Altbekannte Frage

25.3.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Altbekannte Frage | © Gerd Altmann from Pixabay

Hyperlinks

Vor Urzeiten hatte ich nicht nur eigene Sammlungen, sondern auch extra Websites, um für meine Leser wie auch für mich die besten Links im Internet bereitzustellen. Bereits 2005 hatte ich dies auch hier auf dem Blog einmal thematisiert und diesen Blog-Beitrag auch eine ganze Weile lang immer wieder aktualisiert; zum Schluss dann nur noch, um das Layout wieder einmal etwas anzupassen.

Inzwischen dürften Hyperlink-Sammlungen wohl das Toteste sein, was es im Internet überhaupt so gibt. Manche nutzen ihre Browser, um sich an die verschiedensten Verknüpfungen zu erinnern, andere ihre Zettelkästen. Ich nutze wohl beides und dazu auch noch mein Blog, was sich zumindest für mich als nicht sehr praktisch darstellt. Kaum geht es um eine ganz bestimmte Website, bleibt mir nur die Antwort, mein Gegenüber zum Selber-Googeln aufzufordern oder aber in meinen Zettelkasten zu gucken und dann eine E-Mail mit dem entsprechenden Link zu verschicken — wohl beides nicht das Gelbe vom Ei.

Deswegen versuche ich nun einen neuen Ansatz und sammle demnächst Links im Forum, was sich für meine eigene Blogroll als ganz praktisch erwiesen hat. Auf alle Fälle erspart es mir dann das Versenden von so mancher E-Mail. Ich sage dann nur noch: guck ins Forum!

Entdeckungen

Die letzten Tage waren voll von Entdeckungen, und dabei fand ich kaum Gelegenheit, um überhaupt in ein Buch zu gucken. Viele dieser Entdeckungen erstaunten mich dabei sehr, z. B. wie jemand ganz ohne eigene Erfahrung überhaupt Erfahrung weitergeben möchte. Dies dürfte wohl nur jenen gelingen, deren Engagement nur noch von der Höhe des eigenen Intelligenzquotienten übertroffen wird. Spannend auch die Initiative, Bildung ohne eigene Bildung weiterzugeben — wobei dies tatsächlich, mit der dazu notwendigen Didaktik hinterlegt, erfolgreich sein könnte. Was wieder einmal zur jahrtausendealten Frage passt, inwieweit unser Bildungs- und Schulsystem noch mit der heutigen Welt in Übereinklang zu bringen ist.

Passend dazu eine „Edublogparade“ aus der Lehrer-Bubble. Ich war kurz versucht, darauf zu antworten, doch dann wurde ich mir sogleich wieder bewusst, dass es überhaupt nichts bringt, wenn man sich nur mit sich selbst und seiner eigenen „Blase“ beschäftigt. Nicht nur manchmal wäre es viel besser, wenn man zumindest einmal versucht, um über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Was mich nun wieder einmal fragen lässt, ob man besser Generalisten oder doch lieber Spezialisten fördern und, wenn man darauf erneut keine Antwort findet, in welchem Verhältnis beides am besten zueinander stehen sollte.

Und so ganz nebenbei konnte ich meine Vorlesungsvorbereitung für morgen abschließen. Bin schon jetzt einmal gespannt darauf, wie viele Studenten morgen anwesend sein werden und wer sich außer mir auf die Vorlesung vorbereitet hat. Auf alle Fälle gibt es wieder etwas zu entdecken, und dies ganz im Sinne Sokrates‘.

Montag

Ein ganz normaler Montag hat seine Fahrt aufgenommen. Warum oder wann Montage keine schlechteren Tage als alle anderen sind, dürfte ich bereits auf dem Blog geschrieben haben. Und so konnte ich heute erfreut in meiner Timeline lesen: „Thank God it’s Monday!“ — eine positive Abwandlung eines Kinofilms von 1978. Hinweis am Rande: bereits seit 1965 gibt es eine diesbezügliche Restaurantkette, deren TGIF Restaurants ich gerne aufsuchte. Das aktuelle und zu erwartende Restaurantsterben in unserer Stadt macht es wenig wahrscheinlich, dass wir in Bälde bei uns mit einem TGIF-Restaurant rechnen werden können.

