Blogger

5.9.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Bildung

Ob Gott tot ist, das dürfte weiterhin zu diskutieren sein. Was aber fest steht ist, dass die Bildung bei uns tot ist. Den letzten Sargnagel dürfte die Künstliche Intelligenz eingeschlagen haben. Konnte man in meiner Generation noch davon ausgehen, dass 80 % der Bildungsabschlüsse zu Recht erworben wurden und wir mit Abschlüssen „Überlebende des Systems“ sind (kleiner Insider), so hat inzwischen aber der Gebrauch von LLM dazu geführt, dass Bildungsabschlüsse jeglicher Art nicht nur ihren Wert, sondern auch ihre Bedeutung verloren haben.

Inzwischen ist es gang und gäbe, dass KI die Arbeiten und zu bearbeitenden Themen erstellt, die Studenten und Schüler diese durch KI bearbeiten und die Professoren und Lehrer diese Produkte dann durch KI bewerten lassen. Das Ganze wird manchmal noch von einer weiteren KI be- und ausgewertet. Und damit hat sich die Bildung bei uns schlussendlich selbst ad absurdum geführt — selbst die höchsten Bildungsabschlüsse sind damit nichts mehr wert! Was auch für jene vielleicht noch 20 % an Studenten und Schülern gilt, die tatsächlich lernen und sich eigenständig den Prüfungen erfolgreich unterziehen, denn wer kann noch den Unterschied erkennen?

Eigentlich müssten wir die Bildung ganz neu erfinden, wenn wir noch so etwas wie ein öffentliches Bildungssystem haben möchten. Die Totalitaristen sind hierbei schon einen ganzen Schritt weiter, einfach nur deshalb, weil sie eine möglichst dumme Bevölkerung benötigen, um an die Macht zu kommen und zu bleiben.

Wie schon gesagt, begonnen hat dies bereits in den 1970er-Jahren als sich Konservative und Sozialdemokraten darin einig waren, dass der mündige Bürger kaum zu ihren Wählern gehört und eine bildungsfernere Bevölkerung leichter zu regieren ist.

Und weil der mündige Bürger, wenn es diesen überhaupt gibt, für die meisten Beteiligten eher eine Gefahr als eine Chance darstellt und zudem möglichst billig erworbene Abschlüsse voll und ganz in unsere Zeit passen, wird es auch keine Bildungsreform geben — wir machen weiter wie bisher, egal ob dies Sinn macht oder nicht.

Wenn wir dabei aber nicht völlig unter die Räder kommen wollen, dann müssen wir sehr schnell nicht nur das Urheberrecht, sondern auch sämtliche Verwertungsrechte anpassen. Die KI-Firmen haben nämlich längst reagiert und können sämtliche Werke der LLM als ihre ureigenen Produkte nachweisen. Egal ob Blog-Beitrag, Buch, Zeitungsartikel, wissenschaftliche Arbeit oder gar Dissertation.

Damit gehören schon heute wohl die allermeisten Bildungsabschlüsse einem LLM und nicht mehr den jeweiligen Absolventen. Das künftige Geschäftsmodell wird wohl sein, dass man seine Abschlüsse dann nur noch so lange behalten darf, wie man ein entsprechendes Abonnement abgeschlossen hat. Und selbst Autoren dürften demnächst für ihre Werke monatliche Gebühren abdrücken.

Wer sich einmal an seinen Doktortitel gewöhnt hat und vielleicht diesen auch noch gewinnbringend verwenden konnte, der wird wohl liebend gerne diesen Obolus an eine KI-Firma bezahlen.

Ironie des Schicksals ist dabei, dass es sich damit tatsächlich bewahrheitet, dass nicht die eigene Intelligenz über einen Bildungsabschluss, sondern nur der eigene oder der elterliche Geldbeutel entscheidet.

Vermischtes

Meine Gedanken zu Audi scheinen sich tatsächlich zu realisieren. Warum man dabei nie die für den Schlamassel ursächlichen Automobil-Clans zur Kasse bittet, wird weiterhin ein Rätsel bleiben.

