Newport Beach

20.5.02023 5 (1)

Beitragsfoto: Ein Haus in Newport Beach

Life’s a Beach

Gerade beim Spazieren in einem öffentlichen Park ein Pärchen gesehen, welches es sich zur Musik „Hotel California“ etwas bequemer gemacht hat — mit genügend Beruhigungsmitteln ausgestattet, merken es auch jüngere Menschen nicht, dass die 1970er-Jahre schon längst vorbei sind.

Ja, das Leben könnte durchaus ein Strand sein, aber dann besser einer in den wärmeren Breitengraden, so wie hier an der Pazifikküste oder auf Borneo. Interessanterweise aber stammt dieser Spruch nicht aus der Motivationsecke von doch so zahlreichen Influencern oder gar Management-Beratern, sondern er ist eine Verschönerung des sehr bekannten Spruchs „Life is a bitch!“

Ich bin mir sicher, dass auch dieses Pärchen zu dieser Überzeugung kommen wird, spätestens dann, wenn das Lied verklungen ist und der aktuell hier anzutreffende Nieselregen wieder einsetzt.

Don Giovanni

Wenn ein Bühnenausstatter schon damit wirbt, dass er das Bühnenbild nach Maurits Cornelis Escher gestaltet hat und letzterer Bestandteil eines der Bücher ist, die ich gerade lese, so war meine Neugierde von Anfang an geweckt.

Zur Oper selbst muss man nichts sagen, vielleicht nur, dass ihr jede Inszenierung gut tut, die sich an der heutigen Zeit orientiert. Alles andere war wie zu erwarten und die Musik wie immer hörenswert. Einzig der Kostümwechsel mitten im Stück blieb mir rätselhaft, aber An D’Huys wird sich sicherlich etwas dabei gedacht haben.

Und der prominente wie unkommentierte Wechsel von einer roten zu einer gelben Rose sollte der Oper sicherlich eine Tiefe verleihen, die dieses noch nie hatte. Blickfang des Stücks für mich Federica Lombardi als Donna Anna, die wohl nun zusammen mit Donna Elvira im Kloster endet.

Gartencenter

Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals in den USA ein Gartencenter besucht zu haben, und so war dies diese Woche sozusagen eine Premiere. Kaum verwunderlich, dass auch dieses Gartencenter wie die meisten anderen aussah, mit einer Ausnahme allerdings, denn die dortigen Pflanzen hatten im Vergleich zu unseren ein etwas größeres Wachstum und manche auch bei uns bekannte einen erstaunlichen Blütenreichtum; was ich beides auf die klimatischen Verhältnisse zurückführe.

Neu für mich dann das Essen im Gartencenter, welches an Qualität und Service mit sehr guten Restaurants mithalten konnte. Und zum Schluss konnte ich noch einen Flaggenmasten bestaunen, den Ronald Reagan zusammen mit John Wayne bereits 1976 gesetzt hatte; so etwas gibt es auch nicht in jedem Gartencenter.

„People, in fact, are often very unobservant. But machines can be made to be totally unobservant; and people cannot.“

Douglas R. Hofstadter, Gödel, escher, Bach (2021 [1979]: 37)

Sebastian Schaffer

When You’re Here 5 (4)

Beitragsfoto: Sebastian Schaffer | © Sebastian Schaffer Music

Heute hat der Singer-Songwriter Sebastian Schaffer seine dritte Single veröffentlicht; die ersten beiden Singles finden sich ebenfalls hier auf diesem Weblog. Das Lied trägt den Titel „When You’re Here“ und hält ganz gut seine seine frühsommerlichen Gefühle in einem Song fest, die er inmitten der Pandemie im Mai 2021 eingefangen hat.

Der Song ist eine Mischung aus vorsichtigem Optimismus, Entspannung und leichter Sehnsucht. Sehr gut übertragbar auf die heutige Zeit, in einer Welt voller Probleme, bietet „When You ́re Here“ den Zuhörern Leichtigkeit und positive Zuversicht.

Nachdem sich Sebastian Schaffers Band „DREAM CASINO“ (alternativer Rock aus Trier), mit der Sebastian drei EP geschrieben und veröffentlicht hat, wobei die Band unter anderem den „ROCKBUSTER der LAG Rock und Pop Rheinland-Pfalz“ gewann, im Jahr 2018 entschloss unterschiedliche Wege zu gehen, begann er als Solokünstler an seiner eigenen Musik zu schreiben.

