Wassertropfen

17.8.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Wassertropfen | © Pixabay

Yonderboi

In Vorbereitung unserer kommenden Budapestfahrt bin ich in einem Blog-Beitrag auf László Fogarasi Jr. gestoßen, der zufällig auch zum 50. Jubiläum der EU im März 2007 aufgespielt hatte.

Und so habe ich einmal in sein erstes Album „Shallow and Profound“ (2000) reingehört, welches ich nun mit auf unsere Reise nehmen werde. Wir waren, bevor es mit dem ungarischen Kleindiktator und seinen Nazi-Aufmärschen doch zu viel wurde, bereits ein paar Mal in Budapest, vor allem, um die Jugend bei ihren proeuropäischen Demonstrationen zu unterstützen — vergebens.

Nun, da es für Ungarn doch wieder Hoffnung gibt, werden wir auch wieder nach Budapest fahren. Manche der Mitfahrer wollen dabei unbedingt Volksmusik genießen und so ist es mir ein Anliegen zu zeigen, dass Budapest musikalisch weit mehr zu bieten hat.

„Pabadam“ befindet sich auf dem oben genannten Album und dürfte das bekannteste Lied des Musikers sein. Und weil bei mir heute auch das Wetter bereits Thema war, zum Abschluss noch sein Lied „People Always Talk About the Weather“, welches sich auf dem Album „Splendid Isolation“ (2005) befindet.

Sommerloch

Während ich weiterhin auf für mich durchaus existentielle Rückantworten warte, schon bereue, mich auf örtliche Fachkräfte und Experten verlassen zu haben, wenigstens gerne etwas Regen hätte, machen sich andere Gedanken darüber, wie man mit den Blogrolls anderer Leute ein Geschäft machen könnte; eine Social-Mediatisierung unserer Welt sozusagen.

Wiederum andere machen sich Gedanken über „Data-ism“, bitte nicht mit dem Dadaismus zu verwechseln, wobei David Brooks bereits 2013 von einer „Data Revolution“ sprach. Was machen all diese Daten nur aus uns?

Eric Schmidt (noch als Google CEO) soll bereits zehn Jahre zuvor gesagt haben, dass „from the down of civilization to 2003, five exabytes of data were created. The same amount was created in the last two days.“ Meiner Meinung nach kommt es dabei nicht auf die Menge der Daten an, sondern auf die Fähigkeit, diese auch sinnvoll verarbeiten zu können; hilfreich wäre dabei zudem der Aschenputtel-Effekt.

Mit den Daten ist es inzwischen aber ähnlich wie mit unserem Geld, jeder will es haben und dann auch noch so viel wie möglich davon. Dass Geld und Daten nur die Mittel zum Zweck sind, wird dabei völlig vergessen. Auch gilt für alles, was man sein Eigen nennen kann, dieses zu allererst verpflichtet!

Und so lange wir uns diesen wenigen Grundsätzen nicht bewusst sind, sind auch die Daten nur allesamt dada! Und wie jede Revolution vorab, wird auch diese ihre eigenen Kinder fressen. Übrigens, wer mehr als zwei Gigabyte an Daten besitzt, der ist meist nichts anderes als ein Messi.

Vermischtes

Kann ein Montagmorgen besser beginnen als mit einer fast leeren Neckarhalde? Wohl kaum. Von der Begrüßung am Eingang bis hin zum Abschied beim Verlassen des Bades ein sehr positives Lebensgefühl. Den einen oder anderen Schwimmmeister sah ich beim Arbeiten, beim Gespräch mit den Schwimmgästen aber nicht beim Tratschen mit den Kollegen. Die Bahnen gaben freie Fahrt für freie Schwimmer und die Duschen waren aufgeräumt und sauber.

Die Trockenheit hinterlässt auch bei den wenigen noch verbliebenen Rasenflächen im Schwimmbad ihre Spuren, was eine gute Gelegenheit wäre, um einmal die vielen Kippen einzusammeln. Die Heilbronner Schildermanie, welche man im Zuge des bevorstehenden Schwarz-Festivals sehr gut in der gesamten Stadt erblicken kann, macht auch vor den Rasenflächen in der Neckarhalde keinen Halt.

