Foto Umberto Ecos in der la Repubblica

31.1.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Foto Umberto Ecos in der la Repubblica | © La Repubblica

Umberto Eco

Im gestrigen Gespräch mit Detlef Stern ergab es sich, das wir beide Umberto Eco lesen. Er laß „Der Name der Rose“ bereits 1982 oder 1983, ich erst während meines Studiums 1984. Ecos Bücher stehen noch heute in meinem Regal, was ich von sehr vielen anderen Autoren nicht behaupten kann. Im Zuge meiner Recherchen für mein eigenes Buch musste ich doch so einige „wissenschaftliche“ Werke in den Müll verfrachten, einfach weil sie nicht nur von irgendwelchen Hiwis zusammengeschustert waren, sondern auch noch bei einer Prüfung der dort aufgeführten Quellen völlig versagten. Was einen Autoren sogar dazu veranlasste, mir mitteilen zu müssen, dass Hiwis in seinem Buch für die Quellen zuständig gewesen seien.

Warum sollen Politikwissenschaftler für ihr Tun und Lassen Verantwortung übernehmen, wenn es Politiker auch nicht tun? Umberto Eco hätte bestimmt an diesem Standardwerk seine Freude gehabt! Das vermute ich, nachdem ich den von Detlef Stern empfohlenen Film gestern Nacht noch geguckt habe — die heutige Technik macht so etwas möglich.

Dieser Film trägt den Titel „Umberto Eco – Eine Bibliothek der Welt“ und stammt bereits aus 2022. Davide Ferrario führte Regie. Die Dokumentation ist auf Italienisch, auf Wunsch mit deutschen Untertiteln. Deshalb konnte ich meine bessere Hälfte für diesen Film gewinnen, da sie bereits seit ein paar Jahren an ihren Italienischkenntnissen arbeitet.

Menschen, die etwas mit Umberto Eco anfangen können, die werden diesen Film bestimmt genießen. Ich vermute, die meisten haben ihn bereits sogar schon gesehen.

Vermischtes

Beiträge wie der von Martin Thielecke über SAP lassen mich immer wieder gerne in meine Timeline schauen. Das Einzige was ich schon immer an SAP bewundere, dass diese Firma wirklich jeden Schrott verkaufen kann — ich gehe einmal nicht davon aus, dass sie das mit dem Schmieren nur sehr gut verstehen; es sind einfach Verkaufsgenies.

Danach kam dann gleich auch noch Thomas Michl um die Ecke, der seit Jahren immer wieder gerne an unserem Europastammtisch teilnimmt.

„Der gute alte Stammtisch wirkt antiquiert und aus der Zeit gefallen. Er ist alles andere als modern und hip. Und doch habe ich gelernt, ihn zu schätzen. Als Ort der Begegnung und des persönlichen Austauschs. Als Ort, an dem wir lernen und üben, miteinander zu diskutieren, uns auszutauschen und unterschiedliche Meinungen als gleichwertig zu akzeptieren. Gerade im Zeitalter der schnelllebigen digitalen Kommunikation, in der mit einem Klick die ganze Welt binnen Sekunden mit unseren Ideen, Gedanken und Impulsen, aber auch mit emotionalen Ausbrüchen konfrontiert wird, braucht es einen Ausgleich und einen Ort der persönlichen Begegnung. Einen Ort, an dem wir uns von Angesicht zu Angesicht begegnen und in den Austausch treten. Eine begrenzte Arena, in der wir nicht befürchten müssen, dass lautes Denken sofort einen Shitstorm auslöst.“

Thomas Michl (31.1.2026)

Könnte sein, dass die Social Media deshalb so erfolgreich sind, weil man nicht aus dem Haus muss und andere Menschen zudem anonym belästigen und drangsalieren kann.

Und zum guten Schluss lässt mich auch noch Stefan Pfeiffer wissen, dass er einen von mir geteilten FAZ-Beitrag ebenfalls gelesen hat. Meine kleine Bloggerwelt ist für heute völlig in Ordnung!