Aber zurück zum heutigen Montag, der wie gewohnt mit einer meseno-Busfahrt begann. Auch wenn es fast wieder eine Leerfahrt war, konnten wir dennoch den Sozialladen ein wenig füllen. Übrigens, meseno feiert am Freitag, 19. April 2024 mit einem Benefitskonzert „Unter der Pyramide“ sein fünfzigjähriges Bestehen. Die Open Doors sind dabei für die Musik zuständig und dies zeigt mir wieder einmal, wie klein die Welt eigentlich ist, denn einer der Sänger ist Raphael Burkhardt, mit dem ich immer wieder gerne den Freie Wähler-Bierausschank betreue.

Wer sich dieses Musikerlebnis nicht entgehen lassen möchte und dabei dann sogar noch — die Einnahmen gehen an meseno und tragen u. a. dazu bei, dass der meseno-Sozialladen mit Waren gefüllt werden kann — Gutes tut, der ersteht für diesen Freitag im April noch am heutigen Montag Karten.

Egal ob Montag oder Freitag, es kommt immer auf das eigene Mindset an! Unsere Mentalität bestimmt nicht nur unsere Tage, sondern unsere gesamte Welt.

[Meine „fünf Cent“ zu einem etwas längeren und sehr tiefgründigen Gespräch von gestern Abend.]


Menschen im Park

23.3.02024 5 (8)

Beitragsfoto: Menschen im Park | © Pixabay

Besprechung

Den heutigen Vormittag konnte ich zusammen mit Herbert Burkhardt bei einer Freien Wähler-Besprechung der großen Städte Baden-Württembergs verbringen. Immer wieder spannend, wie ähnlich die Probleme und Herausforderungen dieser Städte eigentlich sind. Und auch die Freien Wähler jeweils vor Ort sind mit fast den gleichen Herausforderungen konfrontiert. Allen Stadtverbänden ist dabei eins gemeinsam, dass man Schwierigkeiten hat, um selbst die eigenen Mitglieder für den Wahlkampf zu motivieren oder weitere interessierte Bürger zu den Veranstaltungen zu bekommen — ein Grund für dieses Fernbleiben könnte die schiere Anzahl an Aktivitäten und Veranstaltungen sein, mit denen inzwischen alle Bürger regelrecht zugeschüttet werden. Und die Ursache dafür ist wohl, dass immer mehr Menschen immer weniger Zeit bei der Arbeit oder in ihrem Beruf verbringen und so auf die vielfältigsten Ideen kommen, um ihre eigene Lebenszeit totzuschlagen und am liebsten gleich auch die der anderen Leute mit dazu.

Auf alle Fälle aber konnten wir feststellen, dass wir Heilbronner in diesem Wahlkampf schon ein ganzes Stück weiter als unsere Nachbarverbände sind. Wie sich das ganze Engagement dann für uns auszahlt, werden wir am 9. Juni 2024 sehen können.

Vermischtes

Das Wochenende wurde mit einem Käffchen eingeleitet, dabei konnten Detlef Stern und ich noch ein paar Details zum laufenden Sommersemester klären, einschließlich eines virtuellen Kurzausflugs nach Bali oder so. Danach gab es den Räuber Hotzenplotz an der Dammgrundschule und am Nachmittag wurde aus der Nachhilfe bei meseno ein kleiner improvisierter Sporttest mit den Jungs. Völlig ernüchternd dabei, dass die jungen Männer kaum mithalten konnten. Die Schuld dafür liegt eindeutig an deren Eltern, die eigentlich nie hätten Eltern werden dürfen!

Ganz spontan gab es gestern noch eine Runde Siedler von Catan, leider nur eine, da ich gleich danach das Tanzbein schwingen durfte. Und weil der gestrige Abend so schön war, wurde er mit James Bond noch in den Morgen verlängert — aktuell wird angeblich nach einem neuen 007 gesucht, das mit der Dame war wohl nichts, und so dürfen wir alle gespannt darauf sein, wie man das mit der Resurrection hinbekommt; damals bei Dallas (1978 – 1991) hat es nicht so richtig geklappt.