Das Problem dabei ist, dass die Heilbronner Raucher entweder nicht lesen können oder von Geburt an Dreckschweine sind. Da Raucher bei uns nachweislich keine Mülleimer gebrauchen können, wäre ein ausdrückliches Rauchverbot zumindest in allen Sportanlagen und auf Spielplätzen mehr als angebracht. Dieses müsste man dann aber auch durchsetzen wollen und können. Dass damit Gemeinderat und Stadtverwaltung völlig überfordert sind, das zeigen die vielen Raucher an den Bushaltestellen alleine auf meinem Fußweg in die Innenstadt.

Am Samstag traf ich beim Mülltrennen einen unserer vielen Bürgermeister; Polen scheint noch nicht ganz verloren zu sein. Dem OB war am Wochenende langweilig und so guckte er sehr pressewirksam einem Feuer im Landkreis zu, was man wohl halt so macht, wenn man nicht mehr der Jüngste ist. Das lokale Hofberichterstatterblatt machte sogleich eine ganze Filmdokumentation daraus.

Dass man das noch viel gekonnter hinbekommt, zeigt die New York Times: „The Dance Floor Saved Madonna. Then She Made It Big Enough for Everyone“ (NYT, 16.8.2026). Vielleicht lernt Uwe Ralf Heer doch noch und wir sehen bis zum Ende des Sommerlochs den OB beim Brändeschauen nicht nur in Donnbronn, sondern gleich auch noch in Talheim, Flein, Weinsberg, Nordheim und Neckarsulm. Was bei Madonna funktioniert, dürfte unserem Leitmedium doch auch gelingen — vielleicht sogar ganz ohne KI.

Dank unserer angeblich „linksgrünversifften“ Medien kann die AfD nun auch von den Seyschellen aus Wahlkampf betreiben. Ohne Gefahr eines Parteiverbotsverfahrens, ohne jegliche Gegenwehr aus Union und SPD und mit zunehmender Unterstützung nicht nur aus der privatisierten Medienlandschaft dürfen die künftigen „Führeranwärter“ ihre feuchten Träume hemmungslos auf den bundesdeutschen Michl vergießen. Und die Saudummen unter uns saufen diese Ergüsse wie Lack oder Freibier!

Justus Bender schreibt heute in der FAZ: „Jetzt verteidigt er bewaffnete Neonazis“.

„… Hierzu war eine Liquidierung von Vertretern der bisherigen staatlichen Ordnung der Bundesrepublik geplant. Ebenso sollten unerwünschte Menschengruppen – insbesondere Angehörige ethnischer Minderheiten und politische Gegner – durch ethnische Säuberungen aus der Gegend entfernt werden.“

Bundesanwaltschaft, zitiert in FAZ (17.8.2026)

Die AfD schießt im Sommerloch aus allen Rohren. Und was machen unsere Regierungsmitglieder oder demokratischen Abgeordneten? Urlaub! Man muss es so offen kommunizieren: Unsere Volksvertreter hören schon lange den Knall nicht mehr! Wenn es hochkommt, dann gucken sie völlig teilnahmslos die Brände an, die sie meist selbst entfacht haben — zumindest aber tragen sie dafür die Verantwortung!

Den lacksaufenden Mitbürgern unter uns rate ich hingegen, sich Donald Trump anzubiedern, wenn nicht gar völlig zu unterwerfen, denn der kann Faschismus und Nationalsozialismus weit besser als sämtliche Knalltüten unserer eigenen Politprominenz — wenn schon Führer, dann aber ein richtiges Prachtexemplar! Mit dem Hungerhaken aus Österreich hatten wir wenig Glück; der konnte nicht einmal Saufen!

Früher, da hatten wir noch echte Führer! Z. B. den Friedrich I. von Württemberg — damals schon ein Prachtkerl mit über 200 kg!

Guido Kühn merkt heute an, dass wir alle fritzefrei hätten.


