Mark Twain Zitat

27.5.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Hinweisschild in einem Baumarkt

Tempus fugit

Auch aus der Ferne und an dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch an das Brautpaar! Ich verzichte darauf, das mir zugesandte wunderbare Bild des Brautpaars mit dem reizenden Blumenkind zu posten. Dafür stelle ich aber das folgende Bild ein und wünsche Euch nun schöne Flitterwochen auf Hawaii.

„Just married“ | © Ursula Schaffer

Kalifornien

Sehr gefreut hat es mich, dass ein Weblog-Leser nicht nur erkannt hat, dass ich mich zurzeit nicht in Europa befinde, sondern auch näher wissen wollte, wo ich denn eigentlich sei?

Diese Zeilen schreibe ich aus Santa Ana, einer Stadt nicht unweit von Los Angeles und, für mich viel wichtiger, gleich in der Nähe meines Lieblingsstrandes. Meinen Aufenthalt im sonnigen Kalifornien habe ich zum Anlass genommen, um im Forum eine Rubrik Sehenswerte Städte zu eröffnen. Dort kann man meine Erfahrungen gerne kommentieren oder auch gleich eigene Erfahrungen und weitere sehenswerte Städte mit einbringen. Hans Müller könnte sicherlich über Minneapolis schreiben.

Ukraine

Zugegebener Maßen war das deutsch-ukrainische Verhältnis bestenfalls indifferent, meist aber wird es alleine auf die Geschehnisse der beiden Weltkriege reduziert — und dabei kommen wir Deutschen nicht gut weg.

Und so war es wohl auch nicht sehr erstaunlich, dass eine Mehrheit der Unionsparteien und der SPD der Ukraine bei erstbester Gelegenheit nicht nur den Schutz der NATO verwehrte, sondern auch dafür sorgte, dass die Unterstützung Europas für die demokratischen Entwicklungen in der Ukraine sehr begrenzt blieben, ähnlich wie bei den demokratischen Entwicklungen im Magreb zuvor.

In beiden Fällen spekulierte ich damals darüber, dass dies rein monetäre Gründe hat, denn man wollte weder einen demokratischen Magreb noch eine demokratische Ukraine wirtschaftlich unterstützen müssen. Denn uns Deutschen war schon längst selbst in der EU viel zu viel an Demokratie und Solidarität.

Aus heutiger Sichtweise heraus muss ich mich allerdings korrigieren, denn es zeichnet sich immer mehr ab, dass das deutsche Engagement oder eher das deutsche Wegschauen viel tiefere Gründe besitzt. Wir Deutschen sympathisieren wohl mehrheitlich eher mit den antidemokratischen Gegenspielern in unserer Nachbarschaft als mit aufstrebenden Demokratien, von denen wir nicht wissen, mit wie viel Veränderung sie uns konfrontieren werden — haben wir doch bereits selber mehr an Demokratie als es uns eigentlich lieb ist! Sehr viele von uns könnten sich mit einer „gelenkten“ Demokratie ganz gut anfreunden und auch der Ruf nach einer „starken Hand“ ist immer öfters zu hören. Vermeintliche „Kaiserenkel“ oder sympathische „Schurken“ können bei uns längst wieder Wahlen gewinnen.

Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass gerade bei unseren neuen Mitbürgern Politiker wie Vladimir Putin, Recep Tayyip Erdoğan oder ein Victor Orban so hoch angesehen sind, denn diese Neubürger erkennen ganz gut, wonach es uns Deutschen tatsächlich sehnt, und sie glauben irrtümlicher Weise dabei, dass für sie die „Gnade der späten Geburt“ nicht zuträfe. Dabei vergessen sie ganz, dass sie nicht nur die Vorteile des deutschen Sozialsystems, sondern auch unsere negativen Erfahrungen und Verantwortlichkeiten mit übernehmen.

Deshalb kann ich unseren Neubürgern nur raten, genau so wie die alteingesessenen Mitbürger auch, Demokratie zumindest voller Inbrunst zu heucheln.

Und ein großer Vorteil der Demokratie ist, dass wir uns darin als Menschen letztendlich selbst erkennen können, indem wir miterleben, wie unsere eigenen Volksvertreter handeln und agieren — denn diese handeln genau so wie wir es tatsächlich auch wollen!

Eine demokratische Türkei hatte über Jahrzehnte bei uns keine Chance, erst mit Erdoğan wird sie so langsam hoffähig. Und das trifft auch auf Ungarn und weitere Staaten zu — nicht umsonst ist China bei uns so angesagt, und die Russische Föderation hält bei uns heute noch das Rohstoffmonopol.

Frei nach Matthäus, nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten sollt ihr sie erkennen! Und so werden wir — ‚alleine um des Frieden Willens‘ — bald einer Teilung der Ukraine zustimmen und selbst einem Vladimir Putin erneut eine zweite Chance geben.

