Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

30.4.02026 5 (9)

Beitragsfoto: Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

Vakuum

Da wollte gerade ein städtischer Mitarbeiter von meiner besseren Hälfte wissen, wer nun der neue Kreisvorsitzende der EUROPA-UNION sei, da ich doch verstorben wäre. Selbst von Vollidioten darf man wenigstens etwas Anstand und Höflichkeit erwarten. Bei uns sind die Idioten inzwischen schon so voll, dass diese selbst nicht mehr über die geringsten menschlichen Regungen verfügen!

Könnte aber auch sein, dass man im Rathaus gerade ein paar Runden Freibier springen ließ — wohl wegen meines überraschen Ablebens — und dies bei einem Mitarbeiter zu einer Art Anfall von Arbeitswut führte. Wobei es mich doch sehr wundern würde, wenn man bei uns im Rathaus auch nur eine einzige aktuelle Liste hätte.

Nun, da ich den ersten Schock über mein plötzliches Ableben überwunden habe, versuche ich das Ganze einmal einzuordnen. Vor kurzem wurde ich vom Bundesverband gefragt, ob es Sinn machen würde wie in Europa und im Bundesgebiet auch in Heilbronn einen „Bettelbrief“ an den jeweiligen Oberbürgermeister zu schreiben, um die Stadt für ein europäisches Werbevorhaben zu gewinnen. Ich versprach mir von der gesamten Aktion zwar nichts, bezweifelte gar, dass der OB mitmachen würde, empfahl aber einen solchen Brief über Berlin einzusteuern (Stichwort: Obrigkeitshörigkeit). Und zu meiner völligen Überraschung, Berlin hatte Erfolg! — was mich sehr freut.

Der zweite Punkt, der mir dazu einfällt, ist, dass mein Vater — die aufmerksamen Blog-Leser dürften es wissen — völlig überraschend vor gut eineinhalb Jahren verstarb. Vielleicht für manche Nichtheilbronner überraschend, dass ich genau so heiße wie mindestens mein Großvater und mein Vater zuvor auch. Was aber zumindest in der Stadt bekannt sein dürfte ist, dass ich seit gut 20 Jahren Kreisvorsitzender bin. Zudem sollte dort bekannt sein, dass Ehrenämter nicht vererbt werden und mein Vorgänger im Amt Walter Dörr war.

Und so könnte es tatsächlich sein, dass man im Rathaus aus irgendeinem Grund heraus versucht hat, einmal selbst zu denken — und dies noch bevor das IPAI fertiggestellt ist.

Das IPAI-LLM hätte wahrscheinlich vorab erst einmal auf die Website der EUROPA-UNION geschaut und vielleicht sogar noch auf die in einem Rathaus zwingend zu führenden Listen, bevor es meine bessere Hälfte mit meinem überraschenden Ableben konfrontiert. Ok, selbst ausländische LLM können heute schon lesen und schreiben, manche sogar unfallfrei telefonieren.

Nun bin ich einmal gespannt darauf, ob die EUROPA-UNION nun überhaupt noch die bereits zugesagten Flaggen für den Europatag bekommt? Denn an kleinen Wadenbeißern hat es in unserer Stadtverwaltung noch nie gemangelt.

Subventionen

Da kann ein Bundeskanzler soviel herumbrüllen wie er auch möchte, Subventionen waren schon immer und dies nur in Ausnahmen eine positive Regierungspolitik. Subventionen sollten zum einen die schwächsten in unserer Gesellschaft stützen und zum anderen für notwenige gesellschaftliche Veränderungen Anreize setzen.

In beiden Fällen muss es das Ziel sein, dass diese Subventionen nicht zum Selbstzweck werden und keinen Ewigkeitsstatus erhalten! Und auch Steuerbefreiungen sind im Gegensatz zu Steuersenkungen reine Subventionen.

Im Falle wie bei uns heute, wo Subventionen fast schon mehrheitlich nur noch der legalen Ausplünderung des eigenen Landes dienen und dabei mit Masse die jeweiligen Wähler, Parteimitglieder oder gar Parteisponsoren mit Steuergeldern überhäuft werden, wobei schon alleine aufgrund der heutigen Schuldenberge an den echten und notwendigen Subventionen gespart werden muss, hat sich demokratische Politik erübrigt. Als Folge davon befinden wir uns gefühlt längst in einer reinen Bananenrepublik.

