NSU

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Beitragsfoto: NSU | © Claudia auf Pixabay 

Europatag

Über unsere Europatage habe ich schon mehrfach auch hier im Blog geschrieben. Derzeit können wir in Baden-Württemberg die Inflation außerdem miterleben, denn inzwischen feiern völlig unbedarfte Regierungs- und Verwaltungsangehörige bereits Europawochen.

Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte man einen Europatag in Europa zu etablieren und fand dafür einen Termin Ende März. Wenig erfolgreich einigte man sich ein paar Jahre später auf den 5. Mai, weil der Gründungstag des Europarats gegenüber der „Proklamation der EU“ durch Robert Schuman am 9. Mai das größere Europa vertrat.

Wieder ein paar Jahre später riefen ein paar völlig unbedarfte Politiker den 9. Mai als Europatag aus und wir hatten nun in Europa gleich zwei Europatage. Wir Europäische Föderalisten versuchten nun den Spagat und begannen mit einer Europawoche beide Tage zu vereinen, was uns auch ein paar Jahre ganz gut gelang.

Bald werden weitere unbedarfte Politiker Europamonate oder gar Europajahre ausrufen, leider aber hat es auch nach 80 Jahren nicht dazu gereicht, dass es einen europaweiten Feiertag gibt. Und bevor es diesen in Europa längst überfälligen Feiertag geben wird, werden unsere Politiker einen Diktatorengedenktag ausrufen und alle Deutschen rufen begeistert „Heil Kaiser!“

Mopeds

Eigentlich ein Beförderungsmittel, welches man üblicherweise zuhauf in italienischen Städten findet — Neapelbesuche ohne die unzähligen Mopeds oder Motorroller kann ich mir kaum vorstellen.

Das Geknatter und die Umweltbelastung der Zweitakt-Verbrennungsmotoren dürften allerdings inzwischen völlig aus der Zeit gefallen sein, selbst wenn es sich dabei um eine der populären Vespas mit Viertaktmotor handelt. Und dies ganz besonders in Städten wie Heilbronn, die verstärkt auf andere motorisierte Fortbewegungsarten bauen.

Wenn man sich jetzt noch in Erinnerung ruft, dass die Stadtverwaltung alleine aus Umweltschutzgründen die eine oder andere Million Euro jährlich in ihre Mitarbeiter investiert, dann könnte man sich doch auch einmal überlegen, ob es nicht viel zielführender wäre, wenn man mit diesen Geldern erstmals sämtliche Mopeds und die schlimmsten Motorroller aus unseren Straßen entfernt.

Für eine Million Euro im Jahr könnte man wohl sämtlichen Heilbronner Mopedbesitzern sehr lukrative Angebote machen und damit einen großen Umweltschutzbeitrag leisten sowie die Stadt um einiges leiser machen.

Warum bloß kommen unsere städtischen Mitarbeiter nicht auf solche Ideen?

Datenverarbeitung

Informationstechnologie (IT) war gestern, heute muss es mindestens Artificial Intelligence sein und unter IPAI macht es kein Heilbronner mehr. Und schon warnen Menschen wie Elon Musk vor dieser großen Gefahr. Menschen, die heute auch nicht viel weiter sind wie Wernher von Braun in den 1940er-Jahren.

Und Musks neuste Innovation wurde bereits schon von Jules Verne in den buntesten Farben beschrieben; dieser hatte wohl nur nicht die illustren Geldgeber, die ihm Milliarden Dollar zur Verfügung stellten, um seine Ideen in die Realität umsetzen zu können.

Aber wieder zurück zur elektronischen Datenverarbeitung (EDV) und deren Gefahren, vor denen nun Elon Musk und weitere wichtige Menschen so heftig warnen. Interessanterweise konnte man sämtliche dieser Warnungen bereits in Romanen der 1950er-Jahre in allen Facetten lesen. Viel weiter scheinen wir mit der künstlichen Intelligenz nun nicht wirklich gekommen sein.

Was mich wiederum an einen alten Witz aus meiner Schulzeit erinnert. In den 1970er-Jahren gab es schreibtischgroße Schulrechner, die so lustige Namen wie Wang trugen. IT-Lehrer gab es damals noch nicht, und so haben Physiklehrer im Ehrenamt den Schülern die Datenverarbeitung näher gebracht.