Blogger

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Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Seilbahn

Die Träume von einer städtischen Seilbahn werden immer detailreicher. Auf einer entsprechenden Website der Stadt werden die aktuellen Rahmendaten aufgeführt. Für gut 150 Millionen Gesamtkosten der hoffentlich dann nur ersten Ausbaustufe, wobei Land und Bund und damit auch die EU die meisten Kosten übernehmen sollen, werden gut 5 Kilometer überwunden, fünf Haltestellen einschließlich eines Park & Ride Parkplatzes und bei den Experimenta-Parkhäusern angeboten und eine Transportkapazität von bis zu 1 500 Menschen je Richtung und Stunde erzielt werden. Da müssen schon ziemlich viele Menschen zur Experiment wollen oder doch so einige Studenten die Seilbahn der Bibliothek vorziehen; Gruppen von bis zu 10 Fahrgästen können sich 14 Minuten lang ihre Projektstudien gegenseitig vorstellen.

Die Seilbahn soll voll und ganz in den öffentlichen Nahverkehr integriert werden, würde mich aber sehr wundern, wenn es kein eigenes App dafür gibt.

Ich träume derweil schon einmal weiter, denn man könnte die Fahrt nicht nur in die Böllinger Höfe hinein erweitern und einen Abzweig zum Wartberg mit hinzufügen, sondern gleich vom Experimenta-Parkhaus den Neckar entlang bis hin zur Neckarhalde weiterführen und ggf. dann auch noch ein neues Wohngebiet im Knorr-Areal anbinden.

Auf alle Fälle werde ich mit dieser Seilbahn fahren wollen, zumindest einmal. Hatte ich doch bereits auch einmal in den 1960er-Jahren die Sesselbahn im Höhenpark Killesberg genutzt.

Vermischtes

Seit Jahrzehnten hört man immer wieder von Adolf Hitlers Geburtshaus. Mein letzter Sachstand war, auch schon wieder ein paar Jahre her, dass man es endlich abreißen möchte, um es nicht weiterhin als Wallfahrtsort zu erhalten. Nun hat die Republik Österreich eine ganz eigene Lösung gefunden, das Gebäude ist jetzt Polizeistation. Der Vorteil ist offensichtlich: man kann nun die Pilger aus Deutschland besser vor der Antifa schützen.

Wohl wenn die Bahnchefin Evelyn Palla schnäpselt, kommen die besten Schnellschüsse aus der Vorstandsetage. Nun soll an allen bundesdeutschen Bahnhöfen ein Alkoholverbot durchgesetzt werden — ich sehe schon ganz neue Betätigungsfelder für die Bundeswehr. Man könnte sich auch einmal fragen, was aus dem bundesdeutschen Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen geworden ist. Man sollte sich auf alle Fälle aber fragen, wie dann die vielen Bahnangestellten noch an ihre Arbeitsplätze gelangen. Mehr als jeder zweite Zug unpünktlich, das bekommt man nur sturzbesoffen hin.

Die heutige Frage des Tages ist, erlaubt Donald Trump nun Saudi-Arabien den Bau einer Atombombe? Dass dies keine wirklich gute Idee wäre, dürfte den meisten einleuchten. Wenn man dafür aber einen brandneuen Privatjet erhält oder vielleicht sogar eine Luxusjacht für die Lieblingstochter, sieht die Sache schon wieder etwas anders aus — große Politik halt, was wir Bürger nie so richtig verstehen können.

Aushalten

Seit 1984 bin ich immer wieder Abonnent der FAZ. Auch wenn diese noch nie so meine eigene politische Überzeugung wiedergab, weil viel zu wenig liberal und mir schon immer etwas zu opportunistisch, schätze ich diese Zeitung noch heute. Und wir haben gemeinsam die Veränderungen dieser Welt miterlebt. Erst gab es immer weniger Inhalte und dafür immer mehr Bilder, dann traten immer offensichtlichere Mängel bei der Recherche auf und englischsprachige Inhalte von irgendwoher wurden einfach schlecht übersetzt übernommen. Dann kam auch noch der gemeinsame Kampf um das richtige Deutsch, den wir beide krachend verloren, wobei der Zeitung oftmals auch gleich noch das richtig Rechnen abhanden gekommen ist. Letztendlich aber alles Lappalien, da Zeitungen keine Bibeln sind und schon gar keine Fachliteratur.

