Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

16.5.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Idee

Heute sprühe ich nur so vor Ideen, muss wohl am Hustensaft liegen. Man könnte doch die Nichtwähler ausdrücklich von Anfang an mit in der Auszählung berücksichtigen und danach auch die „Partei“ oder Wählergruppe der Nichtwähler mit aufführen.

Und damit wieder etwas Leben in unsere Demokratie kommt, bekommt die Wählergruppe gemäß ihrer Stimmenanzahl Parlamentssitze zugesprochen. Und diese Parlamentssitze werden dann per Losverfahren zwischen allen passiv Wahlberechtigten vergeben.

Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Demokratie völlig neu aufblühen und künftige Regierungspolitik sicherlich nicht schlechter werden wird. Aber mit soviel Demokratie werden unsere Berufspolitiker wohl kaum noch umgehen können!

Lufthansa

Für einen erfreulichen Wochenstart sorgte ein Telefonat meiner besseren Hälfte mit einer Lufthansa-Mitarbeiterin; unbekannter Weise ein großes Lob von mir an diese.

Da ich immer noch mit den Nachwirkungen einer Männergrippe zu kämpfen habe, müssen meine bessere Hälfte und auch ich noch etwas flexibler als sonst sein. Das Erfreuliche daran ist, dass die Lufthansa mit so viel Flexibilität keine Probleme hat, und meine bessere Hälfte nach all den Jahren mit Männergrippen umgehen kann.

Und so bleibt es weiterhin spannend, und ich gucke mal, was der Tag oder die Woche noch so alles an Überraschungen zu bieten hat.

Obwohl ich eigentlich mit den Überraschungen, die mich alleine gestern Abend noch per E-Mail erreicht haben, voll und ganz beschäftigt wäre. Dabei ist das wirklich Spannende, ob und wie ich dies jemals als eigenständigen Blog-Beitrag öffentlich machen kann, ohne dass ich von Winkeladvokaten belästigt werde?

Nichtwähler

Inzwischen sind die Nichtwähler mit 44,5 % aller Wahlberechtigten die größte Partei in NRW, danach kommt der Wahlsieger, die CDU, mit 35,7 % [19,8 % der Wahlberechtigten]. Als Gewinner der Wahl kann man allerdings die Grünen bezeichnen, die mit 18,2 % [10,9 % der Wahlberechtigten] die größten Zuwächse zu verbuchen haben und wohl auch die einzige Partei sind, die noch Nichtwähler für sich gewinnen konnte.

Die SPD wurde für ihre Inhaltslosigkeit belohnt und die FDP für ihre Minister, was wiederum Christian Lindners Aussage bestätigt: „Lieber nicht als schlecht regieren.“ Auch durften wir erfahren, dass kleine Skandale einer Partei eher nutzen als schaden, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass viele Wähler inzwischen schon froh darüber sind, wenn sie es nur mit „kleineren Verbrechern“ zu tun haben.

Das Gute an der Wahl war, dass die Linke marginalisiert wurde und auch die Nazi-Partei Federn lassen musste — aber auch hier besteht weiterer Verbesserungsbedarf.

Und das wirklich Interessante an der Wahl wird die kommende Regierungsbildung sein. Das Gute daran, dass die Wähler wie auch die Nichtwähler damit die kommenden Jahre leben werden müssen — vielleicht motiviert das dann den einen oder anderen, um das nächste Mal wieder wählen zu gehen.

[Ich habe die echten Prozentsätze mit hinzugefügt, um einmal die Herausforderung besser zu verdeutlichen, vor der wir Demokraten eigentlich stehen. Einfach nur schönreden und auszählen, wie es am besten aussieht, hilft dabei nicht weiter. Und der Vollständigkeit halber, auch noch die SPD: 14,8 % und die FDP: 3,2 %]

Geburtstag des Tages

Liberace


Maskerade

7.4.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Panzer für die Ukraine

Jetzt wird in Deutschland darüber diskutiert, die viele überflüssigen (weil von unserer Politik so entschieden!) deutschen Panzer, die seit längerem auf eine, bei uns sündhaft teure, „Delaborierung“ — auf Bundeswehrkosten selbstverständlich — warten, der Ukraine kurzfristig für den Krieg zu übereignen — selbstverständlich ebenfalls auf Kosten der Bundeswehr.

