Skulptur

14.3.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Skulptur

Vermischtes

Das Suchbild des Tages stammt nicht aus Berlin. Meine reisefreudigen Leser erkennen es bestimmt. Inzwischen etwas versteckt, findet man die Skulptur an einem ehemaligen Busbahnhof.

Gestern ging es sehr früh per pedes zum Hauptbahnhof, wo wir auf den verspäteten Zug warten durften. Was dazu führte, dass wir uns eine neue Reisestrecke aussuchen konnten. Endlich im Zug, beendete dieser seine Fahrt in Lauda. Ohne Ansagen verließen wir Reisenden den Zug und strandeten an einem Ort mit dem Charme der DDR kurz vor der Wende.

Später ging es dann mit einem weiteren Zug in eine ganz andere Richtung, was dazu führte, dass ich nach 1988 doch nochmals auf den Bahnhof in Hannover zurückgreifen musste. Und sofort wusste ich wieder, warum ich seither erfolgreich bestrebt war, an diesem Bahnhof nicht mehr halten zu müssen.

Erfreulich während der Fahrt ein etwas älterer Zugbegleiter, der völlig tiefenentspannt den Reisenden wieder etwas mehr Vertrauen in die Bahn zurückgab. Tiefenentspannte Mitarbeiter gibt es aber auch im Bundestag.

Bundestag

Sehr früh lernte ich den Europarat, das Europäische Parlament (beide in Straßburg), den Landtag in Stuttgart und den Bundestag erst in Bonn und später dann in Berlin kennen. Das Reichstagsgebäude war dabei erst Schülerpflicht und gehörte in den 1980er-Jahren noch mit zu meiner Berufsausbildung. Nach dem Umzug des Bundestages dorthin wurde es für mich zu einer Touristenattraktion. Übrigens, das Reichstagsgebäude und damit auch der Bundestag gehören heute zu den meist besuchten Parlamentsgebäuden der Welt.

Erst viel später wurde der Bundestag auch Ziel meiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Und so konnte ich mir dank Jan-Philipp Scheu gestern den Bundestag einmal etwas ausführlicher anschauen. Da die Anreise mit der Bahn ein ganz eigenes Abenteuer war, improvisierte Jan-Philipp ein wenig und es wurde eine nächtliche Besichtigungstour — was seinen ganz eigenen Charme hatte.

Das Ganze krönten wir zum Schluss noch mit einem leicht verspäteten Abendessen, was aber in einer Großstadt kein Problem darstellt.

Mitten in den Katakomben des Bundestags trafen wir auf einen Mitarbeiter, der dort ganz alleine seine Körbe warf. Und dies in einer der schönsten Sporthallen Deutschlands. Ich war kurz versucht, ihm den Ball streitig zu machen.

Leserschaft

Kaum habe ich mich von den Strapazen einer Fahrt nach Berlin, einer wunderbaren nächtlichen Führung durch den Bundestag mit einem anschließenden, sehr unterhaltsamen Abendessen erholt und sitze mit der Welt und mir völlig zufrieden in einer Tagungsstätte, als sich mir ein Leser meines Blogs zu erkennen gibt. Was mich nun motiviert, um diese Zeilen einfach so zwischendurch zu schreiben.

Vor zwei Tagen saß ich noch bei schönstem Wetter in meiner aktuellen Lieblingskneipe in Straßburg und besprach mit dem Wirt eine mögliche Veranstaltung. Und dies auf die Gefahr hin, dass dann auch diese Kneipe dereinst zu einem Touristenmagneten werden wird — den Wirt würde es sicherlich erfreuen. Auch wenn ich mit dieser Kneipe, die nun auch schon zwei Jahrzehnte besteht, voll und ganz zufrieden bin, trauere ich doch ein wenig meiner alten Lieblingskneipe nach, die ich über 30 Jahre hinweg alleine mit Kameraden, mit Freunden oder gar ganzen Reisegruppen regelmäßig besuchte und mich dabei fast schon selbst zum Inventar zählte. Plötzlich war dann jeder dort und ich musste mir eine neue Kneipe suchen.

