Startklar á la MediaMarkt

Ärgernis der Woche 5 (1)

Beitragsfoto: zwei baugleiche HP-Laptop

Wenn es mir nicht bereits schon einmal passiert wäre, hätte ich es noch ganz sportlich genommen, jetzt aber bin ich über die vertane Zeit mehr als erbost! Wenn man bei MediaMarkt Neuware kauft, dann muss auch Neuware geliefert werden und keine kaputten Gebrauchtartikel! Einmal ist keinmal, zweimal ist System!

Heute bekam ich zwei nagelneue Laptops, die bei MediaMarkt gekauft wurden, geliefert, um sie für eine Stiftung einzurichten. So etwas mache ich sehr gerne, da es meinen Spieltrieb zufriedenstellt und ich dabei auch ein wenig Gutes tue.

Und zwei baugleiche Geräte nebeneinander auszupacken und in Betrieb zu nehmen ist mir immer eine Freude — man kann diese allerdings durch weitere Geräte noch steigern.

Und so konnte ich heute zwei gut verpackte HP Kartons aus dem MediaMarkt-Karton entnehmen. Als ich mich gerade an der guten Umverpackung erfreute, fielen mir auch noch zwei baugleiche PC-Mäuse auf und ich war froh, dass ich den Karton nicht voreilig entsorgt hatte. Soweit, so gut.

Der erste HP-Karton war original verpackt und verschweißt, der zweite ebenfalls, wobei mir ein zusätzliches „Original Startklar MediaMarkt“ Siegel auffiel und später dann, nach meinen ersten Rettungsversuchen, auch noch ein rotes größeres MediaMarkt Service Schild zu 19.90 Euro, welche der Stiftung wohlweislich nicht berechnet wurden.

Neue Rechner aus der Packung zu nehmen und an die Steckdose anzuschließen, hat für mich immer wieder auch etwas Nostalgisches und so stellte ich beide Geräte gleich nebeneinander und betätigte den jeweiligen Startknopf. Der MediaMarkt getunte Rechner ging sehr schnell in die Nutzeranmeldung, wobei der HP-Rechner die übliche Windows-Routine durchlief und schwuppdiwupp online und funktionsfähig war.

Nicht so das Modell à la MediaMarkt, welches sogleich eine Touchpad Schwäche aufwies. Ein paar Tasteneingaben mehr und ich war ebenfalls online und, weil ich beim HP-Rechner eine Maus verband und dies dann nur folgerichtig auch beim MediaMarkt-Rechner tat, begann ich mit der Einrichtung beider Rechner. Da mir die „Startklar-Version“ vom MediaMarkt nicht so ganz einleuchtete, ließ ich Microsoft den Rechner neu aufsetzen, und musste dabei sogleich feststellen, dass dieser Laptop ein ausgewachsenes Hardware-Problem hat, nämlich das Touchpad kann nicht gestartet werden (Code 10).

Das kann passieren, sollte aber einem „MediaMarkt-Startklar“-Experten auffallen — muss es ihm auch und zwar am 17. Oktober 2022. Aber dann dieses defekte Gerät für zusätzliche 19.90 Euro als Neuware an den Kunden zu bringen, das ist dann doch schon eine ganz besondere Leistung.

Wie schon gesagt, es ist leider nicht das erste Mal, dass ich so etwas bei MediaMarkt erlebe. Da ich selber bei MediaMarkt, allerdings vor Ort im Laden kaufe, hätte ich diesen Herren oder diese Dame morgen gleich mal zu deren Arbeitsethik befragt. So aber werde ich der Stiftung ein nicht vollständig eingerichteten Rechner übergeben und die Damen bitten, sich selber mit MediaMarkt auseinanderzusetzen. Hoffentlich finden diese dort noch einen verantwortlichen und auch verständlichen Ansprechpartner und müssen nun nicht ein Schadgerät zur Reparatur nach China schicken.

Ich halte meine Leser weiter auf dem Laufenden.


https://twitter.com/mediamarkt_de/status/1592237547584749568

Nachtrag 16.11.2022

Es kam noch schlimmer als ich es befürchtet hatte, denn die Damen haben sogar für den Gebrauchtrechner nicht nur die 19.90 Euro „Kaputtmachprämie“ gezahlt, sondern gleich 19.99 Euro, denn wenn MediaMarkt den Kunden schon betrügt, dann vollumfänglich.

Und wie befürchtet, hat ihnen der freundliche MediaMarkt-Fachmann heute vor Ort erklärt, dass MediaMarkt für solche „Gebrauchtrechner“ nicht zuständig sei und sie diesen nun zur Reparatur einschicken müssen.

In ca. zwei Wochen werden sie dann wohl erfahren, ob man diesen Rechner überhaupt noch reparieren kann.

