Schnappschuss

Freiwillig 5 (6)

Beitragsfoto: Kissen

Heute ein Gesprächsthema mit Detlef Stern. Manche Menschen machen Dinge einfach für andere nur so und dies ohne jegliche Bezahlung oder einer anderen Form der Entlohnung.

In solchen Fällen spricht man von Freiwilligendiensten, Freiwilligenarbeit oder einfach nur vom unentgeltlichen Erbringen gemeinnütziger Arbeit.

Inzwischen dürfte es weitgehend Usus sein, dass die Freiwilligen doch eine kleine Entschädigung erhalten, ganz nach dem Motto „Geld regiert die Welt“. In meinem Fall bekam ich schon vor gut 40 Jahren als Rettungsschwimmer eine Aufwandsentschädigung, die ich als Schüler dem Verein spendete — was aus dieser „Spende“ auch immer wurde. Später dann habe ich diese Aufwandsentschädigung in die Stammtische der Rettungsschwimmer reinvestiert, dann wusste ich genau wohin meine Spende fliest.

Als Lesepate gab es einen kostenfreien Ausweis für die Stadtbibliothek, den ich allerdings nicht nutzte. Und bei meseno bekommen die Freiwilligen Gutscheine, die ich dann gerne weiter verschenke. Alle anderen Freiwilligendienste, ob in weiteren Vereinen, Parteien, Organisationen, Verbänden oder einmal sogar in einem Waldorfkindergarten, waren ganz ohne Entlohnung, was auch gut so war und weiterhin ist!

Denn der Kern des Freiwilligendienstes ist und bleibt das entlohnungslose Erbringen gemeinnütziger Arbeit. Sobald man anfängt an diesem Grundsatz zu rütteln, sollte man sich die Frage stellen, ob es nicht doch besser wäre, das Ganze zu professionalisieren.

Insbesondere in Zeiten, wo die echte Arbeit immer mehr von Automaten, Maschinen, Robotern oder gar von künstlicher Intelligenz erbracht wird und in Folge davon immer mehr Menschen nicht mehr wissen, was sie mit ihrer Zeit überhaupt anfangen sollen — auf die Idee freiwillig und unentgeltlich zu arbeiten kommen diese Menschen nie und nimmer.

Eine weitere Form von freiwilliger Arbeit ist das Ehrenamt. Dieses unterscheidet sich allerdings vom Freiwilligendienst fundamental, denn der Ehrenamtler wird durch die Ehre entlohnt, dieses Amt überhaupt ausüben zu dürfen!

Das Ehrenamt hebt diese Freiwilligen aus der Masse der anderen freiwillig Dienenden etwas empor. Ein weiterer Aspekt ist es dabei, dass die meisten Ehrenamtler in ihre Tätigkeiten gewählt werden. Damit ist das Ehrenamt eine etwas herausgehobenere Version der Freiwilligenarbeit.

In meinem Falle der Ehrenämter, von denen ich seit 50 Jahren sehr viele bereits begleitete und heute noch begleite, gibt es dafür außer der Ehre diese begleiten zu dürfen keine weitere Entlohnung. Ganz im Gegenteil, meist ist es eine Form von einem sehr teuren Hobby, das man sich einfach leisten möchte.

Inzwischen aber werden sehr viele dieser Ehrenämter dank der Berufspolitik missbraucht, alleine dadurch, dass es bei uns möglich ist, dass Ehrenämtler nicht nur von ihrem Ehrenamt leben können, sondern sich damit auch noch dumm und dämlich verdienen.

Das Ganze nimmt bei uns inzwischen mehr als Orwellsche Züge an! Und ist zudem eine permanente Beleidigung und Verhöhnung aller weiterhin unentgeltlich ehrenamtlich Tätigen!

So ist es längst an der Zeit, dass man das Ehrenamt von der Berufspolitik befreit und letztere als das bezeichnet, was sie tatsächlich sind: Söldner unserer Demokratie oder gerne auch Spesendemokraten.

Bei den etwas erfolgreicheren Sportvereinen ist dies längst geschehen, da sind die Präsidenten zu Vorstandsvorsitzenden mit Aktienoptionen mutiert.

