Kino

2.6.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Kino

Wunderlich

Die FDP meint nun, dass mit Nazis herumzumachen liberal sei. Die Wähler liefen der FDP sicherlich nicht deswegen davon, weil sie zu weit links war. Und nun laufen die FDP-Granden auch noch den falschen Wählern hinterher. Und so ist es für diese Partei sicherlich ganz gut, dass über 70-Jährige nicht mehr so schnell zu Fuß sind — aber vielleicht fahren deren Vertreter gerade deswegen so gerne Porsche.

In Baden-Württemberg darf nun in Freibädern oder an Bushaltestellen nicht mehr geraucht werden. Bei uns in Heilbronn wird bisher sogar im Hallenbad und in den meisten Kneipen geraucht, zumindest im Außenbereich. Lassen wir uns einmal überraschen, was aus diesen neuen Verboten werden wird.

Wahrscheinlich ist dies aber die neue deutsche Lässigkeit. Alles was man sagt und vereinbart ist mit der Verlautbarung auch schon wieder Schnee von gestern, wie etwa die Schuldenbremse, unsere Sondervermögen oder gar eine Transparenz in der Politik.

Nun dürfen Mitgliedsstaaten der EU Menschen ohne Schutzanspruch in aufnahmewillige Drittstaaten abschieben, was ich schon sehr lange für eine gute Idee halte — wenn man es richtig bewerkstelligt. Das Problem dabei ist aber, wer diese Menschen freiwillig aufnimmt. Hätte man den Magreb nicht vor gut 10 Jahren so stark verprellt, wäre dies heute sehr viel einfacher.

Deshalb gehe ich davon aus, dass diese Entscheidungen im Europäischen Parlament keine tragfähigen sind, sondern nur weiter den rechtsextremen Populismus in Europa stärken sollen und sicherlich auch werden.

Unsere Politiker sind inzwischen wie Fettsäcke, die jeden Tag aufs Neue abnehmen wollen und immer wieder eine neue Diät ankündigen — dabei weiß doch inzwischen jeder, dass sie nie schlanker werden und sie sich dazu heimlich eine Torte nach der anderen einverleiben. Jede Demokratie lebt von der Glaubwürdigkeit ihrer Vertreter!

Vermischtes

Scheinbar drehen nun auch ein paar Kanadier in Alberta durch — muss man nicht mehr verstehen. Dafür sorgen wohl ein paar Republikaner, dass Donald Trump keine 2 Milliarden Dollar an Steuergeldern zur Entlohnung seine Schlägertruppen verwenden kann. Kann es ein Equilibrium der Dummheit geben?

Thomas Michl hat sich über die hohe Kunst der organisatorischen Selbstsabotage geäußert. Viele Betroffene dürften darüber lächeln können, ändern wird es sicherlich nichts.

Detlef Stern zeigt in einem Blog-Beitrag über Lesepaten wie schnell die Zeit vergeht. Nun ist er ebenfalls Ex-Lesepate, als wäre es gestern gewesen; Ideen für Freiwilligenarbeit hätte ich übrigens genug. Dafür treffen wir uns gleich heute Morgen zu einem Nicht-Käffchen, bevor es für uns beide in die Vorlesungen geht.

Gestern wäre Marilyn Monroe 100 Jahre alt geworden, was man ihr überhaupt nicht ansieht. Die meisten ihrer Filme habe ich mehrfach gesehen. Und so hätte ich besser zu ihrem 100sten auf Misfits (1961) zurückgegriffen, wobei mir aber ihre Komödien weiterhin am besten gefallen.

Heile Welt

Gestern gab ich mir ganz spontan „The Mandalorian and Grogu“. Zuerst das Positive. Das Kino war fast leer. Entweder lag es daran, dass wir — ja meine bessere Hälfte war mit dabei — den Film in der Originalsprache sahen, oder daran, dass das Heilbronner Publikum mehr Geschmack hat als ich es bisher vermutete.

Auch das Kino war sehr aufgeräumt, bis auf die Plätze in der letzten Reihe, dort lag noch der Müll von den Vorgängern. Die elektrisch verstellbaren Liegestühle ohne Tadel — in den USA sind sie aber noch beheizbar.

Aber nun zum Film. Im Falle, dass man die vorherigen Star Wars Filme nicht gesehen hat, dann ist dieser Film nichts für den Zuschauer, denn er lebt ausschließlich von den Vorgängerfilmen einschließlich der Serie. Die Idee sehr einfach, jeder darf und muss sich wohlfühlen können. Und für den Fall, dass sich Zuschauer den Film irrtümlich anschauen, finden sich Anleihen von weiteren sehr bekannten und populären Allerweltsfilmen. Ich habe sofort Szenen aus Harry Potter, Men in Black und Ghost Busters wiedergefunden — es werden sich sicherlich weitere Anleihen finden.

