Konzert

Musikvideo zur Wahl 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Manche Dinge muss man erst so richtig verarbeiten, bevor man wieder zum ganz normalen Alltag zurückkehren kann, was auch immer ein ganz normaler Alltag sein mag.

Und so habe ich heute einmal eine LP aus meiner Sammlung gezogen, die ich bestimmt seit vierzig Jahren nicht mehr gehört habe. Die Platte stammt von der Gruppe Deutsch Amerikanische Freundschaft aus 1981 und trägt den Titel „Alles ist gut“. Vor vierzig Jahren hat man Totalitaristen zwar noch getanzt, aber auf alle Fälle nicht gewählt!

Meine Stimmungslage bewegt sich aktuell zwischen Auswandern und Tanz auf dem Vulkan. Aber auch die städtische CDU scheint nicht so ganz zufrieden zu sein, sonst würden deren Plakate wie z. B. auf der Allee nicht noch heute so zahlreich zu finden sein; und deshalb haben wohl auch die städtischen Mitarbeiter ihr Nachsehen, was sie bei anderen nicht hatten — aber Schwamm drüber, Gerechtigkeit und Heilbronn sind zwei unterschiedliche Welten. Und man hatte es den CDU-Verantwortlichen schon sehr lange gesagt, dass es nicht viel helfen wird, einfach so mir nichts dir nichts nach rechts abzumarschieren — wir Heilbronner wählen schon immer lieber gleich das Original.

Einzig Die Linke, SPD, FDP und Grüne sind für ihre Nazi-Toleranz ein wenig abgestraft worden, über sechs Monate einen Nazi im Rathaus mittragen oder gar zwischen guten und schlechten Nazis zu unterscheiden, konnten sie ihrer Wählerschaft bis dato einfach nicht so gut erklären.

Mir machen manche nun zum Vorwurf, dass mein Insistieren so kurz vor der Wahl, nämlich den Nazi-OB aus dem Rathaus zu entfernen, den Freien Wählern den vierten Ratssitz gekostet hätte. Ich habe noch nie faule Kompromisse gemacht und übernehme deshalb gerne dafür die Verantwortung.

Ohne Wenn und Aber, der neue Gemeinderat ist ein gutes Abbild unserer Stadt geworden. Deshalb passt der obige Song „der mussolini“ auch ganz gut, so wie der Plattentitel ebenfalls.

Bereits am 27. Februar 2012 schrieb Martin Rehfeld in „Deutsche Lieder. Bamberger Anthologie“ einen lesenswerten Beitrag: Die perfekte Provokation. „Der Mussolini“ von DAF

Ich höre heute auf alle Fälle diese Platte noch hoch und runter. DAF gründete sich bereits 1978 in Düsseldorf und war, als ich diese Gruppe zum ersten Mal so richtig zur Kenntnis nahm schon auf zwei Mitglieder eingedampft worden: Robert Görl und Gabi Delgado-López. 1982 gab es die Gruppe dann schon nicht mehr, obwohl sie bis heute wohl noch öfters reanimiert wurde.

Heute Abend gehe ich dann tanzen und morgen sieht die Welt vielleicht schon wieder etwas rosiger aus.


Zeitungen

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Beitragsfoto: Zeitungen | © kalhh auf Pixabay

Einmal nur mit Profis

Diesen Spruch hat wohl schon jeder einmal gehört, manche von uns kennen diesen noch in einer etwas abgewandelten Form aus 1983. Mit Erstaunen konnte ich heute Morgen in der Nachbarschaft eine Zoll- bzw. Polizeiaktion bestaunen, ganz in meiner Nähe.

Dank der Heilbronner Stimme dürfte es auch dafür eine Erklärung geben, denn diese macht darauf aufmerksam, dass es nun auch in Heilbronn europaweite „Action Days“ gäbe. Europa ist bei uns eigentlich nicht so der Renner, aber wenn es gegen Profis geht, wohl egal welcher Art, legt man sich so richtig ins Zeug, wobei auch der eine oder andere Gemeinderat einmal so richtig aus den Puschen kommt.

Auf alle Fälle aber erinnert mich das Ganze und dies rein zufällig an Hubert Kah.

Einmal nur mit Erika (… dieser Welt entflieh’n) wurde im März 1983 als Non-Album-Single veröffentlicht, wird von mir gerade so nebenbei gehört und hilft mir bei der Erstellung meiner Fragen-Kompilation für morgen früh. Ich hoffe die Studenten haben beim Beantworten genau so viel Spaß wie ich beim Zusammenkopieren.

Statistik

Seit dem 8. Juli 2022 schreibe ich auch die Beiträge für die Freien Wähler auf meine.stimme.de. Bis heute wurden es 71 Beiträge, von denen so manche, sogar inhaltlich von schlechten Journalisten verfälscht, in die Heilbronner Stimme kamen. Mit dem Einstellen der Veröffentlichung meiner Beiträge dort, unterstütze ich sogar noch das Gute im Journalisten, indem ich diesen keine Munition mehr liefere, um auf meine Kosten für die politische Konkurrenz Werbung zu machen.