Man merke sich, wie wir mit anderen umgehen zeigt, wer wir eigentlich sind.

Geburtstag des Tages

Henry Kissinger

Übrigens hat dieser gerade mit einem Artikel in der New York Times „brilliert“: „Kissinger suggests that Ukraine give up territory to Russia, drawing a backlash.“ (24.05.2022)


See in Costa Mesa

25.5.02022 5 (4)

Beitragsfoto: ein See in Costa Mesa

Berlin

Was eigentlich schon jeder weiß, nämlich dass im Bundesland Berlin längst nicht nur Inkompetenz und Korruption zur Staatsraison erhoben, sondern auch die Demokratie gänzlich abgeschafft wurde, hat sich inzwischen auch beim Bundeswahlleiter herumgesprochen.

„Wegen der vielen Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung am 26. September 2021 hält Bundeswahlleiter Georg Thiel eine teilweise Wiederholung der Bundestagswahl in Berlin für unumgänglich.“

Heilbronner Stimme, 25.05.2022: 4

Drollig dabei ist, wie alle Beteiligten — egal von welcher Partei — Himmel und Hölle in Bewegung setzen, nur um sicherzustellen, dass eine illegitime Regierende Bürgermeisterin von Berlin weiterhin im Amt bleiben kann; Lug und Betrug sind übrigens deren einzige bekannten Errungenschaften.

Anstatt, dass man nun anerkennt, dass die Berliner zumindest zu blöd zum Organisieren von Wahlen sind, aber wahrscheinlich doch eher ein korrupter Haufen von Antidemokraten und daraus die richtigen Konsequenzen zieht, indem man die Wahlen in Gänze wiederholt und die Verantwortlichen vor Gericht stellt, wird man nun wohl nur teilweise und nur die Bundestagswahl nachwählen lassen. Und stellt damit sicher, dass diese Regierung weiterhin ungestraft ihr Unwesen treiben kann.

Was das für die Demokratie in Berlin im Besonderen und unsere Demokratie in Deutschland im Allgemeinen bedeutet, muss man nicht mehr explizit erwähnen: die Wahlwilligen werden immer weniger und der Wahlbetrug nimmt weiter zu. Jetzt fehlt nur noch ein neues Ermächtigungsgesetz und wir Deutschen sind wieder mit unserer Vergangenheit versöhnt.

Münzen

Die meisten Münzen, die ich besitze, habe ich selbst auf der Straße aufgeklaubt. Eigentlich bin ich schon immer davon überzeugt, dass Hermann Schnabel Recht hatte: „Das Geld liegt auf der Straße – man muss sich nur bücken!“ Und so gucke ich heute noch bei meinen Spaziergängen eher auf den Boden als in die Luft.

Dabei konnte ich eines feststellen, nämlich, dass man in den etwas ärmeren Gegenden einer Stadt mehr Geld aufheben kann als in den etwas wohlhabenderen. Dies lässt übrigens darüber spekulieren, welche Bewohner sich wohl eher bücken als andere.

Auf jeden Fall aber, und dies ist auch der Grund für diesen Beitrag, habe ich heute erst eine Ein-Cent-Münze aufgehoben — vorgestern waren es ganze vier Stück! — und gleich darauf eine Ein-Dollar-Münze; dies dürfte die erste Münze dieser Art sein, die ich bisher gefunden habe. Es handelt sich dabei um einen Sacagawea-Dollar aus dem Jahr 2000.

Zwang und Zeit

Eigentlich wollte ich heute an einem Essay schreiben, was wohl die Folge davon ist, wenn man gleichzeitig Martin Heidegger und Jean-Paul Sartre liest. Dann aber wurde mir ein Tweet von Detlef Stern in die Timeline gespült und ich komme nicht umhin, darauf zu antworten.

[Tweet nicht mehr vorhanden]

Entweder befindet er sich auf dem falschen Campus oder er besitzt ganz einfach eine falsche Erwartungshaltung. Ich gehe doch auch nicht zur McDonald’s und erwarte dort ein Boeuf Stroganoff.

Ich hatte heute ganz andere Probleme, was wohl der Tatsache geschuldet ist, dass ich den gesamten Tag über gleich mit zwei Damen unterwegs war. Und so konnte ich weder die Größe noch die Farbe meines Handtuchs bestimmen. Was mich interessanter Weise wieder zu Sartre, Heidegger und Georg Wilhelm Friedrich Hegels Herr-Knecht Dialektik zurückführt und die Frage aufwirft, ob nicht nur Frauen unablässig versuchen sich so zu sehen, wie sie der männliche Blick erfährt (Simone de Beauvoir)?

