Mitarbeiter des Monats

Arbeitswillig 5 (7)

Beitragsfoto: Mitarbeiter des Monats | © Shutterstock

Aktuell muss ich wieder einmal lesen, dass es keine arbeitsscheuen Menschen bei uns gäbe. „Die Menschen wollen arbeiten“, so wird in der Tagesschau heute ein Experte zitiert. Und ganz gekonnt weist man dann noch darauf hin, dass Steuerbetrüger [und alle anderen Verbrecher] doch viel zahlreicher und noch viel schlimmer seien.

Ich habe von dieser ideologischen Volksverdummung so richtig die Nase gestrichen voll!

Ja, Steuerbetrüger — egal welcher Art, auch die vielen Mäzene und Ehrenbürger sind schlimme Menschen — und auch alle anderen Verbrecher sind nicht besser. Das lenkt aber von der Tatsache ab, dass viel zu viele Menschen auf Kosten der Allgemeinheit leben und nichts zum Erhalt unserer Gesellschaft geschweige denn unseres Staates beitragen.

Das ganze Dilemma wurde von den Sozialisten noch verschlimmert, die zum einen den Menschen einzig und alleine über die Arbeit definieren und zum anderen denselben Menschen weismachen wollen, dass sie nicht arbeiten müssen.

Verschärft wurde das Ganze noch dadurch, dass es unserer Gesellschaft viel zu lange viel zu gut ging und die Menschen dabei verstärkt zur Überzeugung gelangten, dass sie in einem Schlaraffenland leben. Und auch nur deshalb sind wir auf der gesamten Welt so ein beliebtes Einreiseziel: bei uns hat man sämtliche Rechte, aber keine einzige Pflicht!

Aber nun zurück zu den vielen Arbeitswilligen, die doch auch so gerne in meiner Heimatstadt herumlungern. Eigentlich hätte ich mein Arbeitsleben schon lange hinter mir — insbesondere weil ich mich noch nie selbst über Arbeit definierte — aber an allen Ecken und Enden in unserer Stadt wartet, ja lauert die Arbeit auf uns Heilbronner, man muss schon sehr geschickt sein, um ihr immer auszuweichen!

Wenn man nur möchte, dann kann man sich vor Arbeit bei uns nicht retten — man muss es aber auch wollen. Und wirklich jeder kann bei uns Arbeit finden, wenn es nur wie bei mir in wenigen Tagen das Rücken von Schränken und Regalen ist, oder das Fahren von Lastkraftwagen, zumindest aber Pkw, Schwimm- und Badeaufsicht, Hausmeisterdienste und für die etwas anspruchsvolleren Mitbürger unter uns gerne auch Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, Lehrer- und Dozententätigkeiten. Das sind nur ein paar Arbeiten, die in Heilbronn rund um die Uhr und das gesamte Jahr über dringend gesucht werden. Und dabei spreche ich nicht einmal über die vielen offenen Stellen im Handwerk und Gewerbe, die zudem noch sehr lukrative Löhne versprechen.

Ein Freund findet nicht einmal mehr Hilfsarbeiter für seinen Betrieb und dies, obwohl er über Tarif bezahlt — geht halt nicht vom Homeoffice aus und es kann auch vorkommen, dass man noch nach 16.00 Uhr arbeiten muss.

Es ist wirklich dringend an der Zeit, dass sich bei uns etwas ändert!

„Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.“

Karl MArx, DAs KaPital, erster BAnd (1976: 181)

Menschenrechte

26.3.02023 5 (3)

Beitragsfoto: Menschenrechte | © Gerd Altmann auf Pixabay 

Vorbereitungen

Meine Vorbereitung für die kommende Vorlesung ist abgeschlossen, morgen werde ich mich diesbezüglich nochmals mit Detlef Stern zusammensetzen und danach bin ich gespannt darauf, ob auch die Studenten ihre „Hausaufgaben“ gemacht haben.

Und zum Abschluss des Tages wird später noch das Tanzbein geschwungen, bevor ich die kommende Woche noch einmal in Gänze in Augenschein nehme. Denn ich gehöre bekanntlich nicht gerne zu jenen, die sich montags einfach nur überraschen lassen und dann ganz folgerichtig mit den Realitäten hadern.

Grundrechte

Grund- und Menschenrechte sind zwar miteinander verwandt, denn sie lassen sich m. E. beide aus dem Naturrecht herleiten, haben aber für die betroffenen Menschen sehr unterschiedliche Auswirkungen. Deshalb sollte man gerade in der Politik besonders darauf achten, dass man das eine mit dem anderen nicht verwechselt.

