ALF mit Familie

Alien Life Form 5 (3)

Beitragsfoto: ALF mit Familie | © Warner

Meine Entscheidung steht, anstatt der aktuellen Komödie um den CDU Vorsitz zu folgen, habe ich mich dazu durchgerungen, die vier Staffeln von ALF anzuschauen und hoffe, dass danach feststeht, wer CDU Vorsitzender und was aus ALF geworden ist.

Von 1986 bis 1990, also noch in der Vor-Merkel-Ära, wurde vom Sender NBC in vier Staffeln 102 Folgen von ALF ausgestrahlt. Die ersten Folgen konnte ich anfangs noch im ZDF schauen, dann aber wurde die Zeit für solche Unterhaltungen zu knapp, obwohl jede Folge kaum 25 Minuten dauert.

ALF ist das Alphatier der Serie und erkennt ebenfalls weder Nebenbuhler an, noch sorgt er für eine adäquate Nachbesetzung seiner Rolle als Fremdkörper in einer Durchschnittsfamilie.

„If you love something, let it go. If it comes back to you, it’s yours. If it’s run over by a car, you don’t want it.“

ALF

Mir war ALF von Anfang an sympathisch, weil wir nicht nur zu Katzen ein ähnliches Verhältnis haben, sondern auch in unseren Bemühungen die Welt zu retten ähnlich erfolgreich sind.

Zudem weckte er gute Erinnerungen an „Mein Onkel vom Mars“ aus den Jahren 1963 bis 1966 und „Mork vom Ork“ aus den Jahren 1978 bis 1982, die ich noch als Schüler gesehen hatte und die erstaunlicher Weise ebenfalls ihre Pendanten in der Tagespolitik kannten.

„Like my old skeelball coach used to say: ‚Find something you’re not good at, and then don’t do it.‘“

ALF

Wer ALF nicht kennt, darf sich von seinem Kuscheltieräußeren nicht blenden lassen, denn in ihm steckt mehr Intelligenz als in seiner gesamten Umgebung, eine kaum sonst noch vorhandene Durchsetzungsstärke und das nötige Quantum von ganz normalen Wahnsinn, was ihn letztendlich auch zum Menschen macht.

„Putting humans in charge of the earth, is the cosmic equivalence of letting Eddie Murphy direct.“

ALF

Und schon damals galt, wer vier Staffeln schafft, gehört automatisch zum Inventar. Dumm nur, dass damit verbunden kaum einer mehr weiß, was aus ihm letztendlich geworden ist und welchen Zweck er erfüllte: das mit dem Katzenschreck ging bekannter Weise schief, und Mäuse, die auf den Tischen tanzen, gibt es nur im echten Leben.

„Are you gonna throw a hissy fit every time I squander a couple thousand dollars?“

ALF

Poolparty

Sublimierung & Verdrängung 5 (3)

Beitragsfoto: Poolparty | © Shutterstock

Es muss auch für Dinge wie Rassismus, Nationalsozialismus, AfD und Pegida eine plausible Erklärung geben. Mein heutiger Erklärungsversuch nimmt dabei Anleihen bei der Psychoanalyse, die sich unter anderem mit der Sublimierung und Verdrängungsprozessen beschäftigt, denn Idiotie alleine dürfte als Erklärung bei Weitem nicht ausreichen.

Schon im Tausendjährigen Reich wurde darüber gemunkelt, dass die Nationalsozialisten ein schwieriges Verhältnis zur eigenen Sexualität haben, und wenn es selbst führenden Nationalsozialisten nicht gelang, z. B. ihre Homosexualität zu unterdrücken, wurden auch diese hemmungslos verfolgt und ermordet.

Und hier greift meines Erachtens die Psychoanalyse ganz gut, denn wenn man seine sexuellen Neigungen, ob völlig normal oder auch sehr abartig, nicht ausleben kann oder will, kommt es zu, für alle Beteiligten sehr schädlichen Verdrängungsvorgängen oder zu einer Sublimierung, welche sich im III. Reich zu einer Art Herrenrassenfantasie manifestiert hat, die wohl als Ersatz selbst für die schlimmsten vorstellbaren Sexualstörungen diente.

