Blitz

Knallköpfe 5 (3)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Ich habe mich schon etwas länger von Produkten des VW-Konzern verabschiedet. Über Jahrzehnte hinweg war ich treuer Kunde, angefangen vom Golf 1 bis hin zum Touareg.

Wobei ich es bereits sehr viel früher hätte besser wissen müssen, nämlich als ich als Student aus einem Porscheautohaus schneller wieder hinausgeworfen wurde als ich mich hineingetraut hatte. Der VW-Konzern hatte schon von Anfang an ein sehr verschrobenes Verständnis von Volk.

Staatliche Subventionen und unzählige weitere Transferzahlungen sorgten dafür, dass sich der VW-Konzern mit zur Weltspitze aufschwingen konnte, was aber nur dazu führte, dass den Herren in den Vorstandsetagen die Sicherungen völlig durchbrannten.

Und nun, wo sich der Automobilmarkt auch in Deutschland völlig neu aufzustellen beginnt, die große Masse der Kunden auf bezahl- wie auch fahrbare Fahrzeuge wartet, nur noch Zölle die deutsche Autoindustrie vor den Produkten aus Asien und dem Rest der Welt retten, präsentieren die Verantwortlichen dieses Konzerns das neue Produkt aus Neckarsulm und wahrscheinlich auch aus Heilbronn: ein Supersportwagen Nuvolari mit 1001 Pferdestärken, was unsere Heilbronner Leistungsträger halt so benötigen, um die Allee hoch und runter zu fahren.

Man hört bei uns den Knall einfach nicht mehr!


Blogger

8.5.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Nur mal so

Immer öfters stellen selbst Abgeordnete des Europäischen Parlaments die Tatsache in Frage, dass sich Europa seit 1945 nicht mehr alleine verteidigen kann. Der lange Atem der Nationalisten und Superstaateuropäer wirkt sich nun auch bei politisch denkenden Menschen aus.

Passend zum 8. Mai bildete sich nun eine fraktionsübergreifende Abgeordnetengruppe, die Europa wieder einmal zu einem Superstaat machen möchte. Noch vor Kurzem hat der NATO-Generalsekretär Mark Rutte die Abgeordneten darauf hingewiesen: „If anyone here thinks that the European Union, or Europe as a whole, can defend itself without the US, keep on dreaming.“

Die Faktenlage gibt und wird auch zukünftig Mark Rutte recht geben. Schon alleine die fehlenden Ressourcen, besonders an qualifizierten Soldaten und ausreichend wehrfähigen Männern, machen alles, was über Grenzscharmützel oder „Strafaktionen“ in Afrika hinausgeht, von Anfang an nicht siegreich ausführbar. Selbst eine von mir seit Jahrzehnten geforderte Roboterisierung greift dabei zu kurz. Europa wird nie und nimmer in der Lage sein, um alleine den Weltraum oder gar den Mond zu beherrschen, was seit spätestens der 1950er-Jahre eine zwingende Voraussetzung in einem globalen Konflikt ist.

Und so attestiere ich jenen, die nun eine europäische oder gar deutsche Souveränität (jüngst sogar Weltraumtruppen) fordern und anstreben, entweder Totalitaristen zu sein oder einfach auch nur sich und die eigenen Geldgeber hemmungslos bereichern zu wollen — die in der Schwebe stehende Billionen Euro an künftigen Verteidigungsausgaben machen besonders schwache und meist ungediente Menschen völlig hemmungslos.

Vermischtes

Da möchten unsere Abgeordneten einmal ein klein wenig bei sich selber sparen und schon läuft Jens Spahn zur Höchstform auf. Mancher wurde einfach nur deshalb Volksvertreter, weil man sich dabei am einfachsten selber bereichern sowie ganz ohne eigenes Zutun dumm und dämlich verdienen kann. Die Bezüge im Bundestag erhöhen sich regulär zum 1. Juli 2026 von 11.833 Euro auf 12.330 Euro.

Neckarsulm stoppt den Glasfaserausbau durch GigaNetz, da diese Firma ein unsicherer Vertragspartner sei. Nicht erst als der Heilbronner OB jedem Heilbronner schriftlich empfohlen hat, dass man doch einen Vertrag mit dieser Firma abschließen solle, weiß eigentlich jeder, dass man der nicht trauen darf und kann. Mich haben deren Werber an der Haustüre den letzten Nerv geraubt. Das Ganze toppte mit der Aussage, dass die Stadt Heilbronn sicherstellen würde, dass ich nie Glasfaser bekäme, wenn ich nicht bei GigaNetz unterschriebe.

