Lesezeichen

Trumpismus 5 (2)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Den hier verlinkten Meinungsbeitrag von Jonathan Rauch und Peter Wehner, welcher bereits am 19. September 2026 in der New York Times erschienen ist, empfehle ich jedem zur Lektüre. Die Weblog-Leser können diesen Beitrag übrigens kostenfrei lesen.

Die Autoren des Beitrags behaupten, dass „Trump Has Finally Lost the Plot!“ und alle Demokraten dieser Welt dürfen darauf hoffen, dass sie damit auch Recht behalten.

Der etwas längere Beitrag mit ungefähr 18 Minuten Lesezeit ist auf alle Fälle eine gute Zusammenfassung der Trumpschen Politik in dessen zweiten Amtszeit. Beide Autoren nutzen dabei einen Begriff von Max Weber, der solch eine Politik vorab sehr gut beschrieben hat und dabei als Patrimonialismus brandmarkte.

Dass Donald Trumps GOP bzw. MAGA-Regime durchaus als patrimonial angesehen werden kann, das hat Jonathan Rauch bereits im Mai 2025 unter der Überschrift „Mafiaboss im Weißen Haus – Die patrimoniale Herrschaft des Donald Trump“ in den Blätter für deutsche und internationale Politik (Ausgabe Mai 2025) kundgetan. Nun aber mit dem Erscheinen seines jüngsten Beitrags in der New York Times dürfte eine ausreichende Öffentlichkeit erreicht worden sein, um nicht hinterher wie bei uns in Deutschland behaupten zu können, dass man von alledem nicht gewusst haben möchte.

Im Original erschien dieser Beitrag bereits am 24. Februar 2025 in The Atlantic unter dem Titel „One Word Describes Trump“.

„Korruption ist die Achillesferse des Patrimonialismus, weil die Öffentlichkeit Korruption versteht und ablehnt. Sie ist nicht abstrakt wie ‚Demokratie‘ oder ‚die Verfassung‘ oder ‚Rechtsstaatlichkeit‘. Sie vermittelt, dass die Regierung für sie und nicht für dich arbeitet.“

Jonathan RAuch (2025)

Und wie ich es selbst schon vor Jahren schrieb, wer unsere Demokratien retten möchte, der muss zwingend die Korruption bekämpfen! Und auch wir Deutschen müssen zwingend handeln bevor es zu spät für uns alle ist; nicht nur ein Donald Trump gehört schon längst ins Gefängnis, sondern auch nur z. B. der eine oder andere (ehemalige) Bundesminister bei uns.

„Trump for prison – Make Amerika safe again!“

Anon

Schnappschuss

20.5.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Amigos

Angelika Niebler macht aktuell mehr Schlagzeilen als es dem Europäischen Parlament gut tut. Aber auch Gheorghe Piperea, Peter Liese, Axel Voss, Markus Ferber und Manfred Weber gehören zu den „Weltmeistern“ bei den Nebeneinkünften. Spannend sind aber nicht die sicherlich moralisch verwerflichen Nebeneinkünfte dieser Volksvertreter, da diese wohl nur die Spitze des Eisberges sein dürften, sondern die Tatsache, dass unsere Amigos die Aufhebung der politischen Immunität Ihresgleichen verhindern, selbst dann, wenn Staatsanwälte von kriminellen Machenschaften einiger Abgeordneter überzeugt sind.

Langsam aber sicher könnte man zu der Überzeugung gelangen, dass die Union immer „republikanischer“ wird. Was auch erklären könnte, dass deren Abgeordnete immer öfters mit der AfD abstimmen oder versuchen, AfD-Politiker in wichtige Ämter zu hieven.

Ein Unterschied kann man dabei doch erkennen, denn die GOP hat eine interne MAGA, während die Union „ihre MAGA“ einfach ausgesourced hat — was, wenn es schiefgehen sollte, eindeutig intelligenter ist.

Straßburg

Sobald man glaubt, dass man bereits alles gesehen und erlebt hat, wird man eines Besseren belehrt. Eine ganzen Tag lang konnte ich eine Reisegruppe nach Straßburg begleiten, was ich bereits seit 1979 immer wieder mache. Inzwischen hat man mit dem Programmablauf und den zu besichtigenden Orten so seine eigenen Routinen. Einzig die Gruppen mit denen man in sich dort aufhält ändern sich quantitativ wie auch qualitativ. Und für jede dieser Gruppen dürfte ich ein passendes Programm anbieten können.

Heute wurde ich dann doch etwas überrascht, konnte aber Dank der Flexibilität meiner Ansprechpartner vor Ort nachsteuern. Zum Glück war in der Stadt weniger los als sonst so üblich, was mit zum positiven Ausgang beitrug. Und auch das Wetter war uns gnädig.