Und so ein Physiklehrer kam montags in seine Klasse und berichtete ganz stolz, dass er am Wochenende für den Rechner ein neues Programm geschrieben hätte und dieser nun über künstliche Intelligenz verfüge.

Die „Programmierklasse“ traf sich nach Schulschluss vor dem Rechner und schrieb so manche Frage an den Rechner. Zuerst das kleine Einmaleins und dann Potenzen und Wurzelrechnung. Dann unkte der Schlaumeier der Klasse, dass dies sein nagelneuer Texas Instruments Taschenrechner (TI Programmer) auch könne und der Physiklehrer war etwas konsterniert. „Frag den Rechner doch mal etwas aus dem richtigen Leben“, forderte der den Schüler auf. Und dieser schrieb: „Wo ist denn mein Vater?“

Nach einer kurzen Pause antwortete der Wang: „Dein Vater sitzt gerade am Neckar und angelt.“

„Falsch!“ triumphierte der Schüler. „Mein Vater ist sei Jahren tot.“

„Nicht richtig“, antwortete Wang, „der Mann Deiner Mutter ist tot, Dein Vater sitzt am Neckar und …“


Projektentwurf KI-Park

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Beitragsfoto: Projektentwurf KI-Park | © MVRDV 2023

Wohnen

Gut 50 Bewerbungen für eine einzige Wohnung müssen doch jedem zu denken geben. Für den Vermieter ist es sicherlich erst einmal eine Freude, dass so viele Interessenten an der Wohnung Gefallen gefunden haben. Dann gibt es allerdings ein Problem, nämlich spätestens, wenn man feststellen muss, dass weit mehr als ein Interessent schon alleine aus Vermietersicht zu der Wohnung ganz gut passt.

Unabhängig davon und trotz den verschiedensten sehr attraktiven Baumaßnahmen in der gesamten Stadt, muss man feststellen, dass ein solches Verhältnis von 50 zu 1 ganz offensichtlich insgesamt weder gut noch für unsere Stadt an sich gesund ist. Und wie schon gesagt und auch hier geschrieben, die dafür Verantwortlichen haben auch in den letzten fünf Jahren viel zu wenig unternommen, um wenigstens etwas Besserung zu erreichen.

Deswegen muss man neben den vielen Neubaumaßnahmen und auch einer weiteren Steigerung dieser Bemühungen noch andere Alternativen mit in Erwägung ziehen. Ich hatte bereits vor Jahren u. a. das Karlsruher Modell angesprochen und auch eine weniger attraktive Alternative, nämlich der, dass man sowohl die bereits vergebenen geförderten Wohnungen und vor allem auch die neu auf den Markt kommenden dahingegen prüft, ob die Mieter überhaupt (noch) einen Anspruch auf diese Wohnungen haben.

Ich verstehe wohl, dass sich jeder städtische Angestellte über billigen Wohnraum freut, besonders dann, wenn er zudem seinem näheren Umfeld ebenfalls zu solchen Wohnungen verhelfen kann, gebe dabei aber zu bedenken, dass diese nicht der eigentliche Sinn der Sache ist.

So wird das Thema wohnen erneut ein Schwerpunktthema im kommenden Wahlkampf sein. Und auch dieses Mal bin ich nicht froh darüber, recht behalten zu haben!

KI-Park

Gestern offiziell bekanntgegeben und heute großes Thema in der Heilbronner Stimme. Der Entwurf von MVRDV, ein Architekturbüro aus Rotterdam, hat den Zuschlag für die Entwicklung der Steinäcker erhalten. Erst vor Kurzem konnte Dieter Schwarz sicherstellen, dass Heilbronn einen baden-württembergischen Campus für Künstliche Intelligenz erhält. Neben den 50 Millionen Euro vom Land haben sicherlich die weiteren 50 Millionen Euro, hauptsächlich von der Dieter Schwarz Stiftung gestellt, den Ausschlag gegeben. Und wer die vier in die nähere Auswahl gekommenen Entwürfe für den Campus Steinäcker betrachtet, weiß, dass die 100 Millionen Euro niemals für dieses Projekt reichen werden.

Und so bleibt zu hoffen, dass Dieter Schwarz dieses Projekt, welches bereits in zehn Jahren realisiert sein soll, bis zur Vollendung auch begleiten wird, denn sonst werden die 100 Millionen Euro Anschubfinanzierung sehr schnell verpuffen.

