über das Mitbringsel aus Berlin gefreut. Vor dem Hörsaal gab es zudem Popcorn. Wer künftige Mitarbeiter mit Popcorn locken will, sollte dringend einmal an seiner Corporate Identity arbeiten. Wobei ich mich heute fragte, wer schneller durch KI ersetzt werden wird: diese Firmenwerber oder die künftigen Mitarbeiter?

Erfreulich zudem, dass sich immer mehr Teilnehmer zu den 10. Hertensteiner Gesprächen anmelden. Und auch das Hohenstaufen-Gymnasium Bad Wimpfen wird wieder mit Schülern vertreten sein.

Erstaunlich wie schnell sich das US-Militär überdehnt hat! Was alleine deswegen der Fall sein dürfte, weil man dort immer mehr auf Möchtegernexperten hört. Wenn die US-Gegner halbwegs schlau sind, können sie in den kommenden Monaten sehr einfach ein paar gewaltige Siege einfahren und ein paar noch schlauere Unternehmer sich dumm und dämlich verdienen.

Die Leidtragenden dürften die US-Soldaten und wir Steuerzahler sein! Politik war schon immer ein dreckiges Geschäft, Politik ohne Moral und Fachexpertise dürfte bei weitem aber das Schlimmste sein, wie man dieses dreckige Geschäft nur erledigen kann. Für Interessierte dokumentiert Helene Cooper in der New York Times Unvorstellbares, was bisher nur bei europäischen Kleinstkräften wie der Bundeswehr möglich erschien — was passiert, wenn man Wehrdienstverweigerer oder -unfähige zu Militärexperten kürt und darüber hinaus auch noch Reservisten mit Berufssoldaten gleichsetzt.

Das Lustige dabei, dass die jüngsten US-Flugzeugträger wie in der westlichen Welt nun wohl üblich „gegendert“ wurden und deshalb nach ein paar Seetagen ihren Flugbetrieb einstellen müssen, wenn die Besatzung aufs Klo muss. Auf alle Fälle haben sie aber noch Waffen und Munition mit an Bord, was bei europäischen Schiffen und Flugzeugen nicht mehr immer der Fall sein dürfte — die Experten regieren nämlich inzwischen die Welt. Wahrscheinlich haben diese auch immer geschlafen, sobald ein alter weißer Mann versuchte, Inhalte und Zusammenhänge zu erklären.

Schlimm es nur zu denken, aber wahrscheinlich muss Europa erst wieder in Schutt und Asche liegen, bevor unsere Politiker erkennen, das man nicht alles bloß mit dem Mund erledigen kann!