Alleine diese Diskussion zeigt, dass die Vorschlagenden und deren Unterstützer von Tuten und Blasen keine Ahnung haben! Denn Panzer müssen nicht nur betrieben und gefahren werden, sondern auch permanent gewartet und repariert. Zudem nutzen sie nur etwas, wenn sie im „Verbund der Waffen“ eingesetzt werden. Aber mit solchen wirren Forderungen ist man bei uns bereits der allerbeste Experte und muss zukünftig wohl — auch auf Kosten der Bundeswehr versteht sich — unterhalten werden.

Ich warte jetzt nur noch darauf, dass die Bundeswehr einen Entschädigungsfond für Kriegsdienstverweigerer und Drückeberger einzurichten hat (mindesten 200 Milliarden Euro sollten das dann doch schon sein). Das wäre doch einmal ein Friedenssignal! Warum unsere Politik bloß noch nicht darauf kam?

Freie Wähler

Gestern fand eine virtuelle Versammlung der Heilbronner Freien Wähler statt. Und ich hatte mich schon so darauf gefreut. Und als dann noch, die in Heilbronn tatsächlich nicht mehr nachvollziehbare Umsetzung von Landesrecht anhand des Stellplatzschlüssels thematisiert wurde, wollte ich mich gerade selbst einmischen …

Dann holte mich aber das ganz normale Leben ein, und ich musste die Versammlung leider verlassen. Schade, jetzt weiß ich nicht, wie meine Mitstreiter zur Thematik stehen und was in der Stadt Heilbronn der Motor für die Festlegung eines Stellplatzschlüssels ist. Ich hoffe nicht, dass „wer gut schmiert, der gut Stellplatzschlüssel hat.“

Wahlrecht

Die Entdemokratisierung ist auch bei uns im Ländle zu beobachten. Wir müssen nicht auf Ungarn oder Polen mit den Fingern zeigen; mit einer etwas längeren Demokratieerfahrung als unsere östlichen Nachbarn, gehen wir bei uns nur etwas subtiler vor.

So wurde gestern ein neues Wahlrecht für den Landtag von Baden-Württemberg beschlossen, das es so richtig in sich hat! Positiv daran ist, dass die FDP den Braten tatsächlich erkannt hat und auch dagegen stimmte.

Prinzipiell spricht tatsächlich nichts dagegen, wenn man das Wahlalter senkt. Und auch das Argument, dass für solch eine, für unsere Demokratie bedeutende, Aufgabe ein Mindestmaß an Reife und Erkenntnis vorhanden sein müsse, greift bei uns nicht mehr, da wir Voraussetzungen für wichtige Dinge längst abgeschafft haben — schauen Sie sich nur viele unserer Minister an.

Das tatsächliche Problem mit der Senkung des Wahlalters ist die weitere Entkopplung von Rechten und Pflichten, die in einer funktionierenden Gesellschaft miteinander harmonieren.

Sprechen wir jetzt aber über die tatsächlich gravierende Änderung in unserem Wahlrecht. Man hat nun auch ein Zwei-Stimmen-Wahlrecht wie beim Bundestag eingeführt. Und was das bedeutet, sehen wir gerade aktuell am Bundestag, der nach dem chinesischen Volkskongress nun das größte Parlament der Welt ist.

Und mit diesem Wahlrecht ist nun auch bei uns das neue Kastenwesen (Berufspolitiker auf der einen und Verbraucher auf der anderen Seite!) ganz offiziell eingeführt worden. Und ganz unverhohlen geben unsere Politiker auch zu, dass sie damit die Lücke zwischen „was der Wähler bisher immer gewählt hat“ und „was er eigentlich zu wählen hat“ geschlossen werden soll. Mit der Erststimme werden nun die „Zugpferde“ gewählt und mit der Zweitstimme bekommen wir jene Berufspolitiker, die wir eigentlich nicht haben möchten oder die wir bereits schon einmal abgewählt haben.

Gerade in Zeiten, wo man darüber nachdenkt, wie man den Bundestag wieder zu einem für unsere Demokratie funktionierenden Instrument machen könnte, ist die Angleichung unseres Landtages an diesen das völlig falsche Signal. Demnächst werden unsere Politiker wohl nach Warschau und Budapest pendeln, um sich weitere Anregungen zu holen.