Weiterhin hoffe ich, dass die innovative Planung dann auch so umgesetzt werden wird und nicht in Kürze städtische Parkhäuser und Weinausschänke dort aus dem Boden sprießen. Besonders die Laufbahn fiel mir sehr positiv auf, und auch hier hoffe ich, dass diese nicht zur Radlerbespassungszone umgestaltet wird.

Darüber hinaus weiß ich vom Bildungscampus, dass der Schein alleine nicht genügt. Aber sowohl beim Bildungscampus als auch beim dann realisierten KI-Park werden die dort arbeitenden Menschen über die kommenden Jahre hinweg sicherstellen, dass diese durchaus hübschen Bauprojekte zu tatsächlich nutzbaren Gebäudekomplexen reifen werden. Und wer weiß, vielleicht haben diese dann in gut 50 Jahren sogar ihren eigenen Charme, und die künftigen Nutzer — für was auch immer — fühlen sich dann darin allesamt so richtig wohl.

Aber bis dahin macht erst einmal ein IPAI-Gebäude im Wohlgelegen den Anfang und dieses soll demnächst auch bezogen und genutzt werden. Welcher Chat-Bot dort dann das Sagen haben wird, wurde noch nicht bekanntgegeben. Vielleicht aber erleben wir auch hierbei eine Überraschung und Lidl kommt mit einem eigenen Chat-Bot um die Ecke.

Vereinsleben

Wenn man sich in einem Verein engagiert, dann wird es einem selten langweilig. Da ich mich zudem in zwei Vereinen etwas verstärkter einbringe, kann ich mich über Langeweile wirklich nicht beklagen. Kaum habe ich das eine Vereinswochenende in Berlin halbwegs verdaut und schon darf ich mich mit den Neuigkeiten beschäftigen, die Herbert Burkhardt aus seinem für den zweiten Verein aktiven Wochenende mitgebracht hat. Und wenn es uns in den kommenden Tagen gelingt, sämtliche nun anstehende Termine wenigstens zu harmonisieren, dann werden es sicherlich sehr spannende Wochen werden.

Und zwischen all dem findet dann noch das ganz normale Leben, außerhalb von Vereinen, statt. Das Gute daran ist, dass die meisten Menschen mit denen ich es zu tun habe, selber in Vereinen tätig sind und damit meist auch Verständnis zeigen, wenn es zu den einen oder anderen Unstimmigkeiten bei den Terminen kommt. Ein großer Vorteil ist es, wenn sich „Vereinsmeier“ gleich in mehreren Vereinen treffen, denn dann kann man das eine oder andere einfacher und schneller regeln. Und jenen, die sich über jedes Vereinsleben echauffieren möchten, rufe ich gerne in Erinnerung, dass das Vereinsleben gerade in jenen Staaten mit Füßen getreten wurde, auf die wir heute allesamt wenig stolz sind.

Und noch heute sollten wir aufpassen, wenn gerade städtische oder staatliche Institutionen die originären Aufgaben von Vereinen übernehmen möchten, denn dann befinden wir uns bereits wieder am Anfang der Entmündigung von uns Bürgern, die darin gipfelt, dass staatliche Stellen oder Massenorganisationen die Kontrolle über uns Bürger übernehmen.

Angesichts dieser tatsächlichen Bedrohung bekommt das Engagement selbst in einem Kakteenzüchterverein oder bei den Philatelisten eine ganz eigene Konnotation — Vereinsarbeit ist nicht nur bürgerliches Engagement, sondern auch ein Stück Freiheit in unseren immer stärker durchgeplanten Leben. Und das Schöne an allen Vereinen ist doch, dass man diese auch als normales aktives bis hin sogar zum rein passiven Mitglied genießen und, wenn einem danach ist, sich zudem immer wieder einmal etwas stärker engagieren kann.

„The development of full artificial intelligence could spell the end of the human race. We cannot quite know what will happen if a machine exceeds our own intelligence, so we can’t know if we’ll be infinitely helped by it, or ignored by it and sidelined, or conceivably destroyed by it.“

Stephen Hawking, BBC-Interview (2. DEZEMBER 2014)

Mann mit Fässer

4.12.02021 5 (2)

730,7! weiter steigend

Man kann sich die Welt selbst sehr lange schönreden, vor allem dann, wenn man gerade zu jener Clique gehört, die beständig von den weniger schönen Dingen bei uns profitiert.

