Mädchen

Zeit für ein Gedicht 4.7 (3)

Beitragsfoto: Mädchen | © Foto von Andrea Piacquadio auf Pexels

Per Zufall bin ich auf eine Dichterin gestoßen, die eine Unmenge an sehr witzigen Gedichten geschrieben hat. Bekannter wurde Alice Duer Miller mit ihrem Buch „Are Women People?“, welches aus demselben Jahr wie das untenstehende Gedicht stammt.

Introduction

Father, what is a Legislature?
A representative body elected by the people of the state.
Are women people?
No, my son, criminals, lunatics and women are not people.
Do legislators legislate for nothing?
Oh, no; they are paid a salary.
By whom?
By the people.
Are women people?
Of course, my son, just as much as men are.

 Alice Duer Miller, 1915

Manchmal dreht sich unsere Welt doch etwas langsamer als wir es oftmals annehmen!


Mitgliederversammlung

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Beitragsfoto: Mitgliederversammlung | © Jorg Georgios Bampanis

Potsdam

Kein Verständnis habe ich für ein Treffen rechtsextremer Kreise an dem neben den altbekannten Nationalsozialisten wie der AfD gemäß mehreren Quellen (u. a. Zeit online, 11. Januar 2024, 9:54 Uhr) auch CDU-Mitglieder teilgenommen haben.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die CDU als Partei nichts damit zu tun hatte, dennoch ist jede Partei wie auch jede Wählervereinigung dafür verantwortlich, wenn sie es unterlassen, bekennende Antidemokraten oder gar Links- wie Rechtsextremisten aus ihren Reihen auszuschließen.

Der Hintergrund dieses besagten Treffens war nichts anderes als der einer Wannseekonferenz 2.0. Die deutschen Nationalsozialisten müssen sich ihrer Sache schon sehr sicher sein, wenn sie noch vor einer erneuten Machtergreifung bereits wieder das Fell des Bären verteilen und dabei auch erneut einen Holocaust vorbereiten. Wie bereits ihre NSDAP-Vorgänger möchten sie erst mit einer Massenvertreibung beginnen, die sie nunmehr ganz en vogue als „Remigration“ bezeichnen.

Solch eine an den Tag gelegte Zuversicht der Nationalsozialisten kann eigentlich nur dann erfolgen, wenn bereits wieder die altbekannten deutschen Familien und Großkonzerne „ihr Go“ gegeben haben und führende Politiker aus demokratischen Parteien bereitstehen, um erneut den Hindenburg zu geben.

Jetzt rächt es sich, dass es in Deutschland (Ost wie West) eine Entnazifizierung nur auf dem Papier gegeben hat.

Die Nationalsozialisten haben derweil in Potsdam ihre ersten Anstoß gemacht, nun liegt der Ball im Spielfeld sämtlicher Demokraten Deutschlands. Die Frage, die sich mir dabei stellt, ist, welche demokratische Partei schießt das Eigentor?

Es ist wirklich an der Zeit, dass wir Demokraten sämtlichen Totalitaristen ihren Platz, der nur in der dunklen Geschichte unseres Landes liegen kann, zuweisen. Ein Friedrich Merz oder ein Markus Söder könnten dabei einmal echte Führungsstärke beweisen und erst einmal die Union wieder in Ordnung bringen.

Verständnis

Gemäß einiger Leserbriefe in der Heilbronner Stimme (11.1.2024: 11) wundert sich doch so mancher Heilbronner darüber, dass trotz des Krieges in der Ukraine angeblich 600 000 wehrfähige Ukrainer im Westen Europas Zuflucht gefunden haben. Ob dies nun Fahnenflüchtlinge oder doch nur Drückeberger sind, kann keiner außerhalb der Ukraine wissen. Von den durchaus wehrfähigen Ukrainerinnen, deren Anzahl noch weit höher liegen dürfte, wird bei uns aus rein ideologischen Gründen — Emanzipation ist es nur dann, wenn es zum eigenen Vorteil dient (!) — erst gar nicht gesprochen.

