Hasen

11.10.02021 5 (3)

Freundeskreis

Heute Abend hat sich der Freundeskreis der Stadtbibliothek Heilbronn zur jährlichen Mitgliederversammlung getroffen, und wir haben nicht nur den Vorstand verjüngt, sondern auch weiblicher gemacht.

Wir konnten auch erfahren, dass sich unsere Stadtbibliothek während der Pandemie ganz gut geschlagen hat, und nun alle Mitarbeiter auf die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen gespannt sind, die im August 2022 anlaufen sollen. Bis dahin ist dann wohl auch geklärt, ob der Gemeinderat die zusätzlichen Kosten — hat sich doch alles um fünf Jahre verzögert — mittragen wird. Ich kann diese Investition in Bildung nur empfehlen.

Unabhängig davon freue ich mich darauf, auch dieses Schuljahr wieder in meiner alten Grundschule vorlesen zu dürfen, dieses Mal entdecke ich zusammen mit Viertklässlern neue Kinder- und Jugendbücher.

Shopping

Das Einkaufen ist zwar nicht meine Lieblingsbeschäftigung, sondern eher eine Notwendigkeit, die ich gerne auf ein Minimum begrenze, aber auch mir gefallen gut und interessant gestaltete Läden sehr. Und wenn diese noch freundliche und fachkundige Mitarbeiter haben, dann könnte ich mir durchaus vorstellen, dort auch einmal mehr als unbedingt notwendig vorbeizuschauen.

So gibt es in der Sülmerstraße „meinen“ Optiker, bei dem ich, seit ich eine Brille — leider schon seit der Grundschulzeit — benötige, diese Brillen erwerbe. Wohl zum Leidwesen des Optikers, war dies bisher nur so alle zehn Jahre einmal der Fall — damit lässt sich wohl kaum Geld verdienen.

Was mir aber ganz besonders an diesem Brillengeschäft gefällt und dies schon seit etlichen Jahren, das ist die, sich regelmäßig ändernde, Schaufenstergestaltung und -dekoration, die immer wieder überrascht und mir meistens auch sehr gut gefällt.

Wenn es einen Preis für die beste Schaufenstergestaltung — das könnte sich das Heilbronn Marketing doch einmal zu Herzen nehmen — gäbe, dann wäre Optik Fickarzt mein absoluter Favorit.

Aber zurück zum Shopping am verkaufsoffenen Sonntag unter dem Motto Jazz und Einkauf, der bei sehr gutem Wetter — auch meine bessere Hälfte und ich gingen spazieren — in der Innenstadt sehr erfolgreich war. Solche „Events“ benötigen Städte und Märkte einfach, und das war schon so, seit es die ersten Städte und Märkte gibt. Die Gaukler und Musikanten zogen schon immer Kunden an und sorgten mit dafür, dass die Umsätze stimmten.

Unabhängig davon stellt sich mir die Frage, warum wir in Deutschland noch daran festhalten, dass die Sonntage auch Ruhetage sind. Zum einen betrifft es eigentlich schon lange nicht mehr den überwiegenden Teil der Bevölkerung, da sehr viele schon heutzutage auch sonntags arbeiten müssen, und zum anderen weiß der Großteil unserer Bevölkerung schon gar nicht mehr, warum die Sonntage Ruhetage sind, geschweige denn, dass sie diese entsprechend nutzen.

Und selbst in jenen Ländern, die von sich behaupten, dass die Bevölkerungsmehrheit katholisch sei und sich dementsprechend verhielte, haben die Geschäfte, wie z. B. in Polen, seit Jahrzehnten nur noch an einer Handvoll Sonntagen, wie Ostern und Weihnachten, geschlossen. Shopping und Kirchgang können von den Menschen vor Ort sehr gut miteinander kombiniert werden, was mich an ein Motto für den nächsten Event denken lässt: „Beten & Shoppen“.

Wochenstart

Mein Start in diese Woche begann mit einem Anruf aus der Vergangenheit. Den Jürgen hatte ich Anfang der 1980er-Jahre das letzte Mal gesehen und gesprochen. Sonntagabend rief er nun ganz unerwartet an und heute Vormittag kommt er schon vorbei.