Richtigstellung

Auch wenn ich es sehr begrüße, dass sich nunmehr auch der Heilbronner Gemeinderat dazu durchringen konnte, einem Bündnis für Demokratie und Menschenrechte beizutreten, muss ich dennoch erwähnen, dass gerade jene Gemeinderäte, die sich dies nun als Erfolg auf die Fahnen schreiben, jahrelang nicht nur die Initiative der EUROPA-UNION Heilbronn für ein solches Bündnis torpediert, sondern entgegen jeden gesunden Menschenverstand ein Bündnis „Heilbronn gegen Rechts“ protegiert haben, das zudem der Idiotie Vorschub leistet, dass es auch gute, weil linke Anti-Demokraten gäbe.

Und so ist es entgegen der aktuellen Heilbronner Berichterstattung richtig, dass sich nach langem Hin und Her die Parteien, Gruppierungen und weitere Organisationen bereits im Januar diesen Jahres zu obigem Bündnis zusammengeschlossen haben. Von Anfang an waren dabei auch die Europäische Bewegung, die EUROPA-UNION und die Freien Wähler mit dabei.

Und wie bereits von der EUROPA-UNION seit Jahren gefordert und u. a. im Heilbronner Aufruf von 2017 auch teilweise realisiert, ist dieses Bündnis für etwas, nämlich Demokratie und Menschenrechte — Europa ist dabei hinten runter gefallen, wohl als ein Zugeständnis an jene Gruppen und Parteien, die sich bisher verweigert hatten — und in der Konsequenz davon gegen alle Anti-Demokraten, egal welcher Couleur.

Leider aber wird auch dieses Bündnis in Heilbronn ohne jegliche Auswirkung bleiben und dieselben Parteien, die sich bisher einem demokratischen Bündnis für alle verweigert hatten, werden weiterhin in erster Linie ihrer Ideologie folgen, dass es auch gute Anti-Demokraten gibt und ein ideologisch völlig verbohrtes Bündnis fördern, das wohl in Teilen bereits vom Verfassungsschutz beobachtet wird — so wie gerade jene Anti-Demokraten gegen die sich diese Gemeinderäte heute aussprechen, zumindest so lange wie sie nicht mit diesen beim Hasenmahl sitzen oder gemeinsame „Urlaubsreisen“ unternehmen.

Und wer jetzt denkt, dass es diese Gemeinderäte tatsächlich ernst mit ihrer Anti-AfD Kampagne ist, der muss nur ins Rathaus schauen, wo immer noch ein Alt-Nazi und SS-Verbrecher selbst entgegen der Zusagen des OB weiterhin sehr prominent verehrt wird — nicht einmal der versprochene Hinweis, dass es sich bei diesem Alt-OB um eine ganz üble Gestalt gehandelt hat, ist vorhanden.

Mancher Gemeinderat möchte es sich wohl mit niemandem verderben, stehen doch in wenigen Tagen die nächsten Wahlen an. Dabei ist es gerade in der heutigen Zeit wichtiger als jemals zuvor, sich für eine Seite zu entscheiden. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn sich die Gemeinderäte mehrheitlich für unsere Demokratie entscheiden — auch wenn man damit dem einen oder anderen Mitbürger auf die Füße treten muss.


Trump-Anhänger kurz vor der Erstürmung des US-Kapitols

18.3.02024 5 (8)

Beitragsfoto: Trump-Anhänger kurz vor der Erstürmung des US-Kapitols | © Tyler Merbler – https://www.flickr.com/photos/37527185@N05/50812356151/

Verschiedenes

Das Wochenende war größtenteils für die Vereinsbürokratie reserviert, die ich mir mit ein paar Platten und einer Spielunterbrechung etwas schmackhafter machte. Dazu noch eine außerplanmäßige Fahrt mit dem meseno-Bus um Spenden einzusammeln und zum krönenden Abschluss eine Tanzstunde.

Auch meine Vorbereitung für die kommende Vorlesung konnte ich abschließen. Ich hatte dazu eine kleine Umfrage vorab geschaltet, die von 26 der 97 auf ILIAS angemeldeten Studenten beantwortet wurde. Dabei erfuhr ich auch, dass die Nutzung von ILIAS eine freiwillige Angelegenheit ist — ich deswegen weiterhin mit mehr als 97 Studenten rechne (aka: best-case scenario).