Ich habe bereits im März 2022, als ich die ersten jungen Ukrainer in Heilbronn sehen konnte, aufgehört mich über diesen Sachverhalt zu wundern, denn ich kenne meine eigenen Landsleute nur zu gut. Und warum sollten junge Ukrainer anders sein als unsere eigene Bevölkerung?

Nur zum besseren Verständnis. Die Wehrpflicht in Deutschland wurde deshalb abgeschafft, weil es nicht mehr ausreichend junge Deutsche gab und gibt, die sich tatsächlich und nicht nur mit dem bloßen Mundwerk bereit erklärten, ihrem Land wenigstens ein paar Monate lang zu dienen.

Ich befürchte sogar, dass sobald russische Streitkräfte gegen unser Land antreten, Millionen heute doch so stolzer wehrfähiger Deutscher sofort ins Ausland fliehen, um sich einer möglichen Wehrpflicht zu entziehen.

Und wer sich jetzt über die Ukraine und deren Männer echauffiert, der sollte dabei doch bedenken, dass diese bereits seit zwei Jahren nicht nur einer russischen militärischen Übermacht, sondern auch dem größten Terror- und Verbrecherregime aller Zeiten (im Falle, dass die Menschheit aus den Fehlern der Vergangenheit lernt) widerstehen.

Ob uns dies gelänge, darf bezweifelt werden.

Vereinsleben

Und schon hat mich das Vereinsleben wieder voll und ganz im Griff. Auch die ersten Rundschreiben fanden ihre Adressaten und gestern gab es auch noch eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Der Grund dafür ein trauriger und deswegen gibt es wohl auch die Institution der außerordentlichen Versammlungen. Auf alle Fälle aber kann ich für mich attestieren, dass der Start ins Vereinsjahr ganz gut geglückt ist; neben den obligatorischen Gremiensitzungen gab es schon das eine oder andere nette Treffen und auch den ersten Stammtisch.

So ganz nebenbei wurde ich noch auf mein Blog angesprochen, das ganz bewusst neben den offiziellen Vereinsseiten von mir betrieben wird und dabei meine persönliche Meinung als Mensch und Bürger wiedergibt. Interessant für mich dabei der Hinweis, dass man mit dem Lesen nicht immer hinterherkäme — das ist allerdings ein grundsätzliches Problem, denn ich kenne keinen, der bei seinem Lesepensum einmal auf dem Laufenden wäre. Und sollte es doch jemals soweit sein, entdeckt man sofort neuen Lesestoff, den man auch gerne zumindest einmal anlesen würde. Bei vielen — auch bei mir — stapeln sich sogar Bücher, Zeitschriften und Feedreader-Inhalte, die gerade auf solche Momente nur zu warten scheinen.

Auf jeden Fall aber hat es mich gefreut, dass ich auch unter den verschiedenen Vereinsmitgliedern Leser habe, die mein Blog durchaus kritisch zur Kenntnis nehmen — und genau so soll es auch sein! Denn wer nur das liest was er bereits kennt oder gar für gut befindet, der macht etwas grundsätzlich falsch.

Zudem dient ein persönliches Blog in erster Linie mehr oder weniger der Selbstreflektion des jeweiligen Bloggers, manche organisieren damit auch ihr gesamtes digitales Leben, und so richtet sich ein Blog erst danach an weitere Leser.

Über die Jahre hinweg habe ich verstärkt erst für diverse Vereinszeitschriften und später dann für Vereinsseiten der jeweiligen Vereine geschrieben, musste dabei aber immer wieder feststellen, dass dies eine sehr undankbare Angelegenheit ist, da man damit keine hinreichende Leserschaft erreicht oder gar ein nennenswertes Feedback erzielt welche der Mühen dieser Schreiberei wert wären.