Seit gestern habe ich ein funktionierendes Glasfaser der Telekom; wenn deren „Bürokratie“ nicht wäre, könnte ich ohne Wenn und Aber voll zufrieden sein. Was ich sicherlich bin, sobald ich das ganze Tohuwabohu mit den Verträgen und den Leihgeräten hinter mir habe. Auf alle Fälle habe ich gelernt, dass es nervensparender ist, wenn man sich keine Leihgeräte anschafft; selbst dann, wenn mir die Telekom weiterhin mitteilt, dass sie es nur mit eigenen Geräten so richtig gut könne.

Aktuell schlagen die Populisten bei uns wieder einmal so richtig zu: die Kampfhundesteuer. Unabhängig davon, dass dies ein sehr rassistischer Blick auf Hunde ist, der viel mehr über jene aussagt, die solche Einteilungen überhaupt vornehmen, sind Hunde seit Jahrtausenden nur so gut oder böse wie deren Besitzer.

Was wir dringend benötigen ist eine Einteilung von uns Menschen, nämlich in jene, die Hunde und andere Tiere halten dürfen oder nicht. Und in jene, die Autofahren dürfen oder auch nicht. Auch in jene, die Waffen führen dürfen oder auch nicht. Einzig beim Wählen darf es solch eine Differenzierung nicht geben — sehr oft greift hierbei aber eine Art von Selbstregulierung.

Wir Deutschen scheinen doch etwas zu neurotisch zu sein oder aber bei uns gibt es immer wieder Menschen, die das schnelle Geld machen wollen. Z. B. die „Löschindustrie“, welche unliebsame Beiträge aus dem Internet entfernt. Laut Tagesschau werden 99,97 Prozent aller Löschungen in der Europäischen Union gemäß einer EU-Transparenzdatenbank im Jahr 2025 alleine in Deutschland vorgenommen. Nur 398 von 1 378 518 Löschanträgen wegen Diffamierung kamen nicht aus Deutschland!

Seit Kurzem stehe ich mit Semin Bristina im Wettbewerb, darüber wer von uns mehr Google-Rezensionen schreibt. Ich habe zwar keine Chance, sehe das Ganze aber sportlich. Für mich habe ich entschieden, nur dann zu rezensieren, wenn es mir auch halbwegs gefallen hat. Nun weiß ich, dass negative Bewertungen bei uns in Deutschland völlig sinnlos sind — wir schreiben und singen uns die Welt einfach schön!

Wenn ich zu meckern habe, dann schreibe ich das hier im Blog. Bisher kamen allerdings nur selten Änderungs- und Löschwünsche, wobei ich so gut wie keine erfüllte.

To Rome with Love

Als dieser Film von Woody Allen 2012 in die Kinos kam, turnte ich gerade beruflich durch Brüssel. Gestern habe ich mir diesen Film erneut gegönnt. Seit „Annie Hall“ (1977) mag ich seine verschrobenen Filme. Bereits 1967 brillierte er mit „Casino Royale“ — bis heute für mich der beste Bond-Film.

Wahrscheinlich ist Woody Allen vielen noch eher wegen seines Privatlebens bekannt. Auch wenn ich die tatsächlichen Hintergründe nicht kenne, zeigen seine belegten Verbindungen zu Jeffrey Epstein, dass er menschlich wie moralisch zumindest sehr schwierig sein dürfte.

Was mir wieder einmal beweist, dass auch ein schlimmer Mensch beruflich gute Dinge bewerkstelligen kann. Was wiederum dafür spricht, dass man Berufliches und Privates am besten trennt und zudem dafür sorgt, dass sich die inhaltliche Ebene nicht mit der Beziehungsebene vermischt. Dieses erfolgreiche Trennenkönnen ist das Rezept für jede funktionierende Gemeinschaft.

Gemeinschaften, denen dies bis heute nicht gelingt, werden gerne als „Shithole-Countries“ (2018) bezeichnet, wobei Gemeinschaften, die diese Trennung wieder aufzuheben beginnen, sich eindeutig auf dem absteigenden Ast befinden.

Alle Menschen bedienen immer und dies auch zeitgleich mehrere Rollen. Die große Kunst dabei ist es, sich zum einen selbst rollengemäß zu verhalten und zum anderen die jeweilige Rolle des Gegenübers zu erkennen und dann mit dieser „zu verhandeln“.