Heute Morgen gab es ein gut besuchtes Europäisches Frühstück. Wie zu erwarten waren die kommenden Hertensteiner Gespräche das Thema. Besonders interessierten sich die Teilnehmer, wer von den Volksvertretern an den diesjährigen Gesprächen teilnimmt. Ich konnte nicht erklären, warum kein offizieller FDP-Vertreter mit dabei ist, denn selbst teilnehmende FDP-Mitglieder haben sich vergeblich um ihre Volksvertreter oder wenigstens lokale Parteivorsitzende bemüht. Könnte aber auch daran liegen, dass sich die FDP offiziell bereits zu den völkischen Parteien rechnet, oder aber auch nur, dass man an den Gesprächen selbst nichts verdienen kann. Passend dazu, dass nun auch der letzte Freie Wähler-Offizielle abgesagt hat. Man möchte es sich wohl mit der „kommenden Regierungspartei“ nicht zu arg versauen und macht schon einmal auf Blockpartei.

Umso mehr freut es mich, dass sehr viele — zumindest die bekanntesten — der anderen demokratischen Parteien ihre Teilnahme und dies sehr prominent zugesagt haben.

Spannend wie manche Teilnehmer des Frühstücks die Wahl in Sachsen-Anhalt beurteilten. Es würde dann doch nicht so schlimm kommen; mich erinnert dies an die altbewährte Vogel-Strauss-Politik. Für mich heute noch spannender, wenn Mitglieder der Grünen über ihre Leben und Urlaube berichten — zumindest die mir bekannten dürften das mit dem Umwelt- und Naturschutz sowie einer nachhaltigen Lebensführung nicht so ganz richtig verstanden haben.

Das dürfte wohl wie bei jenen Unternehmern sein, die SPD wählen und damit kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn sie ihre eigenen Mitarbeiter hemmungslos ausbeuten. Der altbewährte Ablasshandel hat sich nun voll und ganz gesellschaftlich etabliert.

Hertenstein

Die diesjährigen Hertensteiner Gespräche werden nun im gesamten Verband beworben, einschließlich von Bewerbungen weiterer Nachbarverbände, wie z. B. von der Société européenne de défense AISBL – S€D aus Belgien. Auch stehen wir bereits im Austausch mit den Moderatoren, welche sich teilweise noch und dies bis kurz vor Gesprächsbeginn in China oder der Schweiz befinden.

Schon jetzt befinden sich unter den aktuell ca. 100 angemeldeten Teilnehmern Föderalisten aus Belgien, Frankreich, Luxemburg, der Schweiz, Ungarn, der Ukraine, Polen, Österreich, dem Vereinigten Königreich, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Damit kann man ohne Wenn und Aber von europäischen Gesprächen sprechen.

Seitens der politischen Parteien aus Deutschland nehmen Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP, SPD, Volt und der Partei der Humanisten teil. Auch die Freien Wähler aus Baden-Württemberg sind mit an Bord. Und da es auch um unsere Demokratie an sich geht, darf der Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold nicht fehlen.

Die Union Europäischer Föderalisten ist mit allen Ebenen (Ausnahme: Weltverband) vertreten und auch die Europäische Bewegung ist erneut mit dabei. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Vertreter des Europäischen Parlaments und der Kommission ebenfalls mit dabei sein werden.

Besonders freut es mich, dass dieses Mal doch so einige Landtagsabgeordnete einschließlich unseres Parlamentspräsidenten an den Hertensteiner Gesprächen teilnehmen.

Auch wenn die Arbeitssprache der Gespräche weiterhin Deutsch ist, wird während der Gespräche wie selbstverständlich auch Englisch und Französisch gesprochen. Neu wird dieses Mal die polnische Sprache mit hinzukommen, da es doch so einige polnische Teilnehmer gibt.

Ein wenig vermisse ich dieses Jahr Vertreter aus Spanien, Italien und Rumänien, die bei den vorherigen Gesprächen immer wieder einmal teilgenommen haben; wer weiß, vielleicht kommen deren Anmeldungen noch.

