Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Künstliche Intelligenz

Auch bei uns in Baden-Württemberg ist die Künstliche Intelligenz in aller Munde, dabei sprechen wir wohl aber schon lange nicht mehr von Maschinen oder Computer, die ein eigenen Bewusstsein entwickeln, sondern nur vom Vorteil, dass Maschinen grundsätzlich alleine wegen ihrer physikalischen Struktur Berechnungen gut 1 000 Mal schneller anstellen können als alle neuronalen Strukturen. Und wenn man es jetzt sogar noch schafft, dass diese Maschinen sich selber reproduzieren können, dann sind den Rechenkapazitäten wohl kaum noch Grenzen gesetzt.

Und wer weiß, vielleicht entwickeln diese Maschinen dann ganz von selbst ein eigenes Bewusstsein.

Unabhängig davon, möchte man nun Baden-Württemberg zu einer Art Silicon Valley machen, so wie dies fast alle anderen Regionen Europas ebenfalls vorhaben, und es auch die restlichen Regionen der Welt anstreben.

Da wäre es vielleicht ganz gut, wenn man zumindest in Baden-Württemberg seine Kräfte bündelt. Vielleicht wäre es sogar noch besser, wenn man dies bundesweit täte? — Auf jeden Fall stünden die Chancen dann wesentlich besser, um mit und über Steuergelder auf die zukünftige Entwicklung Einfluss nehmen zu können. Man baut ja auch nicht in jedem Dorf ein CERN oder ein ITER.

Da man künstliche Intelligenz bis auf Weiteres wohl kaum ohne natürliche Intelligenz schaffen kann, steht und fällt dieser Wettbewerb um das kommende Silicon Valley mit dem Gewinn von ausreichend menschlichen Ressourcen. Dabei böten sich Universitätsstädte mit bereits vorhandenen und in der Fachwelt renommierten Fakultäten in Physik und Mathematik sowie der Informatik besonders an; und schon dürfte es in Baden-Württemberg eng werden.

Damit man zusätzlich die bestmöglichen Lehrkräfte und bereits ausgebildetes Fachpersonal gewinnen kann, wären eine gute infrastrukturelle Anbindung — Intelligenz ist sehr mobil (Int. Flughafen) — und ein möglichst attraktives Lebensumfeld weitere Standortvorteile.

So ist es sicherlich ganz gut, wenn man zum Vorteil Baden-Württembergs zumindest die staatlich organisierten Kräfte und Ressourcen bündelt, um im Ländle ein „Intelligenz-Cluster“ zu schaffen. Diese Bündelung kann man auch dadurch erzielen, indem man unterschiedliche Orte durch Infrastruktur innerhalb von maximal 30 Minuten untereinander verbindet; das Internet zählt in diesem Falle nicht.

Alles dies berücksichtigend, muss man sich fragen, warum wir inzwischen so viele, von der Landesregierung mitgetragene, Versuche unternehmen, von denen wohl kein einziger unter den vielbeschriebenen 100 Millionen Euro Startkosten bleiben wird.

Heilbronn erhält einen „Innovationspark KI“, Heidelberg, das bereits erste Erfolge in Sachen KI erzielt hat, bekam vorab eine „KI-Garage“ und in Tübingen soll nun ein neues Ellis-Institut gegründet werden, in dem Wissenschaftler aus der ganzen Welt KI erforschen.

Stuttgart, Karlsruhe, Ulm und wahrscheinlich auch Mannheim haben bereits eigene KI-Zentren. Und ich bin fest davon überzeugt, dass in Kürze auch Künzelsau zum KI Weltmarktführer aufsteigen wird.

Sollte ich in meiner Aufzählung ein baden-württembergisches KI-Cluster vergessen haben, dann bitte ich um Verzeihung. Gerne können Sie mir den entsprechenden Hinweis „zufaxen“, denn auch ich bin in Sachen KI immer auf der Höhe der Zeit.