Mit meine erfolgreichsten Zusammenarbeiten fanden mit Menschen statt, denen ich privat fast feindschaftlich verbunden war. Mit manch anderen habe ich mich tagsüber politisch so richtig heftig gefetzt, dann aber abends zusammen gefeiert, weil wir uns zwar politisch überhaupt nicht verstanden, uns menschlich aber näher waren als es mit den meisten „Parteifreunden“ der Fall ist.

Früher habe ich Menschen bedauert, die keine Rollen auseinanderhalten können, heute sehe ich diese Menschen als Hauptursache dafür an, dass es bei uns allerorten knirscht und knackt.

Wir ersetzen Inhalte und Bildung zunehmend durch Gefühle und Beziehungen, was zwar einfacher ist, aber weder uns Menschen noch ganze Gesellschaften weiterbringt.


Gans

27.12.02025 5 (8)

Beitragsfoto: Jahresendgans

Geldwäsche

Auch wenn der Richterbund ganz staatskonform vermutet, dass es nur die deutsche Sparsamkeit sei, die unsere Politiker dazu veranlasst, Deutschland nach den USA zum kriminellen Eldorado der Welt zu machen, gäbe es dafür auch eine andere Erklärung, nämlich meine: es ist einfach seit Helmut Kohl das Geschäftsmodell aller Regierungsparteien.

Die GOP unter Donald Trump und viele weitere Parteien in Europa haben dieses inzwischen übernommen — wobei die GOP zugegeben ganz neue Maßstäbe setzt — und sorgen dafür, dass der Raubzug privilegierter (aka systemrelevanter) Gesellschaftsschichten kein Halten mehr kennt; die Expertise holt man sich dazu gerne aus der sogenannten organisierten Kriminalität.

Ein ganz normaler Spaziergang durch unsere Innenstädte lässt doch wohl jeden Betrachter fragen, zumindest wie man mit Barbershops, die gleich über mehrere Stockwerke verfügen, ausreichend Geld verdienen kann, um wenigstens für die Miete aufkommen zu können.

So lange der Vermieter sein Geld — woher auch immer — erhält und die städtischen Werber keine neuen Leerstände vermelden müssen, ist bei uns die Welt völlig in Ordnung. Man schaut dabei über wirklich alles hinweg und lässt gerne auch die sonst üblichen Kontrollen ausfallen.

Wie bereits zu Nazis Zeiten wissen wir alle, was geschieht. Sollte einmal das Pendel wieder in die andere Richtung schlagen und eine geläuterte Weltgesellschaft uns um Rechenschaft bitten, dann haben wir allesamt davon nie und nimmer etwas gewusst — da schwören wir auch jeden heiligen Eid: Verbrechen und Korruption in Deutschland, doch nicht bei uns! Überall sonst auf der Welt ganz bestimmt!

Vermischtes

Heute bei Sonnenschein der erste Spaziergang zusammen mit der Enkeltochter. Der Älteste macht hier Zwischenstation, weil sie aus München kommend in Homburg nach einer neuen Wohnung suchen.

Mich vor dem Fertigstellen der Klausur drückend, habe ich mehr Blogs gelesen, als es mir guttat. Bei dieser Gelegenheit habe ich jene Blogs künftig abgeschrieben, die nun wohl aufgrund der Hoffnung auf mehr Reichweite auf KI bauen. Würde ich aufgehübschten Quatsch lesen wollen, frage ich einfach den Mittelsmann auslassend, ChatGPT danach, mir einen solchen zu schreiben.

Es gab aber auch Blog-Beiträge, die ich sofort auf Bluesky teilte; zum Beispiel Martin Thieleckes „Lernt diskutieren, ihr Kacklappen!“

Schon etwas länger her, dass ich die Heilbronner Stimme gekündigt habe. Leider aber werde ich deren Werbeanzeigen und Aufforderungen zur Rückkehr einfach nicht los, genauso wenig wie die unliebsame Post aus dem Rathaus. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft ich dabei auf „Abbestellen“ geklickt habe. Das Problem ist wohl, dass man das, was man nicht bestellt hat, auch nicht abbestellen kann.

Zumindest wurden die Rathausschreiben, welche sagen, dass man sie mehrfach bekommt, weil man gleich auf mehreren Verteilern sei, weniger. Das muss etwas mit der künstlichen Intelligenz im Rathaus zu tun haben.

