Demokratie

19.1.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Beispielbild | © Pixabay

Vermischtes

Die fünfzehn Mann sind wieder zurück von der Totenmanns Kiste. Das Erkundungskommando hat festgestellt, dass es in Grönland im Winter kalt ist: dazu ganz passend der Song „Eisbär“ von Grauzone.

Eine schon etwas ältere Nachricht beunruhigt mich doch ein klein wenig. Threema hat den Besitzer gewechselt und nun muss man darauf hoffen, dass dieser Dienst nicht dasselbe Schicksal wie Signal erleidet. Aber auf alle Fälle sind beide immer noch besser als das so gehypte WhatsApp.

In der heutigen Zeit, wenn man vor einer Wahl steht, ist es immer öfters die Wahl zwischen Pest und Cholera. Warum denke ich nun bloß an die kommende Landtagswahl? Obwohl, eine Landtagsabgeordnete antwortet tatsächlich weiterhin auf meine Anfragen, ist bei mir damit gesetzt.

Sobald Abgeordnete halbwegs bürgernah sind, verschwinden sie leider ganz automatisch auf die hinteren Listenplätze; eher unwahrscheinlich, dass dies in dieser Partei geschieht, weil sie eine Frau ist — wenn ich darüber aber nochmals etwas näher nachdenke?

Donald Trump gründet einen „Friedensrat“ und wir dürfen allesamt einmal darauf gespannt sein, welcher europäische Politiker als erstes eine Milliarde Euro Steuergelder in die Hand nimmt. Ich habe schon die ersten Wetten laufen; bei der richtigen Reihenfolge verdoppelt sich der Gewinn.

Auch in der Union pflegt man sehr gerne Männerfreundschaften. Noch dürften wir nicht das kriminelle Niveau der Republikaner, der Fidesz oder des Einigen Russland erreicht haben, aber Jens Spahn arbeitet weiter sehr fleißig daran. Anette Dowideit und Christina Brause berichteten bereits im August letzen Jahres über das Spahn-Netzwerk.

Misogynie

Nils Minkmar schreibt in einem Blog-Beitrag über das einigende Band heutiger Autokraten und Totalitaristen. Für ihn ist dies der Frauenhass. Auch wenn ich seine Argumente durchaus nachvollziehen kann, gehe ich weiterhin davon aus, dass dies zu kurz gesprungen ist und besser unter Misanthropie abgelegt werden kann.

Die Ursache für beides dürfte nicht nur ein mangelndes Selbstwertgefühl sein, man muss Putin, Trump und Co. einfach einmal etwas genauer anschauen, sondern das Resultat, wenn völlig unqualifizierte, wenig attraktive und nicht nur menschlich inkompetente Menschen zu Geld und Macht gelangen. Und dieses Problem ist so alt wie unsere Menschengeschichte.

Vorurteile

Vorurteile können Leben retten, bei mir hat dies bereits mehrfach funktioniert und so spreche ich eher von gut trainierten Deutungsmustern.

Heute Morgen war ich wieder mit dem meseno-Bus unterwegs. Der Running Gag, ich durfte ihn wieder einmal betanken; was praktisch war, denn so konnte ich meine neue Karte gleich auf Funktion überprüfen. Die Fahrt sehr entspannt, weil weniger auf meiner Strecke unterwegs waren als sonst üblich. Zudem gab es keine Wartezeiten an meinen jeweiligen Stationen. Dafür wurde nach einer Woche meine Lieblingsbaustelle wieder aktiviert. Ich gehe einmal nicht davon aus, dass nach einer Woche Betrieb nun wieder gut ein Jahr Baustelle von Nöten sein werden.

Wenn ich von Norden nach Heilbronn hereinkomme, befindet sich eine höchst interessante S-Kurve mit gleich drei Ampelanlagen auf meiner üblichen Strecke und danach noch zwei Kreuzungen, die immer etwas Besonderes zu bieten haben.

Und da sonst nichts auf der Strecke los war, freute ich mich regelrecht auf die S-Kurve und beschloss diese einmal anders als sonst zu durchfahren. Dort angekommen, fiel mir sofort ein Vollhonk auf, der die S-Kurve nahm, sichtlich ohne vorab zu wissen, wie er diese wieder verlassen möchte.