Er baute sich zuhause ein Studio auf und lernte nach und nach die einzelnen Schritte des Produzierens. Als Multiinstrumentalist (Klavier, Gitarre, Gesang, Bass) schreibt er seine Songs selber, arrangiert die Instrumentalisierung, sowie das Vocal-Arrangement und produziert die Musik. 

Zudem ist Sebastian Schaffer auch als Musical-Darsteller in diversen Produktionen tätig, sowie auch in der Konzert- und Unterhaltungsmusik aktiv.

Und gleich hier gibt es den Text zum Lied:

When You’re Here

What matters most
Is how I long for you baby, ah
And in my arms
I’ll have a place for you, baby

’cause I don’t wanna wait another
Night to feel you’re warmth 
With you I´d travel all the world 
And still feel home

When you’re here, yeah you are here
Embrace my fears, they disappear
(Yeah you are near)
See, I’ve been at rest but it just didn’t feel right
(Allow my fears)
So I tried my best, ’cause, God, it just feels right
(Collect my tears)
For once this may last if you think that it feels right
(And persevere)
It feels so right

What matters most 
Is how I’m lost without you baby, ah
And I would drown
So please hold on to me, baby

’cause now I wanna chase this moment
The dream I’ve dreamt so long
I’ll wake up wondering if its true
And we’ll prolong


When you’re here, yeah you are here
Embrace my fears, they disappear
(Yeah you are near)
See, I’ve been at rest but it just didn’t feel right
(Allow my fears)
So I tried my best, ’cause, God, it just feels right
(Collect my tears)
For once this may last if you think that it feels right
(And persevere)
It feels so right

Mhm … it feels right
Make it feel right

Sebastian Schaffer, 2021

Menschenrechte

26.3.02023 5 (3)

Beitragsfoto: Menschenrechte | © Gerd Altmann auf Pixabay 

Vorbereitungen

Meine Vorbereitung für die kommende Vorlesung ist abgeschlossen, morgen werde ich mich diesbezüglich nochmals mit Detlef Stern zusammensetzen und danach bin ich gespannt darauf, ob auch die Studenten ihre „Hausaufgaben“ gemacht haben.

Und zum Abschluss des Tages wird später noch das Tanzbein geschwungen, bevor ich die kommende Woche noch einmal in Gänze in Augenschein nehme. Denn ich gehöre bekanntlich nicht gerne zu jenen, die sich montags einfach nur überraschen lassen und dann ganz folgerichtig mit den Realitäten hadern.

Grundrechte

Grund- und Menschenrechte sind zwar miteinander verwandt, denn sie lassen sich m. E. beide aus dem Naturrecht herleiten, haben aber für die betroffenen Menschen sehr unterschiedliche Auswirkungen. Deshalb sollte man gerade in der Politik besonders darauf achten, dass man das eine mit dem anderen nicht verwechselt.

In manchen Gesellschaftsverträgen (zwischen dem Staat und dem Bürger) werden den Bürgern Grundrechte zuerkannt und in den etwas besseren auch noch Pflichten mit auferlegt. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist ein solcher Gesellschaftsvertrag. Menschenrechte gelten als reine Ableitung aus dem Naturrecht auch ohne vertragliche Begründung, leider aber nur für jene Menschen, die an die unveräußerlichen, universellen und unteilbaren Menschenrechte glauben.

Und so war es tatsächlich eine Sternstunde der Menschheit, als die Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedeten. Man muss dabei aber wissen, dass dies eine Erklärung ist und es weiterhin jedem Staat zusteht, eigene Verträge mit seinen Bürgern abzuschließen. Als entsprechende negative Beispiele können die Volksrepublik China, Nordkorea oder auch die Russische Föderation angesehen werden. In unserem Grundgesetz, eines der positiven Beispiele, ist das Bekenntnis zu den „unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten“ mit enthalten.

