Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

2.7.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Heulsusen

Als hätten sie sich alle für heute verabredet, denn kaum habe ich am Morgen meine News streams angeschaut, schon kamen von überall her die Klagen und das Heulen von Berufspolitikern aus allen Lagern, wie schlecht sie von uns Bürgern und den Medien behandelt werden.

Halten wir dazu einmal fest, gerade diese Berufspolitiker behandeln ihre Mitbürger wie die letzten Deppen, schauen auf die Wähler von so hoch oben herab, dass sie sich schon selbst als nicht mehr von dieser Welt ansehen und immer mehr zur Überzeugung gelangen, dass jegliche Kritik an ihrem Stand reine Gotteslästerung sei.

Selbst die schlimmsten Fürsten hatten ihre Hofnarren, deren Kritik Gehör fand. Heute prallen sogar unsere besten Satiriker an der Berufspolitik ab, wie Wasser an Teflon, und im Bestfall zählt der Politiker noch, wenn er durch den Kakao gezogen wird, wie oft er dabei namentlich Erwähnung findet — je mehr, umso besser für ihn selbst.

Hinzu kommt, dass Politiker, egal, was sie selbst verbockt haben, dafür keine Verantwortung mehr übernehmen und wie Patex an ihren Pöstchen kleben bleiben — und dies jahrzehntelang!

Das bleibt beim Bürger nicht unbemerkt, und so fangen diese an, sich selbst immer mehr über ihre gewählten Götzen zu echauf­fieren. Und dies wird auch, ganz folgerichtig, immer heftiger und gelegentlich auch unschön werden, und das zumindest so lange, bis unsere gewählten Volksvertreter wieder von ihrem selbstgewählten Olymp herabsteigen und beginnen, wieder persönlich — nicht über ihre unzähligen Hiwis, Handlanger und Assistenten — mit ihrer Wählerschaft zu kommunizieren und dabei ganz besonders, deren Anliegen, Ängste und durchaus auch Kritik ernst zu nehmen — immer kurz vor einer Wahl Hände zu schütteln und jedem Recht zu geben, ist keine Kommunikation! Kommunikation ist es ebenfalls nicht, ein Buch schreiben zu lassen, das dem Wähler die eigene Großartigkeit vor Augen führen soll — das ist professionelle Wählertäuschung!

Und eines sollte unseren Berufspolitikern klar sein, sie haben einen unserer bestbezahlten und bestabgesichertsten „Arbeitsplätze“ ergattert, der inzwischen nur noch eine einzige Qualifikation kennt, nämlich, dass man einen Listenplatz bei einer Partei erreicht, der einen sozusagen ganz automatisch in ein Parlament spült — danach fragt keiner mehr warum und weshalb!

Und wenn man dort dann sehr bequem sitzt und sich niemals wieder ernsthaft über die eigene Zukunft Gedanken machen muss, dann sollte man zumindest weiterhin ohne Heulen und Jammern die Bürgermeinungen und -äußerungen an sich abprallen lassen — so wie Teflon das Wasser — und nicht plötzlich damit anfangen, sich auch noch über das Unverständnis und die teilweise unqualifizierten Reaktionen mancher Wähler auszuheulen.

Neckarbogen

So schnell wie die Stadtverwaltung gestern beim Neckarbogen Handlungen versprochen hat, so schnell müsste es doch auch bei den anderen, vor allem bei den sonst gerne von der Verwaltung vernachlässigten Stadtteilen, wie z. B. der Innenstadt, gehen — nicht nur unsere Gerberstraßenbewohner, sondern auch ich wären sehr froh darüber. Leider gibt es für diese seit Jahren nur schöne Konzepte oder Zusicherungen, aber keine tragfähigen Lösungen, geschweige denn Verbesserungen bei Lärm, Ordnung und Sauberkeit.

Abstand

Impfen ist sicherlich wichtig, aber noch wichtiger sind wohl doch der Selbstschutz und das Abstandhalten. Auf jeden Fall hat mir COVID-19 erspart, dass ich mich nicht, wie sonst jedes Jahr, mindestens einmal erkältet habe.

Habe ich mich vor der Pandemie noch über jene Menschen in Asien amüsiert, die dort häufig mit Masken unterwegs waren, so glaube ich nun, dass es zumindest für mich auch zukünftig besser ist, in der Übergangszeit eine Maske bei mir zu haben.

Zudem werde ich versuchen, auch zukünftig auf das Händeschütteln und die Begrüßungsküsschen zu verzichten, denn es ist einfach ein gutes Gefühl, ganz ohne Schnupfen und tropfende Nase unterwegs zu sein.

Website des Tages

Robert Koch-Institut

„Das Robert Koch-Institut (RKI) ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention und damit auch die zentrale Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet der anwendungs- und maßnahmenorientierten biomedizinischen Forschung.“


Bäume

20.5.02021 5 (1)

Beitragsbild: Bäume | © Pixabay

Kartenspiel

Seit ein paar Jahren spielen wir in der Familie das Kartenspiel Play Nine, welches nicht nur das Golfspielen gut nachahmt, sondern zudem sehr kurzweilig ist und, wie Golf auch, Demut lehrt. Einfach abends das Buch aus der Hand legen, und den Abend in guter Gesellschaft gemütlich ausklingen lassen.

