Bibliothek Hochschule Heilbronn

3.2.02024 5 (8)

Beitragsfoto: Bibliothek Hochschule Heilbronn

Abgenötigt

Die Heilbronner Stimme (3.2.2024: 1) macht heute mit einem Aufreisser Schlagzeile. Menschen bekommen zu Unrecht Bürgergeld! Ach, das fällt sogar den Stimme-Redakteuren auf — das dürfte die eigentliche Schlagzeile sein.

Faktum ist, dass immer irgendwelche Menschen zu Unrecht Vorteile für sich geltend machen. Im Falle, dass diese Menschen in unserer Gesellschaft ein etwas besseres „Standing“ haben, ist dies auch völlig in Ordnung. Wenn sie gar zu den Wichtigeren gehören, dann kennt die staatliche Fürsorge überhaupt keine Grenzen mehr — das fällt dann unter die Rubrik „systemrelevant“ und die Steuergelder purzeln zu Hunderten von Milliarden Euro nur so aus unseren Haushalten heraus.

Das tatsächliche Problem sind aber nicht die Menschen, die die Gelder nehmen, die ihnen ganz offensichtlich ohne jegliche Prüfung oder Kontrolle geradezu aufgedrängt werden — wer von uns würde dieses Geld ablehnen? Ich befürchte, sehr wenige, denn wohl fast jeder Mensch meint, dass ihm dies auch zustünde!

Das tatsächliche Problem sind neben den völlig überforderten Gesetzgebern unsere inzwischen ebenfalls überforderten Ministerien, Behörden und Verwaltungen, deren Mitarbeiter kaum noch über die nötige Qualifikation verfügen, um ihre ureigene Aufgabe wahrnehmen zu können. Und wenn doch, dann scheuen sie die Mehrarbeit, die inzwischen nötig wäre, um ein Land oder einen Staat verantwortlich zu verwalten.

Dies spricht sich schnell herum und führt dazu, dass die Gesamtsituation für alle immer unerträglicher wird. Jetzt könnte man das Kind mit dem Bade ausschütten und nach einer Diktatur schreien, die nur noch für die „Übermenschen“ da ist — wer immer dies auch sein mag — oder man zwingt die Ministerien, Verwaltungen und Behörden wieder dazu, dass sie ihre ureigene Arbeit machen!

Man könnte zudem auch Politiker wählen, die einen qualifizierten Bildungsabschluss und Arbeitserfahrung vorweisen können. Ich empfehle seit Jahren in der Politik und unseren Verwaltungen wieder Mindeststandards einzuführen: alleine Parteibuch oder gar Verwandtschaftsverhältnisse haben sich nachweislich nicht bewährt!

X-Listen

Wenn jetzt noch PRO Heilbronn aus den Puschen kommt, dann ist die rechte Ecke Heilbronns gleich mehrfach vertreten. Auf alle Fälle kann die AfD so nicht mehr das Alleinstellungsmerkmal für sich beanspruchen, denn inzwischen haben sogar die Montags-Spaziergänger eine eigene Liste.

Nun fehlt nur noch die linke Ecke und vielleicht kommen noch zwei Gruppierungen mit hinzu, von denen Recep Tayyip Erdogan hoffen dürfte, dass eine davon künftig seine Vorstellungen von Demokratie auch in Heilbronn durchsetzen wird; diese Mitbürger sollen als „Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch“ (Dava) auch in Heilbronn für Recht und Ordnung sorgen.

Uns Heilbronnern sollte es dabei doch etwas zu denken geben, dass der eigentliche Aufsteiger BSW noch nicht in Heilbronn vertreten ist — wahrscheinlich aber sind wir der Sahra Wagenknecht einfach nur zu popelig.

Plätschern

Die Vereinsarbeit plätschert derzeit vor sich hin. Notartermin, dann eine Vertragsunterschrift mit dem Stadtarchiv und demnächst einen Termin bei der Stadtverwaltung. Ansonsten der ganz normale Schriftverkehr mit unseren Partnervereinen und Institutionen sowie den am Europa-Ball beteiligten Parteien. Und in Vorbereitung der 8. Hertensteiner Gespräche bereits die ersten Präliminarien mit weiteren Unterstützern, Partnern und der Landeszentrale für politische Bildung. Dazwischen die üblichen Rundschreiben und Veranstaltungen.