Ich kann unseren Berufspolitikern allesamt nur noch empfehlen, gleich eine Partnerschaft mit dem chinesischen Volkskongress abzuschließen.

Geburtstag des Tages

Billie Holiday


Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

1.3.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Geschacher

Wie wir heute in der Heilbronner Stimme (01.03.2022: 30) lesen können, hat das unendliche Postengeschacher im Heilbronner Gemeinderat vorerst ein Ende gefunden. Dies überrascht nun doch, hatte der OB doch noch vor Kurzem angekündigt, das begangene Unrecht durch alle Instanzen verteidigen zu wollen.

So werden FDP und Freie Wähler je ein Ausschusspöstchen verlieren, was wohl für die betroffenen Stadträte zu verschmerzen sein wird. Schlimmer hat es Grüne und SPD erwischt, sicherlich auch der Hintergrund für dieses erbärmliche Spektakel, da diese nun Aufsichtsratsmandate verlieren, und damit die betroffenen Stadträte an ihrem Einkommen Einbußen erleiden.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf zu erfahren, womit die SPD und Grünen Stadträte entschädigt worden sind? Aber das wird wohl ein Geheimnis der Heilbronner Hinterzimmer bleiben.

Irrtum

Auch wenn es noch viel zu früh ist, um irgendwelche militärischen Aussagen und Einschätzungen treffen zu können, zumal der Krieg noch nicht einmal richtig begonnen hat, und man nur die ersten Truppenbewegungen und vielleicht auch schon die ersten Zwischenziele zu erkennen meint, wage ich zu behaupten, dass Wladimir Putins größter Fehler ein mangelhaftes Demokratieverständnis ist. Er hat wohl angenommen, es würde reichen, etliche Politiker im Westen einzukaufen, um sich den Rücken für seinen Angriffskrieg freihalten zu können.

Er kann oder möchte nicht verstehen, dass sich demokratisch gewählte Politiker dem Volkswillen beugen müssen, sobald dieses ihn auch artikuliert. Das konnten wir exemplarisch an unserer eigenen Bundesregierung erkennen, die in wenigen Tagen eine 180 Grad Wende vollzogen hat. In Europa scheint nur noch der ungarische Victor Orban gegen den eigentlichen Souverän, das ungarische Volk, Widerstand zu leisten.

Und wir alle können nur hoffen, dass demnächst auch das russische Volk seine Politiker in die Schranken weist! Bis dahin lausche ich den sehr vorsichtigen und bedachten Erklärungsversuchen meines ehemaligen Lieblingschefs und NATO-Generals im Fernsehen. Und staune noch mehr über die wunderbar einfachen Erklärungen und todsicheren Einschätzungen der „tatsächlichen Experten“, von deren Expertise ich wieder einmal völlig hin und weg bin.

Fahnenflucht

Auch wenn Fahnenflucht in Deutschland inzwischen ein Kavaliersdelikt ist, helfen wir der Ukraine nicht weiter, wenn wir jetzt fahnenflüchtige Männer in der EU so lange versorgen, bis diese wieder für sich keine persönlichen Nachteile oder Unannehmlichkeiten zu befürchten haben.

Wenn wir der Ukraine tatsächlich helfen möchten, sollten wir ukrainische Fahnenflüchtlinge einsammeln und diese sehr zügig an die zuständigen Behörden übergeben. Damit handeln wir übrigens voll und ganz nach internationalem und ganz besonders immer noch nach gültigem deutschen Recht.

Und die Zeiten, wo man sich als Fahnenflüchtiger ungestraft nach Westberlin absetzen konnte, sind spätestens seit 1990 Geschichte.

Meinungsbeitrag des Tages

Yuval Noah Harari schrieb am 28. Februar 2022 im Guardian „Why Vladimir Putin has already lost this war“ und merkt an, dass die Russen zwar die Ukraine erobern können, aber die Ukrainer in den letzten Tagen bereits gezeigt haben, dass Putin die Ukraine nicht halten können wird.

Hier finden sie den Beitrag im Guardian: Why Vladimir Putin has already lost this war | Yuval Noah Harari | The Guardian

Geburtstage des Tages

Glenn Miller, Frédéric Chopin und Sandro Botticelli