Heute Nachmittag noch ein Treffen mit Vereinsmitgliedern des Deutsch-Afrikanischen Vereins, danach Spieleabend.

Rundschreiben

Mein Rundschreiben für Februar ist raus. Seit ich wieder etwas mehr Politisches in meinen Rundschreiben veröffentliche, was so von einigen Mitgliedern erwünscht war, reduziert sich die Anzahl der Leser. Wenn man mich um meine Meinung bittet, dann kann man nicht erwarten, dass ich die Meinung anderer vertrete — ich bin kein bezahlter und schon gar kein gekaufter Vertreter.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Europäische Föderalisten, 

die aktuellen Geschehnisse in Minneapolis machen sprachlos, zeigen aber sehr gut, was geschieht, wenn eine demokratische Partei den rechtsstaatlichen Grundlagen abschwört und ausschließlich Parteiinteressen verfolgt. 

Was geschieht dann erst, wenn bei uns eine Partei an die Macht kommt, die von Anfang an allen demokratischen Gepflogenheiten abgeschworen hat und ganz offensichtlich erneut Demokratie nur bis zu einer Machtergreifung heuchelt? 

Selbst dann, wenn wir Bürger mit keiner einzigen demokratischen Partei zufrieden sein sollten, müssen wir erkennen, dass es absolut falsch ist, wenn wir antidemokratischen Kräften nur den Hauch einer Chance geben. Gerade zeigt uns die US-Demokratie wie schnell selbst die ältesten demokratischen Parteien ihren Halt verlieren und in den Wettstreit mit Totalitaristen treten — auch bei uns sind solche Tendenzen erkennbar!

Die Gründungsväter unserer deutschen Demokratie wussten dies noch aus eigener Erfahrung und schoben solch einem Treiben einen Riegel vor:

Nach Art. 21 Abs. 2 Grundgesetz (GG) sind Parteien verfassungswidrig, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden. Sie können durch das Bundesverfassungsgericht verboten werden.

Die Richtergeneration der Nachkriegszeit war weniger zimperlich und rettete uns bekanntermaßen noch vor solchen Versuchungen. Ich behaupte nun nicht, dass unsere deutsche Gesellschaft schon immer auf einem Auge blind war, gebe aber zu bedenken, dass wir insgesamt und noch mehr unsere gewählten Volksvertreter aktuell mit dem Feuer spielen. 

Auch sollten wir nicht abwarten, bis wir uns in Sachsen-Anhalt die Finger verbrennen! Jedes Feuer kann sehr schnell außer Kontrolle geraten — vor allem weil Polizeiapparate mit DDR-Erfahrung sich wunderbar gleichschalten lassen; noch heute werden dort u. a. Todesfälle in Polizeigewahrsam nicht aufgeklärt. 

Aber schon am Sonntag, 8. März 2026 können wir Bürger in Baden-Württemberg Nägel mit Köpfen machen und sämtlichen antidemokratischen Parteien eine Abfuhr erteilen. Wenn wir dabei erfolgreich sind, hilft es vielleicht unserer Legislative und Jurisdiktion wieder dabei, etwas mutiger zu werden. 

Noch heute bin ich fest davon überzeugt, dass es falsch war eine NPD alleine wegen einer vermeintlichen Bedeutungslosigkeit nicht zu verbieten — eine sehr einäugige Auslegung unseres Grundgesetzes!

Wir Europäische Föderalisten stehen alle mit beiden Beinen auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, manchmal ist es dabei angebracht, dass man dies nicht nur am Wahltag kundtut. Deshalb bitte ich alle unsere Mitglieder, sich in den nächsten Monaten ein klein wenig mehr für unsere Demokratie und unser Europa stark zu machen.