Und so beschränke ich mich inzwischen wieder auf die guten alten Pressemitteilungen, die zudem auf der jeweiligen Vereinsseite zu finden sind. Da aber mein Schreibpensum über die Jahre hinweg ziemlich konstant blieb, findet man inzwischen dafür mehr Blog-Beiträge. Was sich vielleicht dann wieder ändern könnte, wenn ich ein altes Buchprojekt hervorkrame oder gar auf die Idee käme, ein neues zu starten.

Was mich jetzt aber wieder daran erinnert, dass ich noch die eine oder andere Pressemitteilung zu schreiben habe.


Von Mons nach Cambrai

Neues Europa 5 (2)

Beitragsfoto: Von Mons nach Cambrai, britischer Angriff am 25. August 1914 | © Shutterstock

Der Gedichtband „Rhythmus des neuen Europa“ hält mich immer noch in seinem Bann. Dieser Gedichtband, der noch weitgehend von Gerrit Engelke selbst zusammengestellte Gedichte enthält, erschien erstmals 1921 etwa drei Jahre nach seinem gewaltsamen Tod bei Cambrai. Edward Thomas, den ich in einem Beitrag zu einem Gedicht von Robert Frost (The road not taken) erwähnte, fiel bereits ein Jahr zuvor bei Arras; so wie in unzählige weitere unschuldige Menschen, meistens Männer, die für unser Europa sinnlos abgeschlachtet wurden.

Gerrit Engelkes Gedicht „Nach schwerem Traum“ hatte ich bereits vor ein paar Tagen hier in diesem Weblog vorgestellt, was mich im Anschluss veranlasste, weiter in dessen Gedichtband zu blättern. Engelkes Rhythmus des neuen Europas lässt mich nun nicht mehr los und zwingt mich zu ganz eigenen Gedankenstürmen, welche durch diesen gerade tobenden europäischen Krieg (!) weiter zu einem Feuersturm angefacht werden. Ja, unser Europa befindet sich insgesamt wieder im Krieg, und der Rest der Welt muss sehr vorsichtig sein, dass wir Europäer die Welt nun nicht bereits zum dritten Male in Brand setzen.

Das neue Europa unzähliger dahingeschlachteter, meistens sehr junger Menschen fand tatsächlich nie seinen eigenen Rhythmus. Rückblickend muss man erkennen, dass die Hoffnung auf ein friedliches, freies und demokratisches Europa bereits in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges beerdigt wurde. Das letzte Aufbäumen junger Menschen, die von einer gemeinsamen Zukunft Europas in einem europäischen Bundesstaat als Blaupause für eine bessere Welt träumten, wurde regelrecht im Zweiten Weltkrieg zerbombt.

Wie wir heute sehen müssen, waren die letzten europäischen Bemühungen von den den Furor des Kriegs überlebenden, bekennenden Europäern — also uns — nichts anderes mehr als dürftige Blähungen. Die wirklich letzten Europäer werden nun wohl Opfer dieses jüngsten europäischen Krieges werden. Und die dann noch Überlebenden werden sich wohl nur noch zu Rülpsern in Sachen Europa aufraffen können — bevor dann unser Europa schlussendlich sein eigenes Schicksal erfüllt: „But it was all right, everything was all right, the struggle was finished. Europe had won the victory over itself. It loved Big Brother.

Ja, wir Europäer befinden uns allesamt in einem neuen europäischen Krieg, und dieses Mal sind die Fronten eindeutig und glasklar! Auf der einen Seite kämpfen Europäer für Freiheit und Demokratie, und auf der anderen Seite kämpfen Europäer für Knechtschaft und Unterdrückung — und dies über sämtliche Religionen, Landsmannschaften und Sprachräume hinweg!

Und dieser Krieg tobt von Anfang an nicht nur in der Ukraine — dort ist nur das Morden und Schlachten nach jahrelangem Weggucken nicht mehr zu übersehen. Der Krieg wird inzwischen bereits in unseren Parlamenten im gesamten Europa geführt, auf den Straßen, in den Wohnungen und nicht zuletzt in sämtlichen Medien. Und sein Ausgang ist noch völlig ungewiss, auch wenn ich selbst hier bereits meine Befürchtungen geäußert habe!

