Virtueller Treffpunkt Europa

Virtueller Treffpunkt Europa 5 (1)

Beitragsfoto: Screenshot vom Treffpunkt Europa | © EUHN

Trotz vieler Schwierigkeiten, von denen die COVID-19 Pandemie mit ihren staatlichen als auch städtischen Gegenmaßnahmen nicht einmal die größte ist, können wir auch dieses Jahr wenigstens wieder einen virtuellen Treffpunkt Europa auf die Beine stellen. Letztes Jahr kamen zwar nur die wirklich vom Treffpunkt Europa überzeugten Bürger virtuell zusammen und zeigten, wie klein der Kreis der tatsächlich Engagierten eigentlich ist. Aber dies ließ auch alle Anwesenden staunen, wie diese über all die Jahre hinweg, so viele ihrer Mitbürger für den Treffpunkt Europa begeistern konnten; schon alleine dies zeugt von der Qualität der Aufführungen und der ausschließlich beim Treffpunkt Europa dargebotenen Lukullik, die es so und in der ausgezeichneten Qualität kaum woanders auf der Welt gibt.

2020 kamen alle Mitmacher darin überein, dass sie es dieses Jahr erneut versuchen werden, auch wenn es wieder nur ein virtueller Treffpunkt Europa — ohne dargebotene Köstlichkeiten an Speis und Trank — sein sollte. So wird nun bis zuletzt am Programm als auch an den Darbietungsmöglichkeiten gefeilt werden — dies in der Hoffnung, dass wir, doch einige Mitbürger von diesem Fest der Völkerverständigung überzeugen können.

Auf einer eigens dafür eingerichteten Facebook-Seite [im Februar 2022 habe ich diese gelöscht, da der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen war] wollen wir Interessierte als auch eingefleischte Treffpunkt Europa Fans von der Vielfalt dieses Heilbronner Friedensfestes überzeugen. Dort finden sich bereits auch einige Rezepte, die man selbst am Samstag, 8. Mai 2021 nachkochen und während des virtuellen Treffpunkts Europa auch genießen kann. Wenn man dazu noch sein eigenes Lieblingsgetränk vorrätig hat, dürfte es eigentlich an nichts mehr fehlen!

Schön wäre es allerdings, wenn sich doch noch einige Heilbronner Gemeinderäte dazu durchringen könnten und dafür sorgten, dass der Treffpunkt Europa auch künftig in Heilbronn noch eine Zukunft hat. Bei allem Verständnis dafür, dass es den Gemeinderäten allgemein sehr schwer fällt, sich für Heilbronner Mitbürger einzusetzen, die entweder nicht wählen dürfen oder aber erst gar nicht wählen gehen, wäre es doch zumindest eine menschliche Geste, sich auch um jene zu kümmern oder einzusetzen, die nicht dem eigenen Klientel angehören.

Und wer als „ganz normaler“ Bürger den Treffpunkt Europa unterstützen möchte, der kann gerne den entsprechenden Flyer teilen oder, noch besser, selbst zum virtuellen Treffpunkt Europa kommen.

„Nur in großzügiger Zusammenarbeit der europäischen Völker kann der Boden geschaffen werden, auf welchem ein neuer Aufbau möglich sein wird.“

Weiße Rose, aus dem 5. Flugblatt

Wahlkabinen

Demokratische Wahlen 5 (2)

Beitragsfoto: Wahlkabinen | © Alexandru Nika, Shutterstock

Dieser November steht voll und ganz im Zeichen der US-Wahl, welche hoffentlich bald ein Ergebnis bringen, wobei wir wohl alle hoffen, dass auch jede abgegebene Stimme zur Auszählung kommen wird.

Zurzeit liefern sich der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und sein Herausforderer, Joe Biden, ein Kopf an Kopf Rennen, wobei es aufgrund des US-amerikanischen Wahlrechts dem demokratischen Kandidaten erneut nicht helfen wird, dass er ein paar Millionen Wähler mehr von sich überzeugen konnte.

Bei den zeitgleich stattfindenden Senatswahlen sieht es danach aus, dass die Republikaner ihre Mehrheit zwar nicht halten können, es den Demokraten aber auch nicht gelingt, diese selber zu erreichen.

Bei den laufenden Wahlen zum Repräsentantenhaus gelingt es den Republikanern hingegen sogar, die Anzahl ihrer Abgeordneten zu erhöhen und die derzeitige demokratische Mehrheit zu schmälern.

Deshalb kann man mit Fug und Recht behaupten, dass nicht nur der bisherige Wahlkampf spannend, wenn nicht erschreckend oder gar verstörend war. Sowohl den hartgesottensten Wahlkämpfern als auch den unbedarften Zuschauern dürften die Grenzen und mehr noch die Verwundbarkeit von Demokratie offenbart worden sein — egal wie die Wahl ausgehen wird, es wird sicherlich Jahre dauern, um der westlichen Welt ihre alte Stabilität zurückzubringen.