High Heels

Um mich etwas von den Verirrungen Heilbronner Lokalpolitik zu entspannen, vertiefe ich mich besser in Ulrike Guérots Essay „Was ist die Nation?“ und frage mich lieber, was High Heels damit zu tun haben. Wobei ich auch einmal gelesen habe, dass diese Mode ursprünglich von Männern stammt, die damit ihr eigenes aggressives Verhalten weiter unterstützen wollten. Bevor ich mich jetzt aber immer mehr in Details verliere, greife ich lieber wieder zum Essay, das man locker an einem Stück verdauen kann.

Paula-Fuchs-Allee

Manche Heilbronner erinnern sich noch an die Versprechungen der Stadtverwaltung und der Gemeinderatsfraktionen, die Heilbronner Innenstadt wieder vom Durchgangsverkehr entlasten zu wollen.

Deshalb wurde auch das neue „innerstädtische“ Stadtviertel für Besserverdienende namens Neckarbogen zum einen mit einer neuen Peter-Bruckmann-Brücke, der Paula-Fuchs-Allee und zum anderen mit der Möglichkeit einer neuen Kranenstraße geplant.

Jetzt, wo das Ganze sich nicht nur zu einer gute Lage, sondern auch zu einem Investitionsobjekt für Gemeinderäte entwickelt, möchte man so wenig wie möglich Durchgangsverkehr in diesem Stadtteil haben.

Die neue Kranenstraße wurde sehr schnell ad acta gelegt, jetzt soll auch die Paula-Fuchs-Allee zur Sackgasse reduziert und die Brückenparkplätze den Bürgern als Innovation verkauft werden.

Dabei ist es überhaupt keine gute Idee, einen neuen Stadtteil nur mit einer Straße anzubinden, denn dieses Viertel wird ebenfalls öffentlichen Nahverkehr, Versorgungs- wie auch Entsorgungsverkehr, Rettungs- und Transportfahrzeuge benötigen, ganz zu schweigen von den Anwohner- und Besucherfahrzeugen, sowie den Wildparkern, die in allen stadtnahen Vierteln beständig für Ärger sorgen.

Schon im Normalbetrieb wird diese Sackgassenlösung nicht nur im Neckarbogen selbst, sondern vor allem auch für die nördliche Innenstadt zu einer weitere Mehrbelastung, und im Falle, dass sich im Umfeld des Europaplatzes oder gar der Peter-Bruckmann-Brücke Unvorhergesehenes ereignet, zu einer sehr kritischen Situation für die dortigen „Inselbewohner“ führen.

Und wenn sich jetzt nicht zumindest die Bewohner der Gerberstraße für dumm verkauft vorkommen, dann weiß ich auch nicht mehr weiter! Zumindest aber sollte die Stadt darüber nachdenken, ob es nicht besser wäre die Paula-Fuchs-Allee in Susanne-Bay-Sackgasse umzubenennen.


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

29.4.02021 5 (2)

Umweltschutz

Nach dem heutigen Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Umweltschutz, und den dazu getätigten Stellungnahmen der dafür verantwortlichen Politiker, scheinen doch ein paar Politiker verstanden haben zu wollen, dass man Probleme nicht dadurch löst, diese dauernd ins kommende Jahrhundert zu verschleppen — zumindest behaupten sie es jetzt in allen Talkshows und Nachrichtensendungen rauf und runter.

Wenn wir die Umwelt und unsere Demokratie tatsächlich retten wollen, dann benötigen wir dringend Mindestvoraussetzungen für Berufspolitiker und deren Bereitschaft, Maßnahmen ergreifen sowie auch dafür die Verantwortung übernehmen zu wollen.

Verkehrskonzept | Paula-Fuchs-Allee

Die Paula-Fuchs-Allee war nicht nur als notwendige Erschließungsstraße für den Neckarbogen gedacht, sondern auch als Entlastungsstraße der bereits mehr als geplagten Innenstadt. Diese jetzt nicht, wie vorgesehen, zu bauen, wird die Utopie des autoarmen Stadtteils nicht retten, da auch Besserverdienende gerne noch mit dem Auto unterwegs sind, zumindest aber liebend gerne eins sehr repräsentativ vor dem Haus stehen haben. Hinzu kommt, dass man damit den unschönen Brückenparkplatz manifestiert und die Innenstadt weiter unnötig verkehrsmäßig belastet.

Und darauf zu hoffen, dass dann, vor lauter Verzweiflung über seinen Gemeinderat, Dieter Schwarz die neue Kranenstraße, an den Experimentaparkhäusern vorbei, finanziert, ist unlauter. Diese Maßnahme wäre eher eine spätere und notwendige Ergänzung für die Paula-Fuchs-Allee, da der Neckarbogen zumindest mittelfristig die Heimat von gut 5 000 Autos werden, und eine „Innenstadtlage“ immer auch weiteren Durchgangsverkehr generieren wird.

Deswegen sollten so manche Politiker ihre Träume von einem Innenstadtviertel für „grüne“ Besserverdienende so langsam aber sicher beerdigen und dafür sorgen, dass eine Großstadt ein stimmiges Gesamtkonzept für alle Verkehre bekommt.