Unbekanntes Gemälde

Todsünden 5 (11)

Beitragsfoto: unbekanntes Gemälde | © Pixabay

Neben den altbekannten Todsünden der katholischen Kirche, welche diese übrigens den Haupttugenden gegenüberstellt, gibt es weitere Todsünden, nämlich die der modernen Gesellschaft, welche erstmals im März 1925 von Frederick Lewis Donaldson öffentlich vorgetragen wurden, aber erst mit Mahatma Gandhi weltweit Bedeutung erlangten, als dieser sie im gleichen Jahr publizierte.

Bei den sieben Todsünden der katholischen Kirche handelt es sich um: Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit.

Übrigens die vier Haupttugenden, welche es mit Änderungen mindestens seit der Antike gibt, sind: Tapferkeit, Freiheit, Güte und Gerechtigkeit oder auch Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung.

Die inzwischen acht Todsünden der modernen Gesellschaft, denn Arun Gandhi, ein Enkel von Mahatma Gandhi, hat später eine achte hinzugefügt, sind:

  1. Reichtum ohne Arbeit
    (Wealth without work)
  2. Genuss ohne Gewissen
    (Pleasure without conscience)
  3. Wissen ohne Charakter
    (Knowledge without character)
  4. Geschäft ohne Moral
    (Commerce without morality)
  5. Wissenschaft ohne Menschlichkeit
    (Science without humanity)
  6. Religion ohne Opferbereitschaft
    (Worship without sacrifice)
  7. Politik ohne Prinzipien
    (Politics without principle)
  8. Rechte ohne Verantwortlichkeiten
    (Rights without responsibilities)

Tugenden und Todsünden sind gute Pflöcke, an denen man sich orientieren kann während man durch das eigene Leben hangelt.

Sehr interessant dabei ist, wie sich die Todsünden im Laufe der Geschichte weiterentwickelt haben und damit auch zeigen, wo bei uns heutigen Menschen die Schwerpunkte liegen.

Bei den oben aufgeführten Haupttugenden sieht es schon etwas anders aus, denn die waren wohl noch nie so populär, und offensichtlich waren nirgends kaum mehr als drei Tugenden (Glaube, Liebe und Hoffnung) oder fünf Tugenden (jeweils in China und Indien) zu finden.

Und zu den zehn Geboten geht es gleich hier …

„Es gibt zwei menschliche Hauptsünden, aus welchen sich alle anderen ableiten: Ungeduld und Lässigkeit. Wegen der Ungeduld sind sie aus dem Paradiese vertrieben worden, wegen der Lässigkeit kehren sie nicht zurück. Vielleicht aber gibt es nur eine Hauptsünde: die Ungeduld. Wegen der Ungeduld sind sie vertrieben worden, wegen der Ungeduld kehren sie nicht zurück.“

Franz Kafka, Aphorismen

Rick’s Café Américain

Rick’s Café Américain 5 (4)

Beitragsfoto: Schnappschuss von der Filmkulisse | © Warner Bros. Pictures

Ob alleine, mit der besseren Hälfte oder mit Freunden, ein Besuch in einer guten Bar, einem Café oder auch Nachtclub ist immer die richtige Entscheidung.

Schwieriger ist es wohl eher, auch eine solchen Ort zu finden. Das Entscheidende daran ist, dass man hinterher die dort verbrachte Zeit nicht bereut.

Ich erinnere mich sehr gerne an meine Besuche mit Kameraden und Kollegen z. B. im Hemingway in Paris, im Monk in Brüssel oder auch im M&M in Hannover zurück.

Letztendlich aber war ich dabei stets auf der Suche nach diesem einen Ort, wie er so schön im Film Casablanca zu sehen ist, nämlich Rick’s Café Américain.

Und wie sagt Humphrey Bogart als Rick Blaine so schön?

„Here’s looking at you, kid.“

Rick Blaine, Casablanca 1942
Humphrey Bogart mit Ingrid Bergman

Auf jeden Fall ist der Film Casablanca immer wieder sehenswert und bringt dem Zuschauer dabei einen solchen Ort heute sogar direkt ins Wohnzimmer.

Und wenn man dann die folgende Szene anschaut, möchte so mancher auch selber gerne wieder ans Klavier sitzen.

Dooley Wilson, Musik und Text von Herman Hupfeld (1931)

Alles in allem ist Casablanca ein sehr gelungener Film, den man zudem auch öfters anschauen kann.

Und wer weiß, vielleicht kennt einer dann auch den passenden Ort gleich um die eigene Ecke, und findet auch die Gelegenheit, um alleine, mit der besseren Hälfte oder Freunden dort einen angenehmen Abend zu verbringen.

Und wer weiß, vielleicht kann man dann auch einmal das Folgende sagen.

„Louis, I think this is the beginning of a beautiful friendship.“

Rick Blaine, Casablanca 1942
Humphrey Bogart mit Claude Rains

„Only solitary men know the full joys of friendship. Others have their family; but to a solitary and an exile, his friends are everything.“

Willa Cather, Shadows on the Rock (2021 [1931]: 73)

„Blade Runner“ (1982)

Für Genießer 5 (6)

Beitragsfoto: Filmplakatausschnitt von „Blade Runner“ | © Tandem Productions

Als der Film Blade Runner 1982 in unsere Kinos kam, wurde ich eher durch Vangelis ins Kino gelockt, der die Filmmusik beisteuerte. Ein Schulfreund, der sich für Science-Fiction interessierte, erwähnte noch Philip K. Dick als Autoren der Romanvorlage, von dem ich zuvor noch nie etwas gehört hatte. Von den Schauspielern war mir damals nur Harrison Ford aus dem Film Star Wars bekannt, der mir aber schon dort nicht so sehr gefiel.

Nach dem Film war ich dann von Rutger Hauer begeistert und versuchte weitere Filme zu schauen, wie z. B. The Hitcher oder Hostile Waters, in denen er eine Hauptrolle spielte.

Das folgende Filmzitat gehört noch heute zu meinen Favoriten und besteht aus den letzten Worten von Roy Batty.

“I’ve seen things you people wouldn’t believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser gate. All those moments will be lost in time … like tears in rain. Time … to die.”

Roy Batty (Rutger Hauer)

Damit das Ganze besser wirkt, vor allem für jene, die den Film nicht kennen, habe ich das entsprechende YouTube-Video beigefügt. Und jene, die den Film bereits gesehen haben, werden sich sicherlich darüber freuen.

„C’est le temps que tu as perdu pour ta rose qui fait ta rose si importante.“

Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz (1943)