Aktuell ist es eher unsere Demokratie, die mir Sorgen bereitet. Sobald wir diese Kuh wieder vom Eis haben, müssen wir uns gemeinsam überlegen, warum wir weiterhin an der Mär europäischer Nationalstaaten festhalten möchten. Ich bin mir dabei völlig bewusst, dass nicht alle von uns dies gutheißen können — vermeintliche Traditionen halten sich erstaunlich besser als tatsächliche, einfach nur, weil sich Hirngespinste schlecht an der Realität messen lassen.

Bis zum 8. März 2026 haben die demokratischen Kandidaten zur Landtagswahl im Stadt- und Landkreis Heilbronn noch die Möglichkeit, sich bei zwei Europastammtischen kurz vorzustellen. Es freut mich, dass eine Kandidatin ihr Kommen bereits avisiert hat. Wir Europäische Föderalisten sind überparteilich und unterstützen grundsätzlich alle demokratischen Kandidaten, besonders aber jene, die bei uns Mitglied sind.

Auch unterstützt die EUROPA-UNION Heilbronn die Veranstaltung des Landesverbandes und Stuttgarter Kreisverbandes zum Thema „Vielfalt verbindet: Landespolitik als europäischer Brückenbauer” mit den Spitzenkandidaten der Parteien der Europäischen Bewegung. 

Wir laden Sie alle herzlich ein, mit dabei zu sein, um sich zu informieren und die Kandidaten und ihre Positionen kennen zu lernen.

Dienstag, 3. Februar 2026, ab 19.00 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr)
Ort: SpOrt Stuttgart, Fritz-Walter-Weg 19, 70372 Stuttgart
Anmeldungen bitte an events@europa-union-stuttgart.de

Am Europatag, 9. Mai 2026 (Samstag) möchten wir mit dem Europa-Ball Europa und unsere Demokratie feiern. Wir hoffen darauf, dass wir bei der Landtagswahl dafür sorgen konnten, dass es viel zu feiern gibt! 
Auf alle Fälle aber werden wir unter dem Motto „Culture meets Politics“ zeigen, dass Europa großen Spaß machen kann und wir in Vielfalt geeint sehr viel gewinnen können. Wir hoffen dabei darauf, dass möglichst viele Tanzbegeisterte und an Europa Interessierte durch ihre Teilnahme ein Signal setzen. Wir Demokraten müssen uns einfach bemerkbarer machen und mit den großen Vorzügen und Vorteilen von Demokratie werben. Parteien, Wählergruppen und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen können dabei sehr gerne Flagge zeigen!

Am Samstag, 19. September 2026 gehen wir dann inhaltlich und programmatisch bei den 10. Hertensteiner Gesprächen in die Vollen. Wir hoffen dabei, auch die letzten Zweifler von einem europäischen Bundesstaat überzeugen zu können. Auf alle Fälle aber wird es wieder zahlreiche und sehr spannende Diskussionen geben! Auch hierbei sind die Mitglieder der EUROPA-UNION Heilbronn aufgefordert, durch eine Teilnahme für unser gemeinsames Europa und unsere Demokratie einzutreten. 
Noch haben wir Bürger die Gelegenheit, um auf gut geplanten und organisierten Veranstaltungen Flagge zu zeigen. Minneapolis zeigt uns ganz aktuell, dass dies sehr schnell ganz anders und dazu sehr unangenehm werden kann. 

Es wäre sehr schrecklich, wenn erst einige von uns tot auf der Straße liegen müssen, bis wir Demokraten wieder zu zeigen beginnen, dass wir hier bei uns die Mehrheit sind und an den bisherigen Errungenschaften der Menschheit weiter festhalten wollen!

Nachtrag

Alle reden und schreiben über das neuste Meisterwerk aus dem Haus Jeff Bezos: Melania, der Film!

Hier nun der Trailer zum Film.

Wenn der Film in den Kinos floppt, dann wird er bei uns sicherlich bald Effi Briest als Schullektüre ersetzen. Trumphörige Regierungspolitiker werden sicherlich dafür sorgen.