Auf alle Fälle aber freue ich mich schon jetzt auf gleich drei Tage interessanter und sehr spannender Gesprächen und den Austausch mit Gleichgesinnten. Für die weniger kundigen Europäer wäre es eine sehr gute Gelegenheit, um an einem Tag, dem Samstag, einmal die gesamte Breite und Vielfalt europäischer Themen und Vorstellungen kennenzulernen. Und dies in einem sehr angenehmen Umfeld. Besonders politisch Interessierte könnten sich dabei ganz gut über den aktuellen Sachstand zur Europapolitik kundig machen.

Spannend bis zum Schluss die Frage, ob doch noch ein paar Journalisten anbeißen werden?


Fußballspieler

25.3.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Fußballspieler beim Einwurf |© Pixabay

Vermischtes

Wie wir heute lesen können, macht sich die AfD für die CDU hübsch. Es könnte aber auch weiterhin nur so sein, dass die Grenzen zwischen beiden Parteien fliesend sind. Früher™ traten CDUler auch noch gerne bei den Freien Wählern an, wenn sie in der eigenen Partei kaum eine Chance auf ein Wahlamt hatten.

Für heute habe ich genug gerechnet, Listen befüllt und Rechnungen geschrieben. Morgen ist auch noch ein Tag. Längst sind die Zeiten vorbei, wo ich so lange am Schreibtisch blieb, bis alles erledigt war. Manchmal ging schon wieder die Sonne auf und ich war dabei mit meiner kleinen Welt zufrieden. Später nutzte ich die Nachstunden eher, um an meinen Büchern oder im Blog zu schreiben, was eine ganz andere Qualität besitzt, da man dies alleine nur für sich selbst macht.

Heute nutze ich die Nachtstunden eher fürs Bingen oder mit einer guten Lektüre. Was ich jedem empfehlen kann, bevor man sich darüber beklagt, dass man nicht ein- oder durchschlafen könne. Als wir noch das Land der Dichter und Denker waren, soll es gar üblich gewesen sein, dass die Menschen ihre Nacht in Ruhe- und Arbeitszeiten aufteilten und man zweimal je Nacht ins Bett ging. Was dann wohl auch zum Mittagsschläfchen führte, eine Eigenart, die noch heute gerne beibehalten wird.

Auf alle Fälle aber wäre ich nie ein guter 9-to-5-Jobber geworden; zu unflexibel und viel zu langweilig! Lustig dabei, dass man genau diese Jobs künftig durch KI und Roboter ersetzen wird! Wer sich als Mensch in Formen pressen lässt, der verdient es einfach nicht anders.

Habe ich bestimmt auch hier schon einmal erwähnt: „Alle Menschen zerfallen, wie zu allen Zeiten so auch jetzt noch, in Sclaven und Freie; denn wer von seinem Tage nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sclave, er sei übrigens wer er wolle: Staatsmann, Kaufmann, Beamter, Gelehrter.“ (Friedrich Nietzsche, 1878).

In meiner Jugend war ich mal Borussia Mönchengladbach-Fan, dann aber haben sie mit dem Fußballspielen aufgehört. Mit dem FC Bayern München konnte ich selbst zu meinen Münchner Zeiten nichts anfangen, mit dem VfB eher schon — durfte einmal ein paar von deren Spielern drangsalieren, was durchaus etwas verbindet. Mit dem 1. FC Kaiserslautern und dem HSV bin ich kameradschaftlich verbunden und Fortuna Düsseldorf gehört seit Kurzem gewisser Maßen sogar zur Familie, zumindest ein Ultra. Hingegen Real Madrid wurde mir befohlen und als guter Soldat habe ich mir sogar deren Devotionalien schenken lassen.

Basketball ist dennoch der bessere Mannschaftssport, gleich gefolgt von Rugby und Football.

Krieg

Der Ukrainekrieg wabert weiter vor sich hin, kaum hat die Ukraine ein paar Quadratkilometer Gelände zurückerobert, schon starten die Russen eine neue Offensive. So lange die Ukrainer standhalten, läuft alles weiterhin nach Plan — so schlimm dies auch für die Betroffenen sein mag. Aber das ist Krieg!