Und so kam er an der Ausgangsampelanlage zum Stehen, was für Fahrzeuge dort sehr selten der Fall ist. Hinter ihm ein sehr schöner Mercedes, der kurz meine Aufmerksamkeit ablenkte, und dann mein Bus und ich. Die Ampelanlage schaltete auf grün, kurze Wartezeit, dann beschleunigte der Vollhonk, trat sogleich wieder kurz in die Bremsen, um danach ganz ruhig weiter zu zuckeln.

Der Mercedes überraschte mich mit einer automatisierten Vollbremsung und einem nicht wahrnehmbaren Bremsweg. Ich war herausgefordert, denn ich bremse noch selbst. Die Mercedesfahrerin bedankte sich bei mir, entschuldigte sich für die auch für sie überraschende Vollbremsung ihres Autos und die Welt war für mich wieder in Ordnung.

Deutungsmuster müssen immer überprüft werden und so gelang es mir im weiteren Verlauf der Fahrt, einen Blick auf den Vollhonk zu werfen, denn dieser zuckelte weiter durch die Stadt, wohl um nach weiteren Opfern Ausschau zu halten; was Vollhonks bis zur Sportschau halt so machen.

Ich erhaschte einen gut 150kg schweren Mitfünfziger, der tatsächlich im Sportschaudress Auto fuhr. Hätte er noch eine Dose Bier und ein paar Chips mit dabei gehabt, wäre die Karikatur komplett gewesen.

Ich spekuliere jetzt einmal weiter. Dieser Mensch hat bestimmt ein AfD-Parteibuch, zumindest aber wählt er diese Bande. Auf alle Fälle aber überlegt er sich jedes Mal, wenn er einen Menschen auf der Straße sieht, ob er bremsen soll oder nicht.


Mensch

18.12.02025 5 (4)

Beitragsfoto: Mensch | © Subham Shome auf Pixabay 

Seltsames

Es dürfte schon immer so gewesen sein, dass jene, die es selbst nicht betrifft, immer mit den besten Ratschlägen um die Ecke kommen. Und so muss ich verstärkt und immer häufiger lesen, wie selbst von mir geschätzte Blogger das Dienen für andere entdecken.

Diese Krönung an Bigotterie ist kaum noch zu ertragen, leider aber nur allzu menschlich.

Und gerade deshalb war das Dazugehören zur Deutschen Infanterie in Zeiten des Kalten Krieges für alle damals Beteiligten so wichtig und noch heute bedeutsam. Wenn man eines lernte, dann war es, dass man niemals und nie jemanden anderen Dinge zu tun gibt, die man nicht selbst schon gemacht hat und weiterhin in der Lage ist auch selbst zu tun!

Unsere heutige Gesellschaft geht genau daran zugrunde, weil die meisten von dem was sie anderen auftragen (wollen) selbst keine Ahnung mehr haben. Beispiele dafür gibt es alleine bei uns wie Sand am Meer.

Wir koppeln uns immer mehr von den Realitäten ab und existieren wohl nur noch so lange wie wir von den Erfolgen vergangener Generationen profitieren können. Das in Verantwortung nehmen wollen von künftigen Generationen ist dabei nur noch ein weiterer Auswuchs der bereits vorherrschenden Realitätsverweigerung.

Und wer von uns heute noch selbst etwas tun möchte oder gar tut, der kann sich sicher sein, dass er mindestens vier Mitmenschen um sich herum hat, die ihm dafür dann gutgemeinte Ratschläge erteilen.

Das Ganze kann man sehr gut bei den Spielen unserer Fußballnationalmannschaft beobachten: elf Spieler und 80 Millionen Trainer! — obwohl … davon haben wenigstens eine ganze Menge schon einmal einen Ball in der Hand gehabt.

Mein gut gemeinter Ratschlag an die Ungedienten unter uns: Einfach einmal den Mund halten!

Positives

Stefan Pfeiffer schreibt heute sehr gelungen über die einfache Logik gefährlicher Parolen. Er regt dabei an positive Perspektiven zu entwickeln, die unsere offenen Gesellschaften retten sollen.

Diese gibt es z. B. mit der Europäischen Idee bereits seit gut 80 Jahren, wobei die große Mehrheit unserer Mitbürger genau dies so nicht wollen, sondern im besten Fall nur die offensichtlich gerade dadurch erzielten Gewinne und Vorteile abschöpfen.

