Skulptur

10.11.02024 5 (6)

Beitragsfoto: Skulptur | © Oleg Mityukhin auf Pixabay

Minimalismus

Aktuell ist mir mehr denn je nach Minimalismus zumute. Und so habe ich auch ein wenig am Blog gebastelt und diesen wieder etwas weiter entschlackt.

Manchmal ist weniger mehr. Und wer sich selbst besitzt, hat nichts verloren.

Deswegen berichte ich nun nicht über meine Aktivitäten der letzten Tage, was ich gerne bei dem einen oder anderen Gespräch in den kommenden Tagen nachholen kann.

Dummheit

Als Dietrich Bonhoeffer unten stehende Zeilen schrieb, saß er bereits im KZ. Seine Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, die den Titel „Widerstand und Ergebung“ (2022: 14f) tragen, sind heute lesenswerter als jemals zuvor.

„Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.
Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich
bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das
Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem
es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen
die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch mit
Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten.“

Gerade heute, wo eine bundesdeutsche Regierung daran gescheitert ist tatsächlich einmal regieren zu wollen und nicht nur, wie seit Helmut Kohl üblich, sich alleine um die Futtertröge zu balgen und ansonsten einfach nur alles auszusitzen, was übrigens sogar zu einer neuen Wortschöpfung, dem „Merkelismus“, führte, wäre es dringend notwendig, um einmal über die Ursachen von nicht stattfindender Regierungspolitik nachzudenken.

Dabei sind es nicht die Bösen, die sich zwar seit Jahrzehnten an unserem Land bereichern, Milliardenschäden verursachen und insgesamt mit dazu beitrugen, dass unser Land und unsere Umwelt buchstäblich bis an den Rand des Untergangs gelangten, sondern es sind tatsächlich die dummen Politiker, gegen die einfach kein Kraut gewachsen ist und die zudem ohne größere Mühen auf eine dementsprechende Hausmacht zurückgreifen können.

Und dagegen sind wir tatsächlich wehrlos! Was will man denn auch machen, wenn einen solche gescheiterten Minister mit inhaltsleeren Augen anschauen und bereits schon wieder von ihrem nächsten Abenteuer, z. B. als deutscher Botschafter im Vatikan, schwärmen?

„Die Volksrede hingegen hat mit dem Wahren nichts zu tun. Begeistern will sie die Menge und die urteilslosen Zuhörer im Sturm mitreißen.“

Seneca, 4. Buch, 40. Brief (2023: 257)

Lesezeichen

Clutter makes a home 5 (4)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Annie Midori Atherton | The Atlantic

Minimalism is neat, but clutter makes a home — I don’t love the look of mismatched junk, but the mess satisfies a deeper emotional need. (zuletzt aufgerufen am 20.2.2024, 11.30 Uhr)

„Most of my relations, my father included, did not lead particularly big lives. Their names are not carved into buildings or attached to scholarships. Only a handful of people think of them still, and one of those people is me. But their personal possessions remain and say: Someone was here. As I go about my day, folding laundry, or thinking through what needs to be done, my clutter reminds me of the people who have filled my life and, now, my apartment.“


Einmal eine andere Meinung zu im Blog bereits öfters thematisierten Minimalismus. Die Argumentation ist durchaus verständlich und auch nachvollziehbar. Spannend wäre es für mich zu erfahren, was Annie Midori Atherton in ein paar Jahrzehnten zum Thema Death-Cleaning schreibt.


Baum mit Bank

Mein Minimalismusprojekt 5 (4)

Beitragsfoto: Baum mit Bank | © Pixabay

Vor knapp zwei Jahren hatte ich schon einmal über Death-Cleaning geschrieben und festgestellt, dass sich dies nur auf den ersten Blick hin makaber darstellt.

„Meines Erachtens kann kein Mensch zu früh mit dem Entrümpeln des eigenen Lebens beginnen, denn letztendlich führt es dazu, dass man einmal genauer darüber reflektiert, und wer weiß, damit auch das eigene Konsumverhalten ändert.“

Bescheidenheit-Beitrag vom 25. Januar 2020

Vor lauter Pandemie-Gedöns habe ich dann allerdings das Ganze wieder aus den Augen verloren. So konnte ich bisher nur ein einige Mitgliedschaften, Social Accounts, Websites und ein paar Autoladungen an Büchern entsorgen sowie auch ein paar überzählige Elektrogeräte in andere Hände geben.

Und rein pandemiebedingt, hat sich die Anzahl meiner unnötigen Internet-Präsenzen wieder erhöht; für was so eine Pandemie alles herhalten muss.

Um das Ganze nun ein bisschen zu beschleunigen, starte ich dieses Minimalismusprojekt und versuche als eingefleischter „Jäger & Sammler“, mich zumindest einmal in der Woche von einem liebgewordenen Gegenstand zu trennen.

Schon als ich heute den ersten Gegenstand in Händen hielt, begann das eigentliche Martyrium, denn im Geiste konnte ich zwar noch an die Vorpandemiezeit anknüpfen, der Rest von mir aber sträubte sich zu sehr, um den Worten auch Taten folgen zu lassen.

So war ich richtig erleichtert, als meine bessere Hälfte, mit einem unschönen Kommentar zu meiner neuen Idee, meinen inneren Zwiespalt temporär auflöste und mich das Projekt nunmehr ein wenig vorsichtiger angehen lässt.

So nehme ich mir vor, einmal in der Woche einen Gegenstand, eine Mitgliedschaft oder eine Internet-Präsenz zu identifizieren, die ich dann zur Weitergabe, Löschung oder Entmüllung in Erwägung ziehe.

So hoffe ich, dass ich mich langsam aber sicher wieder daran gewöhne, unnötigen Ballast loszuwerden. Auch bleibt zu hoffen, dass sich mir keine weitere Pandemie dabei in den Weg stellt.

Ich halte Sie hier weiter auf dem Laufenden und freue mich auf unterstützende oder vielleicht auch „beruhigende“ Kommentare und Vorschläge.

Wer weiß, vielleicht finden sich ja noch andere, die willig und fähig sind, dieses Experiment mitzumachen?

„Have nothing in your houses that you do not know to be useful, or believe to be beautiful.“

William Morris, „The Beauty of Life“, ein Vortrag vor der Birmingham Society of Arts and School of Design (19. Februar 1880)