Zeitungen sind für mich weiterhin ein wichtiger Teil der eigenen Meinungsbildung. Und diese bildet man nicht, wenn man immer nur das liest, was man gerne hört. Was Zeitungen heute aber nicht mehr sind, bloße Auskunft über das Neue und Aktuelle um uns herum. Dafür gibt es inzwischen andere Medien und so wäre es tatsächlich falsch sich wie vielleicht noch im 19. Jahrhundert aus einer einzigen Zeitung die benötigten Informationen zu holen — und sei diese auch noch so gut und populär.

Erst heute habe ich einen Kommentar von Michael Hanfeld in der FAZ (19.7.2026) gelesen, „der erklären soll wie die Macher der „Anstalt“ im ZDF größenwahnsinnig wurden“. Dort meint er: „Sie [die Anstalt] zeigt, wie verblendet die Satiriker sind (mit Jan Böhmermann verhält es sich genauso), wenn sie sich in ihrem Sendungsbewusstsein als Demokratieretter mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk verwechseln, der von allen Bürgern getragen wird und seinem Programmauftrag zur „Grundversorgung“ verpflichtet ist. Die Panikwarnung der „Satiriker“ mag man teilen oder nicht – ihre Wir-sind-das- Volk- und Nur-wir-retten-die-Welt-Attitüde ist eine einzige Anmaßung.“ und teilt gleich noch gegen einen anderen Satiriker aus, der bei dieser Sache völlig unbeteiligt sein dürfte.

Michael Hanfeld hat seine ganz eigene Meinung und das ist auch gut so. Bei mir erweckt er damit allerdings das Gefühl, dass er genau zu der Steigbügelhaltergeneration gehört, die aus Gründen auch immer, meist vielleicht nur opportunistischen, immer mehr dafür sorgt, dass sich der Faschismus, wahrscheinlich sogar der Nationalsozialismus (= Faschismus mit Endlösung) bei uns wieder voll und ganz etabliert. Derweil verklären andere Journalisten im Haus Jens Spahn schon zum neuen Jesus — auch ich kann Seitenhiebe.

Michael Hanfeld darf meinen dürfen, was er möchte und damit gerne auch eine vielleicht sogar Mehrheitsmeinung bedienen, aber nun so ganz beiläufig zu behaupten, zumindest bei mir kam es so an, dass der Auftrag des ÖRR die „Grundversorgung“ (gedankliches Fressen und Saufen) sei und sich damit nur auf Tatort und Talkshows begrenzen sollte, halte ich für sehr gefährlich.

Meinem Verständnis nach ist es die vornehmste Aufgabe des ÖRR zur freien individuellen und öffentlichen Meinungsbildung beizutragen. Und dazu gehört, dass man andere Meinungen auch zulässt, so lange sie nicht unsere freiheitlich demokratische Grundordnung (FDGO) abschaffen wollen.

So wie ich die Anstalt und auch das Lied von Nico Brunjes verstanden habe, wollen diese gerade unsere freiheitlich demokratische Grundordnung schützen, was nicht schlecht sein sollte. Selbstverständlich kann man immer über die Art und Weise debattieren wie man diese schützen möchte, kann und darf.

Besser wäre es, jenen das Wort zu entziehen, die sich gegen unsere FDGO stellen. Und so wie ich seit Jahren die vielfältigen Meinungen der FAZ aushalte, wäre es vielleicht ganz gut, wenn die FAZ nach all den Jahrzehnten ebenfalls etwas entspannter werden könnte.


Europa-Ball 2025

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Beitragsfoto: Europa-Ball 2025

Landtagswahl

Wenn ich mich so umhöre, haben bereits doch so einige Wähler von ihrem Recht auf Briefwahl Gebrauch gemacht. Ich warte, wenn es mir möglich ist, immer bis zum Wahltag. Als Wechselwähler kann ich mir dies auch erlauben. Meine erste Stimme habe ich dabei schon etwas länger festgezurrt, bei meiner Zweitstimme versuche ich möglichst strategisch zu wählen.