Auch die meseno-Fahrten, das Vorlesen an der Dammgrundschule und die Nachhilfestunden für Schüler der Wilhelm-Hauff-Schule verlaufen ganz erfreulich. Sehr gefreut hat es mich dabei, dass es einer der Jungs, die ich nun schon eine ganze Weile mit betreuen darf, sogar schafft, an eine „weiterführende“ Schule zu kommen. Einzig seine Vermutung, dass er nun endlich in eine Schule für Deutsche darf, geben mir dabei zu denken und bestätigen zugleich meine Vermutung, dass wir auch unser einst so gutes Schulsystem längst völlig heruntergewirtschaftet haben — leider haben unsere Kultusminister und deren Gefolge den Knall immer noch nicht gehört!

Sehr erfreulich auch die Gespräche, die ich so am Rande führen darf; eines fand dabei sogar während eines vorzüglichen Abendessens statt. Das fast freitägliche Kaffeetrinken mit Detlef Stern ist inzwischen zu einer erfreulichen Routine geworden und führt nun letztendlich dazu, dass ich hoch motiviert in die kommende Vorlesungsreihe an der Heilbronner Hochschule gehe. Und so bin ich heute schon gespannt darauf, was für Studenten mich dieses Mal erwarten werden und noch mehr darauf, ob ich auch die Gelegenheit erhalte, um in einem richtig großen Hörsaal lesen zu dürfen — einmal ein Audimax zu füllen, steht noch auf meiner imaginären Bucket-List. Zugegebener Maßen ist das etwas nerdiger als mit einem Porsche, BMW oder Mercedes die Allee hinunter und wieder heraufzufahren oder gar die Speisekarte eines Restaurants von oben bis unten gegessen zu haben, aber jeder soll doch nach seiner Fasson selig werden!

Meine bessere Hälfte schafft es derweil weiterhin, mich das Tanzbein schwingen zu lassen, und ich schaffe es zumindest ab und zu im Stadtbad herumzuplätschern; das mit Strecke zu machen und Bahnen zu ziehen, habe ich längst aufgegeben — es dürfte langen, wenn sich nun die Olympioniken des Gemeinderats voll und ganz dem Leistungssport verschrieben haben, gleich nach der künstlichen Intelligenz; die dem Rest der Welt bald von 100 handverlesenen Heilbronnern verständlich erklärt werden wird.


Backsteinmauer

19.1.02024 5 (7)

Beitragsfoto: Backsteinmauer | © Pixabay

Akzeptanz

Jüngst beklagen sich alle möglichen Leute darüber, dass ihre Akzeptanz in der Gesellschaft nachgelassen hat. Die von Gottfried Keller noch im 19. Jahrhundert geprägte Aussage „Kleider machen Leute“ hält nur in weniger aufgeklärten Gesellschaften stand. Und wer das Privileg hatte, in der Bundeswehr dienen zu dürfen, der weiß ganz genau, dass es nicht auf das Aussehen und die Lametta auf der Schulter ankommt, sondern auf die Person an sich.

Leider aber sind sehr viele von uns noch nicht soweit und so kommt es, wenn Berufsgruppen auch noch „uniformiert“ sind, erschwerend mit hinzu, dass sich das ganze Ansehen schon alleine bei wenigen Schlümpfen in den eigenen Reihen sehr schnell verschlimmern kann. Deswegen kommt es weiterhin gerade bei „Uniformierten“ darauf an, dass diese — jeder einzelne von ihnen — immer wie eine Eins dastehen: eine Uniform verpflichtet.

Und so müssen heutige Berufsgruppen damit leben, dass sie bei aufgeklärteren Bürgern mit ihrem Lametta egal welcher Art nicht mehr punkten können, hingegen aber wenige Schlümpfe in den eigenen Reihen bei den einfacher gestrickten Mitbürgern das gute Ansehen der gesamten Gruppe zerstören.

