Spruch in einem Ladengeschäft

5.7.02024 5 (4)

Beitragsfoto: Spruch in einem Ladengeschäft

Vermischtes

Während Teile der Familie und Freunde den 4th of July feierten, schwangen meine bessere Hälfte und ich gestern das Tanzbein. Meine Klausur befindet sich im Druck und ich bin einmal gespannt darauf, wie sie in der XXL-Version (Din A3) aussieht. Und beim Korrigieren im Anschluss kann ich dieses Format dann selbst einmal ausprobieren.

Heute widme ich mich allerdings erst einmal dem Räuber Hotzenplotz und im Anschluss gucke ich einmal, was für Hausaufgaben die Neuntklässler haben. Leider bleibt mir heute das Gespräch mit Detlef Stern verwehrt, obwohl es tatsächlich Gesprächsbedarf gibt. Aber bis zum nächsten Semesterbeginn ist es noch ein Weile hin und so ist aufgeschoben noch lange nicht aufgehoben.

Der heutige Spruch des Tages stammt übrigens aus dem Archiv der Stoa und lautet: ‚Wenn Gutes tun einfach wäre, würde es wohl jeder machen.‘

Erfreulich heute den Aufbau eines Fests auf dem Kiliansplatz anschauen zu können, bei dem die Stadt offensichtlich auf die sonst üblichen Sicherheits-, Feuerwehr- und andere Auflagen verzichtete — geht doch! Allerdings wäre es besser, wenn in einer Stadt Recht und Ordnung maßgeblich wären und nicht das Ansehen von ganz bestimmten Persönlichkeiten; der Trumpismus ist schon längst auch in Europa zu Hause, ganz besonders bei uns in Heilbronn.

Noch erfreulicher, dass ich jüngst Thema im Bundestag war, das zwitschern die Spatzen nämlich schon vom Dach. Aber so wie ich für das Wahlergebnis im Vereinigten Königreich nichts kann, so bin ich auch nicht für den Untergang der SPD verantwortlich.

Hertensteiner Gespräche

Wer sich für politische Inhalte interessiert und in einem angenehmen Umfeld über Lösungsmöglichkeiten für unsere heutige Welt nachdenken und sprechen möchte, für den sind die Hertensteiner Gespräche eine gute Adresse.

Diese finden am 21. September 2024 nun zum achten Mal in Heilbronn statt. Eigentlich muss man es positiv betrachten, dass inzwischen nicht nur andere deutsche Städte für die Gespräche ins Spiel gebracht werden, sondern jüngst auch Hertensteiner, die eigentlich Einwohner von Weggis sind, diese Gespräche für sich reklamieren. Ich finde, ein gutes Zeichen dafür, dass die Hertensteiner Gespräche zumindest wieder bei den Europäischen Föderalisten angekommen sind.

Auch wenn die Hertensteiner Gespräche bis heute in Heilbronn „nur“ bis zu 100 interessierte Menschen zusammenführen, so ist dies sicherlich bereits ein großer Erfolg. Selbst 1946 schafften es die Europäischen Föderalisten nicht, in Bern und Hertenstein mehr engagierte Bürger zu versammeln. Nur 1947 in Montreux und 1948 in Den Haag waren es mehr Menschen, die nicht nur ihr Interesse für eine bessere Welt bekundeten, sondern dafür auch gute und tragbare Ideen und Konzepte hatten.

Und im Gegensatz zu den Briten haben wir Europäer weiterhin Lösungsmöglichkeiten an der Hand. Wir müssen diese nur endlich der Mehrheit unserer Mitbürger schmackhaft machen können. Dies ist und bleibt wohl die größte Herausforderung für sämtliche Föderalisten. So hat sich bis heute noch niemand gefunden, der seine diesbezüglichen Ideen in einem entsprechenden Gesprächskreis vorstellen wollte oder konnte.

Aktuell sammeln wir noch Ideen für unsere diesjährigen Gesprächskreise. Auch haben wir noch nicht alle Moderatoren und Impulsgeber beisammen; was nicht unüblich ist, da es bei uns keine Gagen oder Aufwandsentschädigungen gibt — wie in der „guten alten Zeit“, zahlen wir unsere Zeche selbst.

Wer von meinen Lesern an den Gesprächen teilnehmen möchte, der kann sich bei mir melden.

Niederlage

Die britischen Konservativen fuhren gestern eine völlig verdiente Niederlage ein. Außer sich selbst das Leben möglichst angenehm zu machen, haben sie nichts erreicht. Ok, den Brexit als Alleinstellungsmerkmal und abgesehen davon, dass sie wie alle Konservativen dieser Welt auch vom Raubbau an der eigenen Gesellschaft lebten.