In manchen Gesellschaftsverträgen (zwischen dem Staat und dem Bürger) werden den Bürgern Grundrechte zuerkannt und in den etwas besseren auch noch Pflichten mit auferlegt. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist ein solcher Gesellschaftsvertrag. Menschenrechte gelten als reine Ableitung aus dem Naturrecht auch ohne vertragliche Begründung, leider aber nur für jene Menschen, die an die unveräußerlichen, universellen und unteilbaren Menschenrechte glauben.

Und so war es tatsächlich eine Sternstunde der Menschheit, als die Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedeten. Man muss dabei aber wissen, dass dies eine Erklärung ist und es weiterhin jedem Staat zusteht, eigene Verträge mit seinen Bürgern abzuschließen. Als entsprechende negative Beispiele können die Volksrepublik China, Nordkorea oder auch die Russische Föderation angesehen werden. In unserem Grundgesetz, eines der positiven Beispiele, ist das Bekenntnis zu den „unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten“ mit enthalten.

Ein weiteres Highlight war die Verabschiedung der Europäischen Menschenrechtskonvention durch die Mitgliedsstaaten des Europarats, die damit sämtlichen Bürgern dieser Staaten die Möglichkeit gibt, Menschenrechte und ihre Grundfreiheiten einzuklagen. Und dies vor einem gemeinsamen Gerichtshof, nämlich dem Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Wichtig ist, dass dies nur den Menschen zusteht, die in den Mitgliedstaaten dieser Vertragsländer leben.

Das letzte entsprechende Highlight war die Inkraftsetzung der Charta der Grundrechte der Europäischen Union am 1. Dezember 2009. Aber auch hierbei gilt, dass diese Grundrechte nur für die Unionsbürger und weitere in den Mitgliedstaaten lebende Menschen gelten.

Und deshalb ist es auch so wichtig, wenn man als Berufspolitiker schon für die Grundrechte von Iranerinnen kämpft, zu wissen, was deren im „Gesellschaftsvertrag“ des Irans mit seinen Bürgern verankerten Grundrechte überhaupt sind. Ich glaube nicht, dass es unserer Sache sehr dienlich wäre, wenn deren Grundrechte sich auf das Recht auf Kinder, Küche und Moschee beschränken.

Reisetag

Samstag ging es früher los als sonst, was mir schöne Erinnerungen an Sonnenaufgänge und durchwachte Nächte ins Gedächtnis rief. Auf einem Parkplatz in Autobahnnähe wartete mir kurz darauf auf unsere Mitfahrer und erreichten ohne Verkehrsprobleme den Flughafen in Stuttgart. Inzwischen ist auch das Parken dort keine Herausforderung mehr und so konnte ich den Gang zum Gate richtig genießen. Die zusätzlichen Zeiten für Körper- und Gepäckkontrollen habe ich inzwischen in Stuttgart eingeplant und so war es auch dieses Mal kein Problem, dass ich fast alles ausziehen durfte und mein Gepäck auf Drogen und Sprengstoff untersucht wurde.

Der Flug nach Berlin war ebenfalls kurzweilig und die Ankunft im neuen alten Flughafen eine kleine Umgewöhnung, denn der Flughafen ist ein reines Statement des Ewiggestrigen und ich schaute mich um, ob nicht doch in einer Ecke noch ein paar Kolossalstatuen von früheren Gewaltherrschern stehen. Auf jeden Fall aber erinnert mich der Flughafen an ein überdimensioniertes Beerdigungsinstitut. Positiv auf jeden Fall aber ist die neue Anbindung an die Stadt, und so waren wir kurz darauf an unserem Tagungsort.

Abends dann hatten wir die Gelegenheit, um den Flughafen etwas besser kennenzulernen. Erneut sehr schnell und bequem am Flughafen angekommen, gab es dort die traditionelle Currywurst — leider nicht mehr im gewohnten Eisenbahnwaggon. Der Rückflug mit einem Zwischenstopp in Frankfurt verlief ebenfalls ohne Probleme und auch die Autos waren noch an ihrem Platz.

Man kann übers Fliegen debattieren, wie man möchte, es bleibt weiterhin die einzige Möglichkeit, um in der heutigen Zeit überregionale Besprechungen zeitlich vertretbar zu gestalten; wenige Mitbürger können sich den Luxus erlauben, für einen halben Tag Besprechung zwei Reisetage und ggf. noch ein Touristikprogramm einzuplanen.