Das ist ein Wochenbeginn, genau so wie ich ihn liebe — gut, dass ich meine Termine weiterhin voll und ganz im Griff habe; eine entsprechende Umplanung war noch vor Wochenbeginn abgeschlossen.

Blog des Tages

Heute schreibt Detlef Stern in seinem Weblog übers Fahrradfahren in Heilbronn und seine Bemühungen, ihm anvertraute Studenten bestmöglich zu betreuen.

Geburtstag des Tages

Eleanor Roosevelt


Boeing B747-8

Lufthansa 5 (5)

Beitragsfoto: Boeing 747-8 | © Lufthansa

Wer kennt sie nicht, die anfangs gelben und inzwischen blauen Vögel, die sehr viele Passagierflugzeuge zieren. Für mich waren sie immer der Inbegriff der freien Welt und der ungeahnten Möglichkeiten.

Vielleicht auch deshalb, weil ich bereits 1964 die erste Lufthansa-Maschine „boarden“ durfte, wie man das inzwischen so nennt. Und über all die Jahrzehnte hinweg, war für mich der Begriff Lufthansa mit Qualität, gutem Service und ganz besonders und für mich sehr wichtig, mit einem zuverlässigen Transportmittel verknüpft.

So war es für mich auch ganz folgerichtig, als auch bei uns in Deutschland Aktien als zukunftssichere Anlage beworben wurden, dass ich in Lufthansa-Aktien „investierte“ — zugegebener Maßen von Anfang an ohne Billigung und zum Leidwesen meiner besseren Hälfte, die ein Profi in Geldangelegenheiten ist.

Und wenn ich diesbezüglich die letzten Jahrzehnte so zurückblicke, muss ich mir wohl eingestehen, dass man sein Geld wohl kaum schöner, noch eleganter zum Fenster hinauswerfen kann, als mit Lufthansa-Aktien. Meine bessere Hälfte hat sich inzwischen mit meinem Lufthansa-Fimmel abgefunden und rechnet mir, wenn es wieder einmal um entsprechende Aktien geht, vor, dass ich besser in Urlaubsflüge investieren solle, da die Prämienmeilen eindeutig die bessere Dividende ergeben.

Dennoch war die Lufthansa-Welt für mich in Ordnung und, auch wenn es immer mehr Alternativen auf den Markt kamen, die ebenfalls Passagiere von A nach B transportieren konnten — manche davon haben es sich sogar zum Ziel gesetzt, Lufthansa als den Masstab bei Flugreisen zu ersetzen. Ob es ihnen gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich in dieser Angelegenheit bis heute voreingenommen bin.

So war es für mich auch selbstverständlich, dass ich, als das Reisen in die USA wieder möglich wurde, für meine bessere Hälfte und mich einen Flug von Frankfurt nach Los Angeles — wie üblich und bewährt — online bei der Lufthansa buchte.

So schön, so gut. Jetzt ist es aber geschehen, dass ich plötzlich erkrankte, und wir alle unsere Pläne vorerst über den Haufen werfen müssen.

Und jetzt geschah das für mich völlig Unvorstellbare! Und dies ist der Anlass für diesen Blog-Beitrag.

Am Montag wollte meine bessere Hälfte die Flüge umbuchen, was auch möglich ist, da wir für diesen Lufthansa-Service extra zahlen.

Faktum 1:

Es gibt zwar Lufthansa-Telefonnummern, diese sind aber reine Todesschleifen! Wer es selbst einmal ausprobieren möchte, kann sich gerne versuchen. Es gibt keinen Menschen bei der Lufthansa, der jemals das Telefon ergreifen und Ihren Anruf entgegennehmen wird.

Lufthansa-Servicetelefone:
+49 6986799799
+49 6986799699

Faktum 2:

Die Lufthansa-Website hat, wenn man sie tatsächlich nutzen möchte, die Qualität ähnlich der eines Gebrauchtwagenhändlers aus Berlin-Marzahn. Zwar konnte ich über mein Lufthansa-Konto die Flüge buchen, muss jetzt aber feststellen, dass diese nur auf dem entsprechenden Konto meiner besseren Hälfte verbucht sind. Interessanter Weise sind die Buchungen auf meiner Lufthansa-App zu finden.

Wer jetzt aber meint, das sei hinreichend und man könnte seine Flüge mithilfe der Lufthansa-Website oder des Lufthansa-Apps umbuchen, der hat sich gewaltig geirrt.