Spannend bleibt es weiterhin, da die CDU in den letzten beiden Tagen gemäß der Umfragen wieder gegenüber den Grünen Boden gutmacht. Da dieses Mal auch die 16-Jährigen mitwählen dürfen, könnten gut 7, 7 Millionen Landeskinder ihre beiden Stimmen abgeben. Ich gehe einmal davon aus, dass bei den aktuellen Umfragewerten weiterhin plus minus drei Prozent bei allen Parteien möglich sein werden. Und so bleibt es nicht nur sehr spannend, sondern sieht zudem wie befürchtet ganz danach aus, dass der kommende Landtag völlig aus den Nähten platzt!

Was wir Bürger aber mehrheitlich genau so wollten. Wir Bürger bekommen immer genau die Regierung, die wir auch verdienen! Und ganz besonders dabei jene Mitbürger, die nicht wählen gehen. Demokratie war schon immer etwas kompliziert.

Würde mich auch nicht mehr wundern, wenn nun viele Bürger eine KI fragen, wen sie wählen sollen. Sollte ein solcher unter den Lesern hier sein, biete ich gerne an, diese Entscheidung für ihn mit zu übernehmen — was zudem sogar noch weit umweltfreundlicher ist.

Nachtrag (auf Wunsch eines einzelnen Herrn)

Mein Prompt bei ChatGPT (GPT-5.2): „Am 8. März 2026  ist Landtagswahl in Baden-Württemberg. Wen soll ich wählen?“

Die Antwort: „Ich sage dir nicht, wen du konkret wählen sollst — das wäre eine politische Empfehlung, und als neutrale KI gebe ich keine Wahlempfehlungen. Was ich dir aber wirklich hilfreich geben kann, ist eine sachliche Orientierung, damit du selbst entscheiden kannst. …

Zusammengefasst

🗳️ Du solltest wählen, aber wem genau du deine Stimme gibst, hängt von deinen eigenen politischen Überzeugungen ab – es gibt keine „objektiv beste“ Partei für alle.  

👉 So findest du deine passende Wahl:

  1. Mach den Wahl-O-Mat
  2. Vergleiche Parteiprogramme
  3. Entscheide nach deinen wichtigsten Themen

Wenn du willst, kann ich dir zeigen, wie die Programme der einzelnen großen Parteien zu deinen wichtigsten Themen stehen (z. B. Klima, Bildung, Sicherheit etc.). Sag einfach, worauf es dir ankommt!“

Vermischtes

Gestern Abend gab es wieder einen sehr erfreulichen Europastammtisch. Für mich dabei die Auswahl des Lokals gewöhnungsbedürftig — Vogelfutter ist nicht gerade die Nahrung meiner ersten Wahl. Und so ganz nebenbei gab es eine kleine Diskussion um Inklusion, was mich jüngst hier im Blog schon einmal beschäftigte. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Thema inzwischen im Alltag weit verbreiteter und akzeptierter ist als es viele Volksvertreter selbst wahrhaben möchten. Und so gehe ich einmal davon aus, dass Inklusion unsere gesellschaftlichen Strukturen in den kommenden 30 Jahren tatsächlich verändern wird. Gesellschaftliche Veränderungen bedürfen ihre Zeit und gut 100 Jahre (drei Generationen) sind dabei sicherlich noch schnell. Besonders wenn man bedenkt, wie lange wir heutzutage benötigen, um unsere Infrastruktur auf einen halbwegs aktuellen Stand zu bekommen. Ich könnte jetzt unken und behaupten, dass wir Menschen allesamt eher drei Arme und zwei Köpfe haben bevor die Turmstraße saniert sein wird.

Erfreulich, dass sich weitere Mitbürger für den Europa-Ball zu interessieren beginnen. Manche machen gar auf ihren Kanälen dafür Werbung. Mein Dank sei diesen netten Menschen gewiss! Ich gehe weiterhin davon aus, dass eine funktionierende Stadtgesellschaft zumindest einen Tanzball im Jahr mit Tanzbegeisterten „füllen“ können muss.

In Brandenburg haben CDU und SPD nun einen Koalitionsvertrag. Wer die beiden Parteien kennt, der weiß, dass dieser mit Veröffentlichung seine Gültigkeit wieder verloren hat. Der Vertrag liest sich wie ein Wünsch Dir was. Hoffen wir, dass es beiden Parteien dennoch gelingt, die Brandenburger weiterhin bei der demokratischen Stange zu halten. Die Kosten einer Diktatur werden sicherlich weit teurer sein.