Der beste Verbündete Putins, Donald Trump, hat derweil ganz ohne Plan eine zweite Front im Iran eröffnet. Auf alle Fälle sichert dies nun den Russen die Finanzierung ihres Krieges gegen die Ukraine und macht nicht nur die Familie Donald Trumps reich. Was erklären könnte, warum auch die Bundesregierung wieder verstärkt auf Öl und Gas setzt — es erhöht die eigenen Gewinnmargen.

Wieder einmal ein schönes Beispiel, warum Kriege geführt werden, nämlich um den eigenen wirtschaftlichen und politischen Untergang zu verschleiern oder um sich persönlich zu bereichern, meist aber beides zugleich — es geht immer ums Geld („It’s all about the money“).

Und ob dazu nun auch US-Truppen oder gar NATO-Alliierte verheizt werden müssen, reine Nebensache. Als Soldaten haben wir von unseren Politikern und Mitbürgern immer wieder hören müssen, dass wir als „Zivilversager und potentielle Mörder“ doch etwas Besseres hätten lernen können und, dass es nun „an der Zeit sei, zumindest wieder das Sterben zu lernen“.

Sobald aber unsere lieben Mitbürger befürchten müssen, dass es ihnen ggf. selber an den Kragen gehen könnte, sind wir Soldaten wieder höchst beliebt und man entlohnt uns durch beifälliges Klatschen, ähnlich wie die Ärzte und Pfleger während COVID-19. Am besten, sobald wir im Sarg nach Hause kommen, denn das spart richtig Geld.

Wie man nun lesen darf, müssen sich wohl auch Soldaten darauf einstellen, dass sie ihre eigenen Ehepartner, die nicht arbeiten können und manchmal auch nicht dürfen, noch verstärkter als sonst üblich ver- und absichern müssen. Die vom Bund ehemals bereitgestellten Wohnungen für die umzugspflichtigen Soldaten sind schon längst von Behörden unter der Hand fremdvergeben. Und für den Nachwuchs Kindergärten oder passende Schulen am neuen Standort zu finden, rein persönliches Schicksal.

Nur für den Fall, dass hier jemand fragt, warum man die Ränge bereits in Friedenszeiten nicht füllen kann — von geeignetem Personal einmal ganz zu schweigen. Wer will als Bürger schon freiwillig in den Augen seiner Mitbürger ein „rechtsradikaler Vergewaltiger“ sein?

Manche Blogger meinen, dass der Ukrainekrieg in den Medien viel zu kurz käme. Zumindest wir Soldaten wissen um die schreckliche Tragik auch dieses Krieges, aber auch, dass dieser „alternativlos“ ist.

Gerade jene, die diesen Krieg vermeintlich nicht wollen, hätten ihn schon lange beenden können. Dazu müsste man einfach nur sämtliche Wirtschafts- und sonstige Beziehungen zur Russischen Föderation abbrechen — das würde aber die eigenen Einkommen schmälern und ggf. den eigenen Wählern ein paar Unannehmlichkeiten bereiten. Was ist dagegen schon das schreckliche Schicksal von ein paar Hunderttausend ukrainischer Frauen und Kinder? Von den unzähligen Soldaten einmal ganz zu schweigen! — It’s all about money, stupid!

Blogger

Kaum habe ich über Altherrenblogger geschrieben und schon muss ich bei Stefan Rose lesen, dass Chris Kurbjuhn nicht weiter schreiben wird. Die allermeisten Uraltblogger sind schon etwas länger von uns gegangen, nun lichten sich auch die Reihen der Altherrenblogger immer mehr.

Der Lauf des Lebens halt. Passend, es regnet. Heute war mir mein Tag bereits schon vorab unangenehm, denn ich hatte die leidigen Familiengeschäfte auf heute verlegt. Und da die Anmeldungen zum diesjährigen Europa-Ball ebenfalls schleppend verlaufen, fügt sich der Tag so langsam aber sicher zu einem zusammen, auf den man später nicht so gerne zurückblicken wird.

Man soll den Tag aber nie vor dem Abend loben und so gibt es zumindest wieder etwas zum Bloggen. Auch passend wäre nun ein Rezept oder eine Restaurantempfehlung, was bei mir aktuell aber nicht erfolgen wird.