Dilbert

14.1.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Dilbert Comic

Scott Adams

Wenn ich ein Vorbild in Sachen Projektmanagement hatte, dann sicherlich diesen Pacific Bell-Angestellten, dessen Karriere ich von Anfang an bis hin zur Stunde des Wiesels mitverfolgte. Zum Schluss wurde er etwas wunderlich und entwickelte sich später sogar zum Rassisten. Er hatte wohl viel zu früh Abstand von der Realität genommen.

Richard Sandomir schrieb in der New York Times den hier verlinkten Nachruf auf Dilbert.

„The title character was a frustrated engineer working from a cubicle at a high-tech company whose intelligent, anthropomorphic pet, Dogbert, dreamed of world domination.“

Richard Sandomir, 13.1.2026

Mir bleiben seine ersten Bücher und seine Comic-Strips in guter Erinnerung, die auch heute noch sehr lehrreich sind, wenn man nicht gerade die Weltherrschaft anstrebt.

Basteln

Gestern konnte ich zwischen zwei Veranstaltungen ein wenig basteln, besser ausgedrückt, ich habe basteln lassen. Detlef Stern hat ein neues Spielzeug und ich wollte das auch einmal haben. Früher™ hat man einfach seine Autos kurz getauscht, heute in der digitalen Welt bekommt man einen eigenen Zugang zur entsprechenden Software. Und damit hat dann das Basteln erst so richtig begonnen.

Ob ich dann auch einmal zum Spielen komme, wird sich in den kommenden Tagen herausstellen. Und weil ich kurz darauf dann völlig den Überblick verlor — das mit Kennwörtern und Zugangscodes war noch nie mein Ding! — habe ich ein wenig DS9 gebingt. Was mich dabei immer wieder fasziniert, wo die Protagonisten die notwendige Energie für ihre Spielzeuge herbekommen.

Detlef Stern und ich bekommen spätestens mit der nächsten Stromabrechnung den Hinweis darauf, wo unsere Energie so alles herkommt.

Vermischtes

Höhepunkt des gestrigen Tages war ein gut besuchter Europastammtisch. Demnächst werde ich darüber auf der EUROPA-UNION Website berichten.

Beim Stöbern durch meine Blogroll bin ich auf einen Beitrag von Addy Osmani gestoßen, den ich allen Machern nur empfehlen kann. Schon alleine sein Titel ist sehr vielversprechend „21 Lessons From 14 Years at Google“. Seine 17. Lehre unterschreibe ich ohne Wenn und Aber — wobei ich sie selbst nie befolgt habe.

Gestern konnte ich auch meine Vorlesung für dieses Semester abschließen. Es bestand mehr als genug Zeit und Gelegenheit, um mir während des Semesters Fragen zu stellen oder gar ein paar der gestellten „Hausaufgaben“ zu erledigen. Wohl der Zeit geschuldet, kommen nun die ersten in den Vorlesungen nicht anwesenden Studenten mit Fragen um die Ecke. Es hat bei mir den Anschein, als ob man als Edelstudent das Gemeinschaftserlebnis Vorlesung meidet, dafür aber auf Einzelunterrichtung durch den Dozenten besteht, möglichst noch zum gerade für den Studenten passenden Zeitpunkt. Würde mich auch nicht mehr wundern, wenn sie demnächst die Herausgabe von „Leitungslösungen“ für die Klausur fordern.

Der olympische Gedanke war vielleicht schon immer reine Fiktion. Was die Verantwortlichen sich heute aber leisten, kann nicht einmal mehr von den kriminellsten Zeitgenossen übertroffen werden. Inzwischen werden die olympischen Spiele an Massenmörder und Kinderschänder verkauft, diesen zumindest aber die beste Publicity garantiert — Hauptsache die Organisatoren können sich selbst bereichern!

Das Schlimme daran ist es aber, dass die ganze Welt dabei mitmacht und diesen Verbrechern die Steuer- und Sponsorenmilliarden nur so in den Hintern schiebt.