Man könnte dem Ganzen sehr schnell entgegenwirken, nämlich wenn man dafür sorgt, dass die eigene Qualität (der Gruppe) beständig steigt. — sich einfach nur zu beklagen macht wohl weniger Mühen und liegt bei uns weiterhin voll im Trend!

Schlimmer noch ist es, wenn ganze Personengruppen alleine nach dem Motto „außen hui, innen pfui“ agieren, denn dann kann deren Akzeptanz in der Gesellschaft nicht mehr gerettet werden — und dies auch nicht in einer Diktatur!

Tanzen

Gestern Abend konnten meine bessere Hälfte und ich noch das Tanzbein schwingen und dies bei bester Stimmung aller Beteiligten. Zudem gelang es uns, weitere Tanzpaare für den Europa-Ball begeistern zu können.

Inzwischen dürften die Hälfte der vorgesehenen Tische im Theodor-Heuss-Saal der Harmonie bereits reserviert sein, und dabei erhalten wir unseren Werbeflyer erst in den kommenden Tagen. Was mich dabei ganz besonders freut ist, dass wir es geschafft haben, sämtliche nennenswerten demokratischen Parteien und Wählergruppen für den Europa-Ball gewinnen zu können. Und so werden beim Ball ganz offiziell Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP, Freie Wähler und SPD mit dabei sein.

Und damit ist der Europa-Ball genau das, was er als kulturelles und gesellschaftliches Element in einer Demokratie eigentlich sein soll, nämlich ein bürgerliches und politisches Signal für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft!

Brandmauer

Sehr erfreulich, dass nach dem Bekanntwerden der rechtsextremen Vorbereitungen zur Entmenschlichung unseres Landes und unserer Gesellschaft bereits so viele Bürger ihren Unmut gegen den erneut aufkeimenden Nationalsozialismus nun auch auf der Straße offen kundtun. Nach der gescheiterten Brandmauer konservativer Parteien, scheint sich nun die Bevölkerungsmehrheit unter dem Motto „Wir sind die Brandmauer“ zu sammeln, um sich gegen Totalitarismus jeglicher Art zur Wehr zu setzen.

Dabei müssen wir alle aber sehr aufpassen, dass diese lobenswerten bürgerlichen Bemühungen jetzt nicht von Linksextremen und antisemitischen Kräften gekapert werden und dann alleine dem Zweck dienen, vielleicht auch den anderen Antidemokraten eins auszuwischen aber auf alle Fälle den Unfrieden in unserer Gesellschaft weiter zu schüren.

Deshalb müssen sämtliche Appelle in erster Linie zur Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufrufen und danach sehr gerne den Rechtsextremismus verdammen — besser noch jeglichen Extremismus und ganz besonders den Totalitarismus und der kennt, man gucke sich allein nur die Russische Föderation an, weder rechts noch links! Es sind alles die gleichen Verbrecher.

Bei der in Heilbronn am Dienstag um 18.00 Uhr vor dem Bollwerksturm geplanten „Kundgebung gegen rechts“ schließen sich aufgrund der letzten widerlichen Ereignisse in Potsdam sowohl die Freien Wähler als auch die EUROPA-UNION Heilbronn an.

Nun bin ich einmal sehr gespannt darauf, wie sich die Demonstration entwickeln wird — ich lasse sie mir auf alle Fälle nicht entgehen.


Besen Rolf Heinrich

14.1.02024 5 (7)

Beitragsfoto: Besenbesuch

Europa-Ball

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Und so kommen langsam aber sicher die ersten Ballanmeldungen ins Haus. Dabei haben wir unseren Werbe-Flyer noch nicht einmal entworfen. Auch freut es mich sehr, dass doch so einige Partnervereine der EUROPA-UNION bereits im Vorfeld des Balls so aktiv mitwirken.