Und wenn ich schon einmal Statistiken bemühe, dann erwähne ich gerne noch, dass ich als Vorsitzender der Freien Wähler über 136 eigene Beiträge auf der Freien Wähler-Website geschrieben habe.

Stimme

Schon etwas länger hat die Heilbronner Stimme qualitativ guten Journalismus durch ehrenamtliche Schreiberlinge wie z. B. mich ergänzt. Später konnte man immer mehr erkennen, dass das ehrenamtliche Schreiben zuungunsten guter Journalisten weiter zunahm. Insgesamt litt die Qualität der Tageszeitung darunter.

Bald konnte ich auch immer öfters hören, dass vielen Heilbronnern das Echo (gleiche Firma, nur billiger) völlig ausreichen würde, was mich am lokalen Bedarf guten Journalismus durchaus etwas zweifeln ließ. Noch größere Zweifel kamen mir, als man das Echo ausdünnte, nun aber dafür eine Sonntagsausgabe der Heilbronner Stimme einführte.

Heute konnte ich nun zum ersten Mal in der Heilbronner Stimme lesen: „Dieser Text wurde unter Mithilfe einer Künstlichen Intelligenz erstellt“. — ich habe auf den ersten Blick keinen qualitativen Unterschied feststellen können, was übrigens nicht für den „klassischen“ Journalismus spricht.

Meine Befürchtung scheint sich nun zu bestätigen, dass die Stimme-Verantwortlichen möglichst billig Papier schwarz bekommen und dieses dann möglichst teuer an die Kunden verkaufen wollen. Der eigentliche Sinn und Zweck einer lokalen Tageszeitung scheint dabei völlig in den Hintergrund zu treten.

Bevor nun unter meinen eigenen Stimme-Beiträgen steht, dass diese eigentlich von einer künstlichen Intelligenz kommen, stelle ich die Veröffentlichung unter meine.stimme.de ein. Man muss nicht alles mitmachen, und da offensichtlich Zeitung bei der Stimme nachrangig ist, muss man sich nicht auch noch zum Sklaven einer Gewinnmaximierung völlig fremder Leute machen!

Am 16. September 2013 habe ich meinen ersten Stimme-Beitrag geschrieben. Bis heute sind es alleine für die EUROPA-UNION Heilbronn 274 Beiträge geworden.

Mögen jetzt andere die Zeitung füllen!


Gedenkstätte

SS-Affäre 4.8 (10)

Beitragsfoto: „ein historischer (NS-) Täter“

Lassen wir erst einmal einen von der Stadt bezahlten Angestellten zu Wort kommen. Auf alle Fälle ist alleine die Tatsache, dass wir als Freien Wähler eine Antwort bekommen haben, schon einmal lobenswert. Auf die eine oder andere Bürger- oder Vereinsanfrage meinerseits warte ich bereits jahrelang vergeblich.

Beim Warten durfte ich dann zwei Dinge erfahren, nämlich erstens, dass wir Heilbronner Bürger keinen Anspruch auf Antwort haben, denn dies stünde nur Gemeinderäten zu (einer der Gründe, warum ich Stadtrat werden wollte), und zweitens, dass sich auch Heilbronner Gemeinderäte glücklich schätzen, wenn sie eine Antwort von der Stadtverwaltung erhalten.

Aber nun zur offiziellen Antwort der Stadt Heilbronn.

Die Anfrage der Freien Wähler vermengt zwei getrennte Sachverhalte: Den Umgang mit OBM Dr. Hans Hoffmann und die Portrait-Galerie im Rathaus. Diese umfasst Bürgermeisterportraits aus mehr als drei Jahrhunderten bis zur Gegenwart. Die Bildnisse verkörpern die politische Tradition und Kontinuität der ehemaligen Reichsstadt und sind Verpflichtung für „gutes“ politisches Handeln. Zur Konzeption gehören auch die Stadtansichten mit der Zerstörung und dem Wiederaufbau Heilbronns. Diese niederschwellige und für den Ort passgenaue Präsentation aufzugeben ist falsch.

Der zweite Aspekt berührt den Umgang mit historischen (NS-) Tätern. Derzeit werden verschiedene Ansätze ergebnisoffen diskutiert. Eine Magazinierung des Portraits von Dr. Hoffmann käme einem Entzug aus dem öffentlichen Bewusstsein gleich und verhindert eine Auseinandersetzung. Diese ermöglicht die Kontextualisierung vor Ort, sie informiert und regt zur Beschäftigung mit historischen Themen und Personen an. Sie kann bei weiteren Erkenntnissen angepasst und erweitert werden (siehe hierzu auch die Stellungnahme des Stadtarchivs Heilbronn).

Generell ist die Fokussierung auf ein Bildnis in Bezug auf die Stadthistorie sowie die Gesamtpräsentation unverhältnismäßig.

Stichwort Verkauf: Das Sammeln und Bewahren von Kunst und Artefakten ist nicht ohne Grund eine öffentliche Aufgabe, die dem Veräußern hohe Hürden auferlegt. Zudem haben derartige Portraitdarstellungen keinen eigentlichen Marktwert.