Wenn wir unser Land und unsere Demokratie noch retten wollen, dann müssen wir umgehend jene Subventionen streichen, die die Besserverdienenden unter uns erreichen und auch Großkonzernen wie Multimillionären keine völlig unnötigen „Steuererleichterungen“ mehr garantieren.

Wir müssen die Subventionen auf ihre notwenigen Ursachen zurückführen und diese dabei auch immer auf wenige Jahre begrenzen.

Bei über vier Billionen Euro Schulden, die täglich weiter ansteigen, müssen wir sehr dringend mit einer verantwortlichen Politik beginnen und signalgebend (!) zuallererst einmal unseren völlig überteuerten Berufspolitikern den Brotkorb etwas höher hängen und zudem deren Parteiapparate und Parteiorganisationen und -institute auf das Nötige begrenzen.

Vermischtes

Seit ein paar Jahren versuche ich vergebens einen Bundestagsabgeordneten mit dem ich kameradschaftlich verbunden bin nach Heilbronn zu bekommen. Könnte aber auch an Heilbronn liegen.

Ein Blog-Beitrag von „anmut und demut“ motivierte mich heute dazu wieder einmal eine Trip-Hop-Platte aufzulegen. Dabei stellte ich fest, dass ich zum Unmut meiner besseren Hälfte die Massiv Attack-Platte noch gar nicht weggeräumt hatte.

Nun liegt „Dummy“ (1994) von Portishead auf dem Plattenteller und meine jüngste Erwerbung (kleiner Insider) „Boots“ von Nancy Sinatra muss nun weichen — die blaue Platte glitzerte auf alle Fälle aber wunderbar vom Plattenteller.

Trip-Hop lernte ich kurz vor meiner besseren Hälfte kennen und schätzen, was zu meiner damaligen Stimmung ganz gut passte. Da meine bessere Hälfte schon immer weit extravertierter als ich war, konnte sich der Trip-Hop bei uns nicht so richtig durchsetzen. Meine Rap-Platten wurden allerdings die ersten Jahre noch geduldet. Einen gemeinsamen Nenner fanden wir eher beim Jazz und der Klassik, auch wenn meine Plattensammlung genügend Musik bot, mit der meine bessere Hälfte ebenfalls ganz gut leben konnte.

Guido Kühn ließ es sich heute nicht nehmen, um wohl ein aktuelles Spiegel-Interview mit Friedrich Merz zu kommentieren. Selbst die New York Times hat inzwischen schon etwas Mitleid mit dem Bundeskanzler. Neben Wal Timmy haben wir nun auch noch Kanzler Mimimi, um über das erste Sommerloch hinweg zu kommen. Etwaige Spenden bitte direkt an die CDU-Bundespartei.

Ceterum censeo, Minister oder gar Bundestags- oder Kommissionspräsidentinnen, die nicht einmal unfallfrei ein Telefon benutzen können, gehören sofort aus dem jeweiligen Amt entfernt.


Fediverse Reactions
Pflanzen

21.4.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Pflanzen & Blüten

Vermischtes

Mal etwas Positives. Mein nächster Florenz-Aufenthalt ist durchgeplant und -gebucht. Zum ersten Mal rein privat — auch ich bin lernfähig. In einer asozialen Welt sozial zu sein ist einfach eine blöde Idee — Christentum und Humanismus waren gestern, wenn überhaupt jemals.

Inzwischen bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass Fachvorträge nur für Fachpersonal sein dürfen. Und wenn jemand daran teilnehmen möchte, dieser vorab zwingend ein Minimum an Kenntnissen nachgewiesen haben muss. Als Ausnahme lasse ich weiterhin die Politik gelten — dort ist einzig und alleine das Gewähltwerden ausschlaggebend.

Wegen technischer und Umstellungsproblemen, Leseschwierigkeiten aber auch sonstigen Herausforderungen warte ich weiterhin auf eine nötige Zuarbeit von städtischen Behörden und Institutionen. Die Heilbronner Lösung ist dabei einfach: wir schaffen weitere Behörden und Strukturen. Was aber auch etwas Positives für unsere Stadt haben wird, denn in ein paar Jahren besteht die gesamte Kernstadt nur noch aus Behörden, Banken und Versicherungen. Die dort verbliebenen Kindergärten und Lokale dienen dann nur noch der reinen Selbstversorgung.

