Blitz

Durchgeknallt? 5 (9)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Als Elon Musk plötzlich im Wahlkampf hinter Donald Trump auf der Bühne herumturnte und Grimassen schnitt, dachte ich erst daran, dass er nun völlig durchgeknallt sei — was ganz gut zu einem menschlich verwahrlosten und höchst kriminellen Donald Trump passt.

Dann aber konnte ich immer öfters lesen, dass Elon Musk nicht von seiner Social Media Plattform oder gar dem Autoverkauf lebt, sondern sich mit Staatsaufträgen dumm und dämlich verdient. Und nunmehr durch sein Engagement als Trumps Regierungs- und Wirtschaftsberater sein erfolgreiches Geschäftsmodell in völlig neue Höhen führen kann. Musk dürfte von deutschen Wirtschaftsbossen viel gelernt haben und so kann er nicht nur Auto besser, sondern auch das Ding mit den Transferzahlungen.

Nun aber, da er jüngst auf X empfiehlt, dass nur die AfD Deutschland noch retten kann, kommen mir wieder starke Zweifel.

Mehr zum Sachverhalt finden Sie u. a. in einem Spiegel-Beitrag (20.12.2024, 12.51 Uhr).

Einzig die Möglichkeit, dass er wie ein Donald Trump nur eine weitere russische Marionette sein könnte, lassen noch eine andere Option offen — was von beidem schlimmer ist, sei einmal dahingestellt.


NATO Logo

NATO 5 (7)

Beitragsfoto: NATO Logo | © Pixabay

Meinem ersten NATO-Vortrag konnte ich bereits im Sommer 1983 als Offiziersanwärter lauschen. Worin es in dem Vortrag ging, kann ich heute nicht mehr sagen, damals bereits spannender das Drumherum. Der deutsche NATO-Vertreter, der hauptsächlich vor deutschsprachigem Publikum sprach, war gezwungen auf Englisch vorzutragen. Und damit auch jeder im Saal den Ausführungen folgen konnte, gab es einen Dolmetscher. Das wirklich Spannende dabei, dass der Vortragende sich mit dem Dolmetscher stritt, weil er sich nicht richtig übersetzt fühlte. Damals wurde der Streit von der höchsten im Saal anwesenden Stelle dahingehend beendet, dass man dem „Übersetzerdiplom“ Recht gab.

Jahre später bat mich unser Übersetzer in einem NATO-Stab um Versetzung, da er sonst befürchtete, seine Englischkenntnisse voll und ganz zu verlieren. Über die Jahrzehnte hinweg hatte sich die NATO nicht nur vergrößert, sondern auch in ihren inneren Wesen her geändert. Bezeichnend dafür das nun dort gesprochene NATO-Englisch, welches mit dem Beitritt ehemaliger Sowjetländer eine ganz eigene Form annahm.

Vor 75 Jahren wurde die NATO als Verteidigungsbündnis (siehe: Nordatlantikvertrag [Link nicht mehr gültig]) gegen die damalige Sowjetunion gegründet und war von Anfang an ein politisches Bündnis. Gerade wir Föderalisten sahen die NATO als Chance, um die westliche Welt weiter zu einen. Auf alle Fälle aber trug sie dazu bei, dass sich die NATO-Partner einander näherten und im gegenseitige Austausch die Welt verbesserten — ganz davon abgesehen, dass sich viele Länder erst unter dem Schutz der NATO entwickeln konnten.

Fast von Anfang an gab es aber auch Mitglieder, die die NATO nicht nur für ihre ganz eigenen Zwecke nutzen wollten, sondern auch bereit waren, diese bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu torpedieren. Als politisches Bündnis trug man diese „Minderheitenmeinungen“ bis zu einem gewissen Maße mit und hielt sie auch aus.