Und wenn dann so langsam alles, außer den eigenen Vorteilen, dahinschwindet, sucht man idealer Weise bereits nach Sündenböcken. Traditionell sind es gerade jene, die darauf aufmerksam machen, dass Klüngel und Vetternwirtschaft für keine Organisation oder Gemeinschaft zielführende und tragfähige Konzepte sind, die sich dabei bestens als Sündenböcke anbieten.

Leider aber sind wir inzwischen an einen Punkt gekommen, wo die Realität langsam aber sicher ihre Tribute fordern wird, nicht nur bei den Inzidenzen.

Manche sehen dies aber auch sehr positiv; so werden sich in den kommenden Jahren in unserer Stadtgesellschaft sehr viele Dinge ändern (müssen), da man Realitäten nicht sehr lange verdrängen kann.

Und verspätete Versuche, doch noch den Status Quo erhalten zu wollen, kommen sehr oft zu spät und beschleunigen die notwendigen Änderungen sogar noch.

Jetzt Heilbronn, z. B. auf Teufel komm raus zu einem Bildungseldorado machen zu wollen, kann man da schon als drollig bezeichnen — hier hätten unsere Schulen spätestens in den 1980er-Jahren einen Booster benötigt. Und man hätte, wie in Ulm, bereits vor Jahrzehnten massiv in Bildung und Forschung investieren müssen.

Mit sehr viel Geld wird man bestimmt eine kleine wissenschaftliche Gemeinschaft in Heilbronn etablieren können, diese wird sich aber nicht mit dem Rest der Stadt in Deckung bringen lassen, die sich wiederum schon lange selbst in zwei Gruppen teilt, nämlich die der Alteingesessenen, die so langsam weniger wird, und in jene der „Neubürger“, die so langsam aber sicher ihren Teil der Verantwortung übernehmen muss — erste Versuche bei der Gemeinderatswahl sind 2019 noch bravourös gescheitert; jetzt kann man nur hoffen, dass sich 2024 zumindest hierbei wesentliche Änderungen ergeben werden.

KI-Park

Olle Kamellen, wenn Du etwas nicht verhindern kannst, dann verzögere es bis zum Sankt-Nimmerleinstag. Das machen wir bei uns in Heilbronn bereits sehr erfolgreich, z. B. bei der Frankenbahn oder auch nur bei der Turmstraße. Spannend wird es sein, mit anzusehen, wer sich letztendlich durchsetzen wird. Und noch spannender wird es sein, was der KI-Park zum Schluss dann tatsächlich ist — ein Weinausschank soll schon einmal mit dabei sein.

§265a Strafgesetzbuch

Jan Böhmermann hat gestern in seiner Sendung ZDF Magazin Royal darauf aufmerksam gemacht, nämlich, dass es den Straftatbestand des „Schwarzfahrens“ bereits seit 1935 gibt, und die heute nicht mehr ganz so zeitgemäße Durchsetzung dieses Paragraphen uns Steuerzahler dazu noch sehr viel kostet.

Auch hat er darauf aufmerksam gemacht, dass es für alle Beteiligten zielführender wäre, wenn man diesen Straftatbestand zumindest zu einer Ordnungswidrigkeit, aber besser noch, ohne eine daraus resultierende Freiheitsstrafe umwandeln würde.

Erschleichen von Leistungen

(1) Wer die Leistung eines Automaten oder eines öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsnetzes, die Beförderung durch ein Verkehrsmittel oder den Zutritt zu einer Veranstaltung oder einer Einrichtung in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) Die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.

Strafgesetzbuch, § 265a

Am besten aber war dabei, dass er sogleich auch Lösungen anbot, wie man diese, für alle Beteiligten nicht wirklich befriedigende, Situation beseitigen könnte.

Dass es Parteien gibt, die sich dagegen mit allen Mitteln wehren, wird wohl keinen wirklich erstaunen; dass dieses Gesetz aber gerade von der SPD mitgetragen und noch am Leben erhalten wird, vielleicht aber doch.

Website des Tages

Freiheitsfonds

Niemand darf wegen fehlender Tickets in Haft landen! Deswegen fordern wir, dass §265a StGB von 1935 gekippt wird. Fahren ohne Fahrschein muss zur Ordnungswidrigkeit herabgestuft … werden!

Geburtstag des Tages

Rainer Maria Rilke