Was mich wiederum an eine Pommesbude in Brüssel erinnert, die wir dorthin ausgeliehenen Gastarbeiter notgedrungen, weil mit zu geringem Tagegeld ausgestattet, regelmäßig aufsuchten und dort auch die eine oder andere Besprechung hinverlegten. Als diese Bude plötzlich zum fotogenen Hintergrund für Prominenz wurde, war es mit dieser Zeit auch zu Ende. Spannender Weise fragten später Reisegruppen, die ich durch Brüssel führen durfte, immer wieder genau nach dieser Pommesbude.

Was mich immer wieder fragen lässt, warum viele meiner Mitmenschen Dinge für gut und erstrebenswert befinden? Wohl einfach nur, weil es mehrheitsfähig ist. Das hatte ich hier aber schon einmal.

Nun sitze ich wieder einmal in einem Bundesausschuss und frage mich, warum ich mir dies überhaupt noch antue. Als ich als junger Mensch erkannte, dass meine Mitstreiter außer bloßen Äußerlichkeiten nichts mehr im Kopf haben und nur noch Schein dem Inhalt vorziehen, trat ich aus meiner damaligen Partei aus und beendete damit gut vier Generationen liberaler Familiengeschichte.

Als militanter Föderalist kann ich aus „meiner eigenen Bewegung“ nicht austreten, ich ziehe mich einfach immer mehr auf die kleinstmögliche föderale Struktur zurück — Föderalismus ist einfach eine Lebenseinstellung.


Fediverse Reactions
Zukunft

13.2.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Zukunft | © mykedaigadget from Pixabay

Landesregierung

Bevor es demnächst eine neue Regierung in Stuttgart geben wird, schauen wir einmal kurz auf die bisherige. Dank Bündnis 90/Die Grünen und der CDU die größte Regierung Baden-Württembergs aller Zeiten. Wir wissen heute zwar noch nicht, wie die kommende Regierung aussehen wird, allerdings wissen wir ganz genau, dass diese noch größer als die letzte werden wird. Man sollte schon jetzt einen ganz neuen Tisch bestellen!

An der Spitze unserer Landesregierung steht Winfried Kretschmann. Dieser residiert mit seinem persönlichen Gefolge in der Villa Reitzenstein. Ihn unterstützen weitere elf Minister mit ihren eigenen Stäben und Verwaltungen, was insgesamt dazu führt, dass am Kabinettstisch 28 Politiker sitzen.

Jörg Krauss passt als Staatsminister und Chef der Staatskanzlei darauf auf, dass der Ministerpräsident immer seinen Tee richtig temperiert zur Verfügung hat. Florian Haßler ist Staatssekretär für politische Koordinierung, Europa und Internationales im Staatsministerium und mir schon alleine aufgrund seiner Tätigkeit bekannt und in guter Erinnerung.

Innenminister Thomas Strobl, der auch noch stv. Ministerpräsident sein darf, was immer das auch sein mag. Durch unzählige hausinterne Skandale konnte er seinen Bekanntheitsgrad in den vergangenen Jahren erhalten. Zum Schluss fragt eh niemand, warum man den Politiker oder diese Politikerin überhaupt kennt.

Dr. Danyal Bayaz ist der Finanzminister, von dem die wenigstens schon einmal etwas gehört haben dürften. Theresa Schopper ist Kultusministerin, nur für den Fall, wenn sich jemand fragen sollte, warum unser Bildungssystem so schwer gebeutelt ist. Für Petra Olschowski wurde das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst geschaffen, denn wir wissen alle, dass unsere Intelligenzija ganz alleine ohne jegliche Gängeleien nichts auf die Reihe bekommen würde.