Wir alle können sehr froh darüber sein, dass dieser Spuk nach 12 Jahren vorbei war, aber müssen dabei auch berücksichtigen, dass zumindest unsere Mitbürger, die weitere 40 Jahre in der sowjetischen Besatzungszone lebten, nunmehr über Generationen hinweg keine Möglichkeit hatten, um diesem Teufelskreis von Unterdrückung und Verdrängung zu entkommen. Und die staatlich verordneten Heilungsversuche mit der Billigung von ein wenig Freikörperkultur schlugen genau so fehl wie bereits zuvor in den 1930er-Jahren.

Und als diese Generationen 1990 in eine „normale“ Gesellschaft entlassen wurden, ging man von dem irrigen Glauben aus, dass ein wenig Beate Uhse, Thailand- und Keniaurlaube alles wieder und ganz von alleine richten werden.

Wie wir nun gut 30 Jahre später aber erkennen müssen, lassen sich über 50 Jahre Sublimierung und Verdrängung nicht mehr so einfach rückgängig machen. Man muss sogar befürchten, dass diesen Menschen die eigene Sexualität völlig abhanden gekommen ist, und dafür ganz neue Gewaltfantastereien ihren Platz eingenommen haben, welche offensichtlich nur im „Rudel“ ausgelebt werden können.

Mögliche Heilungsansätze könnten der Aufruf: „Petting statt Pegida“, das Verteilen von kostenlosen Viagra-Tabletten und eine Neuauflage aller Klassiker der Sexualliteratur sein.

Prince aus dem Album Love Symbol (1992)

„I bet that if you threw that ass into the air it would turn into sunshine.“

Prince, Sexy MF (1992)

Tom Sharpe

Tom Sharpe 5 (1)

Beitragsfoto: Tom Sharpe | © dpa

Bereits zu Schulzeiten nutzte ich die Bücher von Tom Sharpe, um vorhandene Dellen in meiner guten Laune wieder auszubügeln. Sharpes Bücher liest man allerdings am Besten in der Originalsprache, damit man ja keine, auch noch so kleine, Anspielung verpasst.

In den Folgejahren waren dann Sharpes Bücher bei mir Pflichtlektüre, und, da er auch nur insgesamt sechzehn Bücher veröffentlichte, eine überschaubare Herausforderung.

Bis heute gehören Riotous Assembly (1971) und Indecent Exposure (1973) zu meinen Favoriten, gleich gefolgt von Wilt (1976) und The Wilt Alternative (1979), welches bei uns besser als „Trabbel für Henry“ bekannt ist. Letztere beiden Bücher kann man aber wohl erst dann richtig genießen, wenn man auch über etwas Eheerfahrung verfügt.

Ein paar seiner Bücher wurden sogar verfilmt, ich rate aber davon ab, da man Sharpe am besten genießt, wenn man dabei die eigene Fantasie mit ins Spiel bringt.

Der Vollständigkeit halber führe ich seine Bücher unten stehend auf:

Piemburg (Südafrika) Reihe

Riotous Assembly (1971) und Indecent Exposure (1973);

Porterhouse Blue Reihe

Porterhouse Blue (1974) und Grantchester Grind (1995);

Wilt Reihe

Wilt (1976), The Wilt Alternative (1979), Wilt On High (1984), Wilt in Nowhere (2004) und The Wilt Inheritance (2010);

Weitere Bücher

Blott on the Landscape (1975), The Great Pursuit (1977), The Throwback (1978), Ancestral Vices (1980), Vintage Stuff (1982), The Midden (1996) und The Gropes (2009).

„As usual, Wilt’s thoughts were dark and mysterious and made the more so by the fact that he didn’t understand why he had them.“

Tom Sharpe, The Wilt Alternative (1979: 1)