Post Scriptum

https://yoyod.de/@kuemmerle


Bier

9.10.02025 5 (12)

Beitragsfoto: Bier

Gremiensitzung

Heute noch eine Gremiensitzung online und dann ab morgen bis zum Sonntag alle Sitzungen in echt. Und so ganz nebenbei kann ich die Frage beantworten, was ein Mitglied im Kreisvorstand so alles machen muss. Es wird gerne gesehen, wenn man an den monatlichen Kreisvorstandssitzungen teilnimmt, zumindest aber an den meisten davon. Im Falle von Sondersitzungen, auch an diesen. Auf alle Fälle ist es Pflicht, an der Kreisversammlung teilzunehmen und zudem auch die beiden Schwerpunktveranstaltungen des Kreisverbandes zu unterstützen.

Dazu kommt dann noch das obligatorische Add-on, wenn man sich etwas mehr einbringen möchte. Jedes Mitglied erhält einen kleinen bis größeren Aufgabenbereich (je nach Eignung und Leistung), den es in den zwei Jahren der Mitgliedschaft selbstständig zu bearbeiten gilt.

Darüber hinaus stellt man sich bei Bedarf als Delegierter für die nächst höhere Ebene zur Verfügung. Wenn man dies dann alles einmal zur Zufriedenheit der eigenen Mitglieder gemacht hat, wird man vom Kreisvorsitzenden gefragt, ob man sich vorstellen könne in weiteren Gremien innerhalb des Verbandes aktiv zu werden.

Sobald man diesem dann zustimmt, öffnet sich die Welt des Föderalismus erst so richtig, was dann meist zu einer Lebensaufgabe wird. Diese Mitglieder werden umgangssprachlich als militante Föderalisten bezeichnet. Und wie im echten Leben dann auch, kennt dabei jeder jeden!

Vermischtes

Erfreulich die Bekanntgabe eines Waffenstillstands für den Gaza-Streifen. Nun müssen wir abwarten, ob und wie sich dieser hält und auswirkt. Wäre jammerschade, wenn es nur die notwendige Begründung für einen Friedensnobelpreis für Donald Trump ist.

Noch erfreulicher, dass in den USA immer mehr Bürger einfach so den ICE-Fahrzeugen wie bei einer türkischen Hochzeit hinterherfahren. Die Idee ist gut und nun hoffe ich, dass kein US-Bürger dafür erschossen wird.

Gestern habe ich in einem frisch angelegten Totholzhaufen eine gute 10 Zentimeter lange Raupe gefunden, die sich beim Essen einfach nicht stören lies. Allerdings, als ich dann zum Fotografieren zurückkam, hatte sie sich dann doch vom Acker gemacht. Vermute nun, dass es sich um einen Weidenbohrer handelte — aber auch die müssen leben dürfen.

Wie bereits geschrieben habe ich das Foto beim letzten Europastammtisch vergessen, nun habe ich aber eins gefunden, welches mein erstes getrunkene japanische Bier zeigt. Vor Jahren in Afrika kamen ein irischer Kamerad und ich auf die Schnapsidee von jedem Bier, das wir trinken, künftig ein Foto zu machen. Ein paar Jahre hielten wird das auch durch, nur um festzustellen, dass wir unser gemeinsames Projekt nicht auch nur annähernd fertigstellen werden können. Als ich das Bier sah, musste ich wieder daran denken und drückte auf den Auslöser — was mir bei der Raupe nun nicht gelang.

Gestern schleppten mein Großer und ich zusammen einen gut 150 Kilo schweren Schrank; er sicherlich gut 100 Kilo und ich den Rest. Mein Fazit: ich bin nur noch ein Abziehbild von mir selbst! Hoffentlich ist Selbsterkenntnis weiterhin der erste Weg zur Besserung.