Thekla Walker ist Umweltministerin, schon alleine deren Notwendigkeit bezeugt, dass heutige Regierungen nichts mehr auf die Reihe bekommen, und gibt zudem darüber Auskunft, dass man lieber an den Auswirkungen herumspielt als einmal an den Ursachen zu arbeiten.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut darf sich um den Tourismus kümmern und wenn noch Zeit übrig ist, um die Wirtschaft. Wer Arbeit sucht, dafür ist sie auch zuständig. Manne Lucha darf den Betreuungsonkel geben und sich um Soziales, Gesundheit und Integration kümmern. Marion Gentges ist zuständig für Justiz und Migration, was wohl bezeugen soll, dass bei uns nur Ausländer kriminell sind.

Winfried Hermann ist zumindest mir bekannt, da er sich gerne für seine Aufgaben als nicht zuständig erklärt. Er ist Minister für Verkehr, nur für welchen dürften sich auch andere fragen. Peter Hauk ist auch ein Minister, nämlich für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Nicole Razavi sollte sich als Ministerin eigentlich um die Landesentwicklung und Wohnen kümmern — sie dürfte sich inzwischen wohl eingerichtet haben.

Rudi Hoogvliet ist Staatssekretär für Medienpolitik und koordiniert wohl die Termine der Landesregierungsmitglieder bei den Friseuren, Visagisten und Talk Show-Auftritten. Barbara Bosch musste man auch irgendwie noch unterbringen; sie darf als Staatssekretärin Zivilgesellschaft und Bürger bespaßen — ihr Bekanntheitsgrad dürfte dabei gute Auskunft über ihren Erfolg geben. Sandra Boser staatssekretärt so im Bereich Kultus, Jugend und Sport herum. Volker Schebesta hilft ihr gemäß Regierungsvertrag mit dabei, was zeigen könnte, wie wichtig das für die Regierung ist oder auch nur, dass man dies einer Frau so ganz alleine einfach noch nicht zutraut.

Thomas Blenke ist Staatssekretär für Digitalisierung und Kommunen. Staatssekretärin Gisela Splett ist die „schwäbische Hausfrau“ im Finanzministerium; seit Angela Merkel ist solch eine Position in der Union einfach gesetzt und die Grünen haben, was die Finanzen angeht, eh keine Ahnung, zumindest wenn man CDU-Mitglieder befragt.

Arne Braun, Dr. Andre Baumann, Dr. Patrick Rapp, Dr. Ute Leidig, Siegfried Lorek, Elke Zimmer, Sabine Kurtz und Andrea Lindlohr sind auch noch da, ebenfalls Staatssekretäre und dürften sich bestimmt in ihren jeweiligen Parteien ihre Meriten verdient haben.

All diese Frauen und Männer bilden die aktuelle Landesregierung und passen kaum noch an den Tisch. Unter Leitung des Ministerpräsidenten kommen sie in der Regel wöchentlich zu einer Kabinettssitzung zusammen. Nur für den Fall, dass sich jemand fragen sollte, warum auch diese Regierung nichts gebacken bekommt. Arbeit findet bekanntlich nur bei bis maximal zwölf Personen in einer Besprechung statt, manche behaupten sogar, dass bereits bei sieben Personen die absolute Obergrenze erreicht sei.

Funfact am Rande, alleine für das oben verlinkte Gruppenfoto dürften mindestens 5 000 Euro an Friseur- und Visagistenkosten angefallen sein.

Vermischtes

Kaum sind die Klausurergebnisse veröffentlicht, schon kommen die Anfragen zur Klausureinsicht. Meist ist dies dann meine erste Begegnung mit den betroffenen Studenten. So lange manche Studenten die Klausur bestehen, ohne sich jemals das Thema etwas näher angeschaut oder eine diesbezügliche Vorlesung besucht zu haben, wird sich daran sicherlich nichts ändern. Als Student darf man nur nicht dem Irrglauben verfallen, dass man etwas gelernt hat, wenn man nur so ganz knapp am Scheitern vorbeigerauscht ist. Manchen gelingt mit dieser Methode sicherlich auch ein Abschluss, was erklären könnte, dass solche Abschlüsse inzwischen in Firmen, die tatsächlich noch Geld verdienen müssen, nichts mehr wert sind.