Auf alle Fälle aber gehen offene Gesellschaften alleine daran zugrunde, weil kaum jemand die dafür notwendige Arbeit aufbringen möchte — was man schon in der Bibel nachlesen kann.

Und es ist auch nichts Neues, dass sich die Bevölkerungsmehrheit um diese eine Banane sorgt, während der Rest bereits an eine Minderheit verteilt wurde. Selbst die best aufgestellten Demokratien schaffen es dabei nur, dass wenigstens diese eine Banane möglichst „gerecht“ aufgeteilt wird.

Wir Menschen entwickeln uns nur sehr langsam und so dürfte das schon in den ersten Stadtgesellschaften genauso gewesen sein. Wohl deshalb ist die Europäische Idee mit ihrem Kommunalismusmodel, welches sich am Subsidiaritätsprinzip orientiert, so glorios gescheitert — wir Menschen sind einfach noch nicht soweit, um unfallfrei mündig, emanzipiert und demokratisch organisiert leben zu können.

Was mich wieder zur einfachen Logik bringt, weil wir Menschen weiterhin gerade durch Deutungsmuster (Vorurteile) unser Zusammenleben meistern können. Und wie wir wissen, funktionieren diese schon sehr lange recht gut. Und auch Halbwahrheiten haben dabei ihren durchaus berechtigten Ursprung.

Ich habe mir hier im Blog diesbezüglich bereits die Finger wund geschrieben. Meine Erfahrung zeigt, wir Menschen werden uns niemals revolutionär weiterentwickeln können — so schön dies auch wäre! Selbst das Christentum und der Humanismus sind glorios gescheitert.

Wir müssen die Evolution einfach anerkennen und mit ihr leben lernen. Es geht dabei langsam aber sicher in sehr kleinen Schritten voran, dabei eher sogar im Krebsgang. Und vielleicht dürfen wir allesamt sehr glücklich darüber sein, dass wir unser Ende als Menschheit selber niemals erleben werden müssen!

Bis zu unserem eigenen ganz persönlichen Weltuntergang können wir aber sicherlich immer wieder versuchen die eigenen Deutungsmuster in Frage zu stellen und aufzubrechen und bei diesem Abenteuer vielleicht auch noch den einen oder anderen Nachbarn bzw. Leser mitzunehmen.

Und wer nun an so wenig Möglichem zu verzweifeln droht, dem gebe ich zu bedenken, dass selbst ein Jesus, ein Buddha oder ein Gandhi nicht sehr viel mehr erreichten.

Vermischtes

Es gibt sie noch, die positiven Meldungen. Und so freute es mich ungemein, dass die Beipackzettel bei den Medikamenten digital verfügbar gemacht werden sollen. Wer liest eigentlich Beipackzettel? Wohl jene, die auch den anderen Papierkram lesen, der fast allen Produkten mit beigegeben wird.

Auf alle Fälle wäre es der richtige Schritt, wenn sämtliche Beipackzettel nur noch auf einem Server lägen und von dort aus der interessierten Welt zur Verfügung gestellt würden. Ich sehe neben dem Umweltschutz und einer notwendigen Nachhaltigkeit weitere Vorteile, denn damit wäre sichergestellt, dass man die Beipackzettel tagesaktuell halten könnte und noch weit besser, diese so gestalten und auszudifferenzieren, dass die jeweiligen Leser diese nicht nur konsumieren wollen, sondern auch noch verstehen können. Das wäre dann echter Vorsprung durch Technik! Und eine Lebenserleichterung für uns alle.

Ich weiß schon, jetzt kommen die Einwürfe und Klagen, dass dadurch jene Menschen benachteiligt werden, die keine Technologie mögen oder einfach nur zu dumm zum Lesen seien. Und genau das könnte man damit nicht nur geschwätzt beheben, sondern tatsächlich. In den Apotheken und in den Arztpraxen gäbe es Bildschirme, wo man diese „Beipackzettel“ lesen kann und ggf. sogar vorgelesen oder vorgetanzt bekommt — bei den Fluggesellschaften klappt es doch auch.

Morgen gibt es das letzte Käffchen des Jahres zusammen mit Detlef Stern und abends das letzte Treffen der Europäischen Föderalisten in Heilbronn.

