Landschaft

7.5.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Landschaft | © Ursula Hecht

Vermischtes

Die letzte Meldung des gestrigen Tages war für mich der gescheiterte Einzug der Bayern ins Champions-League-Finale — und so konnte ich völlig entspannt zu Bett.

Meine Wortentdeckung des Tages: Aquathermie (18.11.2025). Bin einmal gespannt, ob wir darüber noch mehr hören und lesen werden.

Zwar steht mit dem Europa-Ball eine größere Veranstaltung vor der Tür, was uns nicht davon abhält, die kommenden Veranstaltungen weiter auszuplanen. Und so habe ich mir für diesen Blog-Beitrag ein Foto von Ursula Hecht ausgeliehen. Wer von den Lesern weiß, von wo aus die Aufnahme gemacht wurde?

Bevor wir auf die neue Koalition in Baden-Württemberg gucken, lohnt sich ein Blick auf das erste Jahr exGroko. Albrecht von Lucke meint dabei, dass wir gerade einen Kipppunkt in der Kanzlerschaft erleben würden. Die Tagesschau versucht hier das erste Jahr zu analysieren. Derweil bringt bei uns ein CDU-Abgeordneter das Ende der Koalition ins Gespräch.

Anstatt nicht oder schlecht zu regieren, könnte man es doch einmal mit etwas Solidität und Verlässlichkeit versuchen — meine 5 Pfennig zum heutigen Tag.

Koalition

Gestern kam der Koalitionsvertrag auf den Tisch. Gerne füge ich in hier mit an. Sehr viel Geschwafel, wobei in der Europapolitik sich der Rechtsruck nun nicht mehr verleugnen lässt. Jetzt bekommt auch die Paneuropa Union wieder Geld und Einfluss.

Wobei unsere Volksvertreter und selbst die Verantwortlichen in diesem „Verband der Ewiggestrigen“ Schwierigkeiten mit dessen Schreibweise haben — was sich inzwischen sogar auf unseren Verband auswirkt, denn dort verdingen sich diese Menschen ebenfalls schon etwas länger; entgegen unseren eigenen Statuten. Wohl auch deshalb hat unsere völlig unbedarfte Verbandsjugend das neue Logo so vehement durchgesetzt — viel zu viele dieser Möchtegernkarrieristen fahren inzwischen zweigleisig.

Mein Fazit: es lohnt sich nicht wirklich in den Vertrag zu gucken, denn jeder von uns weiß doch ganz genau, dass er mit Veröffentlichung nur noch in Teilen gültig ist und auf alle Fälle keine Relevanz für die neue Regierung haben wird. Das hatte noch keiner der hier im Blog aufgeführten Koalitionsverträge.

Spannend aber das Ende des Vertrags:

„Für den Fall, dass ein Abgeordneter oder mehrere Abgeordnete des Landtags von Baden-Württemberg im Laufe der 18. Legislaturperiode in eine andere Fraktion wechseln oder eine Fraktion verlassen sollten, gilt: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg und die CDU Baden-Württemberg werden in unveränderter Form an der gemeinsam gewählten Landesregierung und den vereinbarten Inhalten festhalten. Die Grünen stellen weiter den Ministerpräsidenten. Es wird keine nachträgliche Veränderung an der Zuteilung der Ministerien oder anderen vereinbarten Funktionen an die beiden Regierungspartner vorgenommen. …“

Koalitionsvertrag

Glasfaser

Gestern kam ein gutes Team der Telekom und verlegte gleich zwei Glasfasersteckdosen. Das Vorgängerteam hatte vor Kurzem noch eine vorgesehen. Die neue Begründung nachvollziehbar, aber nicht kundenfreundlich. Den von der Telekom angelieferten Router mit Modem bestaunten alle drei Mitarbeiter und empfahlen mir einen anderen Router, den ich im Telekom-Shop holen solle. Detlef Stern hatte mir vorab eine Fritzbox empfohlen. Im Laden gab es dann den zeitgemäßeren Telekomrouter nicht und so empfahl mir der freundliche Mitarbeiter vor Ort denselben Router wie Detlef.