Zu den bereits zwei ausgefochtenen — lassen wir den Kalten Krieg einmal außen vor — Weltkriegen, die wir Deutschen maßgeblich verschuldet haben, kommt nun dieser dritte Krieg hinzu, wobei wir Deutschen es dieses Mal sogar geschafft haben, in diesem Krieg auf beiden Seiten vertreten zu sein. Wahrscheinlich wollen wir dieses Mal unbedingt mit auf der Siegerseite stehen! Und dabei ist es uns Deutschen offensichtlich völlig egal, wer gewinnen wird!

Unser Europa hatte weder jemals einen eigenen Rhythmus noch je eine eigene Zukunft! Europas Zukunft lag bereits auf den Schlachtfeldern begraben, bevor sie überhaupt beginnen konnte.

Auf jeden Fall aber können wir in diesem europäischen Krieg gleich mit zwei Mythen der Menschheit aufräumen, das der Kriegsschuld und das der Emanzipation.

Wie hieß es doch so schön: „Old men make war, young men fight and die.“ (Dieses Zitat wird oftmals Winston Churchill zugeschrieben). Heute wissen wir es besser und können es sogar life auf Youtube miterleben: Drückeberger machen den Krieg und unschuldige Menschen sterben!

Und gerade in diesem europäischen Krieg ist nun wirklich alles über Emanzipation geschwätzt. Emanzipierte Frauen — ich nehme hierbei junge Mütter und Schwangere aus(!) — stehen gerade in diesem Krieg Seit an Seit mit ihren Brüdern, Vätern, Männern und Söhnen. Was emanzipierte Frauen sind, können wir auch hier life und auf Youtube miterleben. Und wenn es ausreichend emanzipierte Frauen gäbe, dann könnten wir den Männern auch den Luxus der Fahnenflucht und des Drückebergertums zusprechen.

Und auch der nächste Krieg wird erneut von Drückebergern, Fahnenflüchtigen und kreischenden Weibern verursacht werden. Die letzten Europäer und auch -innen werden dann schon längst die Gänseblümchen von unten betrachten oder, wie es die Osteuropäer so blumig formulieren, für wunderbare Sonnenblumen gesorgt haben.

Nun aber wieder zurück nach 1918. Gerrit Engelke verfasste sein wohl letztes Gedicht am 20. Juli 1918. Am 11. Oktober 1918 wurde er erneut schwer verwundet und starb am 14. Oktober 1918 in einem britischen Feldlazarett bei Cambrai.

An die Soldaten des großen Krieges
In memoriam August Deppe

Herauf! aus Gräben, Lehmhöhlen, Betonkellern, Steinbrüchen!
Heraus aus Schlamm und Glut, Kalkstaub und Aasgerüchen!
Herbei! Kameraden! Denn von Front zu Front, von Feld zu Feld
Komme euch allen der neue Feiertag der Welt!
Stahlhelme ab, Mützen, Käppis! und fort die Gewehre!
Genug der blutbadenden Feindschaft und Mordehre!
Euch alle beschwör′ ich bei eurer Heimat Weilern und Städten,
Den furchtbaren Samen des Hasses auszutreten, zu jäten,
Beschwöre euch bei eurer Liebe zur Schwester, zur Mutter, zum Kind,
Die allein euer narbiges Herz noch zum Singen stimmt.
Bei eurer Liebe zur Gattin – auch ich liebe ein Weib!
Bei eurer Liebe zur Mutter – auch mich trug ein Mutterleib!
Bei eurer Liebe zum Kinde – denn ich liebe die Kleinen!
Und die Häuser sind voll von Fluchen, Beten, Weinen!