In den letzten Tagen konnte ich mich ein wenig bei der Gartenarbeit entspannen und gucke nun, dass mir dies auch heute noch gelingen wird.

Medien

Mein letztes Rundschreiben war nach dem Geschmack einiger Leser gar etwas zu kurz. Nicht immer gelingt es mir, viel zu schreiben. Erfreulich auf alle Fälle, dass es weiterhin Leser gibt, die sich auch an etwas längere Texte wagen.

Wer erinnert sich noch an die Länge der Artikel im Spiegel, der Zeit oder der FAZ in den 1980er-Jahren und dies alles ohne Bilder? Wenn ich durch diese Archive stöbere, frage ich mich schon wie ich das alles einmal gelesen haben konnte? Sobald ich den Spiegel in den Händen hatte, war ein halber Tag nur mit dessen Lektüre reserviert, die Zeit kostete mich meist ein ganzes Wochenende. Und bei der FAZ war es von Anfang an notwendig, eine Auswahl zu treffen. Hinzu kam dann noch die Lektüre von Büchern und Fachzeitschriften.

Heute wischt man sich durch die Social Media oder Websites und ich vermute, man verbringt damit genau so viel Zeit wie dereinst mit dem Lesen weit seriöserer Inhalte.

Stefan Pfeiffer meint, dass freies Bloggen, Podcasten oder Publizieren Teil demokratischer Öffentlichkeit sei. Ich kann ihm dabei nur zustimmen, frage mich aber doch, wo genau vor ein paar Jahrzehnten diese Öffentlichkeit zu finden war. Waren dies Rund- oder Einwurfschreiben, politische Flugschriften, Vereins- und Initiativenpublikationen oder zivilgesellschaftliche Magazine, was immer man unter letzterem verstehen mag, die man meist in seinem Briefkasten fand?

In meiner Erinnerung nehmen diese Schriften kaum einen Platz ein, wobei ich seit meiner Jugend selbst zu solchen Produkten Artikel und sonstige Beiträge beisteuerte.

Und so dürfte es interessant sein, wann wohl der Umschwung von bezahlten Medien hin zu Medien, die man vermeintlich kostenfrei erhält, erfolgte? Wichtiger noch, ist dies eine gesellschaftliche Weiterentwicklung hin zu möglichst dezentralen und vermeintlich weniger professionellen Publikationen oder doch nur der menschlichen Eigenart geschuldet, dass man möglichst alles möglichst billig wenn nicht gar umsonst erhalten möchte?

Auf alle Fälle aber sehen immer mehr berufliche Schreiber ihre Existenz gefährdet und manche meinen gar, dass es sich überhaupt nicht mehr lohnen würde, ein Buch zu schreiben — die Memoiren eines völlig sexbessenen Dreijährigen vielleicht einmal ausgenommen.

Wie alles in der Welt verändert sich auch der Medienkonsum, wobei es sicherlich auch hierbei nicht darauf ankommt, wie viel man konsumiert, sondern darauf, was man davon behalten und verwerten kann.

Meine Befürchtung dabei ist, dass man immer mehr Geld haben und investieren muss, um die richtige Auswahl an den Medien treffen zu können. Wie schon immer kommt es sicherlich auf die richtige Auswahl vorab an, denn die allerwenigsten Menschen können alles Lesbare verschlingen und verarbeiten.

Und so glaube ich, dass den heutigen Bibliotheken oder Stadtbüchereien eine immer größere Bedeutung zukommt, da diese Medien anbieten können, die man sonst vielleicht erst gar nicht findet und wenn, dann nicht privat bezahlen kann.

Ich glaube auch, dass es der falsche Weg ist, wenn man sich durch Profis die Literatur vorverdauen lässt, Professoren, Politiker und Top-Manager vielleicht einmal ausgenommen. Und noch schlimmer erachte ich es, wenn man dieses Vorverdauen einer künstlichen Intelligenz überlässt — was man wohl nur deshalb macht, weil es aktuell möglichst billig ist und man sich auch dort die Profis nicht leisten möchte oder kann.


Fediverse Reactions