Gestern habe ich kurz entschlossen versucht einen Baum zu fällen. Dieser besitzt eine erstaunliche Standfestigkeit und überlebte sogar die letzte Nacht. Heute gilt es nun, ihn zu Fall zu bringen. Die folgenden Aufräumarbeiten werden mich sicherlich eine Weile auf andere Gedanken bringen.

Bloggen

Warum noch bloggen, das fragen sich immer mehr Blogger in meinem Umfeld — wieder einmal. Und auch Detlef Stern überlegt aktuell, ob er nun seine lange Woche einstellt oder nicht.

Aber auch ich werde immer skeptischer, vor allem weil die Blogs, die ich bereits seit Jahren gerne lese, immer professioneller werden. Ok, auch ich habe früher meine Rechtschreibung via Duden etwas korrigieren lassen — eine Unart, die ich noch aus meinem Berufsleben übernommen hatte. Heute korrigiere ich meine Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler nur noch, wenn mich ein Leser darauf aufmerksam macht oder ich es später dann doch noch selber feststelle.

Ich lehne es aber vehement ab, mir durch andere oder auch nur durch eine künstliche Intelligenz beim Denken und Schreiben helfen zu lassen. Und schon gar nicht möchte ich Produkte lesen, die nicht zu 100 % vom Autoren stammen, dafür ist mir meine Zeit einfach zu schade. Was wohl nun alles in allem zu einer neuen Skepsis führt — vielleicht aber zeichnet sich nur ein Generationenwechsel bei uns Bloggern ab.

Da für mich selbst das Bloggen Teil meines Denkprozesses ist, werde ich damit sicherlich weitermachen. Die Frage ist nur, ob noch in dieser Art und Weise. Hätte ich die technische Kompetenz von Detlef, wäre mein Blog schon längst in meinen Zettelkasten oder eine andere Art von digitalem System abgewandert. So bleibe ich wohl beim Bisherigen, aber reduziere dabei die Austausch- und Kommunikationsmöglichkeiten weiter.

Aktuell denke ich darüber nach, auch meine allerletzten Social Media — sogar das Anti-Social Medium — nach Nirwana zu schicken und selbst darüber, die Kommentarfunktion stillzulegen. Die letzten Blogger meiner Generation sollten sich nach all den Jahren über ihre jeweiligen Blogs hinweg austauschen können — dafür gibt es sogar gleich mehrere Plug-ins.

Und auch die „Meta-Blogs“, die die Beiträge anderer Blogs sammeln und weitergeben, sind für mich nicht das Gelbe vom Ei — zwar sehr bequem und sicherlich Reichweite fördernd, stehen sie dennoch im vollen Gegensatz zur ursprünglichen Blog-Idee.

Wie heißt es so schön in einer Werbung für die kommenden Blogger: „Du denkst Dir Deinen Blog und Deine Software und wir machen für Dich den Rest. Danach musst Du nur noch die Millionen-Euro monatlichen Gewinn einstecken.“

Studieren

Heute kamen gut 30 Studenten zur Vorlesung, maximal finden sich bis zu 40 Studenten in meinen Vorlesungen ein. Eigentlich nichts besonderes. Heute haben zwei Studenten Fragen gestellt, einer bezüglich des Inhaltes und einer hatte eine organisatorische Frage. Was mich nun aber doch etwas erstaunt ist, dass sich zur kommenden Klausur gleich 100 Studenten angemeldet haben.

Da es sich bei meinen Vorlesungen weder um Raketenwissenschaft oder gar um neuzeitliche Philosophie handelt, dürfte diese Diskrepanz auch völlig in Ordnung gehen, denn die Studenten müssen in der Klausur nur nachweisen, dass sie von der Thematik schon einmal etwas gehört, besser noch darüber schon einmal etwas gelesen haben.

Was nun doch etwas für meine Vorlesungen spricht, ist die Tatsache, dass jene, die mich regelmäßig hören eine höhere Bestehensquote bei der Klausur haben und dies über die vergangenen Semester hinweg.