Selbstversuch: ein Blick von außen auf das Nichts im Sinne des Seins | © Bettina Kümmerle

Zitat des Tages

„Isn’t it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?“

Douglas Adams, The Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy

Maskerade

13.5.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Neuer Politikstil

Nachdem Bildung nicht anstrengen darf (Wahlslogan der SPD), und wir erfahren, dass Kritik und Fakten nur etwas für die Verlierer in unserer Gesellschaft sind, haben sich die Parteien allesamt nunmehr darauf geeinigt, zukünftig einen ganz neuen Politikstil zu leben. So gibt es nur noch Gewinner und selbst Parteien, die einmal Verluste hinnehmen müssen — so wie gerade in Schleswig-Holstein oder noch vor kurzem in Baden-Württemberg — dürfen weiterhin ihre erfolgreiche Regierungsarbeit fortführen.

Selbst wenn eine Partei mit Pauken und Trompeten unter die 5 % Hürde fällt (die Linke), sitzt sie noch mit 39 Abgeordneten im Bundestag — alles nur noch Auslegungssache. Und da die Parlamente bei uns immer größer werden, ist demnächst für jeden Kandidaten auch ein Platz vorhanden; dann können wir uns das leidige Wählen ganz sparen, und die Parteien melden jeweils ihre Abgeordnete in die Parlamente ein — die jeweilige Anzahl wird dann nach Proporz und Quote per Losverfahren in Hinterzimmern ausgehandelt.

Und sollte es einmal ein Politiker nicht mir Recht und Ordnung so genau nehmen, dann langt jetzt ein „wir haben uns alle geirrt“ und Schwamm drüber. Es ist einfach alles viel schöner und bequemer, wenn wir uns alle einfach nur gern haben und gegenseitig an oder selbst in die Tasche lügen. Denn eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!

Und wie eigentlich schon immer, der Bote der schlechten Nachricht ist weiterhin der Schuldige — dies hat sich nicht geändert.

Theodor-Heuss-Straße

Auch ich nutze diese Straße immer wieder und habe entsprechende negative wie auch teure Erlebnisse zu beklagen, aber nicht wegen des Blitzers. Heute wird die Theodor-Heuss-Straße zudem Thema in der Heilbronner Stimme (13.5.2022: 30). Dort kommt auch eine Anwohnerin zu Wort.

„Schauen Sie sich die Situation vor Ort noch einmal an und reden Sie auch mit den Anwohnern. Sie kennen die Situation bestens.“

Traude Kraft, Heilbronner Stimme (13.5.2022: 30)

Wahrscheinlich haben die zuständigen städtischen Mitarbeiter das Ganze zusammen mit ein paar Gemeinderäten in Mailand oder in einer anderen schönen Stadt angeschaut und thematisiert; zumindest aber könnte dies die aktuelle Situation erklären.

Dafür dürfen wir aber bald überall in Heilbronn 40 Stundenkilometer fahren, wenn nicht gar 30 Stundenkilometer vorgeschrieben sind (Heilbronner Stimme, 13.05.2022: 29), außer in unseren Fußgängerzonen, dort gilt weiterhin 50 Stundenkilometer als Richtwert.

Begründung für die neuen Geschwindigkeitsbegrenzungen ist die Umwelt, was ganz „folgerichtig“ auch für Elektrofahrzeuge gilt. Und ich wäre nicht erstaunt darüber, wenn dies auch im Falle, dass es dereinst nur noch Elektrofahrzeuge gibt, so beibehalten wird.

Für mich ein Anzeichen dafür, dass man in Heilbronn Verkehrspolitik nach der jeweiligen Ideologie oder aus populistischen Launen heraus und weniger nach den gegebenen Notwendigkeiten macht. Die Leidtragenden sind dabei immer die Schwächsten in unserer Gesellschaft oder auch jene Anwohner, die sich nicht mit Dienstfahrzeugen abholen lassen können.

Deutscher Film

Zwei deutsche Filme sind mir in den letzten Jahren positiv in Erinnerung geblieben. Zum einen der Film „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck aus dem Jahr 2006 und mein ganz persönlicher Favorit „Erleuchtung garantiert“ von Doris Dörrie aus dem Jahr 1999.

Beiden Filmen ist wohl eines gemeinsam, nämlich, dass sie ohne größere Subventionen auskamen, und so konnten sich alle Beteiligten ganz der Kunst und dem Film widmen.

Doris Dörries Film zeigt einen exzellenten Gustav Peter Wöhler und einen erstaunlich guten Uwe Ochsenknecht in einer Art Roadmovie mit religiösem Touch. Und das Ganze auch noch in einem, für die meisten von uns, ungewöhnlichen Umfeld. Über die Geldautomatenszene oder über die versuchte Rückkehr ins Hotel freue ich mich jedes Mal wieder von Neuem.

Geburtstag des Tages

Senta Berger