Leider aber leben wir in einer Transfergesellschaft, wo viel zu viele Firmen nur noch Menschen einstellen, um an die staatlichen Transferzahlungen zu gelangen. Das ist fast wie in der DDR: alle sind in Arbeit und keiner bekommt noch etwas gebacken. Und es dürfte auch keinen wirklich wundern, dass Menschen sich lieber Scheinarbeitsplätze suchen, als tatsächlich noch zu malochen und echte Verantwortung zu übernehmen.

Noch vor Kurzem mussten Leistungssportler Politikerbesuche in Duschen und auf Toiletten über sich ergehen lassen, dank inzwischen funktionierender Telefonverbindungen können sie unsere Politiker nun ganz einfach wegdrücken. Wenn dies aber zum Regelfall werden sollte, müssen wir damit rechnen, dass das Wegdrücken bald nicht mehr geht oder schlimmer noch die dafür anfallenden Strafzahlungen sogleich mit auf die Telefonrechnung kommen.

Marco Rubio ist heute in München angekommen. Wir dürfen alle gespannt darauf sein, was für Beleidigungen und Drohungen das Trump-Regime dieses Mal wieder mit dabei hat. Wir Europäer haben dabei erneut das Problem, wie geht man mit einer gewählten Bande von Kriminellen um? Ganz offensichtlich haben alle Europäer aus der Hitler-Diktatur nichts gelernt.

Opernball

Wie erwartet war auch der diesjährige 68. Wiener Opernball ein voller Erfolg. Mehr als 5 000 Gäste aus aller Welt erlebten bis in die frühem Morgenstunden eine rauschende Ballnacht voller Musik, Tanz und Tradition. Für jene, die wie ich dem ganzen Treiben am Bildschirm folgten, war allerdings kurz nach Mitternacht bereits wieder Ende Gelände.

Seit 1877 ist der Opernball fixer Bestandteil des Wiener Veranstaltungskalenders und damit eines der kulturellen Highlights Europas. Wahrscheinlich sogar das Aushängeschild europäischer Kultur weltweit. Für mich immer wieder völlig unverständlich und faszinierend zugleich, wie viele unterschiedliche wunderbare Roben es an einem einzigen Ort geben kann. Und ganz unserer Kultur geschuldet dabei auch die eine oder andere völlige Geschmacklosigkeit — was selbstverständlich immer in den Augen des Betrachters liegt.

Thema des Abends auch der Vergleich dieses Balls, von denen Wien gleich mehrere ähnlich erfolgreiche hat, mit dem Opernball in Dresden. Den Semperopernball gibt es auch schon seit 2006 (1925) und er dürfte etwas halb so groß wie der Wiener Opernball sein. Warum man beide Bälle miteinander vergleichen muss, liegt wohl an der sächsischen Mentalität. Auf alle Fälle aber kam auch Michael Kretschmer nach Wien, und ich hoffe, um von den Besten zu lernen und nicht, um mit Sebastian Kurz neue Ränke zu schmieden.

Auf alle Fälle aber finde ich es bewundernswert wie die Wiener und ihr österreichisches Drumherum, wobei sich hierbei die mittelständigen Unternehmer von ihrer besten Seite zeigen, für dieses kulturelle Highlight einsetzen. Sie scheinen dabei keine Kosten zu scheuen und versuchen für den Opernball Prominenz aus der ganzen Welt nach Wien zu locken.