Föderal

Was macht einen föderalen Verband eigentlich aus? Ganz einfach, dort findet das Verbandsleben auf der untersten möglichen Ebene statt. Früher™ bei den Föderalisten noch auf der Ortsebene, wobei sich schon immer mehrere Ortsverbände zu Bezirksgruppen oder Kreisverbänden zusammenschlossen. Diese dann ganz folgerichtig zu Landesverbänden, die alle Teil des europäischen Bundesverbandes (UEF) sein wollten. Leider war es nicht zu verhindern, dass sich dort dann ein nationaler Verband (EUD) dazwischen schob, was wohl dem Wiedererstarken der Nationalstaaten geschuldet war. Dafür kam später dann auch wieder der Weltverband mit hinzu, sodass alle vorhanden Ebenen im Verband abgedeckt werden konnten.

Auch dem Nationalismus geschuldet blieb die Verbindung zum Weltverband bis heute eine sehr lockere und die europäische Ebene besteht inzwischen sogar nur noch per forma. Wesentlich schlimmer dabei die Verluste an der Basis. Und so finden sich heute kaum noch Orts- oder Stadtverbände. Längst bilden die Kreisverbände die unterste Ebene, dort wo weiterhin die Arbeit von uns Föderalisten getan werden muss!

Aber warum gibt es dann überhaupt Ebenen oberhalb der Kreisverbände? Das hat zum einen mit dem Subsidiaritätsprinzip zu tun und zum anderen ist es der Tatsache geschuldet, dass sich die Föderalisten koordinieren müssen und dies gemäß der eigenen Ideologie weltweit.

Und so sind die höheren Ebenen größtenteils koordinierende Gremien und Austragende der notwendigen Versammlungen, um für bestimmte Regionen gemeinsame Beschlüsse zu erhalten und Handlungsempfehlungen festzulegen.

Und damit hat die föderale Gliederung auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung der höheren Gremien. Die Kreisverbände entsenden ihre jeweils eigenen Delegierten in diese Gremien. Wobei es sich schon immer mehr als bewährt hat, dass ein Bezirks- oder Landesvorsitzender seine Kompetenz bereits als Kreisvorsitzender nachgewiesen hat. Ergo, ein Bundesvorsitzender bzw. Präsident zusätzlich noch über Erfahrung als Landesvorsitzender verfügen muss usw. und sofort bis hin zum Weltverband.

Was zugegebener Maßen zur Folge hat, dass ein Präsident keine 20 mehr sein kann! Was aber notwendig ist. Sobald sich ein föderaler Verband den zentralistischen Gepflogenheiten unterwirft und diesen Aufbau von unten nach oben übergeht, beginnt er ohne Wenn und Aber sich damit selbst zu zerstören.

Einem solchen Präsidium ist es nämlich völlig egal wie der Verband an sich tickt und zudem hat es keine Ahnung, was auf der Arbeitsebene überhaupt vor sich geht: die Entfremdung ist dabei weit größer und nimmt schneller zu als es in einem Zentralverband möglich wäre.

Auch verfügt ein föderaler Verband nie über die Mittel und Modelle, um wie ein Zentralverband auf seine Mitglieder einzuwirken. Indem er sich diese Mittel dann auch noch beschaffen will, zerstört er die letzten noch funktionierenden föderalen Koordinierungsinstrumente und beschleunigt damit den weiteren Zerfall.

Allerdings hat ein föderaler Verband hierbei den großen Vorteil, dass er selbst wenn die gesamten Ebenen über den Kreisverbänden auseinander- und zusammenbrechen, diese sich langsam aber sicher wieder neu zusammenfinden werden — zumindest funktioniert das so lange wie es auf der untersten Ebene noch föderal denkende Vorsitzende und Mitglieder gibt, die weiterhin an dieser Idee festhalten.

Dabei ist es die Aufgabe und die Pflicht aller Kreisvorsitzenden ihre eigenen Mitglieder davon zu überzeugen, dass diese sich erst einmal auf der eigenen Ebene bewähren bevor sie auch nur davon träumen, um auf europäischer Ebene zu tanzen.

Und solange wir dies beherzigen steigen wir Föderalisten egal was auch geschieht am Ende wie Phönix aus der Asche hervor!