Und so war der eigentliche Schwerpunkt von Anfang an, die „Bündnispartner“ zu Bündnispartnern zu machen. Die Integration von uns Westdeutschen kann dabei als vorbildlich angesehen werden, auch wenn sich Briten und Franzosen bis heute darin einig sein dürften, dass Hastings Lionel Ismays Leitspruch weiterhin Gültigkeit besitzt: „To keep the Soviet Union out, the Americans in and the Germans down.

Von Anfang an ganz speziell die Franzosen und schwierig bis heute auf alle Fälle die Türken, die weiterhin und dies bereits seit dem 17. Jahrhundert erst einmal im Westen ankommen müssen.

Inzwischen hat sich die NATO ähnlich wie der Europarat oder die EU so weit vergrößert, dass man sich auch hier die Frage nach „Vertiefung“ oder „Erweiterung“ stellen müsste. Zumindest einige der ehemaligen Warschauer Pakt Länder — z. B. Ungarn — zeigen, dass es ihnen nicht um westliche Werte und demokratische Politik geht, sondern einzig und alleine um den größtmöglichen Eigennutz, wobei auch der Verrat am Bündnis mit einkalkuliert ist.

Aber auch in den alten NATO-Ländern bestehen weiterhin in Teilen der jeweiligen Bevölkerungen Vorbehalte gegenüber westlichen Werten und demokratischen Systemen. Und diese Vorbehalte lassen sich bis heute sehr gut an der NATO ausleben — insbesondere dann, wenn man sich ausschließlich auf deren militärische Komponenten beschränkt.

In Zeiten, wo sich die NATO gleich mit mehreren Angreifern (u. a. Russische Föderation und China) beschäftigen muss, lassen sich diese antidemokratischen Kräfte wie bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren (siehe: NATO-Doppelbeschluss) als Fünfte Kolonne missbrauchen. Und diese ziehen nun ganz aktuell langsam aber sicher wieder die alten Register („Petting statt Pershing“).

Für manchen Polit-Greis ein richtiger Jungbrunnen, wenn man auf seine alten Tage hin beim Steine- und Molotowcocktailwerfen oder zumindest beim Radmutterlockern wieder so richtig ins Schwärmen kommt. Zumindest aber hetzen sie erneut auf allen Kanälen.

Wie die EU und der Europarat auch, ist die NATO einfach zu gut für unsere Welt. Politische Systeme, die auf die Mündigkeit der Bürger und auf deren demokratisches Engagement bauen, haben wohl keine Zukunft mehr. Die Welt gehört bald wieder den Steinewerfern.

Fast hätte ich es vergessen. Liebe NATO, herzlichen Glückwunsch zum 75. Jubiläum!

Die Parteien dieses Vertrags bekräftigen erneut ihren Glauben an die Ziele und Grundsätze der Satzung der Vereinten Nationen und ihren Wunsch, mit allen Völkern und Regierungen in Frieden zu leben. Sie sind entschlossen, die Freiheit, das gemeinsame Erbe und die Zivilisation ihrer Völker, die auf den Grundsätzen der Demokratie, der Freiheit der Person und der Herrschaft des Rechts beruhen, zu gewährleisten. Sie sind bestrebt, die innere Festigkeit und das Wohlergehen im nordatlantischen Gebiet zu fördern. Sie sind entschlossen, ihre Bemühungen für die gemeinsame Verteidigung und für die Erhaltung des Friedens und der Sicherheit zu vereinigen. Sie vereinbaren daher diesen Nordatlantikvertrag:

Präambel des Nordatlantikvertrags (Washington DC, 4. April 1949)

Donald Trump

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Beitragsfoto: Verbrecher & Spitzenkandidat Donald Trump | © M. H. from Pixabay

Erkenntnis

Der heutige Aufmarsch kampfbereiter Russen mit ihren militärischen look-alike Fahrzeugen nahe der Fußgängerzone ließ mich kurz aufhorchen, dann stellte sich aber heraus, dass es sich nur um das Aufbaukommando des AfD-Infostandes handelte. Und während die AfD-Galionsfiguren ihren Stand aufbauten, wurde ich von einem Russen-Deutschen auf das Übelste beschimpft — was man halt so macht, wenn man zusammen mit einer Wodkaflasche genächtigt hat.