Dieses Mal war Sharon Stone mit dabei und ganz offensichtlich von den Wienern und ihrem Charme völlig überwältigt — mit echten Bällen und Veranstaltungen kann Hollywood einfach nicht mithalten! Immer wieder findet man dort auch Gestalten wie Harald Glööckler, der mich dieses Mal durch seinen Wortwitz beeindruckte: „Küssen und Tanzen kostet extra!“


Foto Umberto Ecos in der la Repubblica

31.1.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Foto Umberto Ecos in der la Repubblica | © La Repubblica

Umberto Eco

Im gestrigen Gespräch mit Detlef Stern ergab es sich, das wir beide Umberto Eco lesen. Er laß „Der Name der Rose“ bereits 1982 oder 1983, ich erst während meines Studiums 1984. Ecos Bücher stehen noch heute in meinem Regal, was ich von sehr vielen anderen Autoren nicht behaupten kann. Im Zuge meiner Recherchen für mein eigenes Buch musste ich doch so einige „wissenschaftliche“ Werke in den Müll verfrachten, einfach weil sie nicht nur von irgendwelchen Hiwis zusammengeschustert waren, sondern auch noch bei einer Prüfung der dort aufgeführten Quellen völlig versagten. Was einen Autoren sogar dazu veranlasste, mir mitteilen zu müssen, dass Hiwis in seinem Buch für die Quellen zuständig gewesen seien.

Warum sollen Politikwissenschaftler für ihr Tun und Lassen Verantwortung übernehmen, wenn es Politiker auch nicht tun? Umberto Eco hätte bestimmt an diesem Standardwerk seine Freude gehabt! Das vermute ich, nachdem ich den von Detlef Stern empfohlenen Film gestern Nacht noch geguckt habe — die heutige Technik macht so etwas möglich.

Dieser Film trägt den Titel „Umberto Eco – Eine Bibliothek der Welt“ und stammt bereits aus 2022. Davide Ferrario führte Regie. Die Dokumentation ist auf Italienisch, auf Wunsch mit deutschen Untertiteln. Deshalb konnte ich meine bessere Hälfte für diesen Film gewinnen, da sie bereits seit ein paar Jahren an ihren Italienischkenntnissen arbeitet.

Menschen, die etwas mit Umberto Eco anfangen können, die werden diesen Film bestimmt genießen. Ich vermute, die meisten haben ihn bereits sogar schon gesehen.

Vermischtes

Beiträge wie der von Martin Thielecke über SAP lassen mich immer wieder gerne in meine Timeline schauen. Das Einzige was ich schon immer an SAP bewundere, dass diese Firma wirklich jeden Schrott verkaufen kann — ich gehe einmal nicht davon aus, dass sie das mit dem Schmieren nur sehr gut verstehen; es sind einfach Verkaufsgenies.

Danach kam dann gleich auch noch Thomas Michl um die Ecke, der seit Jahren immer wieder gerne an unserem Europastammtisch teilnimmt.

„Der gute alte Stammtisch wirkt antiquiert und aus der Zeit gefallen. Er ist alles andere als modern und hip. Und doch habe ich gelernt, ihn zu schätzen. Als Ort der Begegnung und des persönlichen Austauschs. Als Ort, an dem wir lernen und üben, miteinander zu diskutieren, uns auszutauschen und unterschiedliche Meinungen als gleichwertig zu akzeptieren. Gerade im Zeitalter der schnelllebigen digitalen Kommunikation, in der mit einem Klick die ganze Welt binnen Sekunden mit unseren Ideen, Gedanken und Impulsen, aber auch mit emotionalen Ausbrüchen konfrontiert wird, braucht es einen Ausgleich und einen Ort der persönlichen Begegnung. Einen Ort, an dem wir uns von Angesicht zu Angesicht begegnen und in den Austausch treten. Eine begrenzte Arena, in der wir nicht befürchten müssen, dass lautes Denken sofort einen Shitstorm auslöst.“

Thomas Michl (31.1.2026)

Könnte sein, dass die Social Media deshalb so erfolgreich sind, weil man nicht aus dem Haus muss und andere Menschen zudem anonym belästigen und drangsalieren kann.

Und zum guten Schluss lässt mich auch noch Stefan Pfeiffer wissen, dass er einen von mir geteilten FAZ-Beitrag ebenfalls gelesen hat. Meine kleine Bloggerwelt ist für heute völlig in Ordnung!