Sie können unzählige Kontaktformulare ausfüllen, aber keines davon führt Sie irgendwohin. Und wenn Sie endlich zum Hinweis „Umbuchung“ gelangen, führt das Anklicken dazu, dass Sie zum Start auf der Website zurückgeführt werden — geduldige Menschen wie ich, können sich so tagelang selber beschäftigen.

Faktum 3:

Wer Chatbots von etwas größeren Firmen kennt sowie ab und zu Cortana, Alexa oder Siri nutzt, der sollte sich vor Lufthansas „Elisa“ in Acht nehmen. Denn im Gegensatz zu zeitgemäßen Chatbots führt diese den Nutzer ebenfalls nur in Endlosschleifen, zumindest, wenn diese die Absicht haben, einen Flug umbuchen zu wollen.

Und wer jetzt glaubt, ich hätte meine Bemühungen um Elisa zu früh abgebrochen, dem kann ich versichern, dass diese mir inzwischen Avancen macht.

Faktum 4:

Auf der Lufthansa-Website werden zwar Beschwerde- oder Schlichtungsmöglichkeiten angeboten, wer aber in diese Tiefen schlecht — oder gar absichtlich so — designter oder programmierter Websites eintauchen möchte, sei gewarnt, denn gesundheitliche Schädigungen können hierbei nicht ausgeschlossen werden!

Bisheriges Ergebnis:

Wir konnten die Flüge trotz aller Bemühungen (!) nicht umbuchen. Ich habe jetzt den Sachverhalt und mein Anliegen an eine, auf der Lufthansa-Website gefundene, Lufthansa-E-Mail-Adresse geschickt und das Ganze ergänzend per Einschreiben mit Rückschein an eine andere Post-Adresse der Lufthansa in Frankfurt am Main.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, ob es einen Menschen bei Lufthansa geben wird, der zumindest den Rückschein unterschreibt — würde mich nicht wundern, wenn das die Aufgabe der Putzfrau ist.

Ich bleibe weiter dran … und werde diesen Blog-Beitrag auch weiter aktualisieren …


Faktum 5:

Die Lufthansa weiß noch, was E-Mail ist. Leider aber auch, dass man eine automatische Antwort generieren kann. Und das „Lustige“ daran ist, dass sie einen erneut in eine Todesschleife schicken — aber wer weiß, vielleicht sind tote Kunden als Leichen gewinnbringender zu transportieren.

Sehr geehrte Lufthansa-Kundin, sehr geehrter Lufthansa-Kunde, Vielen Dank für Ihre E-Mail.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir, aufgrund der aktuellen Situation, nicht umgehend auf Ihre Nachricht antworten können.

Angesichts der außerordentlich hohen Menge an Anfragen und damit wir die drängendsten zügig beantworten können, bitten wir Sie freundlich, die Dringlichkeit Ihrer Anfrage zu betrachten und uns gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt zu kontaktieren.
Sie können aktuelle Informationen und nützliche Antworten auf häufig gestellte Fragen hier finden https://www.lufthansa.com/de/de/reisen-und-corona
Mit freundlichen Grüßen
Lufthansa Internet Service Center 

E-Mail-Rückantwort (08.10.2021 10:13 (COM-2076847))

Meine E-Mail scheint doch einen Mitarbeiter erreicht zu haben.

Sehr geehrter Herr Kümmerle, damit Ihr Anliegen in den richtigen Händen ist und direkt bearbeitet werden kann, haben wir es an unser Serviceteam für Reservierungen und Flugbuchungen weitergegeben, das Ihnen Unterstützung anbieten wird.

Falls Sie in der Zwischenzeit Rückfragen zu zukünftigen Flugreisen haben, rufen Sie bitte unser Lufthansa Service Center unter der Telefonnummer +49 69 86 799 799 an. Weitere weltweite Telefonnummern finden Sie online, auf der Lufthansa Internetseite http://www.lufthansa.com/de/de/Hilfe-und-Kontakt unter „Kontaktmöglichkeiten“.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. (Absender)

E-Mail-Rückantwort (08.10.2021 15:28 (FB ID 35208835))

Es ist Sonntagnachmittag, 10. Oktober 2021, 16.54 Uhr, und Lufthansa antwortet:

Guten Tag Heinrich Kümmerle, vielen Dank für Ihre E-Mail.

