Konzert

Musikvideo zum Tag 4.3 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Nachdem ich seit gestern etwas am aktuellen Feminismus zu kauen habe, erinnere ich mich daran, dass es bereits in den 1970er-Jahren Mädchen gab, die durchaus den einen oder anderen Konzertsaal rockten. Das Erstaunliche daran, sie waren damals etwa alle in meinem Alter — da kam man sich selber „ziemlich alt“ vor.

Das Traurige daran, sie wurden ganz offensichtlich schlimmer verheizt als ihre männlichen Counterparts und so war bereits nach vier Jahren wieder Schluss.

In Erinnerung blieben sie wohl mit ihrem größten Erfolg „Cherry Bomb“ (1976), der auch auf ihrem Debutalbum „Runaways“ (1976) zu finden ist.

Mir gefällt noch heute der Song „California Paradise“ (1977) am besten, was aber wohl eher an der Sängerin Cherie Currie lag.

Manche kennen Cherie Currie noch als Schauspielerin („Parasite“, 1982) oder als Kettensägenkünstlerin, die über eine eigene „Chainsaw Art Gallery“ in Chatsworth verfügte, letzteres ist sicherlich für diese Sängerin sehr passend.

Zum Schluss dann noch ein Song, der das Schicksal dieser Gruppe gleich vorwegnahm.

„Neon Angels On The Road To Ruin“ findet man ebenfalls auf der Platte „Queens of Noise“ (1977).

Alles in allem erinnert mich Chrisis Auftritt letzten Samstag sehr an diese Band und ich muss sie einmal fragen, ob das rein zufällig oder gar ganz bewusst so eingeplant war. Und die Gruppe wiederum an ein Blind Date in den 1980er-Jahren am Strand in Kalifornien.

„Malibu shines like summer gold
Wild beaches
In the salty wind
California summers never end“

The Runaways (1977)

Kinobesucher

Kino 4.4 (12)

Beitragsfoto: Kinobesucher | © Amit Kumar auf Pixabay 

Großes Kino ist immer eine feine Sache, nicht nur im Film. Aber erst seit dem Zelluloidfilm ist das Filmtheater die einfachste Art und Weise, um „großes Kino“ erleben zu können. Und wie bei allem anderen auch, wird im Film viel zu viel Müll und noch mehr Durchschnittliches produziert. Hierbei fällt es einem immer schwerer, um die richtige Auswahl zu treffen.

Noch heute stelle ich viel zu oft fest, dass ich wieder einmal einen Film zum Schauen angefangen habe, den ich mir besser hätte ersparen sollen. Und seit einem die Filme einfach so ins Haus gespült werden, kommt dies immer häufiger vor. Deshalb habe ich mir es nun vorgenommen, hier ebenfalls die Notbremse zu ziehen. Auch im Film sollte analog zum Buch gelten, dass man grundsätzlich keinen Film angucken sollte, der jünger als ein Jahr ist — dies erspart einem schon einmal sehr viel völlig Unnützes. Wenn der Film gut ist, dann ist er dies noch ein Jahr später. Und im Falle, dass er wirklich gut ist, dann ist er zeitlos — zumindest ein Menschenleben lang.

Und so stellt sich mir viel zu spät die Frage, warum Neues wagen, wenn es mir noch nicht einmal gelungen ist, alle schon bisher wirklich guten Filme anzuschauen.

Gestern gab es eine Veränderung, ich wurde zum ersten Mal Großonkel, welche mich ein wenig melancholisch werden ließ und bei mir das Verlangen zum Filmgucken weckte. Ein Griff ins Regal auf der Suche nach etwas Beschaulichem, vielleicht auch romantisch angehaucht, brachte den Film „Schlaflos in Seattle“ (1993) zum Vorschein. Diesen sah ich zum ersten Mal auf einem Transatlantikflug und kaufte ihn später, um ihn wieder einmal anschauen zu können.

Diesen Film hatte ich schon einmal für gut befunden und war nun gespannt, ob ich ihn heute noch in Gänze anschauen können werde. Ein kurzes Googeln ergab, dass sich die damaligen Filmkinder, welche mir am besten von der gesamten Filmcrew in Erinnerung geblieben waren, heute anderweitig zu beschäftigen wissen. Ross Malinger, der den Jonah Baldwin spielt, ist Autoverkäufer in Malibu — es gibt schlechtere Orte, um sein Geld zu verdienen. Um Gaby Hoffmann, die als Jessica Jonahs Freundin spielt, ist es ebenfalls ruhiger geworden. Sie lebt inzwischen mit ihrer Familie in Woodland Hills, auch kein schlechter Wohnort.

Meg Ryan, die noch heute filmisch unterwegs ist, hatte in den 1990er-Jahren ihren besten Lauf. Tom Hanks hingegen dürfte noch heute zu den richtig guten Schauspielern gehören. Bill Pullman, der den verständnisvollen Ex-Verlobten spielt, ist gleichfalls erwähnenswert. Zum Film selbst ist noch heute nicht viel zu schreiben. Bei der Filmmusik verlässt man sich auf Klassiker und macht dabei wenig falsch. Mir gefallen die vielen Anspielungen auf schon damals etwas ältere Filme, was mich bereits schon einmal hier im Blog zu einem eigenen Beitrag verführte.

Mein heutiges Fazit zum Film, man kann ihn noch immer angucken, ohne dabei das Gefühl zu bekommen, die dafür aufgewendete Zeit zu bereuen. Allerdings konnte und kann „Schlaflos in Seattle“ nicht so ganz mit den anderen zeitlosen Filmen mithalten — aber er ist noch heute etwas fürs Herz, ein klassischer Wohlfühlfilm.

Ob ein Filmzitat aus „Schlaflos in Seattle“ es jemals auf meine damalige Filmzitate-Website schaffte, kann ich nicht mehr sagen, manche der dortigen Zitate habe ich hier auf den Blog gepackt. Vielleicht findet sich ein Leser, der nun dort einmal nachguckt — ebenfalls ein sehr entspannender Zeitvertreib.

„Look, Annie … I love you. But let’s leave that out of this. I don’t want to be someone that you’re settling for. I don’t want to be someone that anyone settles for. Marriage is hard enough without bringing such low expectations into it, isn’t it?“

Bill Pullman als Walter in Sleeples in Seattle (1993)