Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

2.2.02022 5 (4)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Anfragen

Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll, denn seit kurzem mehren sich die Anfragen, wann denn die erste vorbereitende Sitzung, oder an welchem Tag denn der Treffpunkt Europa stattfindet.

Da man in Heilbronn wirklich für alles Geld hat, außer für die Bürger — vor allem dann nicht, wenn diese einen Migrationshintergrund haben — vor Ort, konnten wir bereits die letzten Treffpunkte Europa nur noch bedingt veranstalten und zogen dann entnervt die Reißleine. Ich hatte darüber schon mehrfach hier in diesem Blog berichtet; deshalb erspare ich mir auch eine weitere Verlinkung.

Sobald sich die Wogen der OB-Wahl geglättet haben, und die Stadtverwaltung wieder ihre gewohnte Routine — man den Aussagen dann auch mehr Glauben schenken kann — aufgenommen hat, wird die EUROPA-UNION, wie angekündigt, erstmals mit ihren Partnervereinen Verbindung aufnehmen und dann gemeinsam prüfen, ob es überhaupt noch Sinn macht, um unter den gegebenen Umständen über einen weiteren Treffpunkt Europa nachzudenken.

Sollte dies dann doch der Fall sein, muss man weiter prüfen und so weiter und so fort … wie bereits mehrfach erwähnt, es ist nicht einfach, Dinge zu reaktivieren, die erst einmal weggefallen sind.

Deshalb sollten verantwortungsvolle Politiker, ob Stadtrat oder Bürgermeister, lieber zweimal darüber nachdenken, bevor sie Bürgerfeste aus rein persönlichen Gründen heraus kaputtmachen.

Neckarbogen

Eine sehr gute Idee vom damaligen Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, die mit ihren ursprünglichen Zielen auch eine Bereicherung für alle Heilbronner und die Gesamtstadt geworden wäre. Dann aber musste unter seinem Nachfolger aus einer durchaus vernünftigen Stadtentwicklung etwas ganz besonderes für noch besondere Menschen werden.

Und so blieb wohl als erstes die Idee einer neuen Kranenstraße auf der Strecke, die den neuen Stadtteil tatsächlich besser an die Gesamtstadt angebunden und insgesamt die städtische Infrastruktur weit vorangebracht hätte. Aber zumindest die Kernstadt-Heilbronner verließen sich bis zuletzt auf die Versprechen des Gemeinderats und der Stadtverwaltung, nämlich, dass durch den, für alle notwendigen Ausbau der Paula-Fuchs-Alle, der Neckarbogen nicht nur gut an die Reststadt angebunden wird, sondern damit auch die nördliche Innenstadt eine signifikante Verkehrsentlastung erfährt.

Wie wir seit längerem lesen dürfen, diskutieren Gemeinderat und Stadtverwaltung darüber, dass aus der Paula-Fuchs-Alle eine Susanne-Bay-Sackgasse wird, und damit auch die Verkehre des Neckarbogens über die Gerberstraße und die Lammgasse geführt werden müssen.

Dafür spendiert die Stadt den besonderen Menschen im Neckarbogen, die diesen mit erwartungsgemäß gut 6 000 Autos (für 4 000 Anwohner und 1 000 Beschäftigte sowie deren Besucher und weitere Fremdparker) teilen werden, eine Quartiersgarage. Und da die Stadtbusse wohl kaum in eine Sackgasse einfahren werden, ist auch eine Anbindung des Neckarbogens mit öffentlichen Verkehrsmitteln illusorisch. Genau so wie die Nutzung des Blitzes durch Radfahrer — ich sehe schon wie Hunderte Radfahrer sich zu Schulbeginn um die Aufzüge der Brücke balgen.

Dafür können wir dann jeden Morgen und jeweils zu Schulschluss eine Karawane, welche mit bis zu 1 000 Müttern in bis zu 1 000 SUV ihre bis zu 1 000 Kinder über die Bleichinselbrücke transportiert, bewundern. Zu meiner Schulzeit fand das Schaulaufen noch in der Rollschuhhalle gleich daneben statt.

Da wir in Heilbronn aber auch die kommenden Jahre so weitermachen werden, genau so wie bisher, werden auch noch weitere wundersame Entwicklungen zu beobachten sein. Was mir aber als Heilbronner so richtig weh tut, weil ich zusehen muss, wie man eine an sich gut aufgestellte Stadt so hemmungslos herunterwirtschaftet — Potemkinsche Universitäten, Stadtteile oder Forschungszentren helfen da auch nicht viel weiter.