Dezernat III, Städtische Museen (13.6.2024)

Ich kann der Stadt wohl nur dankbar sein, dass sie uns darauf aufmerksam macht, dass wir zwei getrennte Sachverhalte vermengen. Dies war mir allerdings vorab schon voll und ganz bewusst und eigentlich sind es sogar drei unterschiedliche Sachverhalte.

Nun zur Behauptung der Stadt Heilbronn, nämlich, dass die Portrait-Galerie im Rathaus … Bürgermeisterportraits aus mehr als drei Jahrhunderten bis zur Gegenwart umfasst. Meines Wissens hat man das Porträt des OB Heinrich Gültig, Nazi, SA-Mann und verurteilter Mörder, der nach knapp fünf Jahren Haft wieder auf freien Fuß gesetzt wurde und sich danach Meriten im Heilbronner Weinbau verdiente, nicht im Rathaus hängen.

Nun könnte man sich fragen, wo genau der Unterschied zwischen einem SS-Mann und einem SA-Mann liegt. Zudem, ob das Fehlen eines dieser Porträts am nachgewiesen Mord hängt, der aber gebüßt wurde und damit eigentlich keine Rolle mehr spielen dürfte.

Auf alle Fälle aber muss man sich nun fragen, nicht nur was die Stadtverwaltung unter politischer Tradition und Kontinuität der ehemaligen Reichsstadt versteht, sondern auch unter „gutes“ politisches Handeln!

Ich bin weiterhin der Überzeugung, dass Portrait-Galerien gerade in Rathäusern völlig fehl am Platze sind, da diese ein völlig falsches Bild von Demokratie präsentieren. Portrait-Galerien gehören in Schlösser oder Museen, gerne auch in Archive!

Und aus ganz pragmatischen Gründen — was ich bereits in einem anderen Beitrag erwähnt hatte — sollte man sich durchaus einmal die Frage stellen, zumindest wenn man nicht auf Kriege oder Naturkatastrophen als Problemlösung baut, wie lange man überhaupt noch Platz für solche Portraits im Rathaus hat?

Verstörend dann die Behauptung der Stadt, dass eine Magazinierung des Portraits von Dr. Hoffmann … einem Entzug aus dem öffentlichen Bewusstsein gleich käme und … eine Auseinandersetzung verhindert.

Dieser Behauptung folgend, müsste man gerade heute (!) das Porträt Heinrich Gültigs gleich an das Eingangsportal des Rathauses nageln! Damit sich zumindest jeder Gemeinderat und vielleicht auch der eine oder andere städtische Angestellte oder Beamte einmal mit „gutem“ politischen Handeln beschäftigen könnte — übrigens, dem größten Teil der Heilbronner dürfte es weiterhin völlig wurscht sein! Aber nicht den Hinterbliebenen der Verfolgten des Nazi-Regimes und auch nicht jenen Demokraten, die sich noch für Demokratie interessieren.

Was uns die Stadt mit dem folgenden Satz sagen möchte: „Generell ist die Fokussierung auf ein Bildnis in Bezug auf die Stadthistorie sowie die Gesamtpräsentation unverhältnismäßig.“, verstehe ich nicht, man müsste es mir etwas näher erklären. Als alter „Verwaltungsfachmann“ befürchte ich, dass hier der Schwanz mit dem Hund wackeln will. Kann aber auch nur sein, dass dies Gemeinderatsdeutsch ist und der OB den Gemeinderäten hiermit befiehlt, nun endlich das Maul zu halten.

Lustig wiederum der Schluss des Schreibens, wo uns mitgeteilt wird, dass „diese Portraitdarstellungen keinen eigentlichen Marktwert“ haben. Ich wusste gar nicht, dass im Rathaus so viele Kunst- und Marktexperten sitzen.

Die weniger betuchten Heilbronner könnten sich diesbezüglich fragen, warum wir dann dafür überhaupt Geld ausgeben oder ob man dieses Geld nicht besser verwenden könnte. Eine ehemalige Reichsstadtverpflichtung, was immer dies auch sein mag, sorgt zumindest aktuell nicht für ausreichend Wohnraum für alle Heilbronner, geschweige denn, dass alle „ehemaligen Reichsstädter“ ein halbwegs menschenwürdiges Dasein fristen können.

Etwas demokratischer veranlagte Heilbronner könnten durchaus an den dann freien Wänden Gefallen finden, die man für eine gelebte Demokratie nutzen könnte. Thema: Bildungs-, Schul- und Kinderstadt.

Und die etwas fortschrittlicheren „Wissens- und Weltraumstadtheilbronner“ sähen lieber im Rathaus Zukunft als verstaubte Vergangenheit, mit der schon heute die Mehrheit nichts mehr anzufangen weiß.

Zum Schluss aber zurück zum Marktwert der Porträts. Beim Porträt von Helmut Himmelsbach würde sogar ich mitsteigern, da er meines Erachtens der einzige gute OB der Stadt war, den ich noch selber kenne.

Und beim Porträt von Dr. Hans Hoffmann mache ich mir überhaupt keine Gedanken, denn NS-Devotionalien werden weltweit gehandelt.