Zunächst möchten wir in aller Form unser Bedauern darüber ausdrücken, dass die Bearbeitung Ihrer Anfrage aufgrund des sehr hohen Aufkommens an E-Mails nicht früher möglich war.

Wir haben den beschriebenen Sachverhalt überprüft. Aufgrund einer Eintragung in der Buchung war nicht möglich diese Online umzubuchen. Wir haben dies korrigiert. Sie können nun den Flug umbuchen.

Wenn Sie dabei Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen gern unter +49 (0) 69 86 799 699, montags bis freitags von 07.30 Uhr bis 22.00 Uhr und am Wochenende von 10.30 Uhr bis 19.00 Uhr zur Verfügung. Rufnummern außerhalb Deutschlands finden Sie auf unserer Homepage unter > Menü > Hilfe > Hilfe zu lufthansa.com und zur mobilen App.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass weitergehende Fragen zu Ihrer Buchung bzw. Umbuchungsanfragen aufgrund der Komplexität des Sachverhaltes nicht per E-Mail bearbeitet werden können. Aus diesem Grund möchten wir Sie bitten, sich bezüglich Ihrer Anfrage direkt an unser Lufthansa Service Center unter der Nummer +49 (0) 69 86 799 799 zu wenden, das Ihnen rund um die Uhr zur Verfügung steht. Rufnummern außerhalb Deutschlands finden Sie auf unserer Homepage unter > Menü > Hilfe und Kontakt > Fragen zu Ihrer bevorstehenden Reise. 

Derzeit verzeichnen wir in unseren Lufthansa Service-Centern eine hohe Anzahl von Kundenkontakten, was zu längeren Wartezeiten führen kann. Wir danken Ihnen für Ihre Geduld. Unsere Mitarbeiter sind bemüht Ihre Anfragen so schnell wie möglich zu bearbeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Lufthansa Internet Service Center
(Unterschrift)

E-Mail-Rückantwort (Buchungsdetails | Abflug: 28 Oktober 2021 | FRA-LAX (COM-2076847))

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, wie das Umbuchen heute Abend funktioniert …


Seit einer halben Stunde versuche ich nun auf der Lufthansa-Website in meinem Konto die gebuchten Flüge zu finden. Leider sind sie dort immer noch nicht vorhanden.

Jetzt versucht es meine bessere Hälfte nochmals mit ihrem Konto … und … es klappt, sie kann uns umbuchen!

Was für eine schwere Geburt! Der Tag ist jetzt aber erst einmal gerettet.

Zwei Fragen bleiben

Wird es der Lufthansa gelingen

  1. mein Konto wieder so hinzubekommen, dass ich gebuchte Flüge dort auch finde und zudem bei Bedarf umbuchen kann?
  2. allen ihren Kunden wieder einen halbwegs funktionierenden Kundenservice anzubieten?

Bleibt zu hoffen, dass die fliegenden Teile von Lufthansa über die Pandemie hinweg ihre altbewährte Form erhalten haben, und die unterstützenden Teile sich wieder etwas aufrappeln können.

Denn auch als Fluggesellschaft funktioniert das Ganze nur, wenn alle Abteilungen harmonisch ineinandergreifen und damit dem Kunden ein funktionierendes, tragfähiges und auch überzeugendes Gesamtpaket anbieten.

Dann könnte es vielleicht sogar mit den Aktien wieder etwas werden — Win-Win für alle sozusagen.


Nachtrag am 13. Oktober 2021

Der Vollständigkeit halber muss ich noch erwähnen, dass heute die Rückantwort des Einschreibens im Briefkasten lag. Am Freitag verschickt, kam es am Dienstag zur Unterschrift. — Spricht nicht gerade für die Deutsche Post; eine andere Baustelle, die ich jetzt nicht eröffnen möchte.


Nachtrag am 28. Dezember 2021

Völlig überraschend erreichte mich heute die folgende E-Mail:

Sehr geehrter Herr Kümmerle,

damit Ihr Anliegen in den richtigen Händen ist und direkt bearbeitet werden kann, haben wir es erneut an unser Serviceteam für Reservierungen und Flugbuchungen weitergegeben, das Ihnen Unterstützung anbieten wird.