Verkehrsclub Deutschland zieht Bilanz zur Mobilitätspolitik des OB in HN

Am 31. Januar 2022 veröffentlichte der Regionalverband Hall-Heilbronn-Hohenlohe des Verkehrsclub Deutschland (VCD) seine Bilanz zur Mobilitätspolitik des Heilbronner OB seit 2014. Erwartungsgemäß fällt auch diese nicht sehr positiv aus.

VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter zeigt sich sehr enttäuscht: „Harry Mergel lobt sich vor allem für die Ausweisung von Gewerbegebieten und den Ausbau der A6. Beim Öffentlichen Verkehr gab es jedoch nur marginale Verbesserungen, der Radwegeausbau erfolgt nur schleppend. Bei allen Themen, die die Verkehrswende und den Klimaschutz voranbringen könnten, hat Harry Mergel leider keinerlei großes Engagement gezeigtMan habe eher den Eindruck gewonnen, dass der OB im Zweifelsfall seine Hand schützend über die Autofahrer halte und so zum Beispiel auch eine Verkehrsberuhigung der nördlichen Innenstadt verhindere.”

Auch wenn ich selbst nicht mit allen Zielen oder Analysen des Beitrags übereinstimme, ist diese wieder ein Beispiel dafür, wie man in der Heilbronner Politik Stillstand und Rückschritt als fortschrittlich verkauft. Und der Heilbronner OB ist dafür die Galionsfigur, die seit Jahrzehnten für uns Heilbronner nicht wirklich Erfolgreiches vollbracht hat und deshalb gerade zu prädestiniert für das „Weiter so“ ist.

Das Einzige, was mich deshalb erstaunt ist, dass der VCD noch 2014 „große Erwartungen in Harry Mergel gesetzt, nachdem dieser angekündigt hatte, dass das Thema ‚Mobilität‘ ganz oben auf seiner Agenda stehen würde.“  

Nur kommt diese Ernüchterung etwas zu spät, denn der OB wird am 6. Februar 2022 erneut ins Amt gehoben, und das nur „Weiter so!“ wird dann acht lange Jahre gefeiert und zelebriert werden. Sollte es danach einen OB geben, der tatsächlich etwas zum Positiven verändern möchte, dann habe ich jetzt schon mit diesem mehr als Mitleid.

Geburtstag des Tages

James Joyce


Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

22.1.02022 5 (4)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Willkür

Willkür ist eine direkte Folge von Inkompetenz. Michael Schwarz (Heilbronner Stimme, 22.01.2022: 1) umschreibt das Ganze heute sehr nett und nennt es „handwerkliche Fehler“.

So können wir alle sehr froh darüber sein, dass bei uns auch heute noch gilt: „Wer konkrete Werte für das Inkrafttreten einzelner Corona-Stufen festlegt und sich dann an die eigenen Vorgaben nicht hält, findet sich vor Gericht wieder.“

Deshalb musste auch das zuständige Gericht, unser Verwaltungsgerichtshof in Mannheim, so, wie jetzt geschehen, entscheiden — alles andere wäre ein weiterer Schritt Richtung Bananenrepublik gewesen.

Ordnungsamt

Die Werderstraße zeichnet sich nicht wirklich dadurch aus, dass man dort Straßenrennen veranstalten kann. Ganz im Gegenteil, beim letzten Umbau wurde sie vorbildlich zu einer verkehrsberuhigten Zone mit ihrem ganz eigenen Charme umgebaut. Mit ein Grund, warum wir dort, nach unserer Rückkehr nach Heilbronn, auch heimisch wurden.

Da die Werderstraße ein Geheimtipp für alle Pendler von außerhalb ist, und jetzt zusätzlich die Anwohner des neuen „Südpark-Wohnviertel“ — weder mit Park noch mit ausreichend eigenen Parkplätzen (!) — dort um Parkplätze kämpfen, gestaltet sich die Ein- und Durchfahrt auch für uns Anwohner immer schwieriger. Und sobald man selbst einmal einen Parkplatz ergattert hat, versucht man möglichst lange, seine Geschäfte zu Fuß erledigen zu können.

Und so hat es mich vor Kurzem auch etwas gewundert, als ich aus meiner Ausfahrt herausfahren wollte und diese vom Ordnungsamt zugeparkt war. Noch mehr hat es mich aber gewundert, dass unsere städtischen Angestellten dort dann einen Blitzer aufgebaut haben.