So gab ich meine beiden Leihgeräte im Shop zurück und erwarb in einem anderen Laden eine Fritzbox. Wieder von meinem Stadtbummel zurück, wartet bereits eine E-Mail der Telekom auf mich, dass ich nun den Router installieren könne. Nach ein paar Minuten war dies ohne jegliche Probleme geschehen und ich hatte erstmals eigenes Glasfaser, auf das ich übrigens seit den 1990er-Jahren wartete. Wobei mein CD-Spieler bereits in den 1980er-Jahren mit einem Glasfaserkabel an den Verstärker angebunden war, diese Verbindung steht heute noch.

Nun meldet mein Magenta-App, dass es nicht ganz korrekt mit einem von der Telekom auch offiziell empfohlenen Router funktionieren könne. Was vielleicht auch erklärt, dass die Telekom entgegen der eigenen E-Mail — von denen ich gestern schon einen ganzen Schwung bekam — weiterhin davon ausgeht, dass ich einen Hybrid-Anschluss habe.

Diesen muss ich nun noch zurückbauen und dessen Leihgeräte ebenfalls an die Telekom zurückgeben. Nun bin ich einmal gespannt darauf, wann die Bürokratie erledigt sein wird.

Leider musste ich feststellen, dass ich meine Mesh-Geräte der Telekom nicht mit der Fritzbox verknüpft bekomme — im Falle, dass dies nicht an mir liegt, wäre dies ein weiteres Armutszeugnis für unser digitales Deutschland. Auf alle Fälle habe ich für mich einen Workaround gefunden, der es mir ermöglicht, nun ohne diese Geräte auszukommen — zumindest vorerst.

Die alten Telefone funktionieren weiterhin, auch mit der Fritzbox. Mein Fazit für heute: Die Verbindung steht und die wichtigsten Geräte sind alle online.


Bundestag

Koalitionsvertrag 5 (6)

Beitragsfoto: Bundestag | © clareich auf Pixabay

Zuerst einmal die Fakten. Der aktuelle Koalitionsvertrag legt fest, dass es erneut mehr an Ministern, beamteten und parlamentarischen Staatssekretären, Staatsministern und Beauftragten gibt.

Die CSU erhält dabei drei Ministerien, das Innenministerium („Innere Sicherheit“ / „Law and Order“ –> Alexander Dobrindt), das Ernährungs-, Landwirtschafts- und Heimatministerium (Michaela Kaniber) und das Forschungs-, Technologie- und Raumfahrtministerium („Hightech“ –> Dorothee Bär) sowie einen Staatsminister im Auswärtigen Amt.

Die SPD bekommt sieben Ministerien, das Finanzministerium (Lars Klingbeil), das Verteidigungsministerium (Boris Pistorius), das Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (Svenja Schulze), das Ministerium für Arbeit und Soziales (Bärbel Bas), das Ministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (?), das Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (?) und das Justiz- und Verbraucherschutzministerium (Sonja Eichwede).

Die CDU bekommt sechs Ministerien und den Chef des Bundeskanzleramts (Thorsten Frei). Das Ministerium für Wirtschaft und Energie (Carsten Linnemann), das Ministerium für Verkehr (Ina Scharrenbach), das Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (Christina Sinemus), das Ministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Silvia Breher), das Auswärtige Amt (Johann Wadephul) und das Gesundheitsministerium (Tino Sorge).

Selbstverständlich ist die nur eine erste Expertenschätzung, die ich der Frankfurter Rundschau entnommen habe. Denn jetzt, wo die ersten Namen ganz offiziell kursieren, geht der eigentliche Spaß erst los und der Kampf um die Futtertröge beginnt.

Spannend dabei, wie die Ergebnisse dann mit dem unten stehenden Koalitionsvertrag in Deckung zu bringen sind. Wenn es ideal läuft, haben dann die Staatssekretäre und Staatsminister sowie die jeweiligen Beauftragten für die inhaltliche Arbeit zu sorgen. Wenn es weniger ideal läuft, dann werden mit diesen Pöstchen die zweiten Gewinner um die Futtertröge abgespeist und die politische wie inhaltliche Arbeit wird an die Abteilungsleiterebene delegiert. Und die holen sich dann wie schon länger die Expertise von Beraterfirmen und Lobbyisten.

