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Plausch

Beim heutigen Spaziergang den Thomas Aurich getroffen. Wir unterhielten uns darüber, wie man Heilbronn für Studenten attraktiver gestalten könnte. Ich dachte dabei an bekanntere Professoren und spannende wissenschaftliche Theorien, er richtigerweise an ein attraktiveres Umfeld, wie z.B. eine neue Hafenloft-Disco oder gar eine Neckar Surferwelle ähnlich der Eisbach Surferwelle in München. Diese könnte ich mir ganz gut dort vorstellen, wo vor ein paar Jahren noch die Slalomstrecke für Kajakfahrer war.

Homophobie

Dass sich gerade die Ungarn um Viktor Orbán herum so homophob geben, kann ich nun gar nicht nachvollziehen, denn nicht nur seine engsten Vertrauten, wie z.B. Jozsef Szajer, sind zumindest als Privatpersonen gegenüber anderen Menschen jeglichen Geschlechts und sexueller Orientierung sehr viel offener als vermutet und zudem allem Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen. Und neben Brüssel gilt auch die ungarische Hauptstadt Budapest inzwischen als Eldorado für Schwule, die sich gerne in den renommierten Bädern der Stadt treffen und dabei enge Beziehungen zur lokalen Szene pflegen. Orbáns Aktionen und Gesetzesinitiativen stehen damit im völligen Gegensatz zur Aufgeschlossenheit und Weltoffenheit Budapests und dem Großteil seiner Bevölkerung. Noch schlimmer ist es aber, dass doch so einige Initiatoren wie auch Gesetzgeber dieses „Gesetzes zur Einschränkung von Informationen über Homosexualität und Transsexualität“ damit ihre ureigenen sexuellen Neigungen völlig negieren! Für mich ein Beweis, wie ernst es bereits um die ungarische Demokratie im allgemeinen und die mentale Gesundheit der ungarischen Politiker im besonderen steht. Selbsthass war noch nie eine gute Idee!

Hochzeitstag

Wenn man schon den eigenen Hochzeitstag verbummelt, dann kann man gleich auch noch einen Blogbeitrag schreiben; da meine bessere Hälfte für mich auch die bestmögliche Ehefrau ist, muss ich zudem mit keinen ernsten Konsequenzen rechnen und darf mich über meine soziale Inkompetenz selber ärgern. Inzwischen weiß ich selbst nicht einmal mehr, wie viele der inzwischen 28 Hochzeitstage ich bereits verbummelt habe, bin mir aber sicher, dass wir davon doch den einen oder anderen gemeinsam zu spät zur Kenntnis nahmen — beim heutigen ist dies aber nicht der Fall — und uns beide im Anschluss köstlich darüber amüsierten. Vor allem dann, wenn man extra um den Hochzeitstag herum Urlaub plant und danach feststellen muss, dass der Urlaub zwar sehr schön war, der Hochzeitstag dabei aber keine Rolle spielte.


Website des Tages

ILGA World – The International Lesbian, Gay, Bisexuel, Trans and Intersex Association

Aus gegebenem Anlass verknüpfe ich hier einmal die Website des Weltverbandes für Damen und Herren, sowie alle dazwischen, welche sich nicht als hetero- oder asexuell bezeichnen.


Geburtstag des Tages

George Orwell

In erster Linie wird Orwell allen als Autor von „Farm der Tiere“ und „1984“ bekannt sein. Für mich kommt noch hinzu, dass er ein Europäischer Föderalist der ersten Stunde war, der sich kurz darauf allerdings zu einem Fatalisten entwickelte.

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Die heutigen westlichen Gesellschaften funktionieren ganz gut, so lange alle nach den gleichen Regeln spielen und zudem bereit sind, notfalls für die anderen einzuspringen. Ob das nun auf rein freiwilliger Basis geschieht oder staatlicherseits gelenkt wird, spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle.