Die eigentlich an der Misere Schuldigen, nämlich die britischen Wähler, schenkten ihre Gunst nun der Labour Party, deren Abgeordnete vielleicht nicht ganz so korrupt wie die der Tories sind, aber außer dem üblichen Schulden machen kein einzig tragbares politisches Konzept haben.

Und so können wir alle einmal sehr gespannt darauf sein, woher das viele Geld kommen soll, um die Wirtschaft und Gesellschaft des Vereinigten Königreiches wieder auf Vordermann zu bringen. Von der Krone sicherlich nicht, die Kolonien sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren, und auf die EU wird man wohl auch nicht umschulden können.

So bleibt eigentlich nur der weitere Ausverkauf: die Reichen Indiens, Chinas und der Russischen Föderation suchen immer gute Möglichkeiten zur Geldanlage. Ob das allerdings den Briten wirklich weiterhilft, darf bezweifelt werden.

Und so wird sich die Insel wieder einmal etwas ganz Neues einfallen lassen müssen — wir dürfen gespannt sein!


Bibliothek Hochschule Heilbronn

1.7.02024 5 (4)

Beitragsfoto: Bibliothek Hochschule Heilbronn

Vermischtes

Das vergangene Wochenende war ziemlich entspannt. Erfreulich, dass trotz des Wetters und der Fußballeuropameisterschaft einige Föderalisten den Weg nach Untergruppenbach gefunden haben. Zur Wahl in Frankreich äußere ich mich vorerst einmal nicht nur so viel, dass eine Wahlbeteiligung von ca. 67 Prozent grundsätzlich für die Franzosen spricht. Wahlentscheidend wird wohl erst die Stichwahl am kommenden Sonntag sein.

Das monatliche Rundschreiben war schnell geschrieben. Erstaunlich zumindest für mich, das Verständnis mancher Zeitgenossen, die zwar keine Rundschreiben oder gar Websites selber lesen, aber dennoch immer aktuell informiert sein möchten. Es tut mir leid, aber ich schaffe es beim besten Willen nicht, um „meine“ Termine oder Vorhaben in der Tagesschau, geschweige denn in der Bildzeitung zu platzieren; selbst meine Versuche in der Heilbronner Stimme sind glorios gescheitert.

Aktuell versuche ich für die 8. Hertensteiner Gespräche und den Europa-Ball zu werben. Beides sind Veranstaltungen, die jedem Teilnehmer garantiert gefallen. Die Herausforderung ist es dabei, die potenziellen Teilnehmer über diese Veranstaltungen vorab zu informieren, sodass diese sich auch dazu anmelden können. Den Vorschlag eines Zeitgenossen, die Vorhaben mit Plakaten zu bewerben, habe ich sogleich wieder verworfen, denn von Plakaten habe zumindest ich eine ganze Weile genug.

Die heutige Fahrt mit dem meseno-Bus war sehr kurzweilig, aber zum Schluss fuhr ich dann an einem eigenen Wahlplakat vorbei, welches ich die letzten Male ganz offensichtlich übersehen hatte. Und so habe ich nun hoffentlich heute mein letztes Wahlplakat entfernt.

Projektmanagement

Vergangenen Dienstag hielt ich meine letzte Vorlesung, zumindest für dieses Semester. Und seit gestern steht nun auch die Klausur, sie muss nur noch gedruckt werden. Das Besondere dabei, ein Student hat den Anspruch, dass ihm die Klausur auf DIN A3 vorgelegt wird — warum auch immer.

Da gut 100 Studenten die Klausur schreiben wollen, werden diese auf mehrere Räume aufgeteilt und da auch hierbei für manche Studenten ganz individuelle Vorgaben und Ansprüche gelten, wird das Ganze sogar noch für mich spannend werden.

Nach der Klausur bin ich dann eine ganze Weile mit dem Korrigieren beschäftigt. Hier hoffe ich, dass das Korrigieren eine erfreuliche Angelegenheit werden wird.

Bereinigung

Einmal im Jahr gehe ich meine Adresslisten durch, u. a. jene meines Blogs und die für das nun noch verbliebene Rundschreiben. Hilfreich dabei ist, dass mein Rundschreiben- wie auch mein Blog-Tool das Ganze bereits vorsortieren. Und so musste ich heute nur noch das Löschen bestätigen.

Ich nutzte dabei gleich auch die Gelegenheit und überarbeitete mein persönliches Adressbuch. Langsam, aber sicher gehen immer mehr meiner Freunde und Bekannten in Rente oder Pension, was erstaunlicher Weise bei manchen dazu führt, dass sie ihre E-Mail-Adresse ändern.

Sollte einer meiner Leser unbeabsichtigt aus der Adressliste des Rundschreibens gefallen sein, so kann man sich wieder dort anmelden.