Valentin Trentin hat sein Blog vor Kurzem ebenfalls eingestellt und mit Detlef Stern diskutiere ich letztens immer wieder auch darüber, ob ich für mich nicht doch einmal eine Blogpause einlegen sollte — ich könnte dafür wieder verstärkt meinen Zettelkasten füttern oder das eine oder andere bereits fast vergessene Buchprojekt wieder aufgreifen.

Dann aber lese ich wieder Blog-Beiträge von Uraltbloggern wie David Wertheimer, was mich allerdings gerade heute auch wieder zumindest ein klein wenig sentimental stimmt, vor allem, wenn ich daran zurückdenke, wie ich selber in den 1990er-Jahren beruflich bedingt ins Internet schrieb und dachte, dass dies doch gar keine schlechte Idee für einen ganz privaten Zeitvertreib wäre.

Dann brachte mich ein Mitarbeiter auf die Idee, dass man damit doch ganz gut Geld verdienen könne und in Folge davon darf ich auf doch so einige sehr glorreich gescheiterte Internet-Projekte zurückblicken — aber auf alle eher mit einem lächelnden Auge.

Im Gegensatz zu meinem damaligen Mitarbeiter war mir Geld nie so richtig wichtig und so bin ich am Abend meiner eigenen Blogger-Zeit wieder voll und ganz zu den Anfängen zurückgekehrt, nämlich eine gute Technologie auch für den eigenen Zeitvertreib zu nutzen — wobei ich immer mehr daran denke, dass unsere damalige Software für diese Zwecke viel besser war als es die heutige ist. Was daran liegen könnte, weil wir uns alles selber zusammengebastelt oder gar zusammengetauscht hatten und das eigene Serverlein noch in der Wohnung glühte.


Fediverse Reactions
Apfel sich im Spiegel betrachtend

7.11.02025 5 (7)

Beitragsfoto: Apfel sich im Spiegel betrachtend | © Shutterstock

Geschlechter

Eine ganz offensichtlich nicht mehr enden wollende Diskussion. Neben dem schwachen soll es auch noch ein starkes Geschlecht geben. Manche sprechen dabei gerne auch vom einfachen Geschlecht, denn man muss die Dinge nicht immer unnötiger Weise verkomplizieren.

„Wenn er keine Erektion hat, dann mach ihm ein Sandwich.“

Hinweis einer Mutter an ihre Tochter

Jan Böhmermann nutzt den Sprachgebrauch, welchen es bereits seit Jahren in den USA gibt „Ladies and Gentlemen and all (those) / Everyone in between“ bei seiner Begrüßung noch einmal etwas erweitert „… and beyond.“

Und erst gestern wurde in den Nachrichten des ÖRR wieder heftig „gegendert“, eine angeblich geschlechtergerechte Sprache verwendet. Dass man dabei meist nur zweien von inzwischen sehr vielen Geschlechtern gerecht wird und dabei auch nicht konsistent genug ist, ist offensichtlich zweitrangig.

Und wieder einmal kann man erkennen, dass sich Sprache nur langsam verändert und selbst Zwang oder Verbote kaum eine Beschleunigung garantieren. Erschwerend kommt mit hinzu, dass der feministische Kampf um Gleichberechtigung längst ein Multigeschlechterkampf ist, wobei sich kein einziges Geschlecht mehr — auch nicht mehr das starke — richtig oder gar gerecht wahrgenommen fühlt.

Was aber ganz gut in unsere heutige Gesellschaft passt. Nachdem man die Rechtschreibung beerdigt hat, sind nun die letzten Reste der Grammatik dran. Wohl überlegte und durchdachte Systeme sind insgesamt nicht mehr angesagt, wir ziehen uns in und bei allem immer mehr aufs Gefühl zurück.

Loriot hat die Sache bereits 1977 erkannt und Folgendes festgestellt:

„Vielleicht stimmt da mit Deinem Gefühl was nicht.“

Loriot, Das Frühstücksei (1977)

Carbonara

Weil mich aktuell ein leichtes Hungergefühl erfasst und ich schon sehr lange nichts mehr von einem Freund aus Italien gehört habe, kombiniere ich das Ganze und poste nun auch noch diesen Spliff-Song. Dieser befindet sich auf dem Album „85555“.