Heute Nachmittag noch ein Treffen mit Vereinsmitgliedern des Deutsch-Afrikanischen Vereins, danach Spieleabend.

Rundschreiben

Mein Rundschreiben für Februar ist raus. Seit ich wieder etwas mehr Politisches in meinen Rundschreiben veröffentliche, was so von einigen Mitgliedern erwünscht war, reduziert sich die Anzahl der Leser. Wenn man mich um meine Meinung bittet, dann kann man nicht erwarten, dass ich die Meinung anderer vertrete — ich bin kein bezahlter und schon gar kein gekaufter Vertreter.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Europäische Föderalisten, 

die aktuellen Geschehnisse in Minneapolis machen sprachlos, zeigen aber sehr gut, was geschieht, wenn eine demokratische Partei den rechtsstaatlichen Grundlagen abschwört und ausschließlich Parteiinteressen verfolgt. 

Was geschieht dann erst, wenn bei uns eine Partei an die Macht kommt, die von Anfang an allen demokratischen Gepflogenheiten abgeschworen hat und ganz offensichtlich erneut Demokratie nur bis zu einer Machtergreifung heuchelt? 

Selbst dann, wenn wir Bürger mit keiner einzigen demokratischen Partei zufrieden sein sollten, müssen wir erkennen, dass es absolut falsch ist, wenn wir antidemokratischen Kräften nur den Hauch einer Chance geben. Gerade zeigt uns die US-Demokratie wie schnell selbst die ältesten demokratischen Parteien ihren Halt verlieren und in den Wettstreit mit Totalitaristen treten — auch bei uns sind solche Tendenzen erkennbar!

Die Gründungsväter unserer deutschen Demokratie wussten dies noch aus eigener Erfahrung und schoben solch einem Treiben einen Riegel vor:

Nach Art. 21 Abs. 2 Grundgesetz (GG) sind Parteien verfassungswidrig, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden. Sie können durch das Bundesverfassungsgericht verboten werden.

Die Richtergeneration der Nachkriegszeit war weniger zimperlich und rettete uns bekanntermaßen noch vor solchen Versuchungen. Ich behaupte nun nicht, dass unsere deutsche Gesellschaft schon immer auf einem Auge blind war, gebe aber zu bedenken, dass wir insgesamt und noch mehr unsere gewählten Volksvertreter aktuell mit dem Feuer spielen. 

Auch sollten wir nicht abwarten, bis wir uns in Sachsen-Anhalt die Finger verbrennen! Jedes Feuer kann sehr schnell außer Kontrolle geraten — vor allem weil Polizeiapparate mit DDR-Erfahrung sich wunderbar gleichschalten lassen; noch heute werden dort u. a. Todesfälle in Polizeigewahrsam nicht aufgeklärt. 

Aber schon am Sonntag, 8. März 2026 können wir Bürger in Baden-Württemberg Nägel mit Köpfen machen und sämtlichen antidemokratischen Parteien eine Abfuhr erteilen. Wenn wir dabei erfolgreich sind, hilft es vielleicht unserer Legislative und Jurisdiktion wieder dabei, etwas mutiger zu werden. 

Noch heute bin ich fest davon überzeugt, dass es falsch war eine NPD alleine wegen einer vermeintlichen Bedeutungslosigkeit nicht zu verbieten — eine sehr einäugige Auslegung unseres Grundgesetzes!

Wir Europäische Föderalisten stehen alle mit beiden Beinen auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, manchmal ist es dabei angebracht, dass man dies nicht nur am Wahltag kundtut. Deshalb bitte ich alle unsere Mitglieder, sich in den nächsten Monaten ein klein wenig mehr für unsere Demokratie und unser Europa stark zu machen.