So genau nimmt man es bei uns aber schon lange nicht mehr, ganz besonders in der großen Politik. Unsere Berufspolitiker bestreiten ihr gesamtes Leben mit Ehrenämtern und lassen sich dies zum Schluss auch noch „patentieren“, indem selbst der abgewählteste Politiker sich noch ein „a. D.“ hinter die verlorengegangene Verdienstmöglichkeit setzt.

Dies alles hat für uns alle sehr gravierende Auswirkungen, denn unsere Jugend ist nicht so dumm und blauäugig wie es manche Spesendemokraten gerne hätten. Die Jugend sieht ganz genau, was da vor sich geht und zieht die Konsequenzen.

Wohl angewidert finden sich immer weniger junge Menschen, die in Ehrenämter oder Freiwilligendienste streben, da sie nicht mehr wissen können, auf was sie sich da überhaupt einlassen!

Welcher gute Mensch, der gerne für die Allgemeinheit unentgeltlich tätig sein möchte, will kurz darauf als schnöder Söldner gebrandmarkt sein?

Es wäre wirklich an der Zeit, dass wir alle wieder zur Besinnung kommen und damit aufhören, um ein völlig ominöses goldenes Kalb zu tanzen. Wir sind es zumindest unserer Jugend schuldig!

„Die Demokratie aber als Gesinnungskraft und Lebensform lebt aus dem Ehrenamt. … Aber der besoldete ‚Funktionär‘ wird zur Maschine des Macht- und Interessenkampfes, wenn seine Arbeit nicht getragen wird von den vielen Freiwilligkeiten. Denn sie sind die Heimat und der Nährboden eines demokratischen Lebensstils, nicht die Büros, in denen man Befehle oder Anweisungen entwirft oder empfängt oder weitergibt.”

Theodor Heuss, Rede „Formkräfte einer politischen Stilbildung“ (2.5.1952), in „Die großen Reden. Der Staatsmann“ (1965: 222)

3. Hertensteiner Gespräche

12.8.02025 5 (10)

Beitragsfoto: Hertensteiner Gespräche | © EUHN

Gemeinsam

Während wir Demokraten uns bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit spalten lassen, sind unsere Gegner da weniger zimperlich. Aktuell bieten die Chinesen den Russen an, dass diese die NATO ein wenig im Baltikum beschäftigen, um selber leichtes Spiel bei ihrer Invasion Taiwans zu haben.

Gleichzeitig verhandeln die Russen mit Donald Trump darum, was sie alles von Europa bekommen, wenn dieser Grönland und Mittelamerika einstreichen darf.

Und dies werden nicht die einzigen Verhandlungen sein. Donald Trump ist auch im arabischen Raum unterwegs und treibt aktuell die Preise für Israel hoch. Sollten die Araber bereit dazu sein, weitere Milliarden an seine Familie zu überweisen, dann ist auch dieses Land Geschichte.

Politik kann so einfach sein, wenn man sich einen feuchten Dreck um Menschen schert!

Demokratie ist da eindeutig etwas komplizierter, doch wenn wir Demokraten endlich wieder damit anfingen, allesamt an einem Strick zu ziehen, könnten wir durchaus mehr erreichen als die Welt in Schutt und Asche zu legen.

Dass man sich auch produktiv zum Wohle aller an einen Tisch setzen kann, das beweisen wir erneut bei den 9. Hertensteiner Gesprächen. Wir retten damit zwar nicht die Welt, aber wir sind ein kleines Tröpfchen auf einen heißen Stein. Und viele kleine Tröpfchen können bekanntlich mehr erreichen als alle heißen Steine dieser Welt.

Vermischtes

Ungarns Boykott einer gemeinsamen EU-Erklärung zur Ukraine lässt sich nur noch dadurch erklären, dass Wladimir Putin nicht nur Donald Trump, sondern auch Victor Orban erpresst. Bei letzterem wird es sich aber eher um kleine Jungs als um kleine Mädchen handeln, wobei beides heute noch strafbar ist.