Lagst du bei Ypern, dem zertrümmerten? Auch ich lag dort.
Bei Mihiel, dem verkümmerten? Ich war an diesem Ort.
Dixmuide, dem umschwemmten? Ich lag vor deiner Stirn,
In Höllenschluchten Verduns, wie du in Rauch und Klirrn,
Mit dir im Schnee vor Dünaburg, frierend, immer trüber,
An der leichenfressenden Somme lag ich dir gegenüber.
Ich lag dir gegenüber überall, doch wußtest du es nicht!
Feind an Feind, Mensch an Mensch und Leib an Leib, warm und
dicht.

Ich war Soldat und Mann und Pflichterfüller, so wie du,
Dürstend, schlaflos, krank – auf Marsch und Posten immerzu.
Stündlich vom Tode umstürzt, umschrien, umdampft,
Stündlich an Heimat, Geliebte, Geburtsstadt gekrampft
Wie du und du und ihr alle. –
Reiß auf deinen Rock! Entblöße die Wölbung der Brust!
Ich sehe den Streifschuß von fünfzehn, die schorfige Krust,
Und da an der Stirn vernähten Schlitz vom Sturm bei Tahüre –
Doch daß du nicht denkst, ich heuchle, vergelt′ ich mit gleicher Gebühr:
Ich öffne mein Hemd: hier ist noch die vielfarbige Narbe am Arm!
Der Brandstempel der Schlacht! von Sprung und Alarm,
Ein zärtliches Andenken lang nach dem Kriege.
Wie sind wir doch stolz unsrer Wunden! Stolz du der deinigen,
Doch nicht stolzer als ich auch der meinigen.

Du gabst nicht besseres Blut, und nicht rötere Kraft,
Und der gleiche zerhackte Sand trank unsern Saft! –
Zerschlug deinen Bruder der gräßliche Krach der Granate?
Fiel nicht dein Onkel, dein Vetter, dein Pate?
Liegt nicht der bärtige Vater verscharrt in der Kuhle?
Und dein Freund, dein lustiger Freund aus der Schule? –
Hermann und Fritz, meine Vettern, verströmten im Blute,
Und der hilfreiche Freund, der Jüngling, der blonde und gute.
Und zu Hause wartet sein Bett, und im ärmlichen Zimmer
Seit sechzehn, seit siebzehn die gramgraue Mutter noch immer.
Wo ist uns sein Kreuz und sein Grab! –

Franzose du, von Brest, Bordeaux, Garonne,
Ukrainer du, Kosak vom Ural, Dnjestr und Don,
Österreicher, Bulgare, Osmanen und Serben,
Ihr alle im rasenden Strudel von Tat und von Sterben –
Du Brite aus London, York, Manchester,
Soldat, Kamerad, in Wahrheit Mitmensch und Bester –
Amerikaner, aus den volkreichen Staaten der Freiheit:
Wirf ab: Sonderinteresse, Nationaldünkel und Zweiheit!
Warst du ein ehrlicher Feind, wirst du ein ehrlicher Freund.
Hier meine Hand, daß sich nun Hand in Hand zum Kreise binde
Und unser neuer Tag uns echt und menschlich finde.

Die Welt ist für euch alle groß und schön und schön!
Geht her! staunt auf! nach Schlacht und Blutgestöhn:
Wie grüne Meere frei in Horizonte fluten,
Wie Morgen, Abende in reiner Klarheit gluten,
Wie aus den Tälern sich Gebirge heben,
Wie Milliarden Wesen uns umbeben!
O, unser allerhöchstes Glück heißt: Leben! –

O, daß sich Bruder wirklich Bruder wieder nenne!
Daß Ost und West den gleichen Wert erkenne:
Daß wieder Freude in die Völker blitzt:
Und Mensch an Mensch zur Güte sich erhitzt!

Von Front zu Front und Feld zu Feld,
Laßt singen uns den Feiertag der neuen Welt!
Aus aller Brüsten dröhne eine Bebung:
Der Psalm des Friedens, der Versöhnung, der Erhebung!
Und das meerrauschende, dampfende Lied,
Das hinreißende, brüderumarmende,
Das wilde und heilig erbarmende
Der tausendfachen Liebe laut um alle Erden!

Gerrit Engelke, 1918