Falls Sie in der Zwischenzeit Rückfragen zu zukünftigen Flugreisen haben, rufen Sie bitte unser Lufthansa Service Center unter der Telefonnummer +49 69 86 799 799 an. Weitere weltweite Telefonnummern finden Sie online, auf der Lufthansa Internetseite http://www.lufthansa.com/de/de/Hilfe-und-Kontakt unter „Kontaktmöglichkeiten“.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. M… G…

E-Mail (Lufthansa Customer Relations | Ihr Feedback an Lufthansa, FB ID 35208835)

„When a business is bought, it is bought for its potential — for its future, not its past.“

Russell L. Ackoff, Re-Creating the Corporation (1999: 133)

Experimenta

7.10.02021 5 (1)

Experimenta | © Shutterstock

James Bond

So, jetzt habe ich das auch hinter mir. Es hat zwar etwas länger gedauert als ursprünglich angenommen, aber es kam auch eine Pandemie dazwischen. Es könnte aber auch sein, dass man mit dem letzten Bond — so hoffe ich doch — so lange gewartet hat, bis sämtliche Kinogänger so entwöhnt sind, dass sie selbst den Tatort im Kino schauen werden.

Für mich steht auf jeden Fall fest, dass ich diesen James Bond Film freiwillig nicht nochmals anschaue.

Quartierszentren

Jetzt soll es auch um die Nikolaikirche herum ein Quartierszentrum geben. Diese Idee ist so schnell geboren worden, dass selbst die üblicherweise Beteiligten nichts darüber wissen und wohl erst davon erfahren haben, als sie dies im selbsternannten OB-Werbeblatt lasen.

Jetzt purzeln in Heilbronn wieder die Versprechungen und keine ist zu groß oder zu klein, um nicht bis zur Bürgermeisterwahl durch alle Medien und Kneipen getragen zu werden. Und eigentlich weiß jeder Heilbronner Bürger, dass davon nach der Wahl sehr wenig übrig bleiben wird — „so ist er halt unser OB“ wird es dann wieder einhellig lauten, „halt einer von uns“.

Es ist ganz offensichtlich, was uns Heilbronner dabei bewegt: bitte, bitte, alles, nur keinen Fachmann von außerhalb! Bitte keine Expertise; nichts, was unser so schönes Leben — vor allem das der Stadtverwaltung — nur ansatzweise in Frage stellen könnte. Für alles andere haben wir doch den Dieter Schwarz.

Hochgelegen

Es ist bei uns alles so einfach, man gibt dem Nonnenbuckel einen neuen Namen und sämtliche Probleme sind weg.

Auf jeden Fall aber sind die Erdbauarbeiten gewaltig und am Ende bleibt vom Buckel nichts mehr übrig. Halbwegs verständlich, weil man auf dieser Fläche gut 1 200 Menschen unterbringen möchte und die Gebäude keine Hochhäuser sein sollen.

Das ist erstmal kein Problem. Aber, dass dieses Hochgelegen an einer dringend auszubauenden Saarlandstraße, einem noch weiter auszubauenden Krankenhaus und einer schon jetzt eindeutig unterdimensionierten Zufahrtsstraße liegt schon. Vor allem dann, wenn man weiß, dass die An- und Abfahrtswege für das Krankenhaus nicht ausreichend sind. Für eine so lebenswichtige und über Heilbronn hinaus bedeutende Infrastruktur gelten andere Größenordnungen — hier hoffe ich schon länger auf den Ausbau und die Verlängerung der Saarlandstraße sowie alternative Zugangswege zum Krankenhaus.

Um die Verkehrssituation um das Krankenaus herum noch ungünstiger zu gestalten, kommen bald gut 1 000 neue Fahrzeuge hinzu. Diese werden dann noch um weitere Versorgungs-, Entsorgungs- und Besucherfahrzeuge ergänzt. Man kann sich jetzt schon die dortigen Ampelwartezeiten und Rückstaus ausmalen.

Lustig wird es aber erst so richtig, wenn sich die neuen Bewohner des Hochgelegens dann über den Rettungshubschrauber sowie die vielen Rettungsfahrzeuge beschweren und die Diskussion über Sinn und Zweck von Krankenhäusern beginnt.

Geburtstag des Tages

Niels Bohr