Erfreulich war die Reaktion auf ein von mir angebotenes Suchspiel. Noch erfreulicher, dass gleich zwei Mitfahrer die Lösung präsentieren konnten. Weniger erfreulich die Telefonate welche mich während der Fahrt erreichten, dabei hatte ich im Vorfeld gebeten, mir einen Tag lang eine Auszeit zu gönnen.

Die nächste Fahrt wird mit einer Kleingruppe erfolgen, da ich gerne ein ganz bestimmtes Restaurant ausprobieren möchte. Wer mein erstes Buch gelesen hat, der dürfte auch wissen welches.

Vermischtes

Der gestrige Tag begann für mich mit einem Nichtkäffchen und dem netten Hinweis, dass es in den beiden nächsten Wochen auch kein Käffchen gäbe. Danach ging es wie üblich in die Vorlesung. Fast, denn zuvor durfte ich mir noch drei Sprint Reviews der Siebtsemester anhören. Auf gut Deutsch: drei Scrum-Teams stellten mir als „Product Owner“ ihre bisherige Arbeit vor. Mein eigener Schwerpunkt lag dabei zu gucken, was aus meiner Vorlesung im zweiten Semester hängengeblieben ist und ob die Studenten ihr Wissen auch zielgerichtet umsetzen können. Ich wurde von den Teams positiv überrascht, eines schaffte es sogar so zu performen, dass ich begann mich wohlzufühlen — hatte ich bisher an der Hochschule noch nicht.

Gut, dass es noch Studenten gibt, die leistungswillig sind; dürfte aber im letzten Semester auch erwartet werden. Schlecht, dass diese Studenten keinen Masterabschluss anstreben. Spannend wäre es nun näher zu ergründen, woran das liegt.

Ich befürchte, dass auch hier unsere Gesellschaft ins Wanken gekommen ist und „Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.“ inzwischen umgekehrt sein dürfte. In einer Gesellschaft, wo der Schein mehr als das Sein bedeutet, wohl eine völlig normale Entwicklung. Was dazu führt, dass selbst Studenten Bildungsabschlüsse nicht mehr wertschätzen und die guten Studenten sich lieber „im echten Leben“ beweisen möchten.

Abends dann die Nachfrage, wo mein Blog-Beitrag bliebe. Das echte Leben sorgte dafür, dass ich eine Extended Day Shift lang keine Zeit zum Bloggen hatte und nächtens viel zu müde war, um noch über den vergangenen Tag zu reflektieren.

Aktuell [5 Uhr früh] warte ich auf die Abfahrt nach Straßburg und nutze die Zeit, um schon einmal mit dem Nachdenken zu beginnen … vielleicht finde ich dann am Abend Gelegenheit, um diesen Beitrag abzuschließen.

Wenn schon ein 28-Jähriger Student völlig zurecht feststellt, dass mit zunehmenden Alter das Denken schwerer fällt, sollte ich mir eigentlich keine größeren Gedanken mehr machen — trotz meiner vielen Hilfsmittel, um mein Denken zu vereinfachen.


Blitz

United States Immigration and Customs Enforcement 5 (1)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Rein zufällig und nicht beabsichtigt hatte ich heute Morgen gleich zwei Begegnungen mit den Auswirkungen unserer Stadtverwaltung. Ich schreibe nicht mehr darüber, das habe ich mir zum Jahreswechsel in einem Blog-Beitrag so vorgenommen.

Während sich bei uns Menschen mit einer KZ-Turmwärter- oder einer Mauerschützenmentalität immer mehr im öffentlichen Dienst ausbreiten, geht man in den USA einen ganz anderen Weg. Die Idee dahinter ist einfach genial aber auch von Douglas Adams geklaut.

In den USA sammelt man den Abschaum der Gesellschaft in einer ganz eigenen Behörde, nämlich dem United States Immigration and Customs Enforcement. Und damit deren Angehörige auch wissen, wo sie arbeiten und dies dann auch sprechen wie schreiben können, kürzt man das ab: ICE — da kann sich auch wirklich jeder US-Amerikaner ein Bild von machen.

Aber nun zurück zur brillanten Idee, man sammelt dort alle Mitbürger, die man weder selbst im Land haben möchte noch gebrauchen kann. Sobald es dann eine ganze Weile keine Bewerbungen für diese Jobs mehr gibt, kann man davon ausgehen, dass man den Großteil dieser Bürger abgefischt hat.

Und dann kommt die schon etwas länger vorbereitete nächste Stufe. Ein Elon Musk und ein Donald Trump geben unisono die Besiedlung der Venus bekannt. Die GOP / MAGA-Größen übernehmen die Verantwortung für je ein Starship von der Firma SpaceX und bemannen diese mit den ICE-Mitarbeitern.

Warum gerade die Venus? Weiß doch jeder auch nur halbwegs gebildete Bürger, dass es dort freien Sex für alle gibt. Die eingeweihten und immer bestens informierten Republikaner wissen zudem, dass Jeffrey Epstein bereits heimlich dorthin gebracht wurde.