Reiche

Ich möchte dabei nicht über Erfahrung, Glück, Intelligenz oder andere schöne Dinge, wie Freundschaft und Güte sprechen, sondern ganz schnöde über den Mammon, das uns alle bestimmende Geld. Reichtum wird bei uns am Geldvermögen gemessen, und wir alle warten immer wieder gerne darauf, bis die nächsten Besten- oder Siegerlisten in den entsprechenden Magazinen oder Zeitungen veröffentlicht werden.

Die dortigen Schätzungen über die jeweiligen Privatvermögen lassen auch den Ärmsten für ein paar wenige Augenblicke träumen und schufen deshalb auch eine ganz neue Sparte, die nur von der Berichterstattung über Reiche oder gar Superreiche lebt.

Wirklich interessant dabei ist, wie die jeweiligen Autoren dabei feststellen, wer dieses Jahr am reichsten ist und auf welche Grundlagen sie sich dabei beziehen — kein dort genannter wird wohl den Berichterstattern seine Steuererklärungen zur Verfügung stellen.

Noch interessanter ist aber, dass es bei uns definitiv und ganz eindeutig geklärt ist, wer arm und wer reich ist — ganz ohne, dass man dazu Geld zählen muss. Bei uns sind alle „arm“, die ihre Steuern zahlen. „Weniger arm“ sind jene, die sich um das Zahlen von Steuern folgenlos drücken können.

„Reich“ ist man bei uns in Deutschland aber erst, sobald man selber entscheiden kann, was mit den eigenen Steuergeldern geschieht! — Wer das nicht kann, ist auch nicht wirklich reich, höchstens vielleicht so ein klitzekleines bisschen, aber das zählt allerdings weder in den Augen der richtigen Reichen, noch in den Augen unserer Bürokraten.

Und „Superreich“ sind nur jene, die nicht nur bestimmen, was mit ihren eigenen Steuern geschieht, sondern denen dabei auch noch Steuergelder der anderen Mitbürger in die eigene Tasche fließen.

Und wenn Sie jetzt ganz traurig darüber sind, dass Sie bei uns in Deutschland nicht zu den wirklich Reichen zählen, dann können Sie immer noch in Länder auswandern, wo man Sie richtig (ein)schätzt und deshalb auch Ihren Reichtum voll und ganz anerkennt — die entsprechenden Berichterstatter werden Ihnen sicherlich folgen.

Alle anderen können sich damit trösten, dass das letzte Hemd keine Taschen hat und, dass es die Gelegenheit, wenigstens eine eigene Gelddynastie zu schaffen, schon heute kaum noch gibt — oder funktioniert — und in der künftigen Weiterentwicklung unserer Gesellschaften völlig entfallen wird.

So bleibt allen Reichen am Ende nur eines übrig, sie müssen sich auf einen modernen Ablasshandel mit Staat und Kirche einlassen, und wenn wir das als Gesellschaft richtig organisieren, haben wir alle im Endeffekt wieder etwas davon und können uns selber ein wenig reicher fühlen.

Licht & Schatten

Heute durfte ich einen sehr erfreulichen Artikel von Thomas Zimmermann in der Heilbronner Stimme lesen. Zum einen konfrontiert er den Leser mit Fakten und zum anderen benennt er tatsächlich auch einige Probleme beim Namen. Denn eine reine Hofberichterstattung, wie sie gerade in Lokalblättern sehr oft zu finden ist, bringt weder die Leserschaft weiter, noch trägt sie in irgend einer Art und Weise zur Lösung von vorhandenen oder auch zukünftigen Problemen bei.