Ehrenamt für Dummies: sobald Sie Geld damit verdienen oder gar ihren gesamten Lebensunterhalt damit bestreiten, ist es kein Ehrenamt!

Es gibt zwei Arten von Mensch: jene, die gemäß Spiegel im Schnitt ein Kleidungsstück sieben bis zehnmal tragen, bevor es im Müll landet und jene, die ihre Klamotten so lange tragen, bis sie von alleine abfallen oder der Partner das betreffende Lieblingsstück klamm heimlich entsorgt. Da die erste Art von Mensch eindeutig die Mehrheit ist, steht es um unsere Welt so schlecht!

Vor fünf Jahren hatte ich einmal versucht, bei mir vor Ort die schlimmsten Auswirkungen ein wenig zu mildern. Leider vergeblich, denn es wird von allen Seiten zu gut daran verdient. Dass dabei die Umwelt und wir damit alle über die Wupper gehen, ist uns Menschen völlig egal. Und selbst unsere vermeintlichen Umweltaktivisten kleiden sich sehr gerne mit Brioni ein — was völlig in Ordnung wäre, wenn sie die Teile dann auch mehr als einmal tragen würden. Was wiederum zeigt, dass zwischen Schwätzen und selber machen ganze Welten liegen!

Wer mir versucht zu helfen, dem versuche ich zu helfen — eine Selbstverständlichkeit. Was aktuell dazu führt, dass ich Kalender von 2026 wälze und in Endlosschleifen von unzähligen Telefonanlagen festhänge. Gut, dass ich noch über einen Festnetzanschluss verfüge, denn dann kann man gleich mehrere Anlagen bespielen.

Während die Hamas auch Deutsche vor laufenden Kameras zu Tode foltert, überlegt sich die Bundesregierung, wie sie weiterhin Hamas-Terroristen am besten unterstützen kann. Besser wäre es, wir setzen bei uns die Hamas-Mitglieder und -Sympathisanten fest (Gründe dafür gibt es im Völker- und im Strafrecht zu Genüge) und tauschen diese gegen unsere eigenen Mitbürger aus.

Manche behaupten, der Islam gehöre zu Deutschland. Dabei muss sich der Islam noch ganz gewaltig weiterentwickeln, so wie übrigens das Christentum zuvor auch, um überhaupt erst einmal in Europa anzukommen.

Ungesund

Manche Dinge ändern sich kaum, so z. B. die Geschwindigkeit wie bei uns der öffentliche Raum gesäubert wird. Seit ein paar Tagen liegt ein prächtiger Müllhaufen auf der Straße in der Fußgängerzone, manche Müllsäcke sind inzwischen geöffnet und der Verwesungsgeruch verbreitet sich bei diesem Wetter ganz besonders gut.

Man könnte sich auch einmal Gedanken darüber machen, was das eigentlich für Nachbarn sind, die ihren Müll einfach so auf die Straße werfen. Und dies regelmäßig.

Ohne regelmäßige und zielführende Kontrollen und Ermittlungen werden wir weder die Täter finden noch künftig davon abhalten können, unserer Stadt zu einem richtigen Slum zu entwickeln. Und bei den zunehmenden Temperaturen wird dies noch eine sehr ungesunde Angelegenheit für uns alle werden!

Wenigstens könnten die städtischen Verantwortlichen dafür sorgen, dass die Müllhaufen etwas schneller entsorgt werden. Was den Italienern u. a. in Neapel gelungen ist, dürfte doch auch uns gelingen.

Die Italiener legen sogar noch nach und befördern inzwischen sogar illegale Müllentsorger ins Gefängnis. Einmal auf der Allee seinen Müll einfach so aus dem Auto zu werfen, kostest in Italien bis zu 18 000 Euro. Und so sind die Heilbronner Italienurlauber gut beraten, sich dort nicht wie bei uns zu benehmen!

Bei uns muss wohl erst eine Seuche ausbrechen oder sich eine regelrechte Plage in der Stadt entwickeln, bevor man zu handeln beginnt.