Meine italienischen Kameraden regieren auf dieses Lied von 1982 noch heute wie meine schwedischen, wenn ich etwas vom Swedish Chef poste (Børk! Børk! Børk!).

Inzwischen duftet es aus der Küche und ein Spiele-Wochenende nimmt seinen Anfang.

Vermischtes

Das Stockholm-Syndrom dürfte jeder kennen, nun aber wird sicherlich die Stockholm-Erklärung über eine Reformation wissenschaftlicher Arbeiten von sich reden machen.

Spannend dabei, dass dies erst vor ein paar Tagen Thema eines sehr netten Gesprächs mit einer Erstleserin meines Blogs war und heute Morgen bei einer inzwischen traditionellen Kaffeerunde mit Detlef Stern ebenfalls thematisiert wurde. Zusätzlich schwelgten wir in Erinnerungen, sprachen auch über Palantir Technologies und kamen zum Schluss dann doch noch auf die Studenten zu sprechen.

Ich habe ein wenig mit Bluesky herumgespielt. Zum einen möchten die Verantwortlichen eine „Dislike-Funktion“ einführen und zum anderen findet man immer mehr prominente Persönlichkeiten auf diesem sozialen Medium, was dafür spricht, dass Bluesky nun die kritische Masse der Nutzer überschritten hat.

Ich habe nun mal eine Liste erstellt, das mit den Feeds immer noch nicht so richtig verstanden und weil ich schon einmal dabei war, gleich noch ein paar Konten zum Folgen markiert. Die „Dislike-Funktion“ seht mir allerdings noch nicht zur Verfügung; wie diese sich auf meine Timeline auswirkt, interessiert mich dabei am meisten.

In den Medien kann man immer wieder über die unzähligen Siege und Erfolgsmeldungen der Ukrainer lesen, was aber weiterhin mit einem langsamen aber sicheren Geländegewinn durch die Russische Föderation bezahlt wird. Nun soll sich der Fall von Pokrowsk abzeichnen.

Verzögerungsgefechte sind eine feine Sache und dienen verstärkt dazu, den Gegner abzunutzen. Aber so langsam aber sicher sollte einmal die ukrainische Verteidigung stehen und der eigene Sieg durch mächtige Gegenangriffe gesichert werden.

An den Waffen und der Munition dürfte es nicht liegen, denn beides wird den Ukrainern beständig geliefert, es könnte aber sein, dass es noch am militärischen Know How fehlt, sicherlich aber fehlt es der Ukraine an kampffähigen und -willigen Soldaten. Wenig hilfreich ist es dabei, dass die sich inzwischen zu Hunderttausenden nach Europa abgesetzt haben.

Es wäre jammerschade, wenn wir letztendlich zig Milliarden Euro an Steuergeldern in der Ukraine versenkt haben, und die Ukrainer sich dann doch den Russen ergeben. Völlig irre wäre es aber dann, wenn wir zum Schluss den Russen auch noch den Aufbau ihrer neuen Eroberung bezahlen; wundern würde mich auch das nicht mehr.

Gemäß eines Beitrags von Dave Keating bereitet Ursula von der Leyen eine Mitte-Rechts-Allianz vor, um die Forderungen von Donald Trump zu erfüllen. Frei nach Goethe: „Halb zog er sie, halb gab sie sich ihm hin.“

Spannend für uns wird zu beobachten sein, ob die Union dabei tatsächlich die AfD mit ins Boot holt, als Test bzw. Blaupause für den Bundestag. Manche unken bereits, dass die CDU im Europäischen Parlament schon länger das macht, was sie sich in Berlin noch nicht so richtig traut.

Die CSU ist schon längst einen Schritt weiter und sieht für sich die Chance dadurch in Bayern die unliebsamen Freien Wähler wieder loszuwerden. Frei nach Strauß: „Rechts von der CSU gibt es nie und nimmer nichts!“