Deshalb empfehle jedem die Lektüre seines Artikels „Licht und Schatten in der Käthchenstadt“, der in der Erkenntnis endet, dass „die Sorgen um die Innen- und Einkaufsstadt bleiben. Schönreden hilft dabei nicht. Eine schonungslose Analyse und ein Konzept aus einem Guss sind gefragt. Statt vieler Wirtschaftsförderer in zahlreichen Ämtern, die gebetsmühlenartig erzählen, wie toll alles ist.“ (Heilbronner Stimme, 29.1.2022: 29)

So bleibt mir heute nur, an das alte Sprichwort zu erinnern: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.“

Geburtstage des Tages

Anton Chekhov, Thomas Paine und W. C. Fields


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

26.1.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Highlights

Die Highlights des Tages waren das Vorlesen in der Dammgrundschule am Morgen und ein abendlicher Spaziergang mit meiner besseren Hälfte. So gestärkt kann man sich wieder der Lektüre und den inzwischen obligatorischen Videokonferenzen widmen. Und so bin ich einmal gespannt darauf, was uns alle morgen erwartet. So verkneife ich es mir auch, schon heute die Nachrichten von morgen in der Heilbronner Stimme zu lesen.

Pfründe

Die Besetzung der beschließenden und beratenden Ausschüsse im Heilbronner Gemeinderat sowie die der kommunalen Aufsichtsratsgremien, welche dann neu erfolgen muss, wenn sich bei den Fraktionen Änderungen ergeben, hat sich trotz Gerichtsurteil Ende letzten Jahres immer noch nicht geregelt.

Erstmals wurde mir diese Problematik so richtig bewusst, als sich die Grünen bei einer Vergrößerung der Freien Wähler Fraktion so richtig und ganz presswirksam echauffierten, weil ihrer Fraktion damit „ein paar zusätzliche Verdienstmöglichkeiten“ genommen wurden — normaler Weise finden solche Streitereien über vermeintliche Pfründe im stillen Kämmerlein statt.

Als nun im letzten Jahr durch Übertritt von Alfred Dagenbach zur AfD-Fraktion, diese an der Reihe war, um weitere Sitze zu erhalten und dabei gleich mehrere Fraktionen Einbußen zu beklagen gehabt hätten, musste dieser Zank sogar vor Gericht ausgetragen werden.

Erschwerend kam noch hinzu, dass ein anderer AfD-Stadtrat kurzzeitig einmal aus der Fraktion ausgetreten war, was allerdings eine Neubesetzung nicht obsolet macht. So beschäftigt diese Neubesetzung der Ausschüsse den Heilbronner Gemeinderat und die Verwaltung seit eineinhalb Jahren und wird — trotz Gerichtsurteil — weiterhin verschleppt, um ein paar Stadträten Pfründe zu erhalten, die ihnen (rechtlich) gar nicht zustehen.

Das Schlimme daran ist, dass es weder dem OB noch dem Gemeinderat dabei um Ideologien oder politische Inhalte geht, sondern alleine nur, wem in den Augen der Beteiligten welche Pfründe zustehen. Zumindest das Verwaltungsgericht nimmt dabei an, dass das auch in Heilbronn unabhängig von Partei und Ideologie geregelt sei.

Tempolimit

Dies wird wohl mein umstrittenster Beitrag seit Langem werden; ich wäre aber nicht ich, wenn ich ihn deshalb wegließe.

Seit heute wissen wir (Heilbronner Stimme, 26.01.2022: 6), dass es auch in der Bundesrepublik Deutschland auf Bundesautobahnen ein Tempolimit gibt. In Bremen können wir schon etwas länger mit 120 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit leben, wohl weil jeder Bremen bereits verlassen hat, wenn sein Auto diese Geschwindigkeit halbwegs erreicht.

Aber zuerst einmal die Fakten: bei uns gelten gemäß § 3 Abs. 3 der Straßenverkehrsordnung (StVO) für alle Kraftfahrzeuge als zulässige Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften 50 Stundenkilometer, so wie in den meisten Ländern Europas auch.

Außerhalb geschlossener Ortschaften beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen 100 Stundenkilometer. 

Darüber hinaus gilt auf den Bundesautobahnen sowie allen anderen Straßen mit einem Mittelstreifen oder mindestens zwei Fahrstreifen pro Richtung eine Richtgeschwindigkeit, das ist also eine empfohlene maximale Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometer.