Ich kenne die Werderstraße dort ziemlich gut und weiß, dass jeder — wenn er nicht gerade mit einem Laster oder SUV unterwegs ist — ab 30 Stundenkilometer mit Schäden am Unterboden oder gar einem Achsbruch zu rechnen hat. Aber auch ein SUV wird dort kaum schneller fahren können, da es sich langsam und sehr vorsichtig durch die vielen Falschparker schlängeln muss.

So schaute ich zusammen mit meiner besseren Hälfte den Aufbau- und Justierarbeiten zu, danach, wie die Kontrolleure vergeblich eine Weile auf das nächste Straßenrennen warteten, und zum Schluss ihre Installation ganz unverrichteter Dinge wieder abbauten.

Als der Spuk dann vorbei war, konnte ich wieder meine Ausfahrt verlassen und auch die unmittelbar dort parkenden Falschparker zählen — ganze vier Autos. Einmal an diesem Tag die Werderstraße hoch und runtergehen, und unsere Stadt wäre reich geworden. Dafür gibt es beim Ordnungsamt wohl aber andere Zuständige.

Park- und Verkehrskonzept

Wenn ich in Heilbronn etwas von Konzepten höre oder lese, muss ich mir bereits gewohnheitsbedingt das Lachen unterdrücken. Und beim vielbesungenen Beleuchtungskonzept kommen mir sogar die Tränen vor Lachen.

Und so können wir zu Jahresbeginn wieder einmal in der Heilbronner Stimme (22.01.2022: 25) etwas über ein Park- und Verkehrskonzept lesen, das wir Bürger bereits seit Jahrzehnten fordern; selbst die Lokale Agenda Heilbronn hat dieses Thema aufgegriffen, was nun wirklich jedem die Dringlichkeit vor Augen führen sollte.

Wenn man in Heilbronn etwas aber partout nicht umsetzen möchte, dann versieht man dieses Ärgernis mit dem Zusatzwort „Konzept“ und macht gerade so weiter wie bisher. Im Bestfall erstellt irgendeine Firma oder ein Berater dann ein sicherlich sehr kostenintensives „Konzept“, welches im Anschluss in irgendwelchen Schubladen verschwindet.

Und wenn wir Bürger uns wieder einmal daran erinnern, dass es für dieses permanente Ärgernis doch schon zumindest einmal ein Konzept gab, und unserem Ärger doch einmal etwas mehr Ausdruck verleihen, dann, ja dann, kommt wieder einmal ein Verantwortlicher daher und verspricht uns ein neues Konzept.

Wie man heute in der Heilbronner Stimme (22.01.2022: 25) lesen kann, hat „der Gemeinderat … im Juli [2021] Leitlinien zur Park- und Straßenraumnutzung beschlossen, die [die] Verwaltung … umsetzen [soll]“. Wer die Beteiligten kennt, wird wissen, dass dabei nichts Vernünftiges herauskommen kann.

So ist es schon ein Lichtblick, dass Carsten Friese (Heilbronner Stimme, 22.01.2022: 23) uns Heilbronner daran erinnert: „Heilbronn ist nicht die erste Stadt, die eine solche Verkehrslösung anpackt. Es gibt Beispiele, die interessante Alternativen umgesetzt haben.“

Unser Problem ist eher, dass die Verantwortlichen lieber die Dinge weiter aussitzen als es sich mit jemanden vielleicht doch einmal zu verscherzen. Und die „wichtigen Heilbronner“ sind von diesem Ärgernis nicht wirklich betroffen und kaufen auch in Heilbronn nicht ein.

Deshalb erinnere ich gerne nochmals daran, dass wir

  • in der Kernstadt den Durchgangsverkehr reduzieren müssen und dazu die Paula-Fuchs-Alle ausbauen und eine neue Kranenstraße bauen,
  • die Lohtorstraße und Turmstraße zur Fußgängerzone machen,
  • die Gerberstraße und die Lammgasse mit weiteren und auch großflächigen Zebrastreifen versehen,
  • die Kernstadt und auch ihre direkt angrenzenden Viertel zu reinen Anwohnerparkzonen machen und
  • die Pendler wie auch die Besucher in die vorhandenen Parkhäuser und weitere öffentliche Parkplätze leiten müssen.