Diese gegenseitige Unterstützung von Mitgliedern innerhalb einer Gesellschaft wird gerne als sozialer Kit bezeichnet, der von den Familien beginnend, über die Kommunen hinweg, ganze Staaten zusammenhält. Vor allem bei den Staaten begründet dieser soziale Kit, also die Absicherung der einzelnen Mitglieder, deren Existenz.

Und wie beim Geld auch, müssen die Bürger davon überzeugt sein, dass das „System“ zumindest grundsätzlich funktioniert und andere — auch ganz persönliche — Erfahrungen die Ausnahme darstellen.

Von der Arbeitslosenversicherung bis hin zur sozialen Marktwirtschaft haben Staatenlenker vieles erschaffen, um diesen sozialen Kit nicht nur zu stärken, sondern gar bis hin zu einer „Vollkasko“ auszubauen.

Leider wird dies immer schwieriger als es eigentlich sein müsste, vor allem seit unsere entsprechenden Kontroll- und Regulierungssysteme nicht mehr in der Lage sind, diese Versprechungen tatsächlich auch sicherstellen zu können.

Eine der Ursachen ist, dass wir alle in einer sehr mobilen Welt leben und die vorhandenen Systeme heute immer noch viel zu kleingliedrich sind, um für alle ihre Mitglieder noch Gültigkeit haben zu können. Eine andere und meines Erachtens viel schwerwiegendere Ursache ist, dass selbst die „Akteuere“ innerhalb dieser Kontroll- und Regulierungssysteme sich selbst immer weniger daran halten oder gar zugunsten von sich selbst und anderen manipulieren.

Nachrichten, wie der von heute, dass viele „Superreiche“ und nicht nur ihre Unternehmen kaum bis keine Steuern zahlen, zeigen auf, wie der soziale Kit innerhalb der westlichen Gesellschaften bröckelt. Und auch bei uns in Deutschland sind immer mehr Bürger davon überzeugt, dass unsere soziale Marktwirtschaft nicht mehr richtig funktioniert — die vielfältigen Bürgerproteste und Unmutsäußerungen in den sozialen Medien können dafür als Anhalt genommen werden und sind in meinen Augen nur die Vorboten von gravierenderen Verteilungskämpfen, da die meisten Bürger längst erkannt haben, dass das Geld insgesamt, das eigene Ersparte und auch alle anderen Ressourcen für uns alle nicht mehr lange reichen werden.

Viele retten sich schon auf ihre eigene Insel (Vereinigtes Königreich) oder in abgelegene Bergregionen (Schweiz) und glauben, damit selbst dem „Untergang“ entkommen zu können — was für eine trügerische Schlussfolgerung! Der soziale Kit ist im Königreich schon längst aus allen Fugen gefallen und wird auch in der Schweiz langsam aber sicher zerbröseln.

Jede Gesellschaft zerbricht, wenn sie den sozialen Kit zwischen ihren Mitgliedern nicht mehr garantieren kann. Denn dann sitzen nicht mehr alle im selben Boot, und jeder einzelne ist berechtigt, ohne dabei auf die anderen Rücksicht nehmen zu müssen, nach seiner eigenen Fa­çon glücklich zu werden – man könnte das Endprodukt auch als Anarchie bezeichnen.

Beispiele, warum dies in unseren Gesellschaften nicht mehr so gut läuft, kennen wir alle sehr gut. Ich rufe die folgenden nochmals in Erinnerung:

  • Großkonzerne oder Hightech-Firmen agieren weltweit, sind damit global aktiv und selbst von sehr großen Staaten noch schwer zu kontrollieren;
  • Auch der Kapitalmarkt kann von einzelnen Staaten nicht mehr kontrolliert werden;
  • Das Gleichheitsprinzip, eine der Grundlagen aller demokratischen Gesellschaften, wird zunehmend ausgehebelt und durch das uralte Prinzip: „an der Quelle saß der Knabe“ ersetzt — Solidarität mutiert zum politischen Kampfbegriff.