Und so können wie heute bei weitem noch nicht absehen, ob sich dieser Koalitionsvertrag mit Leben füllen wird. Ich erinnere dabei gerne an Annalena Baerbock, die als erste Amtshandlung ihren Teil des Vertrages sofort wieder geschreddert hat.

„Wir werden sämtliche Voraussetzungen
schaffen, damit die Bundeswehr die Aufgabe der Landes- und Bündnisverteidigung uneingeschränkt
erfüllen kann. Unser Ziel ist es, dass die Bundeswehr einen zentralen Beitrag zur Abschreckungs- und
Verteidigungsfähigkeit der NATO leistet und zu einem Vorbild im Kreis unserer Verbündeten wird.“

Koalitionsvertrag (2025: 125)

Flagge des Europarats und der EU

Staatsraison: Vertragsbruch 5 (3)

Beitragsfoto: Flagge des Europarats und der EU | © Pixabay

„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? … Es kann mich doch niemand daran hindern, jeden Tag klüger zu werden.“ 

Konrad Adenauer, allgemein zugeschriebene Worte

Diese Worte werden bereits seit Jahrzehnten Konrad Adenauer zugeschrieben, und wohl jeder deutsche Berufspolitiker, egal von welcher Partei, hat dies zu seinem eigenen Credo erhoben. Das soll nämlich dem Wähler signalisieren, dass diese Politiker stets flexibel und immer lernbereit seien.

Inzwischen weiß auch wirklich jeder Bürger, dass man den Aussagen oder gar den Versprechen von Berufspolitikern keinen Glauben mehr schenken darf. Diese Art von Politik und Wählertäuschung ist so erfolgreich, dass sie bereits in den meisten Demokratien zur Normalität wurde, wobei wir inzwischen auch in dieser Sache nur noch Mittelmaß sind. Denn die bekanntesten Vertreter dieser Gattung dürften zurzeit aus den USA (Donald Trump) und dem Vereinigten Königreich (Boris Johnson) kommen.

Und so wird eigentlich von keinem Bürger mehr erwartet, dass ein Berufspolitiker überhaupt noch nachprüfbare Aussagen tätigt. Ganz im Gegenteil, je dreister und absurder dessen Lügen, um so populärer wird der entsprechende Berufspolitiker; wobei sich immer mehr herumspricht, dass gerade jene Berufspolitiker am gefährlichsten sind, die darauf bestehen, halbwegs ehrlich zu sein — denn das ist gerade der Beweis ihrer Unaufrichtigkeit.

Auch ich musste lernen, dass gerade jene Berufspolitiker, die mir, ohne überhaupt gefragt zu werden, beständig erklären müssen, dass sie keinen Abrechnungsbetrug begehen oder selber in den kleinsten Zimmern residieren, gerade genau das machen, was sie so vehement von sich weisen.

Aber das alles macht überhaupt nichts, denn wir leben allesamt in Rechtsgemeinschaften und der Handschlag wurde schon längst von Verträgen und schriftlichen Abmachungen ersetzt. Darin sind wir so erfolgreich und ehrlich, dass wir so viele Rechtsanwälte und Kanzleien besitzen wie Sand am Meer.

Und so werden Vertragsabschlüsse bei uns zelebriert wie Hochfeste in den Kirchen; tagelang gibt es keine anderen Themen mehr, sobald Berufspolitiker über Koalitionsverträge verhandeln und diese letztendlich beschließen. Dies wird nur noch dann übertroffen, wenn es zu Staatsverträgen kommt, wo ganze Regierungen anderen Regierungen das Blaue vom Himmel versprechen.

Manchen von uns kamen vielleicht schon erste Zweifel, als es immer offensichtlicher wurde, dass sich unsere Regierungen — egal welche — kaum oder zumindest sehr selektiv an Verträge halten (die Verträge zur Europäischen Union können als gutes Beispiel dienen) und schon gar nicht gerade an jene Dinge, wie z. B. das 2 % Ziel innerhalb der NATO, die sie allen international „nur“ hoch und heilig zugesichert haben, und selbst unser Bundeskanzler noch vor Kurzem im Bundestag der gesamten Welt als Mindestziel versprochen hat!