Dass die Straßen in der Kernstadt zumindest verkehrsberuhigt werden, wurde bereits vor Jahrzehnten von uns Heilbronnern anerkannt und auch immer wieder mehrheitlich mitgetragen.

Es ist nun wirklich an der Zeit, dass sich entsprechend auch einmal etwas bewegt!

Geburtstage des Tages

Francis Bacon, Gotthold Ephraim Lessing und Lord Byron


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

15.10.02021 5 (2)

Foto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Weblog

Kaum habe ich mein Weblog wieder etwas aufgeräumt und schon entdecke ich neue Spielereien, die ich nun unbedingt auch ausprobieren möchte. Ich erledige das wie immer direkt vor Ort und nehme dabei in Kauf, dass es auch schiefgehen kann.

Der interessierte Leser wird in den kommenden Tagen wohl die eine oder andere Änderung hier im Blog bemerken. Und wenn diese mir nicht mehr gefallen, sind sie bald auch wieder verschwunden.

Sollten Sie die eine oder andere positive Änderung bemerken, dann lassen Sie mich dies bitte wissen. Denn ich freue mich, wenn auch anderen dieses Weblog gefällt.

Gerberstraße

Die nordwestliche Innenstadt ist spätestens seit Umwandlung der Sülmerstraße zur Fußgängerzone ein Problem. Der große Wurf, nämlich auch die Turm- und Lohtorstraße zur Fußgängerzone zu machen und die Stadt damit besser an den Neckar anzubinden, blieb bis heute aus.

Mit der Ausweisung der Unteren Neckarstraße als Fußgängerzone wurden Lammgasse und Gerberstraße sogar zu trennenden Bändern und mit der Schließung der Kranenstraße zur heimlichen Rennstrecke für Menschen mit Ortskenntnis.

Deshalb freut es mich, dass nun zumindest im Gemeinderat von einigen Stadträten zielführende Lösungsvorschläge mit ins Spiel gebracht werden.

Auf jeden Fall muss die Paula-Fuchs-Allee so schnell wie möglich realisiert und auch die neue Kranenstraße darf nicht länger verzögert werden. Damit wird, wie schon seit Jahren versprochen, eine große Entlastung der nördlichen Innenstadt erreicht werden können.

Schon sehr schnell kann man Lohtorstraße und Turmstraße in Gänze zu Fußgängerzonen umwidmen und — wie bereits von mir erwähnt und in Stuttgart gut gemacht — nicht nur einzelne Fußgängerstreifen in der Gerberstraße und der Lammgasse zu schaffen, sondern diese Straßen, dort wo sie von Ost nach West gequert werden, in Gänze zur Fußgängerübergängen zu machen.

Die Schaffung einer Quartiersgarage halte ich für utopisch und baue darauf, dass sich „mein altes Viertel“ sehr schnell zu einer sehr attraktiven Wohngegend entwickeln wird, wo Menschen nicht unbedingt eigene Autos als Verkehrsmittel haben wollen.

Und spätestens wenn diese Ideen umgesetzt sind, werden sich auch wieder sehr attraktive Ladengeschäfte in der Gerberstraße und der Lammgasse ansiedeln, zumal diese dann zudem auf „Autokunden“ bauen können und beide Straßen dann die Sülmerstraße und die Untere Neckarstraße sowie die Verbindungen Turm- und Lohtorstraße nicht mehr nur trennen, sondern wieder zu einem wunderbaren Ganzen zusammenfügen.

Felsendiluviale

Die Nagelfluhfelsen (Trias- und Juragestein) in Klingenberg sind Privateigentum, und Eigentum verpflichtet nicht nur bekanntlich, sondern auch per Gesetz.

Seit 1937 sind diese Nagelfluhfelsen zwar als Heilbronner Naturdenkmal „Felsendiluviale“ (Diluvium = Eiszeit) — eines von inzwischen sechs städtischen Naturdenkmälern — ausgewiesen, was aber noch lange nicht bedeutet, dass der Steuerzahler dafür auch die notwendigen Sicherungsmaßnahmen zu tragen hat.

Mir ist es immer noch unverständlich, dass die Allgemeinheit anscheinend bereits vor Jahren diese Kosten schon einmal tragen musste und kann es auch heute nicht nachvollziehen, dass jetzt erneut, zumindest eine anteilige, Kostenübernahme durch uns Steuerzahler im Gespräch ist.

Geburtstage des Tages

Vergil, Friedrich Nietzsche, Michel Foucault und Leonhard Reinwald