Was mich dabei stört ist eher die Tatsache, dass ich völlig unnötiger Weise schlechte Klausuren mit korrigieren muss. Mit etwas mehr studentischem Willen liefen mir die Korrekturen viel einfacher von der Hand. Schlechte Klausuren kosten mich gut doppelten Aufwand, was den Studenten allerdings völlig egal sein dürfte.

Und da es keine Fachgespräche mit den Studenten gibt, freue ich mich immer wieder über den Austausch mit Detlef Stern. Dieser fragt sich schon etwas länger, warum Studenten heute überhaupt noch studieren wollen.

Wer glaubt sich über YouTube-Videos und LLM Wissen aneignen zu können, der glaubt auch an Globuli und den Nürnberger Trichter.

Vorlesungen sind ein Angebot, um mit „Wissenden“ ins Gespräch zu kommen und über den Austausch mit diesen Unterstützung und ggf. auch Hinweise für das eigene Lernen zu erhalten. Vorlesungen sind nur Hilfestellungen, um das eigene Lernen zu verbessern. Wissen und Erfahrung muss sich jeder selbst aneignen.

Das Problem unserer Welt ist dabei, dass die Masse der Menschen kein eigenes Wissen und keine eigene Erfahrung mehr benötigt, um als Verbraucher ein glückliches Leben führen zu können. Was allerdings bei viel zu vielen zu einer Art Hybris führt.

Heute sind die meisten davon überzeugt, dass, wenn sie auch nur einen Computer anschalten können, sie der kommende Bill Gates sind. Besser noch, wenn sie in ein heutiges Auto steigen, das eigentlich keinen Fahrer mehr benötigt, sie mindestens Formel-1-Rennfahrer seien.

Und so dürfte es sich inzwischen um ein gesamtgesellschaftliches Problem handeln.


Blogger

23.2.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Blogger | © cottonbro studio auf Pexels

Zucker

Es gibt sie noch, die positiven Meldungen! Daniel Günther, ein Politiker, den ich sehr schätze, will nun nach dem Scheitern auf dem CDU-Parteitag eine Zuckersteuer über den Bundesrat durchsetzen.

Leider haben es gute Politiker in der Union ziemlich schwer und jene, die sich gerne schmieren lassen, werden Mittel und Wege finden, um Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten erneut eine Niederlage zuzufügen.

Dabei hätten wir bei uns in Deutschland ganz andere Probleme und Herausforderungen zu lösen, was aber immer schwieriger wird, wenn fast nur noch Menschen in unseren Parlamenten und Behörden sitzen, die weder lesen noch schreiben und schon gar nicht mehr rechnen können.

Früher™ hat man die buckelige Verwandtschaft in Klöstern untergebracht, wo diese vor lauter Langeweile von ganz alleine lesen, rechnen und schreiben lernten.

Verbote

Nun sind sich alle Politiker darin einig, dass neue Verbote hergehören! Damit kann man bei uns in Deutschland immer punkten. Wie man dieses neue Verbot für Kinder Soziale Medien zu nutzen, umsetzen oder gar durchsetzen möchte, bleibt wie meist immer fraglich.

Eins ist aber sicher, wir werden bald und dies angefangen in Baden-Württemberg ganz neue Ministerien bekommen und diese mit Tausenden neuen Beamten und Verwaltungsangestellten füllen.

Was mich nun fragen lässt, warum bei uns keiner Dummheit und Faulheit verbietet? Kurz darauf hätten wir das Paradies auf Erden.

Vermischtes

Meine heutige Fahrt mit dem meseno-Bus war erfolgreich, was dazu führte, dass ich zum Schluss ganz schön zu schleppen hatte. Der Vorteil, wenn man ehrenamtlich unterwegs ist, man erspart sich u. a. einen Besuch im Fitness-Studio.

In einer ganz anderen Sache zeichnet sich so langsam eine Lösung ab. Wenn dann alles unter Dach und Fach ist, kommt die Zeit der Rechtsanwälte und Notare. Danach wird es hoffentlich für mich ein wenig ruhiger werden.