Das Einspielen der alten Star Wars-Garde nett. Dass man den Hauptdarsteller wenigstens ein zwei Minuten lang mitspielen lies, halte ich dennoch für etwas gewagt. Dass man Sigourney Weaver mitspielen lies, eine einzige Fehlentscheidung, denn dies hat mehr versprochen als der Film halten kann.

Kritisch sehe ich die versuchte Rehabilitation der Fetten, denn nur der junge Fette war gut und nett. Die beiden alten fetten „weißen Männer“ hingegen weiterhin wie eh und je die bösen Buben.

Beste Szene im Film, wie vier kleine Leute mit einem Miniraumschiff eine Ratte wegpusten — ein Seitenhieb auf Ratatouille?

Zum Ende des Films noch der Hinweis, dass es für wirklich jeden eine Uniform gibt. Früher™ sagte man, „Auch dein Helm wurde schon gepresst.“

Für mich aber wirklich überraschend, dass es dieses Mal weder eine Prinzessin noch ein Super Girl gab — vielleicht wird gerade deshalb aus dem Film kein Kassenschlager.


Fediverse Reactions
Äffchen

21.5.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Kino

Wenn einem der Kopf raucht und man nicht mehr weiß wo einem derselbige steht, hilft es zumindest mir ins Kino zu gehen; früher spulte ich einfach die Kilometer zu Land oder zu Wasser herunter. Ich wurde bequem — gezwungener Maßen.

Morgen kommt Grogu ins Kino, auf den Mandalorian könnte ich dabei gut und gerne verzichten. Natalia Winkelman meint dazu, dass „staring at a metal visor for over two hours a violation of our own sacred oath“ sei.

Da meine beiden Jungs Star Wars vor Star Trek stellen, warum auch immer, und ich selber bereits die meisten Star Wars-Filme gesehen habe, geht es demnächst wieder ins Kino. Ich weiß nur noch nicht, wie ich meine bessere Hälfte dazu bekomme mitzugehen.

Morgen gibt es aber erst einmal den Europaaktionstag in Stuttgart — ganz großes Kino. Auch die EUROPA-UNION ist wieder maßgeblich mit dabei — was so eine Selbstverständlichkeit ist, dass man dies schon gar nicht mehr erwähnt. Für all jene, besonders die, die mich auch heute wieder um ein persönliches Gespräch in Sachen Europa gebeten haben (kleiner Insider), eine sehr gute Gelegenheit, um mit mir ins Gespräch zu kommen. Ganze fünf Stunden stehe ich vor Ort bereit.

Man könnte auch vorab eines meiner Bücher lesen und mit mir danach etwas detaillierter und vielleicht sogar etwas pointierter ins Gespräch kommen. Warum aber sollte man im echten Leben Dinge tun, die man während des eigenen Studiums schon geflissentlich unterlassen hat.

Im Film spielt Sigourney Weaver mit und dies wohl ganz ohne Helm. Seit „Annie Hall“, „Alien“, „Ghostbusters“, „Galaxy Quest“ oder „Paul“ für mich eine Gewissheit, dass der Film nicht ganz so schlecht sein dürfte.

Vermischtes

Heute konnte ich kurz einen Abstecher ins Hallenbad machen. Und es gab auch nichts zu meckern. Mein Stöbern in verschiedenen Blogs lassen mich etwas ratlos zurück: wenn Blogger nur noch über das Bloggen bloggen. Was mich ein wenig an die meist jungen Damen gestern in Straßburg erinnert, die wohl erstmals vor dem Münster standen und sich dort dann selber ablichteten. Oder gar in Teams sich gegenseitig und dabei auch nur wie sie sich selber ablichten. Ob diese Menschen dabei überhaupt mitbekommen haben, dass sie vor einer ziemlich großen und beeindruckenden Kirche standen?

Aber vielleicht ist dies alles auch nur ein Ausdruck der Ichbezogenheit unserer Welt. Und vielleicht nehmen wir selbst all die Errungenschaften unserer Welt einfach viel zu wichtig — ein Mensch, der selbst noch in der größten Metropole mit sich am zufriedensten ist, dürfte vielleicht doch die richtige Einstellung haben. Warum aber dann das Ganze „Ich bin ich und mir selbst genug“ in den Social Media verbreiten?

Und wenn man dies alles etwas weiterspinnt, warum schreibe ich in ein Blog und nicht in meinen Zettelkasten? Da ich aber selbst meinen Zettelkasten „online“ habe, wird es in meinem Fall sicherlich etwas kompliziert und hängt mit meinen Gewohnheiten zusammen. Schon immer reise ich gerne leicht, möglichst ohne Gepäck. Und wenn ich dann ankomme, egal wo es auch sei, sind mein Blog und mein Zettelkasten bereits da, so wie viele andere Dateien auch. Inzwischen sind sie selbst beim Reisen mit dabei.