Mein zweitliebstes Parkhaus soll nun abgerissen werden, nicht aber, weil man es nicht mehr benötigt oder es baufällig ist — es wurde sogar schon ausgezeichnet. Das Heilbronner Rathaus liebt und baut einfach nur gerne auf Spekulanten wie jenen am Wollhaus.

Dafür soll der Schemelsbergtunnel wie geplant Ende Februar 2026 wieder eröffnet werden. Ob das Ganze künftig so läuft wie beim Weinsberger Tunnel, bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle aber ist Anhydrit kein ausschließliches stuttgarter Problem. Und womöglich hatten jene Fachleute schon vor zweihundert Jahren Recht, die vorschlugen, Straße und Bahn einfach über Neckarsulm und Neuenstadt gen Osten zu führen.

Nachtrag

Martin Thielecke machte mich auf den folgenden YouTube-Beitrag von Fynn Kröger aufmerksam.

Nachdenkliches

Traditionell gibt es bei uns zu Heiligabend ein eher bescheidenes Mal, auch wenn wir die teilweise sehr opulenten Weihnachtsfeste bei Freunden und Bekannten in der Vergangenheit sehr genossen haben. Die restlichen Tage bleibt es dann vor allem aufgrund der vielen netten Menschen, darunter noch Lebensalter, die sich beim Essen nicht einzuschränken brauchen, nicht aus, dass es doch zu viel des Guten gibt.

Dabei zeigt es sich immer wieder ganz gut, wer sich selbst zurückhalten kann und wer nicht. Besonders die Traumschiff gestärkten Gesellschaftsesser und Gratisbuffetplünderer erheitern mich dabei wie sonst das ganze Jahr nicht.

Aus Jahresendessen werden sehr schnell Lebensendfressen, wobei man seinem Nachbarn auch noch den allerletzten Happen zu neiden scheint; die etwas intelligenteren älteren Exemplare überlassen dann doch noch den jüngeren Generationen „ihren“ Platz am Tisch — meist aber auch nur, weil es die eigene Verdauung nicht mehr anders zulässt.

Jedes Mal, wenn ich ein solches Gelage bestaune, muss ich an Eugen Roths Gedicht „Am Tisch des Lebens“ denken, das der geneigte Leser auch in meinem Gedichtebeitrag „Über die Zeit“ nachlesen kann.

Was mich besonders jüngst immer nachdenklicher macht, denn mein eigenes Alter und verstärkt meine eigene Gesundheit helfen mir dabei immer mehr, um manchem eigenen Laster weniger bis gar nicht mehr zu frönen.

In einer völlig übersättigten Gesellschaft ist es ziemlich schwer, sich selbst einzuschränken. Auch kommt noch mit hinzu, dass ein vermeintlicher und vielleicht auch nur künftiger Mangel, vor allem die Primärprozessler unter uns zu reinen Fressereien motiviert — und dies nicht nur beim Essen!

Und so denke ich ganz besonders gerne an jene Momente meines Lebens zurück, wo alleine der Mangel an Ressourcen das Leben für alle viel lebenswerter machte. Jene Momente, in denen ein Sonnenstrahl auf den völlig durchfrorenen und hungrigen Körper mehr Glück und Zufriedenheit erzeugt, als es das reichhaltigste Buffet je können wird!

Gerne wäre ich zu Silvester mit meiner besseren Hälfte, so lange wir dies noch können, auf einen Ball gegangen. Leider aber nennt man bei uns im Beritt die Sauf- und Fressorgien mit noch billigerem Begleitprogramm so — das müssen wir uns kein zweites Mal mehr antun. Die Alternative wäre, kurzfristig in eine Stadt zu verlegen, wo es noch echte Tanzbälle wie den Europa-Ball gibt. Das wiederum hat in meinen Augen solch einen Hauch von Dekadenz, dass wir das dann doch lieber bleiben lassen.

Der Fehler liegt dabei in der Auswahl der eigenen Heimat, ich hätte mich nicht von Gefühlen leiten lassen, sondern vorab eigene Bedürfnisse mit dem vorhandenen Angebot abgleichen müssen. Was mit zunehmendem Alter, sobald nur noch Friedhöfe, Altenheime, Arztpraxen und Krankenhäuser eine wesentliche Rolle spielen, auch keinen mehr stört.