Was müssen wir ändern?

Unsere staatlichen Strukturen müssen sicherstellen, dass

  • sie für alle in ihrem Bereich lebenden Menschen gültig und anwendbar sind; gleiches Recht für alle!
  • durch internationale Abkommen bis hin zu Zusammenschlüssen die Migration von Wissen, Geld und Menschen für alle Beteiligten geregelt und notfalls ausgeglichen wird.

Zudem müssen wir alle dafür Sorge tragen, dass

  • sich alle Mitglieder einer Gesellschaft geborgen fühlen und sich sicher sein können, dass man sie nicht unverschuldet im Regen stehen lässt;
  • wir uns nicht innerhalb derselben Gesellschaft weiter in Unter- bis hin zu Kleingruppen zerbröseln, denn damit gefährden wir selbst die letzten Reste von Solidarität untereinander; auch wir müssen unseren Teil dazu beitragen, dass ein, für alle gleichermaßen geltendes (Rechte & Pflichten), Sozialsystem den sozialen Kit in unserer Gesellschaft wieder herstellt.

„Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt Wanderungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer; sie hat die Tendenz, in eine Vielfalt von Gruppen und Gemeinschaften auseinanderzustreben und ihren Zusammenhalt sowie die Verbindlichkeit ihrer Werte einzubüßen.“

Daniel Cohn-Bendit und Thomas Schmid, Die Zeit (1991, Nr. 48)

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Jetzt, da wir erfahren mussten, dass der ehemalige Kanzler Gerhard Schröder für seine jüngste Ehefrau eine Entschädigungszahlung an deren Vorbesitzer zu leisten hat, ist es nun wirklich soweit, dass wir Männer die Emanzipation unserer Frauen selbst in die Hand nehmen.

Auch können viele von uns das Gejammer über eine Unterrepräsentanz von Frauen, vor allem in so wichtigen Zirkeln wie der Union Europäischer Föderalisten, was heute ebenfalls eine bedeutende Nachricht in meinem News-Ticker war, nicht mehr mit anhören!

Deshalb muss jetzt sofort — noch vor Ende der Legislatur — ein Emanzipationsgesetz her, das ein für alle Mal mit dieser Ungerechtigkeit aufräumt und für immer den Unterschied zwischen Frau und Mann aufhebt; alle dazwischen müssen noch ein wenig warten, da wir die Welt in diesem Jahr noch nicht ganz retten können werden.

Grundlage dieses neuen Emanzipationsgesetzes sind die Mangelklagen, angefangen beim Militär, der Polizei, der Müllwirtschaft, Bergwerken, Fleischereien und anderer existentiell wichtigen Gesellschaftsaufgaben. Hinzu kommen noch die Klagen von aussterbenden Vereine, wie Männergesangs- oder Philatelisten-Clubs — von Parteien ganz zu schweigen.

Das wird nun mit dem neuen Gesetz umgehend geändert! Alle Personalstellen und auch Vereinsvorstände melden ihren entsprechenden Personalbedarf an die jeweiligen Einwohnermeldeämter, und die besetzen dann sogleich die vakanten Positionen mit Frauen aus ihrem jeweiligen Einwohnerbestand und dies so lange bis die 50% Quote an Frauen erreicht ist.

Zwangsverpflichtungen, -mitgliedschaften oder Wehrdienst waren gestern! Ab sofort starten wir mit einer emanzipatorischen Stellenbesetzungsoffensive ganz neu durch! Und sollten uns die Frauen ausgehen, dann rauben wir einfach Sabinerinnen, notfalls auch aus Korea.

„Die emanzipierte Frau ist genauso dumm wie die anderen, möchte aber nicht für dumm gehalten werden.“

 Esther Vilar, Der dressierte Mann (1998 [1971]: 109)
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