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Landesregierung 5 (8)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Im Februar diesen Jahres hatte ich mir bereits einmal die alte Landesregierung angeschaut. Im Vorfeld zur Bildung unserer neuen Landesregierung wurde pressewirksam signalisiert, dass man diese kleiner machen wolle als bisher. Und so schauen wir uns das auch gleich mal mit an.

Der neue Ministerpräsident ist Cem Özdemir MdL und wird dies gem. Koalitionsvertrag bis zum Schluss auch bleiben, ergo kein Männertausch und auch keine Doppelspitze. Lustig dabei, dass dies die CDU unbedingt wollte.

Der amtierende Chef der Staatskanzlei und Staatsminister Jörg Krauss dürfte auch künftig das Staatsministerium leiten. Im zur Seite gestellt wird Florian Hassler MdL als Staatssekretär für die politische Koordinierung und Internationales sowie Rudi Hoogvliet als Staatssekretär für Land und Bund.

Manuel Hagel wird der neue Innenminister und damit Nachfolger von Thomas Strobl, der dafür mit dem Amt des Landtagspräsidenten entschädigt wird.

Gewaltig die neue Staatssekretärsdichte im Innenministerium, wohl weil Manuel Hagel mit dem Zweitamt des stellvertretenden Ministerpräsidenten voll und ganz ausgelastet sein wird.

Europa wandert nun vom Staatsministerium zum Inneren und bekommt Cornelia von Loga MdL als Staatssekretärin für Europa. Ronja Kemmer MdB wird Chefin für Digitalisierung und dürfte wohl dafür ihr Mandat in Berlin aufgeben. Elmar Steinbacher wird Amtschef (der echte Innenminister), Staatssekretär und Koordinator für die B-Seite (wer das nicht kennt, einfach einmal googeln). Reiner Moser wird Staatssekretär für die Polizei.

Das Wirtschaftsministerium geht an Nicole Hoffmeister-Kraut MdL. Sie bekommt Thomas Dörflinger MdL als Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus. Baden-Württemberg verlegt seinen wirtschaftlichen Schwerpunkt nun hin zum Tourismus — spart auf alle Fälle Kohlenstoffdioxid ein.

Das Landwirtschaftsministerium (wir bleiben weiterhin ein Agrarland) geht an Marion Gentges MdL. Sarah Schweitzer MdL wird die Staatssekretärin für Landwirtschaft, Heimat und Ernährung — das mit der Heimat hat man von der CSU geerbt, warum auch immer.

Moritz Oppelt erhält das Justizministerium und mit Siegfried Lorek MdL einen Justizstaatssekretär mit Kabinettsrang — hört sich auf alle Fälle gut an und entschädigt vielleicht auch ein klein wenig.

Danyal Bayaz behält weiterhin das Finanzministerium, was bei klammen Staatsfinanzen wohl kaum umstritten gewesen sein dürfte — einer muss den Job einfach machen. Andrea Lindlohr ist seine Staatssekretärin.

Das Wissenschaftsministerium geht an Petra Olschowski MdL. Nese Erikli wird Staatssekretärin.

Das Soziale mit Arbeit und Jugend geht an Oliver Hildenbrand MdL. Petra Krebs wird Staatssekretärin.

Das Kultusministerium geht an Andreas Jung MdB, der dafür sein Amt in Berlin aufgibt. Andreas Deuschle MdL wird Kultusstaatssekretär.

Nicole Razavi MdL erhält das Verkehrsministerium mit Raimund Haser MdL als Verkehrsstaatssekretär.

Das Bauministerium (minus Infrastruktur) geht an Theresa Schopper. Die kommt ohne Staatssekretär aus, vielleicht ganz pragmatisch weil es im Ministerium nichts mehr zu bauen gibt.

Das Umweltministerium geht an Thekla Walker MdL. Dessen Staatssekretär wird Andre Baumann. Beim Zustand unserer Umwelt wäre sicherlich auch ein zweiter Staatssekretär vertretbar gewesen — die Schwerpunktsetzung liegt allerdings weiterhin beim Ministerpräsidenten.

Neu für mich die Funktion der ehrenamtlichen Staatsräte. Darüber möchte Cem Özdemir später entscheiden. Wer nun allerdings glaubt, dass diese uns Steuerzahler nichts kosten würden, der glaubt auch an den Osterhasen.

Und so zählen wir nun mal durch: ich komme mit dem Staatsministerium auf einen Ministerpräsidenten elf Minister und einem Staatsminister. 13 ist doch eine schöne Zahl.