Offen bleibt noch, wann ich dieses Jahr zum letzten Mal das Tanzbein schwinge. Heute Abend ist auf alle Fälle schon einmal gesetzt.

Noch nicht geklärt ist, ob und wann ich einen Jahresrückblick schreiben werde. Auf alle Fälle aber freue ich mich seit ein paar Tagen darüber, doch so einige Rückblicke von Freunden und guten Bekannten lesen zu dürfen.

Mein Titelbild passt sehr gut zu einem Beitrag in der Washington Post „The Vanity Fair photographer who disrupted Trumpworld’s polished image“. Seit den Sopranos ist wohl noch keine Gang so gut abgelichtet worden. Als Politiker dürften sie aber wissen, dass nur „no news“ schädlich fürs eigene Image sind.

Was mich dabei aber erstaunt ist, dass wir alle wissen, dass kein Politiker vor eine Kamera geht, wenn er nicht mindestens ein paar Hunderttausend Euro bzw. Dollar für Visagisten und sonstige Schönmacher ausgegeben hat. Und so dürften die Gangmitglieder wohl tatsächlich wie Zombies aussehen, zumindest aber so wie ihr Boss — was nun aber hässlicher ist, liegt wie immer in den Augen des Betrachters.

Als junger Mann würde ich mich sicherlich dabei fragen, wie nun Melania Trump in echt aussieht und gleich an diverse Hexenfilme denken, in denen sich junge Damen ohne Probleme in Mumien und wieder zurück verwandeln. — was erklären könnte, warum sie überhaupt keine Berührungsängste zu diesem schwabbeligen Etwas hat; dass alleine die inneren Werte zählen, kann in diesem Fall ausgeschlossen werden.


Have questions?

Meinungen 4.9 (10)

Beitragsfoto: Have questions? | © Shutterstock

Heute bin ich über einen Blog-Beitrag „Meinungsstark“ von Detlef Stern gestolpert, der richtiger Weise darüber informiert, dass Meinungen weder Überzeugungen noch Wissen ersetzen können. Er geht sogar soweit, dass er Meinungen zwischen Wissen und Glauben ansiedelt.

Damit hat er mich eindeutig angestupst und zu einer ganz spontanen Antwort motiviert. Diese basiert weder auf ausreichend Wissen noch konnte ich in der Kürze der Zeit ausreichend darüber nachdenken.

Warum ich dennoch antworte, liegt zum einen an der eigentlichen Ursache von Meinungen und zum anderen an meiner Wertschätzung für seine Beiträge.

Wissen, Glaube und Überzeugungen sind schön und gut, dennoch muss es einen Grund für Meinungen geben. Und so erweitere ich dies sogleich noch um den Begriff Deutungsmuster, landläufig besser als Vorurteile bekannt.

Von Anfang an haben wir Menschen nicht immer die Zeit um ausreichend über uns oder die Dinge um uns herum nachdenken zu können. Oftmals war ein Apex predator wieder etwas schneller und aus war es mit dem Nachdenken.

Deshalb wurden Meinungen und Deutungsmuster geschaffen, um ausreichend schnell handeln zu können. Was sicherlich nicht immer half, aber zumindest eine Chance eröffnete, um selbst weiter existieren zu können.

Dabei ist sollte es jedem bewusst sein, dass Meinungen und Deutungsmuster wie auch Überzeugungen und Glauben das Wissen nicht ersetzen können. Sie helfen aber meist gut weiter, wenn kein ausreichendes Wissen erlangt werden kann — entweder aufgrund fehlender Zeit oder auch einfach wegen einem Mangel an verfügbaren Fakten.

Und so werden manche Menschen extra dazu ausgebildet und sogar darin geübt meinungsstark zu sein. Diese wissen dann aber auch immer um die Grenzen ihrer eigenen Meinung.

Und das Gute daran, was meines Erachtens erst sehr viel später erkannt wurde, ist, dass man dies beachtend und dabei die unterschiedlichsten Meinungen abwägend und gegenüber stellend schneller an das notwendige Wissen kommen kann als wenn man nur selbst über Probleme kontempliert.

Wie schon geschrieben, einfach nur meine „Fünfminutenantwort“ auf Detlef Sterns Blog-Beitrag. Selbstverständlich baue ich darauf, dass wir das Ganze demnächst bei einem Käffchen weiter vertiefen.