Im Gegensatz zur Schule, die man bei uns wohl oder übel durchstehen muss, ist ein Studium keine Pflicht. Man könnte auch arbeiten gehen. Und selbst dann, wenn das Studium zwingend Teil einer Berufsausbildung ist, bleibt es eine ganz persönliche Wahl. Und so wird es für mich spannend zu erfahren, welche Motivation der eine oder andere Student für sein Studium angibt — ich hoffe nicht, der Erhalt von BAföG.

Auf alle Fälle fahre ich gleich heute Morgen wieder mit dem meseno-Bus — eine gute Gelegenheit für Studenten, um noch nachzusteuern (aka: Wink mit dem Zaunpfahl).

Straßburg

Trotz des wenig attraktiven Wetters war der Aufenthalt in Straßburg zu Beginn des Wochenendes wieder einmal sehr angenehm. Mein Stammlokal, das ich bereits seit den 1990er-Jahren aufsuche, hatte allerdings erneut einen Besitzerwechsel und dieses Mal ist das Ergebnis wenig erfreulich. Die Qualität des Essens hat merklich nachgelassen, dafür aber erhöhten sich die Preise unverschämt — damit wird es wohl nach all den Jahrzehnten zu einer echten Touristenattraktion werden.

Ein etwas jüngerer Mitfahrer kannte die Stadt noch nicht und so erhielt er ganz spontan von mir eine kleine Stadtführung. Diese handelte schwerpunktmäßig von Albert Schweitzer über Johann Wolfgang von Goethe bis hin zu Theodor Heuss und dies alles in knapp zwei Stunden.

Blutbad

Die gestrigen Äußerungen von Donald Trump und die erfolgte Unterstützung seitens der gesamten GOP-Partei kennzeichnen nun den absoluten Nullpunkt demokratischer Wahlkämpfe. Ab jetzt können die Republikaner nur noch tiefer fallen, wenn sie damit anfangen willkürlich Menschen zu morden.

Auf alle Fälle hat Donald Trump dies unmissverständlich klar gemacht — einzig das Verpacken in einen anderen Zusammenhang schützt ihn davor, später, wenn es wieder schiefgehen sollte, selbst vor ein Gericht gestellt zu werden — und seine republikanischen Hardcore-Anhänger finden das inzwischen sogar etwas „langweilig, da die Demokraten selber fast keine Waffen hätten“.

Und so bin ich einmal sehr gespannt darauf, auf welcher Seite am 5. November 2024 die US-Streitkräfte stehen werden, denn die US-Polizeikräfte werden ähnlich wie bei uns in viel zu großen Teilen wohl eher den Nationalsozialisten zuzuordnen sein.

Auf alle Fälle aber wird es in den USA einen heißen Herbst und wenn es so läuft, wie es sich unsere konservativen wie auch links- und rechtsextremen Parteien in Europa wünschen, bei uns in Folge davon einen sehr kalten Winter geben.

Diesbezüglich träumt Friedrich Merz bereits — und dies genauso wie der linke Rand der SPD — von einer deutschen Atommacht, die es in Kürze dem Rest der Welt wieder einmal so richtig zeigen soll.

So bleibt uns wenigstens weiterhin die Hoffnung, dass bei uns kein Politiker ein Blutbad ankündigt, wenn er selber nicht gewählt werden wird. Aber auch die Befürchtung, dass manche Politiker ein Blutbad ankündigen, für den Fall, dass sie gewählt werden.

Unabhängig davon bleibt die Gewissheit, dass jedes Land, egal ob z. B. die Russische Föderation, Frankreich, Ungarn, Italien, Österreich, Deutschland, Polen oder die USA, genau die Politiker bekommt, die es verdient hat!

Und damit dürfte letztendlich auch die Frage geklärt sein, die zumindest meine Generation noch zu unserer Schulzeit beschäftig hat: War Adolf Hitler nur ein Unfall oder gar ein Versehen?

Nachtrag aufgrund eines Kommentars

„Schau Dich nach jedem einzelnen um: Begegnen werden Dir Greise, die sich jetzt mehr denn je mit dem Gedanken an Amtsbewerbung, Auslandsreisen und Geschäftemachen tragen.
Was aber ist abstoßender als ein Greis, der zu leben beginnt? “

seneca, 2. Buch, 13. Brief (2018: 85,87)