Aber das war auch nur saudummes Geschwätz von gestern! Und wie schon gesagt, kein Vertrag.

Anders sieht es seit gestern bei unserer doch so hoch gelobten Proporzministerin aus, Außenministerin Annalena Baerbock hält ganz plötzlich nicht nur Europäische Konvente für veraltete Rezepte (!), sondern, sie rückt nun auch ganz offiziell vom Koalitionsvertrag ab, in welchem mehr Europa zum absolut erklärten Ziel dieser Bundesregierung erhoben wurde — wie gerne und toll ließen sich die Koalitionäre doch dafür von allen, in und außerhalb Deutschlands, feiern! Was für eine Schau haben sie monatelang abgezogen!

Selbst die Grünen ließen sich hierbei als bekennende Europäer feiern, so wie Jahrzehnte lang auch als Umweltschützer. Und die SPD bemühte sogar ein Parteiprogramm von 1925, um mit voller Inbrunst Europabegeisterung zu heucheln. Einzig bei der FDP konnte man ein Quäntchen Ehrlichkeit erblicken, da Europa bekanntlich alles andere macht als der Wirtschaft zu schaden.

Jetzt wissen wir es besser: Vertragsbrüche sind das neue Credo der Berufspolitik! Mit Lügen alleine lässt sich wohl kein Staat mehr machen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt hierzu:

„Baerbock rückt von Konvent für EU-Vertragsänderungen ab“

FAZ, 21.06.2022-17:26

Alarmierend ist Bearbocks Rhetorik, in der sie einen Konvent als veraltete Methodik dargestellt, der wie der gesamte Rest des EU-Vertragswerkes die Lebensgrundlage unserer europäischen Demokratien ist. Was auch immer man von einzelnen Instrumenten der Verträge halten mag, sie sind die aktuelle Geschäftsgrundlage Europas und Konvente sind darin die ordentlichen Verfahren zur Änderung der Verträge.

Damit erklärt die Grünenpolitikerin den Koalitionsvertrag so ganz en passant als null und nichtig, was die wenigsten in Deutschland erschüttern, zudem die meisten Unionspolitiker zu Begeisterungsstürmen hinreißen wird, denn die Futtertöpfe scheinen wieder näher zu rücken, aber ganz aktuell ein desaströses Signal nach Europa sendet!

Morgen und übermorgen tagt der Europäische Rat. Eigentlich sollte dort auch über eine Resolution des Europäischen Parlaments beraten werden, die die Einberufung eines Konvents fordert. So wie es jetzt aussieht, wird nun morgen nicht über die Einberufung eines Konvents entschieden werden!

 „Die Konferenz [zur Zukunft Europas] sollte in einen verfassungsgebenden Konvent münden und zur Weiterentwicklung zu einem föderalen europäischen Bundesstaat führen, der dezentral auch nach den Grundsätzen der Subsidiarität und Verhältnismäßigkeit organisiert ist und die Grundrechtecharta zur Grundlage hat.“

KoalitionsvertRag, Punkt VII

Wir müssen nunmehr wohl oder übel erkennen: Europa gibt es für uns nicht! Umweltschutz gibt es für uns nicht! Gute Löhne gibt es für uns nicht! Eine gesicherte Zukunft gibt es für uns nicht! Und auch einen Schutz vor einem neuen Krieg gibt es für uns nicht!

Dafür haben wir aber viele glückliche Berufspolitiker — und was möchte man mehr?

Vor der Tagung des Europäischen Rats am 23. und 24. Juni 2022 appelliert die Europa-Union Deutschland zusammen mit weiteren Europaverbänden an die deutsche Bundesregierung, an ihren im Koalitionsvertrag festgeschrieben europapolitischen Zielen festzuhalten. Erklärtes Ziel der Bundesregierung war die Einberufung eines Europäischen Konvents mit dem Ziel, Vertragsreformen herbeizuführen, die geeignet sind, die Handlungsfähigkeit der Europäischen Union zu erhöhen und insbesondere die aus dem Einstimmigkeitsprinzip resultierenden Probleme anzugehen.

Hier gelangen Sie zur gemeinsamen Erklärung der Europaverbände …