Sämtliche solcher Besprechungen in den virtuellen Raum zu verlegen, halte ich weiterhin für nicht ratsam, denn noch ist die Menschheit eine körperliche Entität und wird es wohl auch noch ein paar Jahrtausende bleiben.

50 Jahre

Wie im Fluge ist das letzte halbe Jahrhundert an mir vorbeigeflogen und bis zum Mond habe ich es dabei leider nicht geschafft, geschweige denn auf seine dunkle Seite.

Und egal was man jetzt von Roger Waters halten muss, seine Musik gehört auch heute noch zu meinen Favoriten — vor 50 Jahren war Waters vielleicht auch noch ein ganz anderer Mensch.

Am 24. März 1973 erschien The Dark Side Of The Moon in den Plattenläden und kurz darauf dudelten sämtliche dieser Lieder bei AFN und anderen damaligen Sendern. Etwas später war auch ich im Besitz dieser Platte und Pink Floyd Platten liegen noch heute öfters auf meinem Plattenteller.


Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

21.7.02021 5 (2)

Gröpaz

Der große Vorteil der Demokratie ist, dass es nicht nur einen einzigen „Gröpaz“ (größter Politiker aller Zeiten) gibt. Man findet Gröpatze inzwischen überall, so dass langsam aber sicher ein gewisser Gewöhnungsprozess eintritt.

Heute durfte ich wieder einmal Zeuge einer mustergültigen Gröpatzerei sein. Angefangen hat es — ich nutze dabei eine Umschreibung; die Betroffenen werden es (hoffentlich) verstehen. –wie folgt: In einem Verband ist man seit Jahrzehnten, ganz zu recht, stolz darauf, eine Wurst zu haben. Aber plötzlich und aus nicht nachvollziehbaren Gründen wurde daraus ein Kuchen. Das Nachfragen ergab, dass sich ein paar Gröpatze darauf geeinigt hatten, dass Kuchen einfach besser sei. Weiteres Insistieren wurde ignoriert.

Was macht man nun, wenn man eine Wurst nicht als Kuchen bezeichnen möchte? Man versucht zu überzeugen und entsprechende Fakten zu bringen. Dies ist auch gelungen und die Beweislage war erdrückend und eindeutig: die Wurst ist weiterhin eine Wurst.

Heute Abend erhielt ich dann das politisch völlig korrekte Ergebnis aus einer Gröpaz-Besprechung: beide Seiten haben recht, denn es handelt sich um eine Kuchenwurst!

Wer will es mir verübeln, wenn ich manche Zeitgenossen einfach nicht mehr ganz ernst nehmen kann?

Werte

In der Heilbronner Stimme wird heute das Thema Europa umfangreich behandelt. Ohne Frage gehören Länder, aber auch Menschen, die unsere Werte ablehnen, nicht in die Europäische Union. Dass sich aber jetzt gerade bei uns Politiker darüber aufregen, dass in Polen und Ungarn die gemeinsamen Werte der EU mit Füßen getreten werden, ist bloße Wahlkampfrhetorik und mehr als scheinheilig.

Denn gerade unsere eigenen Politiker sind es doch, die für diese unzumutbaren Zustände in der Europäischen Union verantwortlich sind und zudem seit Jahren beruflich wie auch persönlich die besten Beziehungen zu diesen Autokraten und Westentaschendiktatoren pflegen.

Noch schlimmer ist, dass man davon ausgehen muss, dass bei uns viel zu viele Politiker die europäischen Werte selbst nur noch so lange heucheln, wie sie davon ausgehen, dass diese in der Gesellschaft weiterhin mehrheitsfähig sind.

Lesepate

Heute morgen durfte ich mich von „meiner” 2b der Dammgrundschule und ihrer Lehrerin Nadja Link verabschieden. In diesen zwei Jahren haben die Jungs und Mädchen sichtbare Fortschritte gemacht. Und gerade das ist es, was einem als Lesepate große Freude bereitet.

Allerdings freue ich mich noch mehr darüber, dass meine beiden Söhne ihre Studien ohne Schwierigkeiten absolvieren — in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr –, was mich besonders stolz macht.

Website des Tages

Universal Declaration of Human Rights

Wir Unionsbürger waren einmal stolz darauf, dass die universellen Menschenrechte für die Europarat-Länder juristische Verbindlichkeit erlangten und dann noch innerhalb der EU durch eine eigene Grundrechtecharta für alle Bürger weiter ausgebaut wurden.

Geburtstag des Tages

Ernest Hemingway