Und nun zu den Staatssekretären: ich zähle hier 15, was nach Adam Riese auch heute noch 28 ergibt. Damit ändert sich die Anzahl der Kabinettstischsitzer entgegen der ursprünglichen Wahlversprechen nicht! Und im Falle, dass der neue Ministerpräsident Cem Özdemir demnächst noch mit den ehrenamtlichen Staatsräten zuschlägt, benötigt die Villa Reitzenstein einen ganz neuen Tisch.

Deutsche Staatsräson dürfte es somit sein, dass man bereits vor Amtsantritt alle Wahlversprechen einkassiert und uns Bürgern damit sogleich eindeutige Signale setzt.

Fun Fact am Rande: Staatssekretäre wurden ursprünglich angeschafft, um den Ministern je einen beamteten Fachmann zur Verfügung zu stellen. Später wurde das jeweils mit einem politischen Staatssekretär ergänzt, der wie der Minister auch keine Ahnung von der Materie hatte.

Nochmals später kam die Unart mit hinzu, dass man aus Versorgungsgründen für Politiker die politischen Staatssekretäre gerne zu beamteten Staatssekretären machte und damit sämtliche Expertise aus den Ministerien entfernte.

Dann billigte man ganz besonderen Ministern sogar drei Staatssekretäre zu und begründete dies als alternativlos. Mit vier Staatssekretären aber dürfte der Größenwahn nun auch bei uns angekommen sein.


Fediverse Reactions
Blitz

Austrittswelle 5 (2)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Aktuell warnt der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann parteiintern vor einem Austrittszunami: 50 000 Mitglieder stehen zur Debatte.

„Linnemann sprach in der CDU-Präsidiumssitzung am vergangenen Montag von zahlreichen Austritten in diesem Jahr, wie die Zeitung „Bild“ unter Berufung auf ranghohe Parteikreise berichtete. Dabei habe er einen Schwund von mehreren zehntausend Mitgliedern hochgerechnet. 

Gehe die Entwicklung so weiter, würde die CDU bis zum Ende der Legislaturperiode 50 000 Mitglieder verlieren, sagte Linnemann demnach. Linnemann selbst wollte die Aussagen auf „Bild“-Anfrage nicht kommentieren. Aus Parteikreisen hieß es, diese Zahl sei ein hochgerechnetes „Worst Case“-Szenario gewesen.“ 

FAZ Liveblog (7.5.2026)

Es gibt aber auch eine andere Erklärung. Anständige und arbeitsame Parteimitglieder haben damit begonnen, die über die Jahre hinweg angesammelten Parteileichen zu entfernen.

Vielleicht ist es aber auch nur ein weiterer Versuch von Jens Spahn die Macht zu ergreifen und sich und die CDU gleich mit der AfD als Juniorpartner anzudienen.

Egal was es auch sein mag, Friedrich Merz war schon immer der schlechteste Vorsitzende aller Zeiten und das Einzige was ihn als Vorsitzenden vielleicht noch rettet ist, dass Jens Spahn nicht einmal Vorsitzender sein muss, um die CDU vollends kaputtzumachen.

Hätte die CSU noch einen halbwegs kompetenten Berufspolitiker, wäre die freundliche Übernahme der Schwesterpartei sicherlich bereits in Gänze erfolgt. Zumindest aber wissen die Bayern wie man Parteimitglieder richtig zählt: alle Menschen, die schon einmal von der CSU gehört haben, sind zumindest Interessenten und zählen in der CSU bereits als online-Mitglieder.


Landschaft

7.5.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Landschaft | © Ursula Hecht

Vermischtes

Die letzte Meldung des gestrigen Tages war für mich der gescheiterte Einzug der Bayern ins Champions-League-Finale — und so konnte ich völlig entspannt zu Bett.

Meine Wortentdeckung des Tages: Aquathermie (18.11.2025). Bin einmal gespannt, ob wir darüber noch mehr hören und lesen werden.

Zwar steht mit dem Europa-Ball eine größere Veranstaltung vor der Tür, was uns nicht davon abhält, die kommenden Veranstaltungen weiter auszuplanen. Und so habe ich mir für diesen Blog-Beitrag ein Foto von Ursula Hecht ausgeliehen. Wer von den Lesern weiß, von wo aus die Aufnahme gemacht wurde?

Bevor wir auf die neue Koalition in Baden-Württemberg gucken, lohnt sich ein Blick auf das erste Jahr exGroko. Albrecht von Lucke meint dabei, dass wir gerade einen Kipppunkt in der Kanzlerschaft erleben würden. Die Tagesschau versucht hier das erste Jahr zu analysieren. Derweil bringt bei uns ein CDU-Abgeordneter das Ende der Koalition ins Gespräch.