Wahrscheinlich wäre für mich ein TabletPC mit 2 Terabyte Speicher heute völlig ausreichend, wenn dieses nicht verloren- oder kaputtgehen könnte. Und so sind meine Server wohl weiterhin die bessere Alternative, zumal ich die meisten davon von einer sehr guten Firma betreiben lasse.

Und da ich meine Gedankengänge hier offen darlege, muss man sie auch nicht klauen; ein möglicher Hacker könnte nur hacken, was nicht zu hacken ist — das bringt sicherlich wenig Spaß und bezahlt wird man auch nicht dafür.

Und sollte ich tatsächlich einmal einen ganz neuen Gedanken verfolgen oder gar eine brillante Idee mein Eigen nennen, dann halte ich es mit Howard H. Aiken, der einem seiner Studenten erklärt haben soll „Don’t worry about people stealing your idea. If it’s original you will have to ram it down their throats.”

Heute Abend möchte ich dann doch noch das Tanzbein schwingen.

Zum gestern erschienenen WordPress 7.0 sage ich jetzt einmal nichts, ich schaffe es nicht einmal die entsprechenden Blog-Beiträge in meiner Timeline zu lesen. Schon deren bloße Anzahl lässt vermuten, dass die WordPress Foundation oder war es doch Automattic das CMS neu erfunden hat — anders kann ich mir das nicht erklären, oder vielleicht ist damit sogar unsere nationale digitale Souveränität gefährdet.

Souveränität

Mit der Souveränität ist es heute wohl so wie damals mit dem Europa Otto von Bismarcks (9.11.1876). Gerade jene, die selber nichts auf die Reihe bekommen, schreien danach, meinen heute allerdings dabei den Erhalt von Transferzahlungen.

Wir konnten die letzten Jahrzehnte ganz gut beobachten wie unsere auf Transferzahlungen basierende Industrie eine Entwicklung nach der anderen verschnarchte. Und sobald sie tatsächlich einmal technologisch ganz vorne mitspielen, verhökern sie ihre Vorteile an den Meistbietenden. Selbst jene, die ihnen ausschließlich durch staatliche Subventionen sprichwörtlich in die Hände fielen.

Ganz gut konnte man das bei der Informationstechnologie mitverfolgen, wo man Jahrzehntelang auf Telefax und Kupferkabel setzte. Die sogenannte Deutschland AG war von Anfang an nur zum koordinierten Ausplündern unseres Landes da. Was nur noch vom Privatisieren unserer eigenen Infrastruktur übertroffen wurde.

Die Schäden gehen in die Billionen Euro und wir Steuerzahler werden auch diese zahlen müssen, wobei die Schäden wohl erst in einigen Jahrzehnten behoben sein werden, wenn überhaupt jemals.

Inzwischen haben meist US-amerikanische oder chinesische Unternehmen den Weltmarkt unter sich aufgeteilt, wobei wir als Verbraucher selbst ganz gut mit leben können und wollen. Deutsche oder auch europäische Unternehmen wollten oder konnten uns Verbrauchern einfach keine akzeptablen Alternativen anbieten.

Und nun da unsere Wirtschaftsbosse so langsam aber sicher erkennen, dass man mit zeitgemäßer Informationstechnologie Billionen Euro verdienen kann, schreien diese wieder nach dem Staat. Besser ausgedrückt, sie lassen schreien, denn deren Lobbyisten brüllen nun allesamt nach einer digitalen Souveränität Deutschlands — besser noch Europas (noch mehr Transferzahlungen für unsere systemrelevanten Personen!).

Und wie damals auch, geht es nicht um Europa und schon gar nicht um irgendeine Souveränität. Einzig und alleine das Ausplündern unseres Landes muss weitergehen!

Wer tatsächlich ein souveränes Europa möchte, der muss eine funktionierende und tragfähige soziale Marktwirtschaft her- und sicherstellen, Innovationen und neue Ideen nicht weiter ausbremsen und vor allem endlich dem obszönen Raubrittertum unserer systemrelevanten Personen Einhalt gebieten.

Wie bereits zu Bismarcks Zeiten geht es den Fürstchen einzig und alleine nur um sich selber! Und vielleicht sind Menschen wie Trump und Musk deshalb so beliebt, weil sie es frank und frei zugeben und damit weit ehrlicher sind als jene Personen, die uns nun eine Souveränität nach der anderen verkaufen wollen.