Darüber hinaus gilt bei uns in Deutschland weiterhin der uralte Rechtsgrundsatz, was nicht verboten ist, ist erlaubt. Ganz im Gegensatz zu anderen Rechtssystemen, wo alles verboten ist, was nicht erlaubt wurde. Dies ist eine Tatsache, die wir Deutschen viel zu wenig schätzen!

Darüber hinaus gilt allerdings auch der uralte Grundsatz, dass nicht alles legitim oder geboten, was auch erlaubt ist. Mit diesem Grundsatz überfordern wir bestimmt aber den größten Teil unserer Bevölkerung, die deshalb immer öfters und vehementer nach Verboten aller Art giert — ganz besonders dann, wenn Neid, Hass oder Rassismus wieder einmal die Oberhand gewinnen.

De facto haben wir schon länger bei uns in Deutschland innerorts Maximalgeschwindigkeiten von 20 bis 40 Stundenkilometern, die je nach Gefühlslage der dafür nicht zuständigen städtischen Mitarbeiter gerne in ein und derselben Straße auf wenigen Hundert Meter abwechselnd ausgewiesen werden — neben einer ganzen Menge an Populismus wird wohl das Füllen des städtischen Geldsäckels das eigentliche Rational dahinter sein. Wahrscheinlich aber sind die Kosten der Anschaffung und Unterhaltung der entsprechenden Schilder bei weitem höher — und das Ganze ist bestimmt auch noch umweltschädlicher — als es jemals Gewinne einspielen wird; so ist und bleibt es nur eine weitere Verbots- und Regelungsorgie.

Bisher konnte aber kein Politiker, der wiedergewählt werden möchte (die Ausnahme des Grundsatzes ist das klitzekleine Bremen), ein grundsätzliches Tempolimit — also ein Verbot — auf unseren Autobahnen festlegen.

Noch 2020 fuhr unser Ministerpräsident selbst mit überhöhter und völlig unangepasster Geschwindigkeit über die Bundesautobahn 81, was einem kleinen Mädchen das Leben kostete. Eine weitere Person wurde schwer und eine andere leicht verletzt. Wir erinnern uns, sein Fahrer — nicht er (!) — kam mit ca. 145 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg davon.

Medienwirksamer kann man wohl kaum für den Slogan „Freie Fahrt für Freie Bürger“ werben und wirbt besonders damit auch im Ausland für schnelle Fahrten, möglichst mit in Deutschland produzierten Autos, auf bundesdeutschen Autobahnen.

Was aber viele Auswärtige nicht wissen ist, dass in Deutschland vor dem Gesetz alle gleich sind — bis auf die gleicheren!

Und so hat es sich jüngst ein Ausländer tatsächlich erdreistet, und dazu noch ein reicher mit einem italienischen Sportwagen — keinem BMW, Porsche, Audi oder Mercedes (!) — , auf einer bundesdeutschen Autobahn gute 400 Stundenkilometer zu fahren!

Wie wir heute lesen können, ist nichts passiert und es hat auch keiner gemerkt! Sondern vor lauter Freude über „Freie Fahrt für Freie Bürger“ hat dieser Mann (!), gepaart wohl mit dem Stolz eines Spaniers über sein Auto und das vermeintlich Erreichte, ein Video über „seine Leistung“ gepostet — der Allerhellste ist er wohl nicht.

Was nun dazu führt, dass er von uns Deutschen rein prophylaktisch erst einmal hingerichtet wird!

Website des Tages

Europaplatz Heidelberg

„Im Zentrum des stilvollen Ensembles aus fünf Gebäuden liegt der ca. 6.000 m² große Platz, der zum Verweilen einlädt und für vielfältige Veranstaltungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen wird.“

Übrigens, Heilbronn hat auch einen Europaplatz, schon etwas länger, weiß nur keiner.

Geburtstag des Tages

Douglas MacArthur