Ganz ohne Frage, die AfD ist zur Sturmabteilung Wladimir Putins verkommen, wohl auch deswegen distanzieren sich die europäischen Faschisten immer mehr von dieser Partei — einmal abgesehen vom widerlichen Rassismus, der selbst einer Marine Le Pen zu viel des Guten ist.

Interessant dabei auch, dass sich damit das linke Lager in Deutschland weiter ausdünnt — aus russischer Sicht haben sie ihre Aufgabe erfüllt — und deren Spitzenleute nun in Richtung AfD wandern. Man mag mir jetzt vorwerfen, dass ich ein Anhänger der Hufeisentheorie sei, ich sehe das aber viel pragmatischer, denn Putin bündelt so langsam aber sicher die totalitaristischen Kräfte in Deutschland, um im Falle einer weiteren Eskalation des russischen Angriffskrieges auf eine schlagkräftige fünfte Kolonne zurückgreifen zu können. Die Kunst ist es dabei, bei uns linke wie rechte Schläger unter einen Hut zu bekommen; in Russland hat das bereits ganz gut geklappt.

Überraschung

Noch kurz vor dem Urteil gegen Donald Trump hatte ich mich in einem Telefonat dahingehend geäußert, dass ich nicht an eine Verurteilung eines ehemaligen US-Präsidenten glaube. Und so hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich mich von dieser zumindest für mich sehr positiven Überraschung erholen konnte. Noch überraschter war ich darüber, wie sich trotz eines Urteils eines unabhängigen Gerichts die Reihen der GOP hinter einem nun auch ganz offiziell Kriminellen schließen.

Jede Partei, die zwischen guten und bösen Kriminellen unterscheidet und dies alleine aufgrund des Parteibuchs, hat ihre eigene Glaubwürdigkeit verloren. Das gilt überall, und so habe ich auch eine Teilnahme an einer SPD-Veranstaltung in Heilbronn abgesagt, denn die Vertreter dort unterscheiden inzwischen ganz offiziell zwischen guten und bösen Nazis.

Das Problem in beiden Fällen, deren Mitglieder sind entweder zu dumm oder zu unanständig für einen Rechtsstaat. In Deutschland tippe ich auf die Folgen einer völlig verfehlten Bildungspolitik, da man bei uns bereits schon in den ersten Krankenhäusern, Arztpraxen oder Apotheken selbst tödliche Krankheiten mit Globuli und Warzenbesprechungen zu behandeln beginnt.

Informationsstände

Gestern konnte ich auf dem Kiliansplatz zusammen mit anderen Europäischen Föderalisten und weiteren Europabegeisterten ganztägig für Europa und eine möglichst hohe Wahlbeteiligung werben. Eine sehr erfreuliche Veranstaltung, wobei sämtliche Gespräche äußerst positiv verliefen. Erfreulich auch die Begegnung mit einem städtischen Mitarbeiter, welcher in echt weit sympathischer ist, als es der vergangene Schriftverkehr erahnen ließ. Und so sind Informationsstände auch für die Standbesatzungen immer wieder eine Bereicherung.

Abends konnte ich noch in die Zeitung von heute gucken und musste dabei feststellen, dass wir Freien Wähler bei der aktuellen Präsentation aller Parteien und Wählergruppen vergessen wurden. Heute geht es sogleich mit dem letzten Informationsstand der Freien Wähler vor der Wahl in der Fleiner Straße weiter und so bin ich einmal gespannt darauf, ob wir auf den Stimme-Artikel angesprochen werden.

Nachtrag

Kein Infostandbesucher erwähnte unser Fehlen im Stimme-Artikel, nicht einmal die Wahlkämpfer der Parteien. Und so blieb es nur ein Thema zwischen Herbert Burkhardt und mir.