„Ich habe das Wort ‚Europa‘ immer im Munde derjenigen Politiker gefunden, die von anderen Mächten etwas verlangten, was sie im eigenen Namen nicht zu fordern wagten.“

Otto von Bismarck (Varziner Diktat vom 9. November 1876)

Kinobesucher

Kino 4.4 (12)

Beitragsfoto: Kinobesucher | © Amit Kumar auf Pixabay 

Großes Kino ist immer eine feine Sache, nicht nur im Film. Aber erst seit dem Zelluloidfilm ist das Filmtheater die einfachste Art und Weise, um „großes Kino“ erleben zu können. Und wie bei allem anderen auch, wird im Film viel zu viel Müll und noch mehr Durchschnittliches produziert. Hierbei fällt es einem immer schwerer, um die richtige Auswahl zu treffen.

Noch heute stelle ich viel zu oft fest, dass ich wieder einmal einen Film zum Schauen angefangen habe, den ich mir besser hätte ersparen sollen. Und seit einem die Filme einfach so ins Haus gespült werden, kommt dies immer häufiger vor. Deshalb habe ich mir es nun vorgenommen, hier ebenfalls die Notbremse zu ziehen. Auch im Film sollte analog zum Buch gelten, dass man grundsätzlich keinen Film angucken sollte, der jünger als ein Jahr ist — dies erspart einem schon einmal sehr viel völlig Unnützes. Wenn der Film gut ist, dann ist er dies noch ein Jahr später. Und im Falle, dass er wirklich gut ist, dann ist er zeitlos — zumindest ein Menschenleben lang.

Und so stellt sich mir viel zu spät die Frage, warum Neues wagen, wenn es mir noch nicht einmal gelungen ist, alle schon bisher wirklich guten Filme anzuschauen.

Gestern gab es eine Veränderung, ich wurde zum ersten Mal Großonkel, welche mich ein wenig melancholisch werden ließ und bei mir das Verlangen zum Filmgucken weckte. Ein Griff ins Regal auf der Suche nach etwas Beschaulichem, vielleicht auch romantisch angehaucht, brachte den Film „Schlaflos in Seattle“ (1993) zum Vorschein. Diesen sah ich zum ersten Mal auf einem Transatlantikflug und kaufte ihn später, um ihn wieder einmal anschauen zu können.

Diesen Film hatte ich schon einmal für gut befunden und war nun gespannt, ob ich ihn heute noch in Gänze anschauen können werde. Ein kurzes Googeln ergab, dass sich die damaligen Filmkinder, welche mir am besten von der gesamten Filmcrew in Erinnerung geblieben waren, heute anderweitig zu beschäftigen wissen. Ross Malinger, der den Jonah Baldwin spielt, ist Autoverkäufer in Malibu — es gibt schlechtere Orte, um sein Geld zu verdienen. Um Gaby Hoffmann, die als Jessica Jonahs Freundin spielt, ist es ebenfalls ruhiger geworden. Sie lebt inzwischen mit ihrer Familie in Woodland Hills, auch kein schlechter Wohnort.

Meg Ryan, die noch heute filmisch unterwegs ist, hatte in den 1990er-Jahren ihren besten Lauf. Tom Hanks hingegen dürfte noch heute zu den richtig guten Schauspielern gehören. Bill Pullman, der den verständnisvollen Ex-Verlobten spielt, ist gleichfalls erwähnenswert. Zum Film selbst ist noch heute nicht viel zu schreiben. Bei der Filmmusik verlässt man sich auf Klassiker und macht dabei wenig falsch. Mir gefallen die vielen Anspielungen auf schon damals etwas ältere Filme, was mich bereits schon einmal hier im Blog zu einem eigenen Beitrag verführte.

Mein heutiges Fazit zum Film, man kann ihn noch immer angucken, ohne dabei das Gefühl zu bekommen, die dafür aufgewendete Zeit zu bereuen. Allerdings konnte und kann „Schlaflos in Seattle“ nicht so ganz mit den anderen zeitlosen Filmen mithalten — aber er ist noch heute etwas fürs Herz, ein klassischer Wohlfühlfilm.

Ob ein Filmzitat aus „Schlaflos in Seattle“ es jemals auf meine damalige Filmzitate-Website schaffte, kann ich nicht mehr sagen, manche der dortigen Zitate habe ich hier auf den Blog gepackt. Vielleicht findet sich ein Leser, der nun dort einmal nachguckt — ebenfalls ein sehr entspannender Zeitvertreib.

„Look, Annie … I love you. But let’s leave that out of this. I don’t want to be someone that you’re settling for. I don’t want to be someone that anyone settles for. Marriage is hard enough without bringing such low expectations into it, isn’t it?“

Bill Pullman als Walter in Sleeples in Seattle (1993)