Anstatt nicht oder schlecht zu regieren, könnte man es doch einmal mit etwas Solidität und Verlässlichkeit versuchen — meine 5 Pfennig zum heutigen Tag.

Koalition

Gestern kam der Koalitionsvertrag auf den Tisch. Gerne füge ich in hier mit an. Sehr viel Geschwafel, wobei in der Europapolitik sich der Rechtsruck nun nicht mehr verleugnen lässt. Jetzt bekommt auch die Paneuropa Union wieder Geld und Einfluss.

Wobei unsere Volksvertreter und selbst die Verantwortlichen in diesem „Verband der Ewiggestrigen“ Schwierigkeiten mit dessen Schreibweise haben — was sich inzwischen sogar auf unseren Verband auswirkt, denn dort verdingen sich diese Menschen ebenfalls schon etwas länger; entgegen unseren eigenen Statuten. Wohl auch deshalb hat unsere völlig unbedarfte Verbandsjugend das neue Logo so vehement durchgesetzt — viel zu viele dieser Möchtegernkarrieristen fahren inzwischen zweigleisig.

Mein Fazit: es lohnt sich nicht wirklich in den Vertrag zu gucken, denn jeder von uns weiß doch ganz genau, dass er mit Veröffentlichung nur noch in Teilen gültig ist und auf alle Fälle keine Relevanz für die neue Regierung haben wird. Das hatte noch keiner der hier im Blog aufgeführten Koalitionsverträge.

Spannend aber das Ende des Vertrags:

„Für den Fall, dass ein Abgeordneter oder mehrere Abgeordnete des Landtags von Baden-Württemberg im Laufe der 18. Legislaturperiode in eine andere Fraktion wechseln oder eine Fraktion verlassen sollten, gilt: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg und die CDU Baden-Württemberg werden in unveränderter Form an der gemeinsam gewählten Landesregierung und den vereinbarten Inhalten festhalten. Die Grünen stellen weiter den Ministerpräsidenten. Es wird keine nachträgliche Veränderung an der Zuteilung der Ministerien oder anderen vereinbarten Funktionen an die beiden Regierungspartner vorgenommen. …“

Koalitionsvertrag

Glasfaser

Gestern kam ein gutes Team der Telekom und verlegte gleich zwei Glasfasersteckdosen. Das Vorgängerteam hatte vor Kurzem noch eine vorgesehen. Die neue Begründung nachvollziehbar, aber nicht kundenfreundlich. Den von der Telekom angelieferten Router mit Modem bestaunten alle drei Mitarbeiter und empfahlen mir einen anderen Router, den ich im Telekom-Shop holen solle. Detlef Stern hatte mir vorab eine Fritzbox empfohlen. Im Laden gab es dann den zeitgemäßeren Telekomrouter nicht und so empfahl mir der freundliche Mitarbeiter vor Ort denselben Router wie Detlef.

So gab ich meine beiden Leihgeräte im Shop zurück und erwarb in einem anderen Laden eine Fritzbox. Wieder von meinem Stadtbummel zurück, wartet bereits eine E-Mail der Telekom auf mich, dass ich nun den Router installieren könne. Nach ein paar Minuten war dies ohne jegliche Probleme geschehen und ich hatte erstmals eigenes Glasfaser, auf das ich übrigens seit den 1990er-Jahren wartete. Wobei mein CD-Spieler bereits in den 1980er-Jahren mit einem Glasfaserkabel an den Verstärker angebunden war, diese Verbindung steht heute noch.

Nun meldet mein Magenta-App, dass es nicht ganz korrekt mit einem von der Telekom auch offiziell empfohlenen Router funktionieren könne. Was vielleicht auch erklärt, dass die Telekom entgegen der eigenen E-Mail — von denen ich gestern schon einen ganzen Schwung bekam — weiterhin davon ausgeht, dass ich einen Hybrid-Anschluss habe.

Diesen muss ich nun noch zurückbauen und dessen Leihgeräte ebenfalls an die Telekom zurückgeben. Nun bin ich einmal gespannt darauf, wann die Bürokratie erledigt sein wird.

Leider musste ich feststellen, dass ich meine Mesh-Geräte der Telekom nicht mit der Fritzbox verknüpft bekomme — im Falle, dass dies nicht an mir liegt, wäre dies ein weiteres Armutszeugnis für unser digitales Deutschland. Auf alle Fälle habe ich für mich einen Workaround gefunden, der es mir ermöglicht, nun ohne diese Geräte auszukommen — zumindest vorerst.

Die alten Telefone funktionieren weiterhin, auch mit der Fritzbox. Mein Fazit für heute: Die Verbindung steht und die wichtigsten Geräte sind alle online.