Tennis

20.6.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Tennis | © jacqueline macou from Pixabay

Bonmot

In einem Gespräch mit Peter Sloterdijk in Paris, das Peter Neumann von der Zeit (ZEIT Nr. 27/2024, 19. Juni 2024) führte, sagt der Philosoph das Folgende:

„Der Populismus ist großteils die Rache des Landes an der Stadt.“

Peter Sloterdijk

Sein Essay über Michel Foucaults strukturale Theorie der Geschichte half mir einmal bei einer Seminararbeit. Und sein Werk „Kritik der zynischen Vernunft“ (1983) forderte den Leser schon alleine aufgrund seiner Länge. Demnächst erscheinen seine Vorlesungen über unser Europa seit der Antike als Buch, welches den Titel „Der Kontinent ohne Eigenschaften“ trägt — ob ich mir dies dann noch antue, wage ich zu bezweifeln.

Hertenstein

Erfreulich heute die E-Mail, die ich aufgrund einer Initiative von Michael Link erhalten habe. Das US-Konsulat prüft nun eine Teilnahme an den 8. Hertensteiner Gesprächen. Diese stehen unter dem Motto: „Europa nach und die USA vor der Wahl“. Da ich immer gerne auch jene mit am Tisch habe, über die man spricht, wäre eine Teilnahme eines US-Vertreters sicherlich angebracht.

Meine Leser, die sich für diese Gespräche interessieren, finden weitere Details hier im Blog und können sich bereits schon jetzt direkt bei mir für diese Gespräche am Samstag, 21. September 2024 in Heilbronn anmelden.

Bis heute haben sich schon sehr interessante und wirklich profunde Gesprächsteilnehmer registriert, so dass auch diese Gespräche sicherlich sowohl für Fachleute als auch für interessierte Bürger mit das Highlight des Jahres werden.

Jeu de Paume

Eigentlich wollte ich heute meinen Lesern und mir eine Ruhepause gönnen, dann aber flatterte eine E-Mail von Jean Marsia herein und erinnerte mich daran, dass heute vor 235 Jahren der Ballhausschwur erfolgte.

„Cher Heinrich,

Aujourd’hui, 20 juin 2024, fêtons le 235ème anniversaire du Serment du Jeu de paume.

Afin de résoudre la grave crise financière que traverse son gouvernement, le roi Louis XVI convoque au printemps 1789 au château de Versailles les États Généraux, composés de députés du clergé, de la noblesse et du tiers état. Les députés du tiers état espèrent des réformes, mais ils sont rapidement déçus. Ils refusent de se soumettre au pouvoir royal et ils s’allient avec quelques députés progressistes du clergé et de la noblesse pour, 7 juin 1789, se constituer en Assemblée nationale. Le roi la chasse de son château le 20 juin. Les députés qui la composent se réunissent dans une salle de sport proche où l’on pratiquait le jeu de paume, un jeu de balle. Ils y prêtent le Serment du Jeu de paume :

“Nous jurons de ne jamais nous séparer et de nous réunir partout où les circonstances l’exigeraient, jusqu’à ce que la Constitution du royaume fût établie et affermie par des fondements solides.”

Événement fondateur de la démocratie française, le Serment du Jeu de paume est à l’origine de la séparation des pouvoirs et de la souveraineté nationale. En est issue l’Assemblée nationale constituante qui vote, en août 1789, l’abolition de la féodalité et la Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen.

Les membres du Parlement européen élus le 9 juin devraient s’en inspirer rapidement et de proclamer Assemblée constituante.

Salutations européennes,
Jean Marsia“

Jean MArsia, E-Mail vom 20.6.2024

An Schwüren, Erinnerungen, Hinweisen, Weckrufen, Proklamationen, Ideen, Aufforderungen, Bitten, Verlangen, Erklärungen und Verkündungen mangelt es in unserer europäischen Geschichte wahrlich nicht!

Letztendlich hängt alles daran, dass es genügend Menschen gibt, die den Worten auch Taten folgen lassen. Erschwerend kommt noch mit hinzu, dass wir Bürger in einer Berufsdemokratie zwar noch de jure der Souverän sind, diese Verantwortung de facto aber schon längst und dies zudem freiwillig an andere abgegeben haben — letztendlich sind wir damit kaum noch viel besser dran als Menschen in weniger demokratischen Staaten. Im Gegensatz zu uns „versklaven“ die sich aber nicht freiwillig.

Leider muss es auch heute noch nicht nur sehr vielen Menschen sehr schlecht gehen, sondern dabei auch den richtigen Leuten, damit sich in unseren Gesellschaften die Dinge zum Besseren wenden. Schlimmer noch, bis es dann tatsächlich soweit ist, wird es noch weit schlimmer kommen — auch dies zeigt uns der Ballhausschwur. Vielleicht scheuen sich gerade deswegen die entscheidenden Leute davor, Veränderungen auch anzugehen.

„Calm ist contagious.“

Navy SEALS wisdom