Ein weiteres Highlight war die Verabschiedung der Europäischen Menschenrechtskonvention durch die Mitgliedsstaaten des Europarats, die damit sämtlichen Bürgern dieser Staaten die Möglichkeit gibt, Menschenrechte und ihre Grundfreiheiten einzuklagen. Und dies vor einem gemeinsamen Gerichtshof, nämlich dem Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Wichtig ist, dass dies nur den Menschen zusteht, die in den Mitgliedstaaten dieser Vertragsländer leben.

Das letzte entsprechende Highlight war die Inkraftsetzung der Charta der Grundrechte der Europäischen Union am 1. Dezember 2009. Aber auch hierbei gilt, dass diese Grundrechte nur für die Unionsbürger und weitere in den Mitgliedstaaten lebende Menschen gelten.

Und deshalb ist es auch so wichtig, wenn man als Berufspolitiker schon für die Grundrechte von Iranerinnen kämpft, zu wissen, was deren im „Gesellschaftsvertrag“ des Irans mit seinen Bürgern verankerten Grundrechte überhaupt sind. Ich glaube nicht, dass es unserer Sache sehr dienlich wäre, wenn deren Grundrechte sich auf das Recht auf Kinder, Küche und Moschee beschränken.

Reisetag

Samstag ging es früher los als sonst, was mir schöne Erinnerungen an Sonnenaufgänge und durchwachte Nächte ins Gedächtnis rief. Auf einem Parkplatz in Autobahnnähe wartete mir kurz darauf auf unsere Mitfahrer und erreichten ohne Verkehrsprobleme den Flughafen in Stuttgart. Inzwischen ist auch das Parken dort keine Herausforderung mehr und so konnte ich den Gang zum Gate richtig genießen. Die zusätzlichen Zeiten für Körper- und Gepäckkontrollen habe ich inzwischen in Stuttgart eingeplant und so war es auch dieses Mal kein Problem, dass ich fast alles ausziehen durfte und mein Gepäck auf Drogen und Sprengstoff untersucht wurde.

Der Flug nach Berlin war ebenfalls kurzweilig und die Ankunft im neuen alten Flughafen eine kleine Umgewöhnung, denn der Flughafen ist ein reines Statement des Ewiggestrigen und ich schaute mich um, ob nicht doch in einer Ecke noch ein paar Kolossalstatuen von früheren Gewaltherrschern stehen. Auf jeden Fall aber erinnert mich der Flughafen an ein überdimensioniertes Beerdigungsinstitut. Positiv auf jeden Fall aber ist die neue Anbindung an die Stadt, und so waren wir kurz darauf an unserem Tagungsort.

Abends dann hatten wir die Gelegenheit, um den Flughafen etwas besser kennenzulernen. Erneut sehr schnell und bequem am Flughafen angekommen, gab es dort die traditionelle Currywurst — leider nicht mehr im gewohnten Eisenbahnwaggon. Der Rückflug mit einem Zwischenstopp in Frankfurt verlief ebenfalls ohne Probleme und auch die Autos waren noch an ihrem Platz.

Man kann übers Fliegen debattieren, wie man möchte, es bleibt weiterhin die einzige Möglichkeit, um in der heutigen Zeit überregionale Besprechungen zeitlich vertretbar zu gestalten; wenige Mitbürger können sich den Luxus erlauben, für einen halben Tag Besprechung zwei Reisetage und ggf. noch ein Touristikprogramm einzuplanen.

Sämtliche solcher Besprechungen in den virtuellen Raum zu verlegen, halte ich weiterhin für nicht ratsam, denn noch ist die Menschheit eine körperliche Entität und wird es wohl auch noch ein paar Jahrtausende bleiben.

50 Jahre

Wie im Fluge ist das letzte halbe Jahrhundert an mir vorbeigeflogen und bis zum Mond habe ich es dabei leider nicht geschafft, geschweige denn auf seine dunkle Seite.

Und egal was man jetzt von Roger Waters halten muss, seine Musik gehört auch heute noch zu meinen Favoriten — vor 50 Jahren war Waters vielleicht auch noch ein ganz anderer Mensch.

Am 24. März 1973 erschien The Dark Side Of The Moon in den Plattenläden und kurz darauf dudelten sämtliche dieser Lieder bei AFN und anderen damaligen Sendern. Etwas später war auch ich im Besitz dieser Platte und Pink Floyd Platten liegen noch heute öfters auf meinem Plattenteller.