Keiner der US-Kandidaten und schon gar nicht deren Parteien haben sich mit Ruhm bekleckert; das Privatfernsehen mit seinen Trash-Inhalten hat sich bereits vollumfänglich selbst in den Spitzen unserer Politik manifestiert: sexuelle Orientierungen und Gangsta-Rap-Gehabe ersetzen immer mehr Debatten und Programme — und dies nicht nur in den USA.

Erschwerend kommt hinzu, dass immer mehr Bürger in den USA wie auch in Europa solche Politiker mögen und wählen, sowie totalitäre Regime, wie die Russische Föderation, die Volksrepublik China oder der Iran, diesen Wunsch mit allen Mitteln in unseren Bevölkerungen stärken, dabei den Zweifel am Sinn und der Funktion von Demokratie massiv schüren und damit auch die Wahlen in der westlichen Welt manipulieren. 

Wenn man jetzt noch mit ansehen muss, dass selbst unsere eigenen Regierungen und Gerichte diesen externen Angriffen auf unsere demokratischen Institutionen und Prozesse ohne Gegenmaßnahmen dulden, muss man sich so langsam fragen, wie es insgesamt um unsere Demokratien steht.

Zwar genießen alle ohne Ausnahme die Vorzüge und vor allem die Errungenschaften unserer Demokratien, aber immer weniger sind offensichtlich dazu bereit, sich auch selbst für unsere Demokratien einzusetzen.

Schlimmer noch, gerade jene, die selbst vorzüglich von und mit Demokratie leben, höhlen die Demokratie durch Tricks und Schliche im Kern immer weiter aus, indem sie nicht nur Wahlkreise zu ihren Gunsten ändern — Gerrymandering ist kein ausschließlich amerikanisches Problem –, sondern auch die Größen der Parlamente ihren eigenen Bedürfnissen anpassen und dabei auch noch dafür Sorgen, dass ihre Verantwortung als gewählte Volksvertreter maximal noch eine rein moralische ist.

Uns Wählern scheint dies alles völlig egal zu sein, Hauptsache wir bekommen eine gute Show geboten!

Auch Deutschland sucht schon lange keine Staatsmänner mehr — wir suchen den Superstar.

Und sobald dieser von den Medien entdeckt ist, benötigen wir auch keine umfangreiche, teure und komplizierte Wahlen mehr — die Akklamation auf Facebook und Co. sollte dem Wähler reichen.

Bis dahin touren die Größen unserer Politik möglichst mit Privatjets durch die Welt, tingeln durch trashige Talk-Shows, lassen sich medienwirksam in den Container sperren und verbreiten ihr Privatleben bis ins kleinste Detail auf allen verfügbaren Kanälen.

Demokratie geht aber anders, deshalb muss jede abgegebene Stimme gezählt werden — egal wie lange dies auch dauern mag!

Gerne möchte ich einen Artikel von Peter Winkler in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 31. Oktober 2020 zur vertiefenden Lektüre empfehlen. Der Titel lautet „Die erste Staffel der «Trump Show» im Weissen Haus endet – welchen Preis hat Amerika dafür bezahlt?

„My only remaining question is, why an honest pimp, con man, fraud, and kidnapper like yourself would get involved in something as nasty as large-scale corporate activity?“
„The money was good.“
„Oh, but if that’s your excuse, what will be next? Politics?“

John Barnes, The Lost Princess Man (2009: 144)

Twitter-Logos

Twitter 5 (4)

Beitragsfoto: Twitter-Logos | © Pixabay

Seit 2006 gibt es den Mikrobloggingdienst Twitter, der von Jack DorseyBiz Stone und Evan Williams gegründet wurde und inzwischen weltweit monatlich von weit über 300 Millionen Nutzern, ob Mensch oder Bot, zum Austausch von Informationen verwendet wird. Damit hat dieses „soziale Medium“ zwar nicht die Reichweite wie z. B. Facebook mit ca. 2,5 Milliarden Mitgliedern, aber ist durch ein anderes Nutzerverhalten und die immer noch auf inzwischen 280 Zeichen begrenzten Nachrichten eine gute Wahl, um Neuigkeiten schnell zu transportieren.

Auch ich nutzte Twitter von Anfang an immer wieder einmal, habe mich aber im Januar 2021 dazu entschieden, sämtliche entsprechende Accounts endgültig zu löschen und nur noch mit einem einzigen neu an den Start zu gehen. Dieses Mal aber eher als Tool, um meine Internet-Suchen an einer Stelle zusammenzuführen und zusätzlich dann auch bestimmte Ergebnisse dort festzuhalten — sozusagen als persönliche Ablage für Hyperlinks und interessante Beiträge aus den verschiedensten Medien.

Zudem ist es auch eine gute Möglichkeit, um meine eigenen Weblog-Beiträge zu bewerben. Um aber hierbei viele zu erreichen, brauche ich dort doch einiges mehr an „Followern“.

„She heard the story of the end, / Each message, too, she heard; / And there was one for every friend; / For her alone — no word.“

Mary Hannay Foott, No Message (1885: erste vier Zeilen)