Für mein letztes Suchbild gab es einen Lösungsversuch und der kam sogar ziemlich nah an das Fotografierte heran. Die Stuttgarter Staatsoper hat nun auch schon ein paar Jahre lang eine ausgebaute Bar im ersten Geschoss. Und diese Bar hat man mit einer eigenen Decke gekrönt. Ich wollte schon lange einmal davon ein Bild machen, was ich bisher immer wieder vergessen habe. Nun, da ich keine Fotografien von Decken mehr sammele, erinnerte ich mich daran und konnte endlich in einer Aufführungspause zur Tat schreiten.

Verstörend, wovon u. a. Thomas Gigold in einem Blog-Beitrag berichtet. Aber nicht wirklich deshalb, weil es so etwas überhaupt gibt, sondern weil die hybride Kriegsführung seit Jahrzehnten sogar in der Militärpolitik angekommen sein dürfte und man deswegen längst hätte reagieren müssen.

Aber es gibt in der hybriden Kriegsführung auch drollige Dinge zu beobachten, denn zumindest kann man im hiesigen Stadt- und Landkreis inzwischen russische Mitbürger immer öfters an den Nummernschildern erkennen, denn diese Personengruppe nimmt gerne „88“ oder „18“. Ob diese Menschen auch noch eine Kombination von „16“ und „23“ verwenden, konnte ich bisher nicht feststellen.

Und so wird es langsam aber sicher Zeit, dass ich mich wieder einmal etwas in Fachliteratur vertiefe. Hans von Dach hat schon 1957 in seinem Band „Der totale Widerstand“ allgemein verständliche Tipps und Anweisungen gegeben.

Für mein eigenes Blog verwende ich inzwischen ein Plug-in, das meine Hyperlinks mit dem Internet Archive verknüpft — auch wenn das erzielte Ergebnis nicht immer zufriedenstellend ist. Ich hätte zumindest beim Erstellen der eigenen Websites von Anfang an darauf achten müssen, dass diese auch noch später lesbar sind.

Wobei das für mich nie eine Rolle spielte, da Foren, Blogs und Websites die aktuell stattfindende Kommunikation mit Menschen vereinfachen sollte und nie als Ablage oder gar Archiv gedacht war — ich habe auch nie meine Briefe oder Postkarten gesammelt.

Was nun wieder zu einer ellenlangen Diskussion mit Detlef Stern führen könnte, ob und warum man überhaupt ein Backup, ganz zu schweigen von einem eigenen Archiv benötigt. Ich gehe weiterhin davon aus, dass es ein Recht auf Vergessenwerden gibt oder aber zumindest geben müsste. Und so sind meine heutigen Archivierungsversuche ein netter Zeitvertreib und Spielerei als ein Versuch, um der Nachwelt ewig erhalten bleiben zu können — was ich dieser zumindest in meinem eigenen Falle auch gerne ersparen möchte.

Und so sind meine eigene Blog-Beiträge schnell geschrieben und auch sehr schnell wieder verdaut. Sie sind ein Einblick in meine aktuellen Denkprozesse oder zumindest aber -versuche. Das Schreiben hilft mir persönlich beim Denken und die aktuelle Technologie dabei, dass ich manche solcher Prozesse hinterher noch etwas für mich nachvollziehen kann. Ob das dann auch Sinn macht, darüber habe ich mir noch keine Meinung gebildet. Zur Zeit sieht es eher danach aus, dass der Blick auf ältere Beiträge hier im Blog alleine nostalgischen Zwecken dient — je älter ich dabei werde, umso öfters.

Dies bringt mir dann wieder jene Versuche in Erinnerung, die sämtliche digitalen Beiträge mit einem Zeitstempel versahen oder versehen wollten und nach einer vorab bestimmte Zeit, diese von ganz alleine wieder löschten. Jene Menschen, die das Internet anders sehen, sorgten mit den unterschiedlichsten Archivierungsdiensten nun dafür, dass sämtliche Löschbemühungen inzwischen vergeblich sein dürften. Dieses Recht auf Vergessenwerden müssen sich künftige Generationen wohl selber erkämpfen!

Bis dahin nutzen neue Technologien, wie z. B. die LLM, alles Geschriebene oder Abgespeicherte dazu, um etwas ganz Neues und völlig Anderes zu schaffen. Wohin dies dann führt, wissen wir alle nicht.

Eins ist aber ganz gewiss, kein einziger Mensch, der das Internet alltäglich mit Inhalten füllt, wird selbst davon profitieren; das ist wie mit der Arbeit auch.