Ganz besonders aber freut es mich, dass die demokratischen Fraktionen im Gemeinderat die Absicht und die Idee der Heilbronner Föderalisten anerkennen und unterstützen. Zur Wahl des Europäischen Parlaments und zur Gemeinderatswahl ist es nämlich sehr wichtig, dass alle Demokraten gemeinsam und in eine Richtung an einem Strang ziehen! Wir wollen weiterhin allesamt eine föderale Demokratie — das ist das einigende Band. Auch wollen wir allesamt ein möglichst einiges Europa — manche von uns sogar einen europäischen Bundesstaat. Wie wir dies am besten erreichen, das ist dann der demokratische Streitpunkt, wo wir sehr gerne und auch sehr heftig diskutieren, debattieren und zum Schluss auch durch Wahlen Entscheidungen treffen müssen.

Unser Europa ist Kultur, politisch wie auch gesellschaftlich. Und womit kann man dies unseren Mitbürgern besser verdeutlichen als bei einem Europa-Ball in der Harmonie? Unter dem Motto „Europa tanzt!“ werden wir gemeinsam für unser Europa, unsere Demokratie und eine möglichst hohe Wahlbeteiligung werben.

Schon jetzt sind die Stadträte von der CDU, der FDP, den Freien Wählern und der SPD mit beim Europa-Ball dabei! Wir demokratischen Europäer zeigen damit Einigkeit und nutzen die Chance, uns und unsere Vorstellungen einer interessierten Öffentlichkeit präsentieren zu können. Ganz praktisch ist es dabei, dass die Ballbesucher im Foyer entsprechende Informationen und Wahlprogramme einsehen und mitnehmen können. Aber auch unsere Partnervereine nutzen die Chance, um sich selber vorzustellen.

Unser Europa ist einfach vielfältig und bunt. Und diese bunte Vielfalt wird man beim Europa-Ball in vollen Zügen genießen können!

Kneipentour

Engagierte Vereinsmitglieder sind eine reine Wonne und so konnte ich gestern meinen üblichen Spaziergang durch die Stadt zu einer kleinen Wanderung ausbauen. Denn ein paar Europäische Föderalisten wollten wieder einmal Bänke auf dem Wartberg aufsuchen, welche inzwischen nach ehemaligen Vereinsmitgliedern benannt sind. Unterwegs wurden wir auch noch mit Glühwein und Tee versorgt und landeten, als es doch etwas frischer wurde, zum Abschluss noch beim Rolf Heinrich.

Und vom Besen aus ging es dann, weil ein Mitglied des Deutsch-Afrikanischen Vereins geladen hatte, ins Emma23. Mich erinnert das Emma an ein oder zwei andere Heilbronner Kneipen um 1980 herum und die Musik, die der DJ auflegt, passt auch ganz gut. So gehe ich gerne dorthin, selbst wenn ich gestern den Altersschnitt locker verdoppelt habe. Was die anderen Gäste nicht störte, um meine bessere Hälfte und mich beim Tischkicker herauszufordern. Diese schlug sich in Einzelspielen zwar ganz gut, als Team gingen wir dann aber hoffnungslos unter — Fußball, egal in welcher Form, war wohl noch nie so mein Ding.

Eine nette Geste der Sieger, uns beim nächsten Kneipenbesuch eine Revanche geben zu wollen.

Splitterbrötchen

Regelmäßig werden mir die Gedanken und Anmerkungen von Chris Kurbjuhn in den Posteingang gespült. Heute schreibt er zum Schluss seines Beitrags das Folgende:

„Auf kommunaler Ebene ist es ziemlich eindeutig, wie man die AfD erfolgreich bekämpft: In Orten, wo ‚Kümmerer‘ Bürgermeister sind, also Menschen, die sich um die Belange der Bürger kümmern und eine nachvollziehbare Politik mit dem Ziel, das Leben der Menschen etwas leichter zu machen, betreiben, machen die Nazi-Stinksocken keinen Stich. Damit wird auch das bundespolitische Problem deutlich: Mit Merz und Scholz sind zwei Typen am Start, die das haargenaue Gegenteil von Kümmerern sind.“

Chris Kurbjuhn, Splitterbrötchen (CMLXII)