Frau mit Brille

23.11.02023 4.6 (9)

Beitragsfoto: Frau mit Brille | © Pixabay

Dritte Liste

Nach den Freien Wählern und der CDU hat nun auch die FDP ihre Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl 2024 veröffentlicht. Nico Weinmann führt die Liste erneut an, so richtig spannend wird sie aber erst ab Platz 13.

Ohne Wenn und Aber halte ich diese Liste für die bisher mutigste und glaube nicht, dass diese Liste diesbezüglich in diesem Wahlkampf noch übertroffen wird. Allerdings kann ich nicht sagen, ob dieser Mut aus Überzeugung oder aus der Not heraus geboren wurde.

Unabhängig davon, Chapeau an die FDP!

Hauskauf

Erfreulich ist die heutige Information (Heilbronner Stimme, 23.11.2023: 27), dass die Stadt ein sehr prominentes Gebäude am Kiliansplatz erworben hat. Das Gebäude hat weiterhin sehr viel Potenzial und könnte sicherlich gut und gerne auch eine öffentliche Toilettenanlage beherbergen — keine schmuddelige, sondern eine in der Art von Autobahnraststätten oder größeren Städten, die sehr großzügig und sauber sind.

Man könnte diese Toilettenanlage von morgens 6 Uhr bis eine Stunde nach Kneipenschluss offenhalten und betreiben. Alle Nutzer zahlen selbstverständlich ihren Obolus, denn seit gut 2 000 Jahren wissen wir, „Pecunia non olet“. Zudem könnten die Heilbronner Gaststätten und Ladengeschäfte die entsprechenden Quittungen rückvergüten.

Sprichwort

Dass Geld den Charakter verdirbt, ist eine geläufige Erkenntnis, welche bereits vor Jahren wissenschaftlich untersucht und dabei auch bewiesen wurde. Gerne verweise ich auf einen entsprechenden Artikel der Frankfurter Rundschau „Forscher beweisen: Geld verdirbt den Charakter“ vom 21. Januar 2019.

Nur wie soll man mit dieser Erkenntnis umgehen? Selber kann man die Welt nur ganz wenig verändern und schon gar nicht retten — auch der größte Optimist wird dies in seinem Leben erkennen müssen.

Und so kann man nur versuchen, wenigstens an den kleinsten Schräubchen zu drehen, sobald man dazu auch die Gelegenheit bekommt.

Auch meine Erfahrung zeigt, dass Geld und Charakter tatsächlich miteinander in Verbindung stehen und zumindest schwache Charaktere durchaus durch Geld verdorben werden. Deswegen sollte man gerade in Positionen, wo es auf ehrliche und möglichst wenig egoistische Entscheidungen ankommt, den Faktor Geld so gering wie möglich halten — das war u. a. auch der Grund für das Beamtentum und das Ehrenamt. Das Mäntelchen der Beamten war zwar warm, aber auch immer sehr eng und dem Ehrenamt wurde ohne Geldzuwendungen nachgegangen.

Heute gehören Beamte mit zu den Spitzenverdienern und das Ehrenamt reicht oftmals dazu aus, um keiner weiteren Arbeit mehr nachgehen zu müssen! — ich halte dies für eine völlig falsche Entwicklung. Aber ich werde weder an den Gehältern und Diäten noch an anderen Schräubchen drehen können.

Was ich aber kann, ist für den Fall, dass mich die Heilbronner in den Gemeinderat wählen, das Folgende zu fordern: eine transparente und von jedem Bürger nachvollziehbare Aufstellung sämtlicher Gelder, die die Gemeinderäte in ihrem Ehrenamt erhalten (einschließlich der Einkommen durch Aufsichtsratsmandate!). Und dies monatlich auf der Gremieninformationssystem-Website für jeden einzelnen Mandatsträger aufgeführt. Gerne kann dabei mit aufgeführt werden, welche Geldbeträge davon an die Stadtverwaltung, die Parteien oder Wählergruppen (tatsächlich) abgegeben werden.

Dieser Forderung würde ich dadurch Nachdruck verleihen, indem ich bis zu deren Umsetzung vorab schon einmal die entsprechenden Einnahmen und Ausgaben als Stadtrat monatlich auf meinem Blog veröffentliche.