Aktuell ist es eher unsere Demokratie, die mir Sorgen bereitet. Sobald wir diese Kuh wieder vom Eis haben, müssen wir uns gemeinsam überlegen, warum wir weiterhin an der Mär europäischer Nationalstaaten festhalten möchten. Ich bin mir dabei völlig bewusst, dass nicht alle von uns dies gutheißen können — vermeintliche Traditionen halten sich erstaunlich besser als tatsächliche, einfach nur, weil sich Hirngespinste schlecht an der Realität messen lassen.

Bis zum 8. März 2026 haben die demokratischen Kandidaten zur Landtagswahl im Stadt- und Landkreis Heilbronn noch die Möglichkeit, sich bei zwei Europastammtischen kurz vorzustellen. Es freut mich, dass eine Kandidatin ihr Kommen bereits avisiert hat. Wir Europäische Föderalisten sind überparteilich und unterstützen grundsätzlich alle demokratischen Kandidaten, besonders aber jene, die bei uns Mitglied sind.

Auch unterstützt die EUROPA-UNION Heilbronn die Veranstaltung des Landesverbandes und Stuttgarter Kreisverbandes zum Thema „Vielfalt verbindet: Landespolitik als europäischer Brückenbauer” mit den Spitzenkandidaten der Parteien der Europäischen Bewegung. 

Wir laden Sie alle herzlich ein, mit dabei zu sein, um sich zu informieren und die Kandidaten und ihre Positionen kennen zu lernen.

Dienstag, 3. Februar 2026, ab 19.00 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr)
Ort: SpOrt Stuttgart, Fritz-Walter-Weg 19, 70372 Stuttgart
Anmeldungen bitte an events@europa-union-stuttgart.de

Am Europatag, 9. Mai 2026 (Samstag) möchten wir mit dem Europa-Ball Europa und unsere Demokratie feiern. Wir hoffen darauf, dass wir bei der Landtagswahl dafür sorgen konnten, dass es viel zu feiern gibt! 
Auf alle Fälle aber werden wir unter dem Motto „Culture meets Politics“ zeigen, dass Europa großen Spaß machen kann und wir in Vielfalt geeint sehr viel gewinnen können. Wir hoffen dabei darauf, dass möglichst viele Tanzbegeisterte und an Europa Interessierte durch ihre Teilnahme ein Signal setzen. Wir Demokraten müssen uns einfach bemerkbarer machen und mit den großen Vorzügen und Vorteilen von Demokratie werben. Parteien, Wählergruppen und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen können dabei sehr gerne Flagge zeigen!

Am Samstag, 19. September 2026 gehen wir dann inhaltlich und programmatisch bei den 10. Hertensteiner Gesprächen in die Vollen. Wir hoffen dabei, auch die letzten Zweifler von einem europäischen Bundesstaat überzeugen zu können. Auf alle Fälle aber wird es wieder zahlreiche und sehr spannende Diskussionen geben! Auch hierbei sind die Mitglieder der EUROPA-UNION Heilbronn aufgefordert, durch eine Teilnahme für unser gemeinsames Europa und unsere Demokratie einzutreten. 
Noch haben wir Bürger die Gelegenheit, um auf gut geplanten und organisierten Veranstaltungen Flagge zu zeigen. Minneapolis zeigt uns ganz aktuell, dass dies sehr schnell ganz anders und dazu sehr unangenehm werden kann. 

Es wäre sehr schrecklich, wenn erst einige von uns tot auf der Straße liegen müssen, bis wir Demokraten wieder zu zeigen beginnen, dass wir hier bei uns die Mehrheit sind und an den bisherigen Errungenschaften der Menschheit weiter festhalten wollen!

Nachtrag

Alle reden und schreiben über das neuste Meisterwerk aus dem Haus Jeff Bezos: Melania, der Film!

Hier nun der Trailer zum Film.

Wenn der Film in den Kinos floppt, dann wird er bei uns sicherlich bald Effi Briest als Schullektüre ersetzen. Trumphörige Regierungspolitiker werden sicherlich dafür sorgen.