Mein heutiges Fazit: wer bei MediaMarkt einkauft ist selber schuld!

https://twitter.com/301062K51219/status/1592901289637457920

Der freundliche Bot hat um die Rechnung etc. gebeten. Dies habe ich ihm alles geschickt. Seine Antwort ist allzu menschlich:

„Das ist wirklich ärgerlich, dass du einen Defekt hast. Ich habe keinen Zugriff auf Marktsysteme und der Laptop wird noch unterwegs in die Werkstatt sein. Was kann ich für dich tun?“

Bot im Auftrag von MediaMArkt

Dazu möchte ich nur noch anmerken, dass ich mich selbst altersgemäß für gut in Schuss erachte. Allerdings was die Firma MediaMarkt angeht, habe ich jetzt doch so meine Zweifel!


Nachtrag 21.11.2022

Der Rechner wird nun wohl zur Begutachtung auf dem Weg nach Zentralasien sein. Die Stiftung improvisiert inzwischen. Das kommt davon, wenn man bei Trödlern kauft …


Nachtrag 9.12.2022

Die heutige schriftliche Nachfrage bei MediaMarkt ergab die folgende Antwort:

„Guten Tag Frau […],

auf Nachfrage in der Werkstatt, wurde uns mitgeteilt, dass das Ersatzteil (Touchpad) nicht lieferbar ist. Da man uns nicht sagen konnte, wann die Reparatur abgeschlossen werden kann, haben wir uns dazu entschieden, Ihnen das Gerät auszutauschen.

Bitte kommen Sie mit der Abholquittung, dem Kaufbeleg, der OVP und dem restlichen Zubehör zu uns in den Service.

Mit freundlichen Grüßen 
Viele Grüße und bis bald.

Ihr Media Markt Heilbronn“

MEDIAMARKT E-Mail, 9.12.2022
Logos von Microsoft Office

Microsoft Office 4.5 (2)

Beitragsfoto: Logos von Microsoft Office | © Microsoft

Nachdem es inzwischen ziemlich beliebt ist, an sämtlichen Microsoft Produkten im allgemeinen und an Microsoft Office im besonderen herumzumeckern, möchte ich mit diesem Blog-Beitrag einmal für das Office-Paket von Microsoft eine Lanze brechen.

Wenn jemand für Microsoft Office je ein Totschlagargument suchen müsste, dann ließe sich dies sehr einfach finden — Microsoft Office ist nicht von SAP!

Ich selbst zahle für Microsoft Office sehr gerne und dies bereits seit der Version Microsoft Office 3.0 (aus dem Jahr 1992) und seit 2011 besitze ich die Abo-Version Office 365, welche heute als Microsoft 365 firmiert. Auch nutze ich das Office Paket sowohl unter Windows als auch auf meinen Mac.

Beruflich bedingt, wurde ich bereits mit Word für DOS konfrontiert und musste dabei feststellen, dass man international kaum ohne Word, Excel (später als Access) und ganz besonders Power-Point nicht auskommt. Das Ganze wurde dann noch durch Outlook ergänzt und sämtliche Office-Produkte zumindest zum Standard in der militärischen Welt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ich meine einzige Ausbildung für Office-Produkte an einer französischen Militärakademie erhielt. Bei der Bundeswehr ging man wohl, zumindest zu meinen Zeiten, davon aus, dass deutsche Offiziere alles können, solange sie eine Betriebsanleitung zur Verfügung haben.

Und noch heute installiere ich auf allen meinen Rechnern zu allererst ein Office-Paket, auch wenn ich zugegebener Maßen inzwischen hauptsächlich ganz andere Software verwende. Dennoch möchte ich diese Microsoft Produkte nicht missen und bin immer wieder erneut darüber erstaunt, zu was man diese Produkte alles nutzen kann — auch wenn diese Nutzung wohl kaum von den Entwicklern intendiert wurde.

Um es kurz zu machen, egal was meine Mitbürger über Microsoft Office auch sagen mögen, ich kann diese Produkte nur jedem ans Herz legen und bin auch heute noch davon überzeugt, dass der fehlerfreie Umgang mit diesen, nicht nur zur heutigen Allgemeinbildung gehört, sondern auch eine absolute Notwendigkeit in (fast) jedem Berufsumfeld ist.

Auch bin ich davon überzeugt, dass, wenn unsere Verwaltungen nur halbwegs mit diesen Microsoft Produkten umgehen — wenn sie nicht zwangsweise mit SAP Produkten gequält werden — könnten, unsere Bürokratie nicht den jämmerlichen Zustand hätte, den wir allesamt heute noch erleben müssen.

The only problem with Microsoft is they just have no taste. They have absolutely no taste. And I don’t mean that in a small way, I mean that in a big way, in the sense that they don’t think of original ideas, and they don’t bring much culture into their products.

Steve Jobs in einem Interview in der PBS-Dokumentation “Triumph of the Nerds: The Rise of Accidental Empires” (1996)

Datenwolke

Datenwolken 5 (2)

Beitragsfoto: Beispielbild | © Pixabay

Wer Computer oder Smartphones nutzt, der hat bestimmt auch schon den einen oder anderen Cloud-Dienst genutzt, die allesamt „Cloud storage“ anbieten und dabei Ihre Daten auf einem Server des entsprechenden Unternehmens ablegen. Zusätzlich, vor allem dann, wenn es sich um größere Unternehmen handelt, bieten sie einen ergänzenden Datenabgleich zwischen den angemeldeten Geräten, ob Computer, Tablett oder Smartphone, an.

Die bekanntesten dürften dabei Apple mit der iCloud und Microsoft mit OneDrive sein, aber auch Telefongesellschaften wie die Telekom oder Vodafone bieten diese Dienste inzwischen an.

Dass unsere eigenen Dateien und selbst die von uns benutzte Computersoftware auf Firmenservern liegen, hat bereits Bill Gates vor Jahrzehnten angeregt. Zumindest was die Daten betrifft, wurde dies inzwischen bereits umgesetzt — wobei wohl nur noch eine Minderheit auf diesen Komfort verzichtet.

Die Idee der „Cloud“ stammt dabei aber nicht von Bill Gates, denn diese Idee ist sehr viel älter, als viele annehmen dürften. Bereits das ARPANET aus den 1960er-Jahren nutzte Speichermöglichkeiten auf Zentralservern und CompuServe bot solche Dienste ab den 1980er-Jahren an. Allerdings war dies damals noch eher etwas für „Nerds“, die wohl auch in der Lage waren, ihre eigenen Daten auf den fremden Servern selbst zu verschlüsseln.

Heutzutage bietet u. a. Microsoft an, dass man auf OneDrive einen eigenen Datensafe besitzt. Weitere Firmen werben mit einer End-to-End Verschlüsselung und andere Firmen, besonders in Europa, damit, dass ihre Server in Europa zu Hause sind — was allerdings für die Datensicherheit überhaupt keine Rolle spielt.

Von uns Bürgern ausgehend, nicht von forschungsintensiven Firmen oder Behörden mit Zugang zu personenbezogenen Daten, kann man diese „Problematik“ allerdings etwas entspannter angehen. Hier wäre meine Empfehlung

  • auf die, meist sehr günstigen, Angebote von Firmen aus der totalitären Welt zu verzichten,
  • dafür auf jene von renommierten Unternehmen zurückzugreifen und
  • keine Daten in der Cloud zu speichern, deren Veröffentlichung einem selbst schaden könnte.

Wobei ich bei Letzterem empfehle, diese Daten grundsätzlich auch nicht auf Geräten abzuspeichern, die mit dem Internet verbunden sind.

Ich für meinen Teil nutze von Anfang an eigene Server, die seit Längerem von 1&1 – IONOS sehr zuverlässig gehostet werden. Und noch einen, den ein Freund für mich wartet.

Und aus reiner Bequemlichkeit heraus nutze ich noch einen kleinen Server zu Hause, der mir eher als Spielwiese dient und zur Datenablage von Dateien und Bildern, die ich nicht unbedingt im World Wide Web wiederfinden möchte.

Da meine Telefone über die Telekom funktionieren, nutze ich zusätzlich noch die entsprechende MagentaCloud, die zu meinem Telefonvertrag mit dazugehört.

Als Apple-Nutzer bietet es sich zudem an, die iCloud zum Datenabgleich meiner eigenen Geräte zu nutzen.

Da ich aber meist mit Microsoft Office arbeite, nutze ich zudem und bevorzugt OneDrive. Und als Amazon-Kunde konnte ich dem kostenfreien Angebot nicht widerstehen, alle meine Fotos auf den Amazon Drive zu legen.

Und da das für mich schon mehr als ausreicht, habe ich weitere Speichermöglichkeiten, die ich durchaus auch empfehlen kann, stillgelegt. Dazu gehört die altbekannte Dropbox, der Strato HiDrive oder der IONOS HiDrive sowie auch der Google Drive. Und sollten einmal meine Datenmengen die genutzten Cloud-Kapazitäten überschreiten, was sicherlich nicht passieren wird, kann ich diese Cloud-Dienste auch wieder reaktivieren.

Wer aber glaubt, dass es besser wäre, alles in einer Wolke abzulegen, dem erwidere ich, dass unterschiedliche Wolken gut für unterschiedliche Aufgaben und Zwecke genutzt werden können und einem damit auch die Kosten für eine größere Cloud sparen.

Im Falle, dass Sie aber stets mit personenbezogenen Daten, vor allem anderer Mitbürger arbeiten oder gar forschungsintensiv, empfehle ich Ihnen unbedingt auf eigene Server zurückzugreifen und damit ihre Eigenständigkeit zu erhalten.

„And again, the Internet is not something you just dump something on. It’s not a big truck. It’s a series of tubes.“